Sie sind hier
E-Book

Mitarbeitermotivation: Die klassischen Motivationstheorien und modernen Anreizsysteme

The Motivation of Staff

AutorF. M.
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl122 Seiten
ISBN9783640349845
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Magisterarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Führung und Personal - Mitarbeitermotivation, Note: 2, , Sprache: Deutsch, Abstract: Die Kernfragen dieser Ausarbeitung lauten: Was sind und wie wirken motivationstheoretische Modelle, Motivations- und Anreizsysteme, Führungsstile, Management-Prinzipien sowie Führungsmittel und wie können diese in der Praxis umgesetzt werden? Wie ist der funktionale Zusammenhang zwischen Führungskraft, Motivationsmethoden und dem Verhalten der Mitarbeiter? Als weitere Forschungsfragen ergeben sich: Was ist Gegenstand der Forschung? Welche Methoden und wissenschaftliche Modelle werden angewandt? Welche Aussagen ergeben sich daraus? Wie lassen sich diese praktisch nutzen? Im Kapitel 1 wird in das Thema eingeführt, der strukturierte Aufbau der Arbeit in den einzelnen Kapiteln erläutert und das Ziel beschrieben. In Kapitel 2 werden die Grundlagen der Motivation erläutert, der Führungsbegriff, und die Führungsfunktionen. Die unterschiedlichen Managertypen werden gegenübergestellt, ebenso wie die differenzierten Menschenbilder. Im Kapitel 3 werden die Motivationsbegriffe, die Definitionen, die Unterschiede der verschiedenen Motivationsarten, die Arbeitsmotivation sowie der Ausgangspunkt der Human Realtions beschrieben. In Kapitel 4 werden die Motivationstheorien innerhalb der unterschiedlichen Ansatzvarianten erläutert. Hierbei wird auf die Theorien der bedeutendsten Wissenschaftler zurückgegriffen, die sich jahrzehntelang mit den Kerninhalten der Motivation beschäftigten, aber dennoch teilweise widersprüchliche Modelle aufgestellt haben. In Kapitel 5 werden abschließend die wichtigsten Motivations- und Anreizsysteme herausgearbeitet. Vor allem in der Gesamtheit ist das Wissen um die Anwendbarkeit der Motivation eine große Hilfe für den Vorgesetzten, da daraus viele positive Rückschlüsse auf bestehende und zukünftige Verhaltensweisen zu ziehen sind. In Kapitel 6 wird aus den in dieser Arbeit gewonnenen Erkenntnissen eine Zusammenfassung erstellt und alles mit einem sich daraus ergebenden Fazit abgeschlossen.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

3   Motivationsstrukturen


 

3.1   Bedürfnisse und Motive


 

Die Begriffe Bedürfnisse und Motive werden in der Literatur oft synonym verwendet, dabei gehen aber einige wichtige Aspekte der Verhaltensdeutung verloren.[70]

 

Als Bedürfnis bezeichnet man einerseits ein generelles psychologisches Mangelgefühl und andererseits biologische Notwendigkeiten, wie beispielsweise der Flüssigkeitsbedarf.

 

Es läßt sich in primäre Bedürfnisse wie Hunger, Durst und Neugierde (vitale Grundbedürfnisse) und sekundäre Bedürfnisse unterscheiden. Letztere beinhalten die im Lernprozess erworbenen Bedürfnisse nach Geld, Macht und Ansehen.[71]

 

Der Mensch strebt danach, seine Bedürfnisse und Triebe zu befriedigen.

 

Hieraus resultieren Verhaltensbereitschaften, die als Motive bezeichnet werden. Sie können als Beweggründe menschlichen Verhaltens angesehen werden, die periodisch zwischen der Empfindung eines Mangelzustandes und einer Sättigung hin und her pendeln.[72] Psychologisch gesehen sind Motive (Wertungs-) Dispositionen, die meist nicht angeboren, sondern im Rahmen der individuellen Entwicklung, insbesondere in der Kindheit, ausgebildet werden und zeitlich relativ stabil sind.[73] Die Ziele eines einzelnen Individuums werden weitestgehend durch dessen Motive bestimmt.[74]

 

Der Ursprung des Begriffes Motiv kommt aus dem Lateinischen „motivus“, was mit Bewegung oder Antrieb zu übersetzten ist.[75] Von einem Motiv wird ausgegangen, wenn man einen isolierten, zunächst noch nicht aktualisierten Beweggrund des Verhaltens herausgreift.[76]

 

Während ein Motiv immer zwingend auf einem Bedürfnis basieren muss, führt  umgekehrt ein Bedürfnis nicht zwangsläufig zu einem Motiv.[77]

 

Ein Bedürfnis wird dann zu einem Motiv, wenn es als so dringend empfunden wird, dass es den Menschen zu einer Handlung anleitet.

 

Motive treten nie isoliert sondern immer in Kombination auf, sie bestimmen das Verhalten einer Person und jeder Mensch weist dabei eine unterschiedliche Motivationsstruktur auf.[78]

 

3.1.1   Motivation und Arbeitsmotivation


 

Der Begriff der Motivation kommt aus dem lateinischen „in movitum ire“, bedeutet in das einsteigen, (was den Menschen bewegt) und bezieht sich auf die Beweggründe und Ziele, die eine Person veranlassen zu handeln, aktiv zu werden und etwas zu bewegen.

 

So ist die Frage nach der Motivation die Frage nach dem Warum des menschlichen Verhaltens.[79]

 

 

 

Abbildung 8: Vereinfachte Darstellung der Motivation[80]

 

Der Motivationsbegriff kann als aktivierte Verhaltensbereitschaft eines Menschen hinsichtlich der Erreichung bestimmter Ziele definiert werden,[81] er ist entscheidend dafür, ob eine Handlung ausgeführt oder unterlassen wird.[82] 

 

Dennoch ist der Begriff Motivation komplex und vieldeutig,[83] er hat den Bedeutungs-

 

umfang/Bedeutungsinhalt von:

 

- Jemanden mit Motiven ausstatten, die dieser vorher noch nicht hatte.

 

- Jemanden mit seinen Motiven ansprechen und Möglichkeiten zur Realisierung bieten.

 

- Erfolgsgarantie, wichtiger Faktor für die Führungskraft.

 

- Verhaltensweisen mit subjektiver Bedeutung/Wichtigkeit aufladen.

 

- Animieren, ermuntern, ermutigen, inspirieren.[84]

 

- Anreiz, Ansporn, treibende Kraft, Beweggrund.[85]

 

- Einem positiven Arbeitsklima.

 

- Die Bereitschaft härter und glücklicher zu arbeiten.

 

- Personelles Wesen, Bereitschaft, Ziele setzen und erreichen.

 

 

 

 

 

Tabelle 3: Unterschiedliche Definitionen des Begriffes Motivation[86]

 

Die Motivation ist ein, wenn nicht der wesentliche Faktor für die Arbeitszufriedenheit. Arbeitszufriedenheit führt zwar nicht automatisch zu einer Leistungssteigerung, aber sie hält den Status Quo, während die unzufriedenen Mitarbeiter meistens die gute Leistung blockieren.

 

Die Arbeitsmotivation wiederum bedeutet eine individuelle Bereitschaft, eigenaktiv Arbeit zu übernehmen und sich anzustrengen, sie erklärt Richtung, Ausdauer und Intensität menschlichen Verhaltens.[87] 

 

Die Arbeitsmotivation beschäftigt sich mit dem Aspekt der Motivation, der mit dem Verhalten von Individuen in hierarchischen und arbeitsteiligen Organisationen verbunden ist.[88] Für das Erreichen von Unternehmenszielen sind nicht nur die persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Mitarbeiter ausschlaggebend. Die Bereitschaft der Mitarbeiter, ihre Kenntnisse zweck- und zielorientiert einzusetzen, ist für den Unternehmenserfolg von ebenso großer Bedeutung.

 

 

Abbildung 9: Basis Darstellung der menschlichen (Arbeits-) Motivation[89]

 

Darher sollte jedes Unternehmen bestrebt sein, die Arbeitsmotivation seiner Mitarbeiter so zu fördern, dass diese bereit sind, durch einen bestmöglichen Einsatz ihrer Fähigkeiten und Fertigkeiten ihre Ziele zu erreichen,[90] um die Umsetzung der Unternehmensziele anzustreben.[91]

 

Ohne diese Produktivität kann in keiner Organisation das unabdingbare positive Arbeitsklima entstehen, mit dem (auch andere) die Mitarbeiter in einen Zustand hoher Leistungsbereitschaft versetzt werden.[92]

 

Denn je höher die Arbeitszufriedenheit, desto:[93]

 

- Geringer die Fehlzeiten und der krankheitsbedingte Ausfall.

 

- Geringer die Fluktuation.

 

- Geringer die Unfallhäufigkeit.

 

- Höher die Leistung.

 

Es gibt verschiedene Arten der Arbeitszufriedenheit (und –unzufriedenheit), nachfolgend sind diese in der Abbildung 10 dargestellt.

 

 

Abbildung 10: Formen der Arbeitszufriedenheit und –unzufriedenheit[94]

 

3.1.2   Intrinsische und extrinsische Motivation


 

Der Begriff der Motivation ist generell in intrinsische (innere) und extrinsische (äußere) Motivation unterteilt.[95]

 

Bei der intrinsischen, auch als Eigen- oder Selbstmotivation bezeichnet,[96] die viele Gemeinsamkeiten mit der primären Motivation[97] hat,  ist es die Arbeit selbst, die befriedigt und Freude macht (Aufgabenvielfalt, interessante und ganzheitliche Aufgaben, Lernmöglichkeiten). Tätigkeiten werden um ihrer selbst Willen betrieben, aus einem inneren Anliegen,[98] ohne dass es hierzu externer Anreize bedarf.[99]

 

Sie wird auch auf eine Art der Motivation bezogen, die sich aus den Bedürfnissen nach Selbstbestimmung und Kompetenz herleitet oder sie wird auch mit Interesse und Involviertheit gleichgesetzt.[100]

 

Da sie frei gewählt bzw. freiwillig ist, kann sie nicht eingefordert werden, allerdings können günstige Voraussetzungen für ihr Entstehen geschaffen werden.[101] „Sie ankert im schwer veränderlichen emotionalen Bereich der Psyche“[102] und lässt sich kaum verstärken.

 

Eine der wenigen Möglichkeiten, dies dennoch zu erreichen, ist der so genannte positive „Self-Talk“ bei dem gebetsmühlenartig erlernte Lerninhalte wiederholt werden, bis sie im Extremfall reflexartig abgerufen werden können.

 

Intrinsisch motivierte Mitarbeiter lassen sich in drei Typen von Menschen unterteilen:[103]

 

1. Der Loyale, der meist langjährige Mitarbeiter, der die Ziele und Wünsche der Organisation zu...

Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Personal - Personalmanagement

Führungsfaktor Gesundheit

E-Book Führungsfaktor Gesundheit
So bleiben Führungskräfte und Mitarbeiter gesund Format: PDF

Die Anforderungen der Arbeitswelt steigen stetig - oft mit negativen Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten. Dabei ist Gesundheit ein entscheidener Erfolgsfaktor: Wer nicht richtig fit ist, kann…

Betriebliches Gesundheitsmanagement

E-Book Betriebliches Gesundheitsmanagement
Mit gesunden Mitarbeitern zu unternehmerischem Erfolg Format: PDF

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) ist aufgrund gesellschaftlicher und insbesondere demografischer Veränderungen ein viel diskutiertes Thema. Dieses Buch veranschaulicht anhand von Best…

Topothesie

E-Book Topothesie
Der Mensch in artgerechter Haltung Format: PDF

Topothesie ist frei übersetzt eine 'lebhafte Schilderung einer wunderschön vorgestellten Welt'. Hört auf, ruft Dueck, die Lebhaften zu unterdrücken! Lasst das unnütze Erziehen der Braven, sie sind…

Existenzgründung Schritt für Schritt

E-Book Existenzgründung Schritt für Schritt
Mit 3 ausführlichen Businessplänen Format: PDF

Dieser praxisorientierte Ratgeber vermittelt Schritt für Schritt, was bei der Existenzgründung zu beachten ist. Von den rechtlichen Rahmenbedingungen über die Vorbereitung der Gründung bis zur…

Employer Branding

E-Book Employer Branding
Human Resources Management für die Unternehmensführung Format: PDF

Die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter ist das wichtigste Differenzierungsmerkmal für deutsche Unternehmen im globalen Wettbewerb. Zwei praxisorientierte Experten für Personalentwicklung versetzen Top…

Macht und Vertrauen in Innovationsprozessen

E-Book Macht und Vertrauen in Innovationsprozessen
Ein empirischer Beitrag zu einer Theorie der Führung Format: PDF

Diana E. Krause untersucht, wie Verhaltensweisen von Führungskräften den Erfolg von Innovationen und die Einstellung, Emotionen und innovationsbezogenen Verhaltensweisen nachgeordneter Führungskräfte…

Interkulturelle Managementkompetenz

E-Book Interkulturelle Managementkompetenz
Anforderungen und Ausbildung Format: PDF

Der Wandel zu globalen Unternehmensstrukturen erfordert immer häufiger die Wahrnehmung von Managementaufgaben auf internationaler Ebene. Der vorliegende Band bereichert den Stand der Forschung zum…

Weitere Zeitschriften

MENSCHEN. das magazin

MENSCHEN. das magazin

MENSCHEN. das magazin informiert über Themen, die das Zusammenleben von Menschen in der Gesellschaft bestimmen -und dies konsequent aus Perspektive der Betroffenen. Die Menschen, um die es geht, ...

AUTOCAD & Inventor Magazin

AUTOCAD & Inventor Magazin

FÜHREND - Das AUTOCAD & Inventor Magazin berichtet seinen Lesern seit 30 Jahren ausführlich über die Lösungsvielfalt der SoftwareLösungen des Herstellers Autodesk. Die Produkte gehören zu ...

Card-Forum

Card-Forum

Card-Forum ist das marktführende Magazin im Themenbereich der kartengestützten Systeme für Zahlung und Identifikation, Telekommunikation und Kundenbindung sowie der damit verwandten und ...

DER PRAKTIKER

DER PRAKTIKER

Technische Fachzeitschrift aus der Praxis für die Praxis in allen Bereichen des Handwerks und der Industrie. “der praktiker“ ist die Fachzeitschrift für alle Bereiche der fügetechnischen ...

DGIP-intern

DGIP-intern

Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Individualpsychologie e.V. (DGIP) für ihre Mitglieder Die Mitglieder der DGIP erhalten viermal jährlich das Mitteilungsblatt „DGIP-intern“ ...

elektrobörse handel

elektrobörse handel

elektrobörse handel gibt einen facettenreichen Überblick über den Elektrogerätemarkt: Produktneuheiten und -trends, Branchennachrichten, Interviews, Messeberichte uvm.. In den monatlichen ...