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Möglichkeiten der Partizipation an zunehmenden M&A-Aktivitäten chinesischer Investoren auf dem deutschen Markt

AutorStephan Miller
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl93 Seiten
ISBN9783640919758
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR
Bachelorarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich BWL - Investition und Finanzierung, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart (Zentrum Finanzwirtschaft), Veranstaltung: Mergers & Acquisitions, Sprache: Deutsch, Abstract: In den vergangenen Jahren wurden immer häufiger Beiträge in Tageszeitungen, Nachrichtenmagazinen oder Fachjournalen über chinesische Investoren in Europa veröffentlicht. Schlagzeilen wie 'Vom Außenseiter zum Spielmacher', 'China greift an, der Westen schaut zu', 'Die neuen kalten Kriege' oder 'Angriff aus Fernost' waren keine Seltenheit und begegneten dem Leser immer häufiger. Sie zeigen auch auf, wie differenziert mit den Markteintrittsbemühungen chinesischer Unternehmen in Europa umgegangen wird. Die Emotionen sind sehr verschieden und die Vorbehalte innerhalb der Bevölkerung teilweise sehr groß. Einerseits steht hierfür die große Freude über das hohe, in den letzten Jahren kontinuierlich anhaltende Wirtschaftswachstum in China und den daraus resultierenden Partizipationsmöglichkeiten für westliche und insbesondere deutsche Unternehmen. Andererseits herrscht teilweise die Angst vor, dass chinesische Investoren in Europa alles aufkaufen könnten, da in den vergangenen Jahren auch die Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen beträchtlich gewachsen sind. Insbesondere Deutschland war für chinesische Investoren von besonderem Interesse aufgrund der Lage in der Mitte Europas und der starken Wirtschaft. In den folgenden Punkten der Einleitung wird zunächst beschrieben, welche Probleme sich daraus ergeben. Anhand dieser Problembeschreibungen wird nachstehend das Ziel der Untersuchung definiert. Mithilfe der Problemstellung sowie der Zielsetzung kann die Struktur der vorliegenden Arbeit bestimmt werden.

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Leseprobe

1. Einleitung


 

In den vergangenen Jahren wurden immer häufiger Beiträge in Tageszeitungen, Nach

 

richtenmagazinen oder Fachjournalen über chinesische Investoren in Europa veröffent

 

licht. Schlagzeilen wie „Vom Außenseiter zum Spielmacher“[1], „China greift an, der Westen schaut zu“[2], „Die neuen kalten Kriege“[3] oder „Angriff aus Fernost“[4] waren keine Seltenheit und begegneten dem Leser immer häufiger. Sie zeigen auch auf, wie differenziert mit den Markteintrittsbemühungen chinesischer Unternehmen in Europa umgegangen wird. Die Emotionen sind sehr verschieden und die Vorbehalte innerhalb der Bevölkerung teilweise sehr groß. Einerseits steht hierfür die große Freude über das hohe, in den letzten Jahren kontinuierlich anhaltende Wirtschaftswachstum in China und den daraus resultierenden Partizipationsmöglichkeiten für westliche und insbesondere deutsche Unternehmen. Andererseits herrscht teilweise die Angst vor, dass chinesische Investoren in Europa alles aufkaufen könnten, da in den vergangenen Jahren auch die Auslandsinvestitionen chinesischer Unternehmen beträchtlich gewachsen sind. Insbesondere Deutschland war für chinesische Investoren von besonderem Interesse aufgrund der Lage in der Mitte Europas und der starken Wirtschaft. In den folgenden Punkten der Einleitung wird zunächst beschrieben, welche Probleme sich daraus ergeben. Anhand dieser Problembeschreibungen wird nachstehend das Ziel der Untersuchung definiert. Mithilfe der Problemstellung sowie der Zielsetzung kann die Struktur der vorliegenden Arbeit bestimmt werden.

 

1.1. Problembeschreibung und Motivation


 

Die Volkswirtschaft der Volksrepublik China wuchs in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Wie Abbildung 1 veranschaulicht, verdreifachte sich das Bruttoinlandsprodukt Chinas in der Zeit zwischen 2000 und 2010.

 

 

Abb. 1: Die Entwicklung des nominalen chinesischen BIPs von 1970 bis 2010[5] In Billionen Yuan

 

 

 

Damit ging die wachsende Bedeutung Chinas in der Weltwirtschaft einher. Ein Auslöser für das enorme Wachstum waren umfassende Wirtschaftsreformen im Jahre 1978. Die chinesische Regierung verfolgte damit das Ziel der Stärkung und Modernisierung der chinesischen Wirtschaft.[6] Die Reformen, die unter anderem die langsame Öffnung der chinesischen Wirtschaft für ausländische Investoren aber auch für die eigenen Exporte bedeuteten, wurden durch den Beitritt Chinas zur WTO im Jahre 2001 forciert.

 

Lange Zeit wurde China als verlängerte „Werkbank der Welt“[7] betitelt. Diese Bezeichnung stütze sich auf die hohen Exportvolumina von lohnkostenintensiven Produkten oder billigen Massenprodukten aus China. Von der zunehmenden Binnennachfrage und dem wirtschaftlichen Aufschwung getragen, haben immer mehr chinesische Unternehmen in den letzten Jahren den Eintritt in fremde Märkte neben Exporten auch über eigene Tochtergesellschaften oder Akquisitionen gewagt und treten nun international in Konkurrenz mit Unternehmen aus Industrieländern.

 

Bei ihrem Markteintritt durch den Kauf eines bestehenden Unternehmens insbesondere in Deutschland sehen sich chinesische Unternehmen mit verschiedenartigen Problemen konfrontiert. Da diese Problemfelder aus Perspektive der im Bereich der Mergers & Acquisitions (M&A) als Intermediäre tätigen Akteure in bisherigen Untersuchungen zunächst nur ansatzweise behandelt wurden, soll die vorliegende Arbeit diese Betrachtungen erweitern. Des Weiteren ist nur ein begrenztes Literaturangebot vorhanden, das explizit die M&A-Aktivitäten chinesischer Investoren in Deutschland betrachtet. Die Erforschung chinesischer Investitionsaktivitäten im Ausland fand bisher nur in geringem Maße statt. Zum Einen handelt es sich um eine in ihrer Anfangsphase befindliche Entwicklung, dass chinesische Unternehmen in immer größerem Maße auf ausländischen Märkten investieren, und zum Anderen werfen statistische Grundlagen zur Erforschung der chinesischen Unternehmenstransaktionen große Probleme hinsichtlich ihrer Validität und ihrer Auswertbarkeit auf.[8] Deshalb wird die Thematik der chinabezogenen Unternehmenstransaktionen in Deutschland in der vorliegenden Arbeit untersucht. Unternehmenstransaktionen lassen sich bei ihrer Untersuchung in erfolgreiche und gescheiterte Transaktionen gliedern. Mit Bezug darauf kann eine erfolgreiche Unternehmenstransaktion als ein abgeschlossener Unternehmenskauf oder eine am Ende stattgefundene Transaktion definiert werden. Untersuchungen von KPMG im Jahre 1998 und Analysen von Hayes, ebenfalls aus dem Jahr 1998, kamen zu dem Ergebnis, dass 80 Prozent aller Cross-Border-M&A-Vorhaben zu keinem Transaktionsabschluss führten.[9] Anhand der Analyse der Erfolgsfaktoren von internationalen Unternehmenstransaktionen müssen Lösungen gefunden werden, die das Fehlschlagen von Cross- Border-M&A-Vorhaben verhindern.

 

Außerdem müssen Ansätze erarbeitet werden, die eine starke Positionierung von M&A-Beratern, die diese Cross-Border-M&A unterstützen, ermöglichen.

 

1.2. Ziel der Arbeit


 

Die Arbeit gibt einerseits einen Überblick über die Historie der M&A-Aktivitäten chinesischer Investoren in Deutschland und deckt andererseits Potenziale und Möglichkeiten für Intermediäre im M&A-Geschäft mit chinesischen Kunden auf. Hierfür werden alle im M&A-Prozess mit chinesischen Investoren bestehenden Herausforderungen identifiziert. Zudem wird beispielhaft für eine deutsche Großbank ein Überblick über das aktuelle Engagement der Commerzbank AG in China gegeben und anhand bestehender Strukturen Chancen und Möglichkeiten zur Partizipation an M&A-Transaktionen chinesischer Unternehmen in Deutschland aufgezeigt. Ferner werden Handlungsvorschläge aufgezeigt, die einer Bank die erfolgreiche Positionierung auf dem wachsenden Markt von Unternehmenstransaktionen chinesischer Investoren ermöglichen. Vor dem Hintergrund heterogener Akteure bei M&A-Deals chinesischer Investoren in Deutschland werden erfolgskritische Aspekte herausgearbeitet, welche zweckmäßig ausgestaltet erfolgreiche M&A-Transaktionen ermöglichen.

 

1.3. Aufbau der Arbeit


 

 

Abb. 2: Aufbau der Arbeit

 

 

 

1.4. Begriffsabgrenzung


 

Mergers & Acquisitions (M&A) ist ein aus dem angelsächsischen Sprachraum übernommener Begriff dessen direkte Übersetzung ins Deutsche Fusionen und Akquisitionen bedeutet. Darüber hinaus stehen im Deutschen dem Begriff M&A weitere Terminologien wie Unternehmenstransaktion, -zusammenschluss, -übernahme und -erwerb beziehungsweise -verkauf gegenüber. Eine allgemeingültige Definition hat sich in der Literatur jedoch noch nicht durchgesetzt.[10] Sowohl bei der Akquisition als auch bei der Fusion wird aus Managementsicht über eine Kapitalbeteiligung an einem Unternehmen als strategische Maßnahme Einfluss auf das Unternehmen gewonnen.[11] Da bei einigen Unternehmensbeteiligungen in Deutschland durch chinesische Unternehmen auch mit einer Beteiligungshöhe, die kleiner als 50 Prozent ist, maßgeblicher Einfluss auf das deutsche Unternehmen ausgeübt wird, werden diese ebenfalls in dieser Arbeit als M&A-Aktivitäten betrachtet.

 

Neben M&A-Deals können Investitionen von chinesischen Unternehmen auch über die Gründung eines Joint Ventures oder über Neugründungen von eigenen Tochtergesellschaften getätigt werden. Diese werden in der volkswirtschaftlichen Betrachtung dieser Arbeit ebenfalls erwähnt, in nachfolgenden Abschnitten von den Fusionen und Übernahmen chinesischer Investoren aber abgegrenzt. Da chinesische Direktinvestitionen im Ausland strengen devisenrechtlichen Bestimmungen unterlagen und dies heute in gelockertem Maße noch tun, wurden häufig Auslandsinvestitionen mittelbar über Hongkong getätigt.[12] Daher werden M&A-Aktivitäten aus Hongkong in dieser Arbeit in die Betrachtung chinesischer Transaktionen in Deutschland aufgenommen.

 

An M&A-Aktivitäten sind in der Regel mehrere Interessengruppen beteiligt. Weitere Gruppen sind unmittelbar davon betroffen. Zu den Akteuren zählen das Kaufobjekt, dessen Management und Mitarbeiter, das verkaufende Unternehmen beziehungsweise die bisherigen Eigentümer des Akquisitionsobjekts, und das akquirierende Unternehmen, das Käufer-Unternehmen. Externe Betroffene sind beispielsweise Wettbewerber, Kunden, Zulieferer, öffentliche Institutionen oder auch Fremdkapitalgeber wie Banken. Externe Beteiligte an M&A-Aktivitäten sind Experten, die sich auf die Beratung in bestimmten M&A-Prozessphasen spezialisiert haben oder den gesamten M&A-Prozess begleiten. Zu den Spezialisten zählen beispielsweise Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Rechtsanwälte. Zu den M&A-Experten, die sämtliche Phasen...

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