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E-Book

MARCO POLO Reiseführer Usedom

inklusive Insider-Tipps, Touren-App, Events&News und offline Reiseatlas

AutorAnke Lübbert
VerlagMairDuMont
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783575415509
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis8,99 EUR
MARCO POLO E-Books sind besonders praktisch für unterwegs und sparen Gewicht im Reisegepäck! Kompakte Informationen, Insider-Tipps, Erlebnistouren und digitale Extras: Entdecken Sie mit MARCO POLO die beliebte Urlaubsinsel, von den Stränden an der Ostsee bis zu den stillen Winkeln am Achterwasser - mit dem MARCO POLO Reiseführer kommen Sie sofort auf Usedom an. Erfahren Sie, welche Highlights Sie neben den Seebrücken in Ahlbeck und Heringsdorf und dem Nationalpark Wollin auf der polnischen Seite nicht verpassen dürfen, wann Sie kommen sollten, wenn Sie mit dem Grand Schlemm das wohl originellste Neun-Gänge-Menü an neun Gourmetstationen erleben möchten, und wo Sie auf den Zimmerdecken durch das verrückte Haus spazieren können, bei dem Sofa, Tisch und Stühle an der Decke, pardon, am Fußboden hängen. Die Insider-Tipps der Autoren lassen Sie Usedom individuell und authentisch erleben und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Erkunden Sie Usedom in all seinen Facetten mit den maßgeschneiderten MARCO POLO Erlebnistouren. Die kostenlose Touren-App führt Sie digital (und ohne Roaminggebühren) auf den besonderen Wegen der Erlebnistouren. Und Events&News mit aktuellen Veranstaltungen (Ausstellungen, Konzerten, Festivals, Sportevents...) für die nächsten 3 Monate, brandaktuellen Informationen zu den Inhalten und zusätzlichen Insider-Tipps hält Sie immer auf dem neuesten Stand. E-Book basiert auf: 15. Auflage 2019 Tipp: Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen... und durchsuchen Sie das E-Book mit der praktischen Volltextsuche!

<p>Anke Lübbert kam nach dem Abitur nach Greifswald, um<br />mit Freunden ein großes, traditionelles Segelschiff aufzubauen<br />- und wollte nicht mehr weg von der Küste. Heute<br />schreibt sie für überregionale Zeitungen und Zeitschriften.<br />Seine Begeisterung für die Naturschätze Usedoms vermittelt<br />Florian Schröder Einheimischen wie Touristen bei<br />Ostsee-Safaris mit seinem Unternehmen 'Natur'.</p>

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Leseprobe

Auftakt


Entdecken Sie Usedom!

© Look: Th. Grundner

Fischerboot am Strand von Koserow

Es riecht nach Sonnencreme – und nach Würstchen. Ein heißer Hochsommertag – zwischen Zinnowitz und Swinemünde liegen die Urlauber in Sandburgen und Strandmuscheln im Sand. Kinder lassen Drachen steigen, Hunde rennen durchs Wasser, vor der Küste flitzen Kitesurfer hin und her. Auf der Strandpromenade spazieren die Menschen vor den Hotels, Restaurants und Läden. Gesprächsfetzen, ein Orchester spielt vielleicht gerade in der Konzertmuschel, Kindergeschrei: Um das Wellenrauschen noch zu hören, muss man schon direkt am Spülsaum stehen. Dagegen ist der Lautstärkeregler schon ein paar Kilometer weiter im Süden deutlich runtergedreht. Auf dem Deich am Achterwasser des Lieper Winkels zum Beispiel schauen Sie hinüber zum Festland, auf dem Wasser dümpelt ein Blesshuhn, das Wasser plätschert träge ans Ufer. Ganz leise ... Zwischen diesen Gegensätzen können Sie in Ihrem Usedom-Urlaub immer wieder wählen. Ruhe oder Trubel? Natur oder Menschen? Kunst oder Konsum?

Diese Insel hat viele Gesichter. Sie ist die Ostseeinsel im Sonnenschein; jährlich machen fast eine Million Touristen hier Urlaub. Das Klischee sagt, sie sei die „Badewanne der Berliner“. Und das Klischee hat recht. Zwischen Juni und September kommen vor allem die Badetouristen (aber nicht nur Berliner!), die sich für ein paar Tage am Strand in die Sonne legen wollen. Aber auf Usedom und drum herum leben auch viele Künstler und Aussteiger, da kann man ausgedehnte Wanderungen oder Fahrradtouren unternehmen, ohne einen anderen Menschen zu treffen. Und Usedom ist nicht nur eine deutsche Insel: Nur drei Kilometer von Ahlbeck entfernt verläuft die deutsch-polnische Grenze. Sie können mit dem Schiff oder der Usedomer Bäderbahn hinüberfahren, nach Swinemünde. Plötzlich hören Sie Polnisch, können Piroggen, die berühmten polnischen Teigtaschen, bestellen und im Swinemünder Stadtpark Inlineskates fahren. Und wenn Sie schließlich am Swinemünder Strand stehen, liegt ganz Usedom zu Ihrer Linken.

In den „Kaiserbädern“ entlang der südlichen Ostseeküste trifft Halligalli auf Luxus: Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin versuchen sich als eigenständige Orte zu verkaufen, in Wirklichkeit sind sie längst zu einem einzigen, 10 km langen Freizeitkomplex verschmolzen – mit dreimal Strandpromenade, dreimal Seebrücke, dreimal Bäderarchitektur. Natürlich müssen Sie hierher kommen, um einen Blick auf holzgeschnitzte Jugendstilverzierungen an den weißen Villen zu werfen, um sich einmal ganz vorne an der Ahlbecker Seebrücke den Wind um die Nase wehen zu lassen, um die 12 km lange Strandpromenade zwischen Bansin und Swinemünde entlangzuwandern und den großen Fähren und Containerriesen auf dem Weg nach Swinemünde hinterherzuschauen. Und natürlich spricht nichts gegen einen Badeurlaub unter der Strandmuschel, gegen Bernsteinsuchen am Strand und eine ankerverzierte Tasche als Geschenk für die Freundin zu Hause.

© DuMont Bildarchiv: Jung

Verspielt und herrschaftlich zugleich: Bäderarchitektur in Zinnowitz

Zu Gast bei Ringelnatter, Biber, Fischotter


Aber wenn Sie es irgendwie einrichten können, dann planen Sie Zeit außerhalb der Kaiserbäder ein. Sonst fühlen Sie sich nach Ihrem Usedom-Urlaub so, als wären Sie in Berlin gewesen und hätten nur den Reichstag, einen Souvenirshop und die Friedrichstraße gesehen. Viel Aufmerksamkeit haben auch die Gegenden vor und hinter der Insel verdient. Ganz einfach, weil es da so schön ist! Von der Ostseeküste mal abgesehen gibt es dort alles, was es auch auf Usedom gibt: Seen und Wälder und das Achterwasser. Zum Beispiel das Peenetal – wahrscheinlich eine der unterschätztesten Landschaften Deutschlands. Mit Stillgewässern und idyllischen Moorlandschaften, in denen Unken und Eidechsen, Kreuzottern und Ringelnattern, Adler, Biber und Fischotter leben. Und Greifswald, 40 km westlich von Zinnowitz: eine kleine Stadt, aber wenn Sie an mittelalterlichen Häusern vorbei runter zum Hafen laufen, können Sie spüren, dass es die lauteste und lebendigste der ganzen Region ist.

Egal, wo Sie unterwegs sind: Es wird immer dann besonders, wenn Leute etwas anbieten, das sie nicht nur des Geldverdienens wegen machen. Von solchen Menschen gibt es im Vor- und Hinterland der Insel besonders viele. Im Lassaner Winkel teilen Kräuterkennerinnen und Töpfer, Handweberinnen und Papiermacher mit Ihnen ihre Werkstätten und Tipps; vermieten Förster, Einheimische und Zugezogene „enkeltaugliche“, weil nachhaltig gebaute und sanierte Ferienwohnungen. Hier können Sie Kräuter, Gemüse und Obst essen, das hier gewachsen ist. Schon aus Selbstschutz entwickelt man auf Usedom schnell ein Gespür dafür, ob Leute nur schnelles Geld machen wollen oder ob für sie mehr dahinter steht. Ob sie eine Idee haben mit dem, was sie tun. Wie in Wolgast, wo vier Berliner ein wirklich empfehlenswertes Hostel aufgebaut haben. In ihrem gerade eröffneten Folgeprojekt, einer Herberge für Schulklassen und Jugendgruppen, haben sie nach Ideen von Wolgaster Schülerinnen und Schülern eine eigenwillige Inneneinrichtung gebaut (Postel und 100Haus,). Ja, es gibt Lieblosigkeit und schnell hochgezogene Prunkbauten auf der Insel. Aber eben auch ideelle Oasen im Inselkommerz, Orte wie das aus der Zeit gefallene, seit Jahrzehnten unangetastete Atelier des Künstlers Otto Niemeyer-Holstein. Hier lebt seine Vision, ein Stück Land – und damit irgendwie auch die Gesellschaft – selbst zu gestalten, weiter.

Zwiespältiges Erbe der Geschichte


Ganz Usedom ist ein Ort, an dem Geschichte erlebbar ist, der auch Ihnen als Besucher eine Haltung abverlangt. Überall klaffen tiefe und weniger tiefe historische Wunden, vor allem aus dem 20. Jh. Wie im Luft- und Raumfahrtmuseum in Peenemünde, wo Wernher von Braun und seine Mitarbeiter in den 1930er-Jahren die erste Rakete in den Weltraum schickten – fraglos eine technische Meisterleistung, die aber für Kriegszwecke entwickelt wurde und eng verbunden ist mit dem Leid der KZ-Häftlinge. Auch die DDR hat ihre Spuren hinterlassen: im bereits teilweise rückgebauten Lubminer Atomkraftwerk, in der Eigentümerstruktur der großen Hotels und Restaurants auf der Insel, in der übriggebliebenen Bausubstanz der Greifswalder Innenstadt. Während die historischen Fußabdrücke in den Städten bis ins Mittelalter und in die Hansezeit zurückreichen, findet man auf der Insel selbst selten etwas, das älter ist als 150 Jahre. Schließlich ist Usedom erst mit dem Aufkommen des Bädertourismus in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. groß geworden, und die meisten Seebäder entstanden als Orte in ebendieser Zeit. Auch erdgeschichtlich gesehen ist die Region mit gerade einmal 10 000 Jahren nur ein Fingerschnipsen alt. Die langen Strände, die Seen und Hügel dahinter, das flache, verschilfte Achterwasser, das alles entstand zum Ende der letzten Kaltzeit beim Rückzug der Gletscher Richtung Skandinavien. Damals wurde die Ostsee geboren. Und aus einem der vielen Sandhügel, die die tauenden Gletscher zurückließen, wurde schließlich die Insel Usedom.

Neben den Brüchen der Vergangenheit sieht man auch jene der Gegenwart. Usedom liegt im Nordosten des Nordostens. Und kennt alle Probleme, die Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich so hat: Arbeitslosigkeit (außer in der Tourismusbranche), Strukturwandel und Überalterung (vor allem auf dem Land), Rechtsextremismus (bei der Bundestagswahl 2017 bekam der AfD-Kandidat in der Gemeinde Garz kurz vor der polnischen Grenze 44 Prozent der Stimmen, Anklam ist seit der Wende eine Hochburg der NPD). Nach der Landtagswahl 2016 gab es viele, die forderten, wegen des guten Abschneidens der Rechtspopulisten nicht mehr an die Ostsee zu fahren. Das aber wäre ein fatales Signal. Je bunter und weltoffener es auf der Insel zugeht – und sei es auch nur für die Dauer der Sommermonate –, umso besser.

© Laif: P. Hahn

Typisch für Usedom sind die vielen prächtigen Alleen

Entschleunigung heißt das Zauberwort


Vor Ihrer Anreise noch schnell ein paar Tipps: Vergessen Sie nicht, dass die Sonne über dem Meer aufgeht. Wollen Sie sehen, wie sie im Meer versinkt? Dann müssen Sie nach Lubmin, an den Greifswalder Bodden. Verbringen Sie einen Sommerabend am Greifswalder Hafen. Und fahren Sie nach Polen! Leihen Sie sich ein Kanu, und paddeln Sie unter Adlern und ziehenden Kranichen auf der Peene oder dem Achterwasser. Steigen Sie auf den Streckelsberg, und atmen Sie tief ein und aus. Und ach ja, kommen Sie ohne Auto, oder lassen Sie es zumindest nach der Anreise stehen. Steigen Sie aufs Fahrrad, verlassen Sie die Küstenlinie, und genießen Sie die Ruhe und die Natur. In jedem Fall: Viel Spaß auf der Insel!

600–1200

Slawen gründen im Achterland Dörfer und Befestigungen

12./ 13. Jh.

Christianisierung: 1128 wird der slawische Pomoranenfürst Wartislaw I. durch

Bischof Otto von Bamberg getauft

1648

Mit dem...

Blick ins Buch

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