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E-Book

Literatur und Moral.

VerlagDuncker & Humblot GmbH
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl582 Seiten
ISBN9783428536603
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis88,00 EUR
Das Verhältnis von Literatur und Moral wird neuerdings mit posthumanistischen Konzepten von Ethik und Ästhetik diskutiert. Dieser Band setzt bei der inflationären Verwendung des Begriffs der Ethik an und konfrontiert die verbreiteten romanistischen Ansätze mit einer komparatistischen Fragestellung, die den Vorstellungen einzelner literarischer Traditionen ihre Eigenständigkeit belässt. An die Stelle der Ausrichtung deutscher Philosophen oder Literaturwissenschaftler am spanischen oder französischen 17. Jahrhundert tritt so eine Perspektivierung, die den Besonderheiten in Deutschland und England oder Amerika ebenso gerecht zu werden sucht wie der Hinterfragung von Moralistik unter dem Eindruck der totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts. 30 Spezialisten für romanische, deutsche, englische bzw. amerikanische, ungarische und slawische Literaturen interpretieren eine Vielzahl von Autoren von Montaigne bis Canetti und beziehen dabei die verschiedensten literarischen Gattungen ein, um das breite Spektrum moralistischen Schreibens herauszuarbeiten und so der Forschung neue Impulse zu verleihen.

Prof. em. Dr. Volker Kapp, 1992-2005 Lehrstuhl für romanische Philologie an der Universität Kiel. Promotion: Poesie und Eros. Die fünf Grossen Oden von Paul Claudel (München, 1972), Habilitation: Télémaque de Fénelon. La signification d'une ?uvre littéraire à la fin du siècle classique (Tübingen - Paris, 1982; ausgezeichnet mit dem Straßburgpreis der Stiftung FVS). Zahlreiche Publikationen zur französischen und italienischen Literatur des 16.-20. Jahrhunderts, Rhetorik, Übersetzungswissenschaft. Dr. Dorothea Scholl lehrt als apl. Prof. am Romanischen Seminar und am Zentrum für Nordamerikastudien der Universität Kiel. Promotion: »Moyse sauvé«: Poétique et originalité de l'idylle héroïque de Saint-Amant (Paris - Seattle - Tübingen, 1995), Habilitation: Von den »Grottesken« zum Grotesken. Die Konstituierung einer Poetik des Grotesken in der italienischen Renaissance (Münster, 2004). Publikationen zur französischen, frankokanadischen, frankokaribischen und italienischen Literatur des 16.-21. Jahrhunderts.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Dorothea Scholl: Einleitung: Literatur zwischen Ethik und Ästhetik in der Tradition der europäischen Moralistik10
Louis Van Delft: Morale/Ethique20
Illustration 122
Illustration 224
Illustration 325
Conclusions27
Werner Theobald: Camus und das Problem der Werte30
Francis Goyet: Abito et magnanimità dans le Courtisan de Castiglione : l'incivilité de la vertu38
I. Les cinq occurrences d'abito au sens philosophique d'habitus39
II. La magnanimité : grandeur et visibilité de la vertu53
Jean Balsamo: L'invention d'un moraliste : Montaigne66
Du philosophe moral au moraliste69
Analyse des passions et célébration de la vertu80
La constitution éditoriale d'une »Sagesse«84
Lecture fragmentée85
Sélection de maximes86
Morceaux choisis87
Les Essais sur les rayons des bibliothèques89
Josiane Rieu: Les résonances ignatiennes de la »pure indifférence« chez Montaigne96
L'indifférence en perspective98
Méthode et objectif des Exercices et des Essais104
Dialogue et direction spirituelle114
Sylvia Brockstieger: Spielarten moralistischer Prosa im 16. Jahrhundert – Die Rezeption Antoniode Guevaras in München und Straßburg124
I. Vorüberlegungen124
II. Antonio de Guevaras Werk in München und Straßburg126
III. Spielarten moralistischer Prosa bei Guevara – Albertinus – Graß – Hunger129
IV. Drucker, Übersetzer und ihre Programme132
V. Moralistisches Sprachspiel in Fischarts Ehzuchtbüchlin135
Rainer Zaiser: Intertextualität und moralistische Reflexion im epischen Diskurs: Tassos Replik auf Dantes Gesang des Odysseus in der Gerusalemme liberata142
Cornelia Rémi: Moralistische Lektürepotentiale in der deutschsprachigen Literatur der frühen Neuzeit158
I. Gibt es im 17. Jahrhundert eine deutschsprachige Moralistik?158
II. Monotone Fallstudien und gelehrtes Gespräch – Zincgrefs Facetiae Pennalium160
III. Exempla und geselliges Gespräch – Apophthegmata und Schauplätze164
IV. Weltfülle und salomonische Dialoge – Logaus Epigramme170
Rüdiger Ahrens: Die Anfänge der Moralistik in England: Francis Bacon und die Folgen176
I. Moralistik als hybride Gattung176
II. Die moralistische Pioniertat von Francis Bacon180
III. Bacons Nachwirkungen183
IV. Weitere affine Formen der Moralistik: »Character Books«, religiöse Meditationen186
V. Das gesellschaftliche Ideal des »gentleman«188
VI. Die Verdienste des Francis Bacon190
Jüri Talvet: Can Philosophy Do Without Morals? Creative Humanism in the European Renaissance and the Spanish Baroque192
European creative humanists, from Dante Alighieri to Michel de Montaigne193
Creative humanism in Spanish Baroque literature198
Oskar Roth: Die Einschätzung kollektiver Urteilsinstanzen (le monde – la cour) in der frühen französischen Moralistik206
I.206
II.212
III.215
IV.221
Bernhard Teuber: Sor Juana Inés de la Cruz als Moralistin. Eigenliebe und Genuss zwischen Anthropologie und Theologie228
Christoph Strosetzki: Gracián als Skeptiker246
I. Einführung246
II. Prinzipielle Schwierigkeiten der Erkenntnis249
1. Einheit und Vielfalt249
2. Funktionalisierung der Erkenntnis251
3. Sicherheit der Wahrheit253
4. Erkennen ist Kommunizieren253
III. Erkennen255
1. Das Ich253
2. Die Welt258
IV. Umgang mit anderen259
1. Wahr-erfolgreich259
2. Von den anderen nicht erkannt werden, aber die anderen erkennen259
V. Informieren und Erziehen261
1. Andrenio – Critilo261
2. sabio – vulgo264
Friedrich Vollhardt: Naturrecht und Moralistik im 17. und 18. Jahrhundert268
Patrick Müller: Shaftesbury: Moralist oder Moralphilosoph?278
I. Der Moralistikbegriff: eine internationale und interdisziplinäre Einordnung278
II. Moralistik in den Characteristicks281
III. Moralistik und philosophische Form286
IV. Der Zusammenhang von Ethik und Ästhetik287
V. Moralist oder Moralphilosoph?289
Gábor Tüskés: Moralistik und Erzählkunst im Exil. Kelemen Mikes: Briefe aus der Türkei292
I. Biographischer Kontext, historische Rahmenbedingungen und ideengeschichtliche Voraussetzungen296
II. Erzählstrategien302
III. Weltbild und moralisches Wertesystem314
Lutz-Henning Pietsch: Die anthropologische Charakteristik der Spätaufklärung und die moralistische Tradition: Johann Georg Zimmermann – Johann Kämpf – Johann Caspar Lavater326
I.330
II.332
III.336
Jörg Robert: Eine Analytik der Selbstliebe – Schiller und die Moralistik340
I. Egoismus und Autarkie – Schiller, Kant und die moralistische Tradition340
II. Schiller und die Moralistik – Perspektiven346
III. »Eine Verwechslung der Wesen« – Liebe und Selbstliebe in den Philosophischen Briefen349
V. Narzissmus als Autor-Poetik – Der Reinwald-Brief als Poetik der Selbstliebe354
Stefan Keppler-Tasaki: »keine Sentenzen weiter!« Goethe und die französische Moralistik360
I. Moralistik-Kritik in Deutschland und in Rameau’s Neffe360
II. Der Abbé in Wilhelm Meisters Lehrjahren364
III. Aufzeichnungen in Italien, Maximen und Reflexionen367
»Stefanie Lethbridge: Masters of common life« – Moralistik im Tatler und Spectator378
I. The Tatler und The Spectator Genese, Verbreitung, Einfluss378
II. Elemente der Moralistik im Tatler und Spectator381
III. Weiterentwicklung der Moralistik im Tatler und Spectator389
IV. Schluss392
Ralph Häfner: Die Klugheit der Adler im Prozeß der Zivilisation: Friedrich Schlegel und Nicolas Chamfort394
Volker Kapp: Chateaubriand als Aphoristiker und Moralist.Ein intertextueller Bezug auf Montaigne im Selbstporträt der Mémoires d’Outre-Tombe (XXX,11) und dessen Bedeutung für die Sicht von Chateaubriand als Memorialisten404
I. Die Problematik von (moralistischer) Maxime und Historiographie406
II. Das Verhältnis von Moralistik und rhetorischer Kultur410
III. Chateaubriands rhetorische Kultur und deren Gemeinsamkeiten mit Montaigne414
IV. Chateaubriand als Moralist im Kapitel XXX, 11 der Mémoires d’Outre-Tombe417
Thomas Richter: Moralistik in frührepublikanischen Erziehungsschriften424
I.424
II.427
III.431
IV.435
Kurt Müller: Moralistik im Dienst einer utilitaristischen Ethik: Benjamin Franklins Autobiography438
Franklin und die Tradition der europäischen Moralistik439
»The Art of Virtue«: Franklins Projekt der moralischen Selbsterziehung des Einzelnen443
»[...] an united Party for Virtue«: Franklins Bemühungen zur Förderung einer republikanischen Kommunikationskultur449
Die Idee religiöser Toleranz im Kontext eines republikanischen Gemeinwesens453
Clemens Spahr: Der aphoristische Stil des amerikanischen Transzendentalismus458
Cornelia Wild: Jenseits von Gut und Böse. Baudelaire und die Moralistik470
I. Regime der Leidenschaften: Wettstreit mit den Moralisten472
II. Goût du travail: Umgang mit sich selbst479
III. Passionierte Leidenschaft. Moralistik und Modernität483
Urs Heftrich: Böse Götter: Zur Theologie der Bosheit bei Osip Mandel’štam, Vladimír Holan und Zbigniew Herbert488
I.491
II.496
III.504
Joseph Jurt: Georges Bernanos: Welche zentralen Werte?518
Stefan Knödler: Die Sprache des verlorenen Postens – Ernst Jüngers Rivarol524
Markus Fauser: Elias Canettis Der Ohrenzeuge – Wiederkehr der Moralistik?540
I. Ambivalenz der Tradition541
II. Wiederkehr der Moralistik als ›Aufzeichnung‹ und Sprach-Figur: Joubert und Aubrey544
III. Moralist im Zeitalter der Perversion?550
IV. Probleme einer Wiederkehr der Moralistik555
Dorothea Scholl: Moralistik und Komik558
I. »un stile comique et privé« et »une sagesse gaye et civile«: Montaigne562
II. Konkurrierende Moralkonzepte im 17. Jahrhundert565
III. Gesellschaftssatire, sympathetische Heiterkeit und Ambivalenz des Komischen568
IV. »Ridendo dicere verum quid vetat«571
V. Der Satiriker als Misanthrop: Boileau573
VI. Groteske Karikaturen und Physiognomik575
VII. Weisheit, Witz und »Gedanken von der Art, welche Gedanken macht«577
VIII. Unfreiwillige Komik580
IX. Schlussbemerkung582

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