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E-Book

Metaphern des Selbst. Wie Sprache, Umwelt und Selbstkognition zusammenhängen

AutorKarin S. Moser
VerlagPabst Science Publishers
Erscheinungsjahr2000
Seitenanzahl232 Seiten
ISBN9783934252899
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis20,99 EUR

Ausbildung des Selbstkonzeptes
In der sozialpsychologischen Forschung ist seit langem bekannt, dass sich das Selbstkonzept in der Interaktion mit der sozialen und physischen Umwelt herausbildet und ständig weiterentwickelt. Die Untersuchung geht davon aus, dass für das Selbstkonzept nicht nur situative Kontexte, wichtige Bezugspersonen und die physisch-dingliche Umwelt relevant sind. Menschliches Wahrnehmen, Denken und Handeln findet darüber hinaus immer auch in einem kulturell und historisch bestimmten Bedeutungsraum statt, der jede Wahrnehmung und jede Handlung mitprägt. Dieser Bedeutungsraum wird hier als symbolische Umwelt bezeichnet und gleichberechtigt neben die soziale und physische Umwelt gestellt. Erst über die symbolische Umwelt werden die Selbst-Umwelt-Bezüge sinnvoll und damit handlungsrelevant.
Die Sprache ist eine der wichtigsten symbolischen Umwelten, denn in der Sprache sind Alltagstheorien und implizites Wissen gespeichert, die für sinnvolles Wahrnehmen, Erleben und Handeln unerlässlich sind. Die Untersuchung zeigt auf, dass die Analyse von Metaphern besonders geeinget ist für den empirischen Zugang zu dieser symbolischen Umwelt des Selbst. Die Bildung und Verwendung von Metaphern stellt eine der wichtigsten kognitiven Strategien dar, wie abstraktes und komplexes Wissen repräsentiert und erworben werden kann. Dies gilt insbesondere für das Selbstkonzept, das nur über metaphorischen Repräsentationen überhaupt der Wahrnehmung, Reflexion und Kommunikation zugänglich gemacht werden kann.
Die Ergebnisse zeigen, dass abhängig von den Selbstkonzeptaspekten und einer Reihe von sozialen Variablen ganz bestimmte Metaphernmodelle bevorzugt und andere vernachlässigt werden. Ebenso zeigt sich eine individuelle Tendenz, habituell bestimmte Metaphernmodelle kontextunabhängig zu bevorzugen. Die Konsequenzen dieser Ergebnisse für Theorie und Methodik der Selbstkonzeptforschung werden diskutiert, ebenso wie ihre Relevanz für die Funktion von Metaphern als Mind Settings, für das automatisierte Handeln, für Antizipationsprozesse und für verteilte Repräsentationen in der künstlichen Intelligenz. Neben der Selbstkonzeptforschung sind Kommunikationsforschung, komplexes Problemlösen, Wissensmanagement, Wissenskooperation, Psychotherapieprozessforschung sowie kulturvergleichende Untersuchungen wichtige Anwendungsfelder der Metaphernanalyse. 

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. 1 Einleitung
  3. 2 Das Selbst
  4. 3 Die Sprache
  5. 4 Sprache als symbolische Umwelt des Selbst
  6. 5 Fragestellung und Methodik der empirischen Untersuchung
  7. 6 Ergebnisse: Metaphernspendebereiche
  8. 6 Ergebnisse: Selbstkonzeptaspekte
  9. 6 Ergebnisse: Die Themen "Erfolg" und "gute Beziehung" und deren Metaphernmodelle
  10. 6 Ergebnisse: Metaphern des Selbst
  11. 6 Ergebnisse: Einzelfallanalysen: Personentypische Metaphern für "Erfolg", "gute Beziehung" und selbstbezogene Aussagen
  12. 6 Ergebnisse: Integration der quantitativen und qualitativen Ergebnisse und Zusammenfassung
  13. 7 Diskussion
  14. 8 Schlussfolgerungen und weiterführende Überlegungen
  15. Anhang, Bibliographie und Dank
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis4
1 Einleitung7
2 Das Selbst13
2.1 Entwicklung der aktuellen Selbstkonzeptforschung13
2.2 Der kognitionspsychologische Ansatz15
2.2.1 Der Schema-Begriff18
2.3 Die konstruktivistische Perspektive in der Selbstkonzeptforschung22
2.5 Die Ökologie des Selbst25
2.5.1 Die soziale Umwelt26
2.5.2 Die physisch-dingliche Umwelt30
2.6 Die symbolische Umwelt des Selbst32
2.7 Zusammenfassung und Relevanz für diese Untersuchung36
3 Die Sprache38
3.1 Sprache und Kognition38
3.2 Die Metapherntheorie der Kognitiven Linguistik40
3.2.2 'Herkules ist ein Löwe' oder was ist eine Metapher?41
3.2.3 Der Stoff, aus dem Metaphern sind44
3.3 Metaphern als kulturelle Modelle50
3.4 Metaphernanalyse als Methode der 'cognitive science'54
3.4.1 Metaphern und Selbstkonzept55
3.5 Zusammenfassung und Relevanz für diese Untersuchung56
4 Sprache als symbolische Umwelt des Selbst58
4.1 Gemeinsame theoretische Grundlagen der Kognitiven Selbstkonzeptforschung und der Kognitiven Metapherntheorie58
4.2 Metaphern sind Schemata61
4.3 Metaphernanalyse als Methode zur Untersuchung symbolischer Umwelten des Selbstkonzepts63
4.4 Metaphern als 'Mind Settings'65
5 Fragestellung und Methodik der empirischen Untersuchung67
5.1 Fragestellung67
5.2 Auswahl der Stichprobe67
5.3 Datenerhebung und -aufbereitung71
5.4 Datenanalyse75
6 Ergebnisse77
6.1 Metaphernspendebereiche79
6.1.1 Dokumentation der Metaphernspendebereiche79
6.1.2 Häufigkeitsverteilung der Metaphernspendebereiche und Metaphorisierungsgrad88
6.1.3 Geschlechts- und gruppenspezifische Unterschiede90
6.1.4 Individuell typische Metaphern91
6.1.5 Inhaltliche Dimensionen des metaphorischen Raums93
6.2 Selbstkonzeptaspekte98
6.2.1 Dokumentation der Selbstkonzeptaspekte99
6.2.2 Häufigkeitsverteilung der Selbstkonzeptaspekte und Anteile selbstbezogener Aussagen102
6.2.3 Geschlechts-, gruppenspezifische und individuelle Unterschiede bei den selbstbezogenen Aussagen104
6.2.4 Inhaltliche Dimensionen der selbstbezogenen Kognitionen104
6.3 Die Themen 'Erfolg' und 'gute Beziehung'107
6.3.1 Dokumentation der thematischen Kategorien107
6.3.2 Häufigkeitsverteilungen der thematischen Aussagen108
6.3.3 Geschlechts-, gruppenspezifische und individuelle Unterschiede bei den thematischen Aussagen109
6.4 Metaphernmodelle für 'Erfolg' und 'gute Beziehung'110
6.4.1 Geschlechts-, gruppenspezifische und individuelle Unterschiede bei der metaphorischen Strukturierung von 'Erfolg' und 'guter Beziehung'113
6.5 Metaphern des Selbst117
6.5.1 Geschlechtspezifische und gruppenspezifische Unterschiede in der metaphorischen Strukturierung des Selbstkonzepts119
6.5.2 Individueller Metaphorisierungsgrad und personentypische Metaphern für die verschiedenen Selbstkonzeptaspekte120
6.5.3 Metaphern für das actual self123
6.5.4 Metaphern für ideal self124
6.5.5 Metaphern für ought self125
6.5.6 Metaphern für negative self127
6.5.7 Metaphern für self change128
6.5.8 Metaphern für social self129
6.5.9 Metaphern für gender role130
6.6 Einzelfallanalysen: Personentypische Metaphern für 'Erfolg', 'gute Beziehung' und selbstbezogene Aussagen132
6.6.1 Frau E. und Frau P.: Innere Werte vs. äussere Erfolge132
6.6.2 Herr R.: Der Weg zum Erfolg141
6.6.3 Herr C.: Der Spieler146
6.6.4 Frau Q.: Die Körperbewusste151
6.6.5 Herr G.: Der Sinnliche155
6.6.6 Frau J.: Die Gestalterin161
6.6.7 Herr O.: Das Ziel ist im Zentrum165
6.6.8 Frau N.: Der Familienmensch171
6.6.9 Herr M.: Der Tüftler175
6.6.10 Herr S.: Erfolg ist einfach Pflicht181
6.6.11 Herr T.: Der militante Junggeselle184
6.7 Integration der quantitativen und qualitativen Ergebnisse186
6.8 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse188
7 Diskussion194
7.1 Metaphern als symbolische Umwelt des Selbst und als Indikatoren kultureller Prozesse194
7.2 Metaphernmodelle und soziale Gruppen200
7.3 Metaphernmodelle und individuelle Habituation beim Reden über das Selbst205
7.4 Metaphern und Selbstkonzeptänderung bei biographischen Übergängen206
7.5 Metaphern als Mind Settings207
8 Schlussfolgerungen und weiterführende Überlegungen210
8.1 Konsequenzen für die Selbstkonzeptforschung211
8.2 Weiterführende Überlegungen212
8.2.1 Metaphern und automatisiertes Handeln212
8.2.2. Metaphern und biologische Grundlagen der Kognition213
8.2.3 Metaphorische Wissensrepräsentation und künstliche Intelligenz214
8.3 Anwendungsbereiche der Metaphernanalyse214
9 Anhang216
10 Bibliographie219
Dank232

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