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E-Book

Modernisierungsfall(e) Universität

Wege zur Selbstfindung einer eigensinnigen Institution

AutorAnja Ebert-Steinhübel
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl293 Seiten
ISBN9783866187160
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis27,99 EUR
Die Diagnose lautet: Die Universitäten befinden sich in einer Modernisierungsfalle. Anstatt sich als Reflexionsinstanz für eine immer schneller sich verändernde Wissenschaft und Gesellschaft zu positionieren, sind sie diesem Wandel gleichsam nach- und vielfach untergeordnet, was im Laufe der universitären Geschichte zu Vereinnahmungen unterschiedlichster Provenienz geführt hat.

Das jüngste Beispiel dafür ist der Bologna-Prozess, eine im Wesentlichen politische Willensbildung, in der die Hochschulen zu spät begonnen haben, eine eigene, systemlogische Argumentation und Zielbildung zu entwickeln. Das Buch ist ein Plädoyer für die – nach den Kirchen – älteste europäische Institution. Überleben wird sie jedoch nur, wenn es ihr angesichts der konkurrierenden politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interessen gelingt, eine eigene Position zu entwickeln, ihren institutionellen (Eigen-)Sinn zu reflektieren und ihren gesellschaftlichen Nutzen zu kommunizieren. Das heißt, in der Praxis der immer differenzierteren, vernetzten und virtualisierten Hochschulsysteme und -typen bedarf es einer gemeinsamen fundierenden und integrierenden theoretischen Konzeption. Die „Logik der Universität“ wird anhand unterschiedlichster Konzepte vom Humboldtschen Universitätsideal bis zur neueren Idee der Multiversität analysiert, mit aktuellen Anforderungen an eine lernende, d.h. sich selbst begreifende und weiterentwickelnde Institution kontrastiert und schließlich in einem ganzheitlichen Handlungsmodell („Haus“ der Universität) integriert. Dieses ist die Grundstruktur für eine differenzierte normative und strategische Hochschulentwicklung, die mit Instrumenten wie dem „universitären SWOT-Modell“, der „strategischen Typologisierung“ sowie einem idealtypischen Lernphasenmodell in der Praxis ein- und umgesetzt werden kann.

Anja Ebert-Steinhübel ist Kommunikationswissenschaftlerin und arbeitet als selbständige Trainerin, Beraterin, Autorin und Coach in den Themen Strategie und Führung, Bildungs- und Kompetenzmanagement, Personal- und Organisationsentwicklung

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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis8
Abbildungsverzeichnis12
Tabellenverzeichnis12
0 Vorwort und Dank14
1 Überlegungen zu Inhalt, Methode und Prozess18
1.1 Aktualität und Relevanz18
1.1.1 Rahmen und Abgrenzung19
1.1.2 Ziele und Leitfragen24
1.2 Theorie und Praxis26
1.2.1 Koevolution und Komplexität27
1.2.2 Ansätze und Methoden28
1.2.2.1 Systemtheorie und ihre Varianten29
1.2.2.2 Akteure, Netzwerke und Institutionen30
1.2.2.3 Reflexivität als Handlungskonzept33
1.2.2.4 Kalkulierte Dilemmata34
1.2.3 Entwicklung der empirischen Hochschulforschung36
1.2.3.1 Themen und Perspektiven37
1.2.3.2 Forschungsrationalität und Wirkungsziele39
1.3 Struktur und Prozess41
1.3.1 Die Vernunft der Begriffe41
1.3.2 Empirische Bezüge45
1.3.2.1 Methode und GesprächspartnerInnen46
1.3.2.2 Qualitätssicherung und Evaluation49
1.3.3 Argumentationsprozess51
2 Klassiker oder Auslaufmodell? – Herkunft und Zukunft55
2.1 Unde venis unversitas? Die Idee der Universität55
2.1.1 Autonomie und Verantwortung60
2.1.2 Einsamkeit und Freiheit63
2.1.3 Bildung und Wissenschaft66
2.2 Hochschulen in der Modernisierungsfalle69
2.2.1 Die Modernisierung der Moderne69
2.2.2 Die (Dauer-)Krise der Hochschulen71
2.2.2.1 Institutionelle Krisenfaktoren73
2.2.2.2 Strukturelle Krisenfaktoren76
2.2.2.3 Psychologische Krisenfaktoren78
2.2.2.4 Gesellschaftliche Krisenfaktoren80
2.2.2.5 Wirtschaftliche Krisenfaktoren81
2.2.3 Modernisierungsfall(e) Universität?85
2.3 Quo vadis universitas? – Welche Zukunft für welche Universität?89
2.3.1 Irr- und Umwege aus der Krise? Trends der universitären Entwicklung92
2.3.1.1 Steuerung für den Erfolg: New Public Management93
2.3.1.2 Standards für die Vielfalt: Der Bolognaprozess96
2.3.1.3 Kontrollierte Qualität: Exzellenz durch Evaluation99
2.3.1.4 Neue Typen: Multiversität und ihre Varianten104
2.3.2 (Rück-)Gewinnung der Zusammenhänge: Hochschulentwicklung als108
2.3.2.1 Die Universität in der Nicht-Wissensgesellschaft110
2.3.2.2 Die Vergesellschaftlichung der Wissenschaft113
2.3.2.3 Gesellschaftlicher Nutzen der Universität117
3 Wege aus der Modernisierungsfalle:121
3.1 Drei-Ebenen-Modell: Das „Haus“ der Universität122
3.2 Prozessebene: Entwicklung durch Lernen125
3.2.1 Lebenslanges Lernen als Kennzeichen gesellschaftlicher Modernität126
3.2.2 Idee und Paradox der lernenden Organisation128
3.2.3 Alles lernt – die Hochschule auch?131
3.2.3.1 Von der lehrenden über die lernende Organisation zum Lernort Universität132
3.2.3.2 Vom „Wabuwabu“ zum Agentensystem136
3.3 Inhaltsebene: Topoi einer allgemeinen Hochschulkonzeption138
3.3.1 Das Autonomieprinzip142
3.3.2 Das Bildungsprinzip145
3.3.3 Das Kommunikationsprinzip147
3.3.4 Konkretisierung der universitären Topoi im Strategieprozess150
3.3.4.1 Strategiebegriff und Universität154
3.3.4.2 Organisatorische Reife als Bedingung der Strategieentwicklung155
3.3.4.3 Universitärer Modus des SWOT-Modells156
3.4 Normative Ebene: Regeln und Grenzziehungen der Universität160
3.4.1 Governance und Stakeholder des universitären Systems160
3.4.2 Organisatorisches Leitbild und institutionelle Normen der Universität164
3.4.3 Krise vs. Reform: Typik einer „eigensinnigen“ Institution165
4 Bridging the gaps – Integration und Perspektiven169
4.1 Rahmenmodell: „Reflexivität im Kontext“169
4.1.1 Institutioneller Kontext: die Universität als Sinneinheit172
4.1.2 Wissenschaftlicher Kontext: die Universität als Agenda Setter159175
4.1.3 Gesellschaftlicher Kontext: die Universität im Dialog177
4.2 Szenarien und Projektierung einer zukunftsfähigen Universität180
4.2.1 Zukunftskonzepte: ausgezeichnete Modelle der Hochschulentwicklung181
4.2.2 Zukunftsträume: persönliche Ideale der Hochschulentwicklung184
4.2.3 Zukunftswerkstatt: systematische Hochschulentwicklung als193
4.2.3.1 Auftragsklärung193
4.2.3.2 Beratungsprozess195
4.2.3.3 Lernende Organisation200
4.3 Was bleibt: Zusammenfassung und Ausblick203
5 Literaturverzeichnis209
6 Anhang239
6.1 Gesprächsleitfaden239
6.2 GesprächspartnerInnen243
6.3 Gesprächsprotokolle244

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