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E-Book

Martin Luther

Rebell in einer Zeit des Umbruchs

AutorHeinz Schilling
VerlagVerlag C.H.Beck
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl736 Seiten
ISBN9783406701061
FormatePUB/PDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis14,99 EUR

Kein anderer Deutscher hat die Geschichte Europas zwischen Mittelalter und Moderne stärker geprägt als Martin Luther. Der Wittenberger Mönch bietet Kaiser, Papst und Kirche die Stirn, will die Universalreform der Christenheit, begründet aber den Protestantismus. Heinz Schilling, einer der besten Kenner der Epoche, stellt Luther in seine Zeit und schildert ihn nicht als einsamen Helden, sondern als Rebell in einem gewaltigen Ringen um die Religion und ihre Rolle in der Welt. Seine brillante Biographie dringt tief in Luthers Sphäre ein und zeigt den Reformator als schwierigen, widersprüchlichen Charakter, der kraft seines immensen Willens zwar die Welt verändert – in vielem aber auch ganz anders, als er es beabsichtigte.



Heinz Schilling ist em. Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine großen Bände über Aufbruch und Krise und Höfe und Allianzen und Die neue Zeit. Vom Christenheitseuropa zum Europa der Staaten. 1250 bis 1750 in den Reihen Das Reich und die Deutschen bzw. Siedler Geschichte Europas sind ebenso Standardwerke wie zahlreiche weitere wissenschaftliche Studien zur frühen Neuzeit

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Leseprobe

Alle Epochen, in welchen der Glaube herrscht,
unter welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend,
herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt.

 

Johann Wolfgang von Goethe, West-östlicher Divan.
Noten und Abhandlungen, Israel in der Wüste

Prolog

Luther als Mensch einer Epoche des Glaubens und des Umbruchs


Martin Luther, der Wittenberger Reformator, lebte in einer «Epoche, in welcher der Glaube herrscht». Ja, in der Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit war es im Wesentlichen ihm zu verdanken, dass die Religion zu jener Kraft wurde, die Deutschland und Europa für mehr als ein Jahrhundert in ihren Bann schlagen sollte – «glänzend, herzerhebend und fruchtbar», aber auch finster, herzzerreißend und zerstörerisch. Das musste auch Luther durchleben – in hochfliegenden Stunden des Erfolgs und der Hoffnung, alle Welt zu überzeugen, und in bitteren Wochen, in denen er Satan und seine finsteren Gewalten gegen sich und sein Werk anstürmen sah. Nie aber hat er daran gezweifelt, dass ihn Gott selbst zu seinem Propheten berufen hatte.

Nicht dass es an Religion gemangelt hätte, als Martin Luther oder Luder, wie über die ersten Jahrzehnte hin sein Familienname lautete, am 10. November 1483 in Eisleben in der mitteldeutschen Grafschaft Mansfeld zur Welt kam. Im Gegenteil, kaum eine Epoche war stärker mit Fragen der Religion und der Kirche befasst als das ausgehende 15. Jahrhundert.[1] Das aber war Ausdruck einer beunruhigenden Spannung zwischen dem kühnen diesseitigen Aufbruch des römischen Papsttums und den Nöten eines Kirchenvolkes, das den Heilszusagen der Priesterkaste nicht mehr traute und daher verunsichert nach der Wahrheit und dem Heil suchte. Erst Luther brachte den sicheren Anker einer Religion, die jeder Mensch als seine ureigene Sache begreifen konnte.

Auch die Römische Kirche hat Luther zu danken. Denn ohne die Wittenberger Herausforderung hätte sie sich kaum so entschieden von dem verweltlichten Renaissancepapsttum befreien und den Weg in eine Epoche bahnen können, in der wieder als Erstes der Glaube galt. So sehr sich auch bereits innerhalb der Papstkirche Kräfte der Neubesinnung regten, war es doch erst die Rebellion des Augustinermönchs, die der werdenden Neuzeit Glauben und Religion einschrieb, und zwar als dynamische, die Welt verändernde Kräfte.[2] Das diente vielen Menschen zum Heil und zur Befreiung; für nicht wenige brachte es aber Unheil und Verderben. Die gnadenlose konfessionelle Unduldsamkeit, die für mehrere Generationen auf die Reformationsepoche folgte, ließ im Innern der Gesellschaften unversöhnliche Gegensätze aufbrechen, die sich in blutigen Verfolgungen entluden und nicht selten ins Chaos der Bürgerkriege führten. Und nach außen, zwischen den Staaten trug die Unversöhnlichkeit der konfessionellen Kirchen- und Weltanschauungssysteme entscheidend zu der Selbstzerfleischung in den Religions- und Staatenkriegen bei, zu der sich der Konkurrenzkampf der europäischen Mächte ausgangs des Reformationsjahrhunderts zuspitzte.[3]

Goethes Begeisterung für Epochen des Glaubens, mehr noch seine komplementäre Abwertung «aller Epochen, in denen der Unglaube einen kümmerlichen Sieg behauptet», als Zeiten des «Scheinglanzes und des Unfruchtbaren» sind der säkularen Gegenwart fremd, ja befremdlich. Doch gerade deswegen sind sie geeignet, uns den Weg zu weisen, wie ein halbes Jahrtausend nach der Veröffentlichung der 95 Reformationsthesen am 31. Oktober 1517 eine Biographie Martin Luthers anzulegen ist. Und auch das heute kaum verständliche Phänomen, dass seine keineswegs einfach verständlichen theologischen Aussagen die Herrschenden herausforderten und von vielen Millionen Menschen bejubelt wurden, lässt sich nur begreifen, wenn wir uns klar machen, dass für Luther und seine Zeitgenossen Religion und Kirche einen ganz anderen Stellenwert besaßen als für uns heute, dass – mit einem etwas gewagten Vergleich beschrieben – die Menschen damals ähnlich ängstlich die Sicherheit des Glaubens vermissten wie wir heute die Sicherheit der Finanzmärkte oder den globalen Frieden.

Über die Jahrhunderte hin wurde der Wittenberger als der Vorläufer der jeweiligen Gegenwart und als Bahnbrecher der Neuzeit porträtiert. In den vergangenen Jahrhundertfeiern schuf sich jede Generation ihren eigenen Luther:[4] 1617 am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges den kämpferischen Luther, der die gefährdete protestantische Welt gegen die Konterrevolution der «Römlinge» verteidigen sollte; 1717 in der aufbrechenden Verträglichkeit und Säkularität der Aufklärung eher den zahmen, weltoffenen Luther; 1817 und 1917 den nationalen Luther als Heros religiöser Tiefe der Deutschen und Schutzschild gegen westliche Überfremdung durch eine als oberflächlich und seicht diffamierte romanische Zivilisation. Mit der historischen Gestalt hatte all das nur noch wenig zu tun. Es war «der Herren eigener Geist», den die jeweiligen nationalen oder lokalen Festkomitees feierten.

Es ist an der Zeit, diesen Gedenkkult zu durchbrechen und Martin Luther, sein Denken und Handeln wie dasjenige seiner Zeitgenossen als das darzustellen, was sie für den heutigen Menschen zuerst und vor allem sind, nämlich Zeugen «einer Welt, die wir verloren haben», oder besser gesagt, die nicht mehr die unsere ist und uns somit mit dem Fremden und ganz Anderen konfrontiert. Luther dachte und handelte als ein «Mensch zwischen Gott und Teufel», und als solcher ist er einer Gegenwart begreiflich zu machen, die den Teufel nicht mehr kennt und Gott nur noch – wo überhaupt – in Gottesbildern, die dem Wittenberger unverständlich gewesen wären.[5]

Es ist nicht die geringste emanzipatorische Leistung der Historie, dass sie der so ganz selbstverständlich hingenommenen Gegenwart fremde Lebens- und Denkwelten als Spiegel vorhält und dadurch die scheinbar «alternativlosen» Zwänge der Gegenwart relativiert. Die Konfrontation mit dem ganz Anderen in der eigenen Vergangenheit lässt die prinzipielle Wandelbarkeit nicht nur der materiellen Lebensumstände, sondern auch des Denkens und der Emotionen der Menschen hervortreten. Nicht um einen Luther, in dem sich unser eigener Geist spiegelt, soll es im Folgenden gehen, sondern um den «fremden» Luther, dessen Denken und Handeln sich sperrig zu den Interessen nachfolgender Generationen verhält, so oft es auch zur Legitimation gegenwärtigen Handelns diente und weiterhin dienen wird.

Selbstverständlich schließt diese Fremdheit nicht aus, sondern zwingt dazu, komplementär auch immer wieder diejenigen Linien und Zusammenhänge herauszuarbeiten, die das Werk des Reformators ebenso wie die Entscheidungen der Reformationsepoche mit der weiteren Entwicklung der Neuzeit bis hin zur Gegenwart verbinden. Dabei ist aber darauf zu achten, dass wir Luther nicht vorschnell zu dem Unseren machen und dass wir zwischen beabsichtigten und nicht beabsichtigten Folgen unterscheiden. Luthers Wirken in seiner Zeit ist von der Wirkungsgeschichte zu trennen, die über die Jahrhunderte hin den Reformator und sein Werk mit den Vorstellungen und dem Begriffsverständnis der jeweils eigenen Zeit deutete und so mit einem Sediment von Rezeptionsschichten überlagerte,[6] die es in gleichsam archäologischer Arbeit abzutragen gilt.

Wie kaum bei einem anderen, selbst bei Goethe nicht, ist es in erster Linie das Werk, das authentisch Auskunft über Luthers Handeln und Denken gibt. Er wirkte durch sein und in seinem Wort, das schriftliche seiner Briefe, Manifeste, Pamphlete und theologischen Abhandlungen und das gesprochene der Predigten, Vorlesungen und Tischreden, die meist durch Mitschriften seiner Hörer auf uns gekommen sind. Es wird daher in diesem Buch ausführlich aus Luthers Werken zitiert, in der Regel in der frühneuhochdeutschen Diktion und Schreibweise des Reformators und seiner Zeit.[7] Schnellen Lesern mag das gelegentlich beschwerlich erscheinen. Sie werden entschädigt durch die Farbigkeit und den Bilderreichtum von Luthers Sprache, deren ungebändigte Kraft sie zugleich daran erinnert, dass der Reformator Zeitgenosse eines Götz von Berlichingen war. Zudem ist der Rückgriff auf das authentische Werk der sicherste Weg, im Dickicht einer kaum noch überschaubaren Literatur zu einem eigenständigen Verständnis des Reformators zu gelangen und seine Stellung in den kirchlichen und politischen Positionskämpfen zu Beginn der Neuzeit zu bestimmen – unberührt von Apologetik oder Verleumdungen, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten mit der These ins Kraut schossen, Luther sei wegen einer Mordtat ins Kloster gegangen.[8]

Allein, auch der Rückgriff auf die Schriften wirft Probleme auf. Nicht weil sie schwer zu greifen oder in der Textüberlieferung durchgehend unsicher wären – die große Weimarer Ausgabe, aus der hier zitiert wird, bietet eine verlässliche Grundlage wie auch zahlreiche weitere Teilausgaben oder Übersetzungen, vor allem ins Englische.[9] Auch die noch Mitte des vorigen Jahrhunderts beschworene Gefahr, «über die Beschäftigung mit Luthers Theologie den Menschen Luther zu verlieren»[10], ist durch die zwischenzeitlich erfolgte Öffnung der theologischen Kirchen- zur Allgemeingeschichte weitgehend überwunden. Es sind vielmehr die Quellen selbst, die mit Bedacht gelesen und gedeutet...

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Titel3
Impressum4
Widmung5
Inhalt7
Prolog: Luther als Mensch einer Epoche des Glaubens und des Umbruchs13
Erster Teil: Kindheit, Studium und erste Klosterjahre 1483–151121
I. 1483 – die Christenheit im Aufbruch23
Neue Weltreiche24
Neue Frömmigkeit und modernisiertes Papsttum31
Bevölkerungswachstum und Handelskapitalismus39
Ein Jahrhundert der Wissenschaften und Künste44
Aufschwung in Deutschland48
Unruhe und Verunsicherung der Menschen51
II. Kindheit und Jugend56
Sohn eines «armen Hauers»?56
Strenge und Radikalität des Mansfelder Alltags62
Schule und Studium66
Intellektuelles Profil und Charakter71
III. Krise und Zuflucht im Kloster74
Studienkrise und Bekehrung vor Stotternheim74
«Der Welt rein abgestorben»?84
Die Seelenqualen der Leistungsfrömmigkeit89
Im Dienste des Ordens bis nach Rom100
Zweiter Teil: Wittenberg und die Anfänge der Reformation 1511–1525115
I. Wittenberg117
«An den Grenzen der Zivilisation»117
Ausbau zur Residenz- und Universitätsstadt119
Bastionen, Ravelins und Festungsgräben128
Zwischen Kloster, Hof und Bürgerstadt129
Universität und Studienreform136
Ein Netz von Freunden und Bekannten141
II. Eleutherios – Die Geburt des freien Luther146
Der lange Weg zur reformatorischen Theologie146
Eine römische Alternativreform155
Die Ablassthesen – Mythos und Wirklichkeit160
«Allein verzappelt mit den Papisten»170
III. Der Reformator – Selbstbehauptung vor Kirche, Kaiser und Reich183
1. Schritte der Klärung183
Monate der Ungewissheit und Anspannung183
Rechtfertigung vor Orden und Legat185
Niederlage gegen Johannes Eck189
«Die Zeit des Redens ist gekommen» – die Reformschriften von 1520193
Keine Lösung in letzter Minute – Appell an Leo X. und Schuldbekenntnis Hadrians VI.200
Flammendes Fanal gegen den päpstlichen Antichrist203
2. Der Weg nach Worms205
Hoffnung auf den jungen König Karl205
«Auch gegen den Willen aller Pforten der Hölle»210
Triumphzug unter Leibesqualen214
3. Reformator und Kaiser218
Erhöhung des heiligen Glaubens oder evangelische Universalreform218
Das «durch die Worte Gottes gefangene Gewissen»221
Die durch erhabene Vorfahren gefangene Majestät226
Nachverhandlungen und Luthers Abreise231
Die geschichtliche Bedeutung des Wormser Geschehens235
IV. Die Kärrnerarbeit beginnt240
1. Entrückt auf einer festen Burg und Held des Aufruhrs240
Wegscheide der Weltgeschichte1240
«Lebt er noch, oder haben sie ihn gemordet?»242
Präsent in Wort und Bild244
Reform durch das Schwert des Adels und die Gewalt des Volkes?247
«Das Evangelium ist ein Gesetz der Freiwilligen und der Freien»253
2. Zeit der Besinnung und der Arbeit255
Alltag auf der Wartburg255
Erste Entwürfe für die evangelische Erneuerung der Kirche264
«Meinen Deutschen bin ich geboren»270
V. Der Kampf um die Deutungshoheit im eigenen Lager279
1. Das Ringen mit den «falschen Brüdern»279
Reformation durch «Aufruhr und Empörung»?279
Nach Wittenberg «in gar viel einem höheren Schutz»283
Predigend das Heft wieder in die Hand genommen288
Reformation allein durch Überzeugung291
Sieg über Karlstadt und die Zwickauer Propheten293
«Wer in Wittenberg den Luther nicht gesehen, der hat überhaupt nichts gesehen»296
2. Gegen Müntzer und die «mörderischen Rotten der Bauern»298
Christenfreiheit als Bauernfreiheit?298
Luther oder Müntzer304
Zuflucht zu den Obrigkeiten309
Luthers Triumph und seine Kosten314
«Sein Tod liegt auf meinem Halse»320
VI. Angekommen in der Welt – Ehe, Familie, Großhaushalt322
1. Hochzeit als Zeichen in der Endzeit322
Katharina von Bora323
Auf Freiersfüßen326
Die Hochzeit – geschmäht auf Erden, im Himmel bejubelt328
Neue Alltagserfahrungen – Sexualität und Gattenliebe333
2. «Herr Käthe»338
«Damit der Doctor macht, wie ich will»338
Der Großhaushalt im Schwarzen Kloster340
Die Tischgespräche346
3. Kinder sind das lieblichste Pfand in der Ehe348
Vaterliebe349
Vaterhärte352
Dritter Teil: Zwischen Prophetengewissheit und zeitlichem Scheitern 1525–1546357
I. Evangelische Erneuerung von Kirche und Gesellschaft359
1. Wittenberg als Luthers Kathedralstadt359
Partikulare Reformation statt Universalreform359
Der alte Luther – pessimistisch und rastlos tätig361
Christliche Bürgertugenden und Sittenzucht364
Seelsorger und Prediger369
In der Zentralkanzlei des Protestantismus380
Auf Dienstreisen382
2. Wittenbergs Theologie zwischen Rom und Zürich390
Eine Kultur der Kontroverse391
Gegen Erasmus und die humanistische Willensfreiheit394
Die reale Gegenwart Christi auf Erden – Abendmahl und Taufe403
Die akademische Lehre416
Lutherrose und Marienfrömmigkeit418
3. Um die evangelische Ordnung der Kirche und eine christliche Erziehung der Kinder421
Mittelalterliche Reformmodelle und reformatorische Neubegründung424
Gemeindekirchliche Anfänge – die Leisniger Kastenordnung427
Die sächsische Visitationsordnung432
Eine evangelische Generalreform in Schule und Familie439
Luthers Katechismus444
Sündenerforschung und Beichte446
Die Folgen – Konfessionskirchen und Konfessionskulturen der Neuzeit447
II. «Aber wir Christen stehen in einem anderen Kampf» – vor den Herausforderungen der Welt451
1. Streitbarer Zaungast des Augsburger Bekenntnisreichstags455
Ein versöhnlicher Aufruf des Kaisers455
Im Reich der Dohlen458
Ringen um die Confessio Augustana462
Kleingläubigkeit und Realitätssinn468
Gegen Ökumene, Religionsgespräche und Konzil472
2. Bündnisrecht und Widerstand – eine biblische Politiklehre479
Zurück in Wittenberg479
Politikberatung in Zeiten der Krise480
Von zwei Reichen und zwei Regimenten482
Widerstandsrecht und Schmalkaldischer Bund487
Gegen den politischen Katholizismus und die Täufer in Münster493
Päpstliches Konzil und «Testament der Religion halben»497
3. Das Dilemma der hessischen Doppelehe503
«Hemmungslose Sexualität» oder «Ende der Doppelmoral»?503
Vergleichsfälle im katholischen Lager506
Seelsorge und Politik508
4. Wirtschaft, Gesellschaft, Lebenswelten512
«Leihet ohne Wiedernehmen» ist in der Welt nicht praktikabel513
Gegen Wucherer und Spekulanten517
Beruf und Stand521
Über Hexen und Zigeuner526
Handeln des Christen in der Welt527
III. Im Widerstreit der Emotionen – zwischen gottergebener Lebensfreude und apokalyptischen Ängsten530
1. Irdische Freuden – Bilder, Dichtung und Musik532
«Denn ichs mit den bilderstürmen nicht halte»532
«Wenn ich schreib, fließts mir»537
«Ich liebe die Musik»542
«Damit das Wort Gottes auch durch Gesang unter den Leuten bleibt»544
2. Eschatologische Bedrohung – Türken und Juden550
Die Türkenschriften zwischen Zeit- und Heilsgeschichte552
Die Juden – der lebensweltliche Hintergrund556
Josel von Rosheim564
Die frühen und die späten Judenschriften568
«Das wesserig jüdische blut»574
Endzeitdenken und Abwehr der Andersgläubigen576
IV. Sterben in Christo – «wir sind alle Bettler, das ist wahr»581
Nach Mansfeld zur Rettung von Bergbau und evangelischer Kirche583
Die letzten Predigten – wider die Türken, Juden und den Teufel589
Die letzte Botschaft – Sterben in Christo594
Trauerzeremoniell, Grablegung und Luthermemoria600
Nochmals Reformator und Kaiser611
Epilog: Luther und die Neuzeit – die Dialektik von Scheitern und Erfolg619
Eine veränderte Welt und Luthers Anteil daran619
Das Ende des Universalismus621
Luthers Erfolg und seine Voraussetzungen624
Neuzeitliche Konfessionskirchen und Konfessionskulturen628
Staat und Politik631
Toleranz und Pluralismus634
Christen und Juden637
Freiheit und Gewissen639
Welthaftigkeit des Glaubens641
Anhang645
Nachwort zur vierten, aktualisierten Auflage647
Danksagung651
Anmerkungen653
Bibliographie694
Bildnachweis720
Personenregister722
Karte: Luthers Lebensraum – Sachsen und Thüringen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts729
Karte: Städte, Dörfer und Flecken im sächsisch-thüringischen Raum, zu denen Luther Beziehungen hatte730
Zum Buch731
Über den Autor731

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