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E-Book

Lun Yü - Gespräche

Philosophie des Ostens

VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl300 Seiten
ISBN9783849600242
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Die Analekten des Konfuzius (chin. 'Diskussion über die Worte'), die Lehrgespräche des Konfuzius, ist einer der dreizehn Klassiker der kanonischen konfuzianischen chinesischen Literatur. (aus wikipedia.de)

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Leseprobe

9. Merkmal des Verständnisses


 

Der Meister sprach: "Ich redete mit Hui4 den ganzen Tag; der erwiderte nichts, wie ein Tor. Er zog sich zurück und ich beobachtete ihn beim Alleinsein, da war er imstande, (meine Lehren) zu entwickeln. Hui, der ist kein Tor."

 

10. Menschenkenntnis:


 

Worauf man sehen muß

Der Meister sprach: "Sieh, was einer wirkt, schau, wovon er bestimmt wird, forsche, wo er Befriedigung findet: wie kann ein Mensch da entwischen? Wie kann ein Mensch da entwischen?"

 

11. Ein guter Lehrer


 

Der Meister sprach: "Das Alte üben und das Neue kennen: dann kann man als Lehrer gelten."

 

12. Der Edle


 

I: Selbstzweck

Der Meister sprach: "Der Edle ist kein Gerät."

 

 Es ist unvereinbar mit der Würde des höheren Menschen, sich als bloßes Werkzeug für die Zwecke andrer gebrauchen zu lassen. Er ist Selbstzweck.

 

13. Der Edle


 

II: Worte und Taten

Dsï Gung fragte nach dem (Wesen des) Edlen. Der Meister sprach: "Erst handeln und dann mit seinen Worten sich danach richten."

 

 Als Dsï Gung den Meister fragte, welcher Zug am bezeichnendsten für einen vornehmen Charakter sei, antwortete dieser: daß einer seine Prinzipien erst selbst praktisch zur Ausführung bringt, bevor er sie lehrhaft entwickelt.

 

14. Der Edle


 

III: Universalität

Der Meister sprach: "Der Edle ist vollkommen und nicht engherzig. Der Gemeine ist engherzig und nicht vollkommen."

 

15. Lernen und Denken


 

Der Meister sprach: "Lernen und nicht denken ist nichtig. Denken und nicht lernen ist ermüdend."5

 

16. Irrlehren


 

Der Meister sprach: "Irrlehren anzugreifen, das schadet nur."

 

17. Das Wissen


 

Der Meister sprach: "Yu, soll ich dich das Wissen lehren? Was man weiß, als Wissen gelten lassen, was man nicht weiß, als Nichtwissen gelten lassen: das ist Wissen."

 

18. Wie man eine Lebensstellung erwirbt


 

Dsï Dschang wollte eine Lebensstellung erreichen. Der Meister sprach: "Viel hören, das Zweifelhafte beiseite lassen, vorsichtig das Übrige aussprechen, so macht man wenig Fehler. Viel sehen, das Gefährliche beiseite lassen, vorsichtig das Übrige tun, so hat man wenig zu bereuen. Im Reden wenig Fehler machen, im Tun wenig zu bereuen haben: darin liegt eine Lebensstellung."

 

19. Fügsame Untertanen


 

Fürst Ai fragte und sprach: "Was ist zu tun, damit das Volk fügsam wird?" Meister Kung entgegnete und sprach: "Die Geraden erheben, daß sie auf die Verdrehten drücken: so fügt sich das Volk. Die Verdrehten erheben, daß sie auf die Geraden drücken: so fügt sich das Volk nicht."

 

20. Das Beispiel der Herrschenden


 

Freiherr Gi Kang fragte: "Das Volk zur Ehrfurcht und Treue zu bringen durch Ermahnungen: was ist davon zu halten?" Der Meister sprach: "Sich (zum Volk) herablassen mit Würde: dadurch bekommt (das Volk) Ehrfurcht; kindliche Ehrfurcht und Menschenliebe (zeigen): dadurch wird es treu. Die Guten erhöhen und die Unfähigen belehren: so wird das Volk ermahnt."

 

21. Abweisung eines lästigen Fragers


 

Es redete jemand zu Meister Kung und sprach: "Weshalb beteiligt sich der Meister nicht an der Leitung (des Staates)?" Der Meister sprach: "Wie steht im ›Buch‹ von der Kindespflicht geschrieben? Kindliche Ehrfurcht und Freundlichkeit gegen die Brüder, das muß man halten, um Leitung zu üben. Das heißt also auch Leitung ausüben. Warum soll denn nur das (amtliche Wirken) Leitung heißen?"

 

22. Unaufrichtigkeit macht unbrauchbar


 

Der Meister sprach: "Ein Mensch ohne Glauben: ich weiß nicht, was mit einem solchen zu machen ist. Ein großer Wagen ohne Joch, ein kleiner Wagen ohne Kummet, wie kann man den voranbringen?"

 

23. Hundert Generationen zu kennen


 

Dsï Dschang fragte, ob man zehn Zeitalter wissen könne. Der Meister sprach: "Die Yindynastie beruht auf den Sitten der Hiadynastie; was sie davongenommen und dazugetan, kann man wissen. Die Dschoudynastie beruht auf den Sitten der Yindynastie. Was sie davongenommen und dazugetan, kann man wissen. Eine andere Dynastie mag die Dschoudynastie fortsetzen, aber ob es hundert Zeitalter wären, man kann wissen (wie es gehen wird)."

 

24. Religion und Moral


 

Der Meister sprach: "Andern Geistern als den eigenen (Ahnen) zu dienen, ist Schmeichelei. Die Pflicht sehen und nicht tun, ist Mangel an Mut."

 

Fußnoten

 

1 Das chinesische Wort de, das in der Regel mit "Tugend" übersetzt wird, hat in Wirklichkeit eine weit umfassendere Bedeutung. Die chinesischen Kommentare erklären es: Was die Wesen erhalten, um zu entstehen, zu leben, heißt "de". Es schließt das ganze Wesen der Persönlichkeit und die Macht, die von einer Person ausgeht, mit ein.

 

2 D.h. des "Schï Ging".

 

3 Auch hier ein Beispiel für die Methode Kungs. Er sucht durch seine Antwort immer den Fragenden zum Denken anzuregen. Bei dem vornehmen Mong J ist ihm das nicht gelungen. Der zog sich mit der halbverstandenen Antwort zurück, ohne weiter zu fragen. So muß der Meister einen indirekten Weg gehen, indem er Frage und Antwort seinem Schüler Fan Tschï erzählt. Der geht auf seine Intention ein und fragt weiter, so daß der Meister seine Erklärung anbringen kann. Da Fan Tschï mit Mong J bekannt war, so war es sicher, daß die Antwort an ihre rechte Adresse kam.

 

4 Der Lieblingsjünger Kungs, der seine Ahnentafel im Konfuziustempel dem Meister zunächst hat.

 

5 Vgl. Kant: Erfahrung ohne Begriffe ist blind, Begriffe ohne Erfahrung sind leer.

 

Buch III


 

1. Usurpatorenbrauch


 

I: Acht Reihen

Meister Kung sagte von dem Freiherrn Gi, in dessen Haustempel acht Reihen (von Tempeldienern) die heiligen Handlungen ausführten: "Wenn man das hingehen lassen kann, was kann man dann nicht hingehen lassen?"

 

 Die Familie Gi, ein dem Fürstenhaus von Lu verwandtes Geschlecht, hatte bei den Ahnenopfern in ihrem Familientempel zur Ausführung der Zeremonien acht Reihen von Tempeldienern in Gebrauch, eine Zahl, die nur dem Kaiser selbst zustand. Kung machte darauf aufmerksam, daß darin eine so starke Anmaßung liege, daß, wenn der Fürst das hingehen lasse, er auch auf alle möglichen Konsequenzen auf politischem Gebiet gefaßt sein müsse.

 

2. Usurpatorenbrauch


 

II: Yung-Ode

Die drei Familien ließen unter den Klängen der Yung-Ode (die Opfergeräte) abräumen. Der Meister sprach: "›Die Vasallen dienen, der Sohn des Himmels schaut würdevoll darein.‹ Welchen Sinn haben diese Worte in der Halle der drei Familien?"

 

 Ebenso hatten die drei vornehmen Familien Gi, Mong, Schu Sun es eingeführt, daß unter den Klängen des Feiergesangs, mit dem der Begründer der Dschoudynastie, König Wu, seinem Vater König Wen opferte, bei ihren Ahnenopfern die Opfergeräte abgeräumt wurden. Kung machte auf das...

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