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Lernen in Computernetzen. Analyse didaktischer Konzepte für vernetzte Lernumgebungen

AutorChristian Grune
Verlagkopaed
Erscheinungsjahr2000
Seitenanzahl121 Seiten
ISBN9783934079199
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis10,99 EUR
Computernetze wie das Internet oder Unternehmensnetze erlangen immer größere Bedeutung sowohl als Lernorte als auch als Lernmedien. Aus der Perspektive der Didaktik werden der Wissens- und der Lernbegriff vorhandener Konzepte für Lernmedien untersucht. Die didaktische Perspektive wird erweitert durch den Fokus auf die zentrale Bedeutung der Gestaltung von Kooperationsbeziehungen in Lernsituationen. Daraus werden Grundlagen für die didaktische Konzeption von Lernumgebungen für Netzwerke entwickelt und in ein Modell der prozessorientierten kooperativen Lernerunterstützung überführt.

Das Modell beschreibt Lerntätigkeiten in Netzwerken als Interaktion von Wahrnehmen, Interpretieren und Handeln auf der Seite der Lehrenden als auch der Lernenden. Zur Unterstützung dieser Lernhandlungen werden vier didaktische Aufgaben der Unterstützung, Orientierung, Kooperation und Veränderung vorgeschlagen.

Damit wird vor allem Praktikern ohne didaktische Ausbildung ein Rahmen für die Konzeption von Lernumgebungen vorgestellt, der die Aufmerksamkeit von den technischen Möglichkeiten auf die didaktische Unterstützung von Lernprozessen lenkt. 

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Einleitung
  2. 1 Vernetzt und verlinkt: Der Einfluss von Computernetzen
  3. 2 Der Lernbegriff in didaktischen Konzepten
  4. 3 Der Wissensbegriff in didaktischen Konzepten
  5. 4 Beziehungs- und Inhaltskommunikation in Netzen
  6. 5 Prozessorientierte kooperative Lernunterstützung - Ein Rahmenmodell zur Gestaltung vernetzter Lernumgebung
  7. Danksagung, Abbildungs-, Tabellen-, und Literaturverzeichnisse
Leseprobe
3 Der Wissensbegriff in didaktischen Konzepten (S. 45-46)

Der im zweiten Kapitel geschilderte Paradigmenwechsel vom Instruktionszum Problemlöse- bzw. Konstruktionsparadigma im didaktischen Design wurde durch eine wesentliche Ausdifferenzierung des Wissensbegriffs begleitet.

Die in der Darstellung der Lernbegriffe in didaktischen Konzepten deutlich wurde, kommen konstruktivistische Ansätze zum medialen Lernen nicht ohne eine Klärung des Wissensbegriffs aus. Wissen ist als Gegenstand des Erkenntnis- und Konstruktionsprozesses ein zentraler Begriff auch für das Lernen in Netzwerken. Der einer didaktischen Konzeption zugrunde liegende Wissensbegriff hat weitreichenden Einfluss auf die Art der Gestaltung des Lehrens und Lernens, da dieser die Repräsentations- und Präsentationsformen des Wissens wesentlich prägt und das Ausmaß der aktiven Beteiligung der Lerner an dem Aufbau eigener Repräsentationen bestimmt. Im folgenden sollen einige zentrale Konzepte auf ihren Wissensbegriff untersucht werden.

3.1 Der Wissensbegriff im Instruktionsparadigma

3.1.1 Allgemeine Aussagen zum Lernen und Wissen

Im Instruktionsparadigma wird Lernen als die kognitive Auseinandersetzung mit didaktisch aufgearbeitetem Wissenseinheiten verstanden. Die didaktische Planung beruht auf der Annahme, das durch die auf einander bezogene Vermittlung kleinerer Einheiten komplexes Wissen vermittelt werden kann. Das Ergebnis von Lernen ist das Beherrschen des Wissens, also die Übernahme des Wissens in die eigenen kognitiven Strukturen (vgl. S. 1997, 164). Das Instruktionsparadigma versteht didaktisches Handeln als regelbasiertes Handeln, das dem Lerner die Erreichung bestimmter Lernziele ermöglichen soll. Dabei werden unter Berufung auf G ’s Beschreibung von Lernbedingungen verschiedene Instruktionsziele und Lehrstrategien unterschieden (vgl. M 1996, 30). M als einer der zentralen Vertreter des Instruktionsdesigns (ID) fasst die Grundaussagen folgendermaßen zusammen:

Deklaratives Wissen (knowledge bzw. Faktenwissen) und prozedurales Wissen (skills bzw. Handlungswissen) werden im ID nicht explizit unterschieden. In den weiteren Ausarbeitungen des ID als Instructional Transaction Theory weist M (ebd.) jedoch darauf hin, das beide Ausprägungen von Wissen gemeint sind. Zentral für den Wissensbegriff des ID ist die Annahme, Wissen objektiv als sogenannte Wissensobjekte beschreiben zu können. Ziel des Lehrprozesses, der hier als Transaktion bezeichnet wird, ist die Übertragung dieser Wissensobjekte “in die Köpfe” der Lerner.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Einleitung10
1 Vernetzt und verlinkt: Der Einfluss von Computernetzen12
1.1 Die Logik der Netzwerke: Besonderheiten von Informationsnetzen12
1.2 Einfluss von Netzwerken auf die Organisation von Bildung16
1.3 Einfluss von Netzwerken auf Lernen19
1.4 Zusammenfassung23
2 Der Lernbegriff in didaktischen Konzepten26
2.1 Die Lernbegriffe im didaktischen Design26
2.2 Zwei Seiten: "Gestalter und Lerner"?29
2.3 Der konstruktive Lenrbegriff als Grundlage didaktischen Designs35
2.4 Didaktische Konzepte und Szenarios konstruktiven Lernes38
2.5 Zusammenfassung43
3 Der Wissensbegriff in didaktischen Konzepten46
3.1 Der Wissensbegriff im Instruktionsparadigma46
3.2 Der konstruktivistische Wissensbegriff49
3.3 Mentale Modelle und concept maps55
3.4 Cognitive Tools57
3.5 Zusammenfassung61
4 Beziehungs- und Inhaltskommunikation in Netzen66
4.1 Systemisch-konstruktive Didaktik als Beziehungsdidaktik67
4.2 Dialog und Kommunikation in Lernprozessen72
4.3 Kollaboratives und kooperatives Lernene in Netzwerken und Gemeinschaften76
4.4 Zusammenfassung80
5 Prozessorientierte kooperative Lernunterstützung Ein Rahmenmodell zur Gestaltung vernetzter Lernumgebung84
5.1 Ausgangsbedingungen84
5.2 Lernbedingungen in Computernetzen86
5.3 Didaktische Prinzipien für die Gestaltung von Lernumgebungen88
5.4 Anforderungen an Lernumgebungen für das Lernen in Netzen94
5.5 Szenarios vernetzter Lernumgebungen102
5.6 Zusammenfassung106
5.7 Leitfaden zur Entwicklung didakitscher Konzepte vernetzter Lernumgebungen107
Danksagung110
Abbildungsverzeichnis112
Tabellenverzeichnis112
Literaturverzeichnis114

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