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Leitfaden für eine neue Welt

Warum gegenseitige Fürsorge der Schlüssel zur Lösung der globalen Krise ist

AutorMichael Laitman
VerlagEdition Laitman Kabbala
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl160 Seiten
ISBN9783899018820
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis11,99 EUR
Warum besitzt ein Prozent der Weltbevölkerung 40 Prozent des Reichtums auf der Welt? Warum müssen Menschen Hunger leiden? Warum steigen die Nahrungsmittelpreise, wenn doch genug zu essen für alle da ist? Warum wird in vielen Ländern die Menschenwürde nicht respektiert, und warum gibt es dort keine soziale Gerechtigkeit? Wir alle wünschen uns eine Gesellschaft, in der wir uns sicher fühlen, unseren Nachbarn trauen können und die Zukunft unserer Kinder gewiss ist. In solch einer Gesellschaft wird sich jeder um den anderen kümmern und alle bürgen für jedermanns Wohlbefinden. Trotz aller Schwierigkeiten sind wir sicher, dass eine Veränderung möglich ist und dass sie uns gelingen wird. Dieses Buch zeigt: Wir haben nun die einzigartige Gelegenheit, eine globale Veränderung auf friedliche Weise zu erreichen. Wir können den Weg zu diesem Ziel ebnen.

Michael Laitman ist Gründer und Präsident des Ashlag Research Instituts (ARI). Das ARI untersucht die Verbindung von Wissenschaft und Kabbala. Er ist Professor der Ontologie, hat einen Doktor der Philosophie und einen Master der medizinischen Kybernetik. Michael Laitman hat mehr als 30 Bücher in 27 Sprachen eröffentlicht und gilt als weltbekannter Experte der Weisheit der Kabbala.

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KAPITEL 1:


EINE NEUE WELT


„Wir sitzen alle in einem Boot, befinden uns in einer globalen Gemeinschaft. Unser Glück und unser Unglück steigen und fallen gemeinsam … Wir haben eine kollektive Verantwortung – eine stabilere und glücklichere Welt hervorzubringen; eine Welt, in welcher jeder Mensch in jedem Land sein volles Potenzial verwirklichen kann.“1

Christine Lagarde, Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF)

Die globalen Unruhen im Jahr 2011 haben die Welt unwiederbringlich verändert. Millionen von Menschen gingen auf die Straße – in zahlreichen Ländern, auf allen Kontinenten, vom Arabischen Frühling bis zu Occupy Wall Street. Der Ruf nach sozialer Gerechtigkeit und Gleichheit fand eine hohe Resonanz (natürlich unterschiedlich in den verschiedenen Ländern und Kulturen). Die Menschen begannen, nach Lösungen für ihre Probleme zu suchen; sie wollten Veränderung. Oft konnten diese Menschen ihre Anliegen nicht adäquat in Worte fassen, aber das Gefühl, unwürdig behandelt zu werden, veranlasste sie dazu, auf die Straße zu gehen und zu protestieren, manchmal sogar unter Lebensgefahr.

Warum gab es diese Proteste? Warum zu dieser Zeit? Warum traten sie so synchron auf, als würden sie sich gegenseitig entzünden? Um zu verstehen, wie die Dinge im globalen Zeitalter funktionieren, müssen wir den Zustand der Menschheit aus einem weiteren Blickwinkel betrachten und nicht jeden Aspekt einzeln untersuchen.

„Geschichtsschreiber werden zurückblicken und sagen, dass dies keine normale Zeit, sondern ein einschneidender Moment war: Eine unvorhersehbare Periode des globalen Wandels, eine Zeit, da ein Kapitel endet und ein anderes aufgeschlagen wird – für Völker; für Kontinente; für die ganze Welt.“2

Gordon Brown, Historiker, ehemaliger Premierminister von England (2008)

Seit dem Ausbruch der globalen Krise im Jahr 2008 wird immer klarer, dass wir an einem historischen Wendepunkt stehen. Die Scheidungsraten steigen ständig, und viele Menschen haben überhaupt keinen Wunsch mehr, sich zu binden oder eine Familie zu gründen.3 Der Drogenkonsum erreicht ungeahnte Ausmaße, und Gewalt und Verbrechen nehmen trotz der Tatsache zu, dass sich die Anzahl der Häftlinge in den USA in den letzten 15 Jahren mehr als verdoppelt hat.4 Das Bildungssystem kollabiert,5 indem Institutionen entweder schlechte Bildung oder aber Unterrichte anbieten, die für die meisten Menschen nicht erschwinglich sind.6 Die Menschen fühlen sich heute so unsicher, dass es in Amerika bereits mehr Schusswaffen als Bürger gibt,7 und der Trend ist steigend.8 Angesichts dieser Tatsache ist es keine Überraschung, dass „nahezu 40 Prozent der Menschen an psychischen Störungen leiden.“9

Bis zum heutigen Tag haben wir Menschen uns von Generation zu Generation in dem Glauben weiterentwickelt, dass unsere Kinder ein besseres Leben haben würden als wir selbst. Das gab uns Kraft und Hoffnung. Doch heute scheint die Zukunft nicht so glänzend.10 Es sieht aus, als habe sich die Menschheit hoffnungslos verirrt.

Die wirtschaftliche Situation zeigt deutlich unsere Verwirrung in Bezug auf die Zukunft. Seit 2008 steckt die Welt in einer Wirtschaftskrise. Und noch schlimmer sind die Aussichten, hier eine Lösung zu finden. Nouriel Roubini, ein führender Ökonom, der die globale Krise vorhersagte, warnte davor, dass wir einer neuen großen Depression gegenüberstünden. „Die Dinge verschlechtern sich, und der große Unterschied zwischen heute und vor einigen Jahren besteht darin, dass uns heute langsam die Strategien ausgehen.“11

Der Investor George Soros behauptet ebenfalls, dass wir am Abgrund eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs stünden.12 Und Sir Mervyn King, derzeitiger Gouverneur der Bank von England, zieht die Schlussfolgerung, dass dies die ernsthafteste Finanzkrise seit 1930 sei, wenn nicht gar eine noch schlimmere.“13

Der kontinuierliche Verfall der globalen Wirtschaft ist deswegen so irritierend, weil er nicht nur unser Geld betrifft. Die Wirtschaft ist kein neutrales Netzwerk aus Industrie, Handel und Bankwesen. Sie reflektiert zusätzlich unsere Ambitionen, Wünsche und Beziehungen und auch die Richtung, in die wir gehen. Daher stellt eine Wirtschaftskrise ein ernsthaftes Problem für die Gesellschaft dar – vor allem für die menschlichen Beziehungen.

Was ist eine Krise?


Webster‘s Dictionary definiert eine Krise als „Umkehrpunkt zum Besseren oder Schlechteren.“ Auch als „Entscheidungsmoment“, „eine instabile oder wichtige Zeit oder Zustände, welchen eine große Veränderung bevorsteht“ oder „eine Situation, welche in eine kritische Phase geraten ist.“

Auf Griechisch bedeutet Krise „Entscheidung“

(von „krinein“ – „entscheiden“).

Die Vernetzung zwischen den Menschen auf der ganzen Welt wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend enger. Die Globalisierung brachte eine Fülle von Gütern, Dienstleistungen, Informationen und Reisenden hervor und machte die Welt tatsächlich zu einem globalen Dorf. Ian Golding, Direktor der Oxford Martin School an der Universität von Oxford und ehemaliger Vizepräsident der Weltbank, sagte in einem Vortrag: „Die Globalisierung wird immer komplexer, und dieser Wechsel vollzieht sich immer schneller. Die Zukunft wird zunehmend unvorhersehbar. Was an einem Ort auf der Welt geschieht, wirkt sich unmittelbar und rasend schnell auf andere Orte aus. Dies gleicht einem Systemrisiko.“14

Durch die Globalisierung erkennen wir, dass wir alle verbunden und voneinander abhängig sind – gleichsam wie Zahnräder in einer Maschine. Ein Ereignis an einem Ort auf dem Planeten hat unmittelbare Auswirkungen auf einen anderen, wie ein Dominoeffekt, welcher seine Kreise über die ganze Welt zieht.

Die Handelsbeziehungen in der Automobilindustrie zwischen den USA und Japan sind beispielhaft dafür, wie wechselweise abhängig wir wirklich voneinander sind. Das zerstörerische Erdbeben und der Tsunami, welche Japan am 11. März 2011 trafen, wirkten verheerend auf die Produktionskette und den Import von Autos und Autoteilen aus Japan in die USA. Während die Herstellungslinie der japanischen Autohersteller in den USA negativ davon beeinflusst wurden, profitierten andere Autohersteller davon und holten sich Marktanteile. Sie waren die Profiteure der Katastrophe in Japan.

Der Finanzmarkt ist wahrscheinlich das beste Beispiel für eine internationale Interdependenz. Anleihen, die von anderen Regierungen gekauft werden, fesseln die Ökonomien und auch die einzelnen Staaten durch ein unzerreißbares Netz. Die chinesische Regierung beispielsweise muss amerikanische Anleihen kaufen, damit Amerika im Gegenzug in der Lage ist, chinesische Güter zu kaufen, um so das rapide Wachstum Chinas aufrechtzuerhalten und Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Fareed Zakaria, Herausgeber von Newsweek International, sagte in seinem Artikel Get Out the Wallets: The world needs Americans to spend dazu: „Wenn mir der Wirtschaftsgott einen Wunsch gewährte …, würde ich fragen, wann der amerikanische Konsument endlich wieder anfangen wird, sein Geld auszugeben.“15 Tatsächlich ist die Welt heute ein globales Dorf, in dem jeder Einwohner in puncto Lebensunterhalt vollkommen von allen anderen Einwohnern abhängt.

Ein etwas neueres Beispiel der globalen Abhängigkeit betrifft die Schuldenobergrenze in Amerika, die im Juli 2011 angehoben werden musste. Durch die anhaltenden politischen Streitereien zwischen Republikanern und Demokraten wurde beinahe die Deadline für den entsprechenden Beschluss verpasst. Die Welt fürchtete einen Kaufstopp Amerikas, da es bereits die Schuldenobergrenze überschritten hatte. In der Folge verfielen die Aktienmärkte rund um die Welt. Obwohl keiner wirklich erwartet, dass Amerika seine gewaltigen Schulden je zurückzahlen wird, welche nun etwa 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts16 betragen und somit die Marke von 16 Billionen Dollar überschritten haben17, wartete jeder unruhig darauf, dass Amerika seinen politischen Disput beilegen werde und die Welt sich weiter drehen könne. Wäre Amerika mit seinen Schulden in Verzug, wären innerhalb weniger Tage weltweit Millionen Menschen arbeitslos.

Professor Tim Jackson, Kommissionsmitglied der Abteilung für nachhaltige Entwicklung in der englischen Regierung, sagte über Globalisierung: „Wir Menschen wurden von Marketingexperten davon überzeugt, Geld, das wir nicht haben, für Dinge auszugeben, die wir nicht brauchen, um Eindrücke, die nicht von Dauer sind, bei Menschen zu hinterlassen, die uns nichts...

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