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Lesereise Mallorca. Fiesta im Schnee der Mandelblüten

Fiesta im Schnee der Mandelblüten

AutorBrunhild Seeler-Herzog
VerlagPicus
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl132 Seiten
ISBN9783711750341
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Mallorca, die größte der Baleareninseln, ist nicht zu Unrecht eines der beliebtesten Ferienziele im Mittelmeer. Brunhild Seeler-Herzog, die hier seit vielen Jahren lebt, führt ihre Leser an Orte und zu Geschehnissen, die die Vielfalt und die schönsten Seiten dieser Insel zeigen. So besucht sie den letzten Steinschleuder-Flechter Mallorcas, sie erzählt, was es mit dem apokalyptischen Gesang der Sibil.la auf sich hat, und ist dabei, wenn in sa Pobla mit nicht ganz druckreifen Stegreifliedern dem Teufel die Hölle heißgemacht wird. Sie grillt mit den Palmesanos rote Wurst von schwarzen Schweinen in Palmas Altstadt und verrät, was die Mallorquiner machen, wenn es auf Mallorca statt Mandelblüten echten Schnee gibt. Sie spürt der unendlichen Geschichte des Sprachenstreits nach und porträtiert Kleinstädte und Kleinkariertes, vor allem aber Kleinode: Plätze, von deren Zauber sich schon die Habsburger Karl V. und Erzherzog Ludwig Salvator gefangen nehmen ließen.Ein Meisterwerk Gottes nannte der Schriftsteller Miguel de Unamuno Mallorca. Und wenn man sich diesem 'Königreich im Meer' mit dem Schiff statt im Flugzeug nähert, dann hat man sogar die Chance, seine ganze Schönheit schon beim ersten Anblick zu erfassen.

Brunhild Seeler-Herzog studierte Übersetzen und Dolmetschen in München. Sie lebte in Lyon, Barcelona, Perpignan und war Langstreckenseglerin mit Astronavigation von Marseille bis Tahiti; dort blieb sie drei Jahre. Sie leitet Studienreisen in allen Teilen der Welt, besonders in Südamerika und Ozeanien. Seit 1986 lebt sie als freie Journalistin und Autorin auf Mallorca. Sie veröffentlichte verschiedene Reiseführer und schreibt für namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Im Picus Verlag erschien ihre Lesereise Mallorca.

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Leseprobe
(S. 11-12)

Als June mit Blair ins Büro von Aaron Sterling kam, ging ihr ein Gedanke nicht aus dem Kopf. »Sterling tritt wie ein gewöhnlicher Geschäftsmann auf, und kaum jemand würde in ihm einen Dealer vermuten.« Sterling hatte zwei Anklagen unbeschadet überstanden, die ihn eindeutig als Drogendealer der Upperclass eingestuft hatten. Nach außen trat Sterling als Anlageberater für vermögende Kunden auf, was er vor vielen Jahren auch tatsächlich gewesen war. Doch als die Internetblase an der Börse geplatzt war, stürzte Sterling tief ab. »Special Agent Clark und Special Agent Duvall. Wir hatten bisher noch nicht das Vergnügen, nicht wahr?« Sterling schenkte den Agents sein Haifischlächeln, in dem keine Spur Wärme zu erkennen war.

»Nein, wir kennen uns noch nicht. Wie gehen die Geschäfte, Mister Sterling?«, reagierte June kühl. Die Sekretärin des Anlageberaters stand unschlüssig in der Durchgangstür, die zu ihrem Bereich führte. »Danke, Sarah. Sie können uns allein lassen«, sagte Aaron. June blieb unmittelbar vor dem Schreibtisch aus poliertem Stahl stehen und schaute Sterling ins Gesicht. In seinem Maßanzug aus Italien mit passender Krawatte verkörperte Sterling den erfolgreichen Businessmann, wie man ihn oft in New York antraf. »Sie interessieren sich für Investments, Agent Clark? Nun, dann sind Sie hier richtig. Meine Kunden sind sehr zufrieden und ich mache gute Geschäfte. Zufrieden?« Sterling blieb völlig gelassen und spielte bei seiner Antwort mit einem wertvollen Zigarrenanzünder, womit er ein weiteres Zeichen seiner Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Oberschicht geben wollte.

»Ich meinte eigentlich mehr Ihre anderen Geschäfte, Mister Sterling. Sie wissen schon, den Drogenhandel«, provozierte June. Mehr als ein abfälliges Lachen war von Sterling nicht zu hören, der keine Antwort geben wollte. »Lachen Sie auch noch, wenn ich Ihnen sage, dass wir demnächst die gleichen Verhältnisse wie in Boston oder Baltimore haben werden?«, fragte Blair. Ein minimales Flackern in Sterlings Augen verriet seine kurzzeitige Verunsicherung. »Was wollen Sie von mir, Agent Clark?« June gestand Sterling erstklassige Nerven zu, denn seine Stimme klang unvermindert selbstsicher und herablassend.

»Sie vor unüberlegten Schritten warnen, Sterling. Wir unterbinden jede Form von Krieg, den Sie übrigens auch kaum gewinnen könnten. Die neue Organisation verfügt über ungeheuer große Mittel«, antwortete Blair. Ein irritierter Blick streifte den farbigen Agent, der Sterling grimmig musterte. »Sie sprechen in Rätseln, Agent Duvall. Ich habe nicht und hatte nie mit Drogen zu tun. Nicht einmal als Konsument«, wehrte er ab. »Sparen Sie sich den Atem, Sterling. Wir wissen alle, womit Sie in Wahrheit Ihr Einkommen erzielen. Ganz sicherlich nicht mit guten Wertpapieranlagen.

Doch als Drogenhändler wird man Ihnen demnächst die Kunden abjagen, und dann versiegt diese einträgliche Quelle«, warnte June. Aaron Sterling hielt dem Blick stand, doch June erkannte die Hinweise einer zunehmenden Verunsicherung. Mit einem knappen Nicken verabschiedeten die Agents sich vom Dealer der Upperclass und verließen das Bürohochhaus in der Nassau Street. »Er weiß nichts, aber wir haben Sterling auf jeden Fall nervös gemacht«, sagte Blair. June teilte seine Einschätzung und schlug daher vor, eine Weile das Haus zu beobachten. »Seiner Akte nach ist Sterling extrem vorsichtig und wird vermutlich nicht von seinem Büro aus mit seinen Drogenlieferanten in Kontakt treten«, sagte sie. Blair sah keinen Grund, nicht eine Weile den windigen Anlageberater zu beobachten. Die Agents musste nur wenige Minuten warten.
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