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Liberalismus, Bürgertum und Geschlechterverhältnisse in Henrik Ibsens 'John Gabriel Borkman'

Eine kontextuelle Analyse

AutorThorben Flügger
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl107 Seiten
ISBN9783640438853
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR
Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Skandinavistik, Note: 1,3, Universität Hamburg, Sprache: Deutsch, Abstract: Ibsens 'John Gabriel Borkman' verschafft uns Einsichten in die Konzeption, unterschiedlichen Auffassungen, Probleme und Situation des Liberalismus an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Dem Niedergang des wertgebundenen Liberalismus, so wie Kant ihn noch ungefähr hundert Jahre zuvor formuliert hatte, steht der Aufstieg eines empirischen, materialistischen und individualisierten Liberalismus entgegen, der sich auf die liberalen Konzeptionen Lockes zurückführen lässt. Statt Kants ethischer Forderungen nach individueller Selbstverpflichtung, Verantwortung und selbstbeschränkter Freiheit entwickelt sich im 19. Jahrhundert eine Lockesche Auffassung des Liberalismus, die individuelles Glücksstreben, unbegrenzte Handlungsfreiheit, Konkurrenzkampf und Privateigentum in den Vordergrund stellt. Die Verbreitung dieser Ideologie begünstigt die enthemmte Entfaltung von Kapitalismus und Industrieller Revolution, zwei Phänomene, die auch in John Gabriel Borkman ihren Ausdruck finden. Das besondere am Drama besteht jedoch nicht im Verweis auf neue wirtschaftliche Grundvoraussetzungen. John Gabriel Borkman weist auf, wie die Ideologie des Kapitalismus von der Geschäftswelt auf die Privatsphäre übertragen wird und somit auch relevant für menschliche Beziehungen wird. Dennoch zeigt uns das Drama wie Lockes Nützlichkeitsideologie zum fatalen Irrglauben führt sobald ökonomische Maßstäbe auch als Kriterien für menschliches Zusammenleben definiert werden. John Gabriel Borkman ist somit nicht als direkte Kapitalismuskritik zu verstehen, sondern eher als Verweis auf die Konsequenzen aus einer falsch ausgelegten Umsetzung einer Idee von Liberalismus, der es nicht nur an der von Kant konzipierten moralischen Dimension mangelt, sondern ausschließlich maximales Gewinnstreben des Individuums in den Vordergrund stellt. Dabei werden die Mitmenschen nicht länger als Zweck an sich, sondern nur noch als Werkzeug zur persönlichen Machtergreifung betrachtet. Zum anderen erscheint John Gabriel Borkman als Debatte über die bürgerliche Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts und fragt, inwiefern die bürgerlichen Werte, z.B. Chancengleichheit, persönliche Handlungsfreiheit, Gemeinschaft und Gerechtigkeit, wie sie durch die Französische Revolution zum Ausdruck kamen, bereits realisiert waren. Im Hinblick auf die bürgerlichen Geschlechterverhältnisse geht das Drama auf den theoretischen Widerspruch zwischen Patriarchat und liberaler Gesellschaft ein.

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