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Motivation und Bindung von Mitarbeitern im Darwiportunismus

AutorMartina Chalupa
VerlagRainer Hampp Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl267 Seiten
ISBN9783866181786
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR

Unter Darwiportunismus versteht man die wechselseitige Beeinflussung zwischen der individuellen Suche nach Chancen (Opportunismus) und dem kollektiven Mechanismus des Aussortierens von dem, was nicht zur Wettbewerbsfähigkeit des Systems beiträgt (Darwinismus). Märkte sind darwinistisch und Mitarbeiter opportunistisch. Die Existenz beider Konzepte ist möglich, solange es zu keinen extremen Ausformungen kommt. Die Globalisierung veränderte die Situation. Der Wettbewerbsdruck stieg und der Mitarbeiter gewann als Leistungs- und Wissensträger noch mehr an Bedeutung. Der Einzelne entwickelte sich nach seinen eigenen Vorstellungen in eine andere, individuelle Richtung.

Darwiportunismus stellt eine mögliche Lösung zu dieser Problematik dar. Das Buch beschäftigt sich mit der Motivation und Bindung von Mitarbeitern in einer darwiportunistischen Arbeitswelt und liefert aus einer internationalen Perspektive der Unternehmen detaillierte Einblicke in das darwinistische beziehungsweise opportunistische Verhalten von Unternehmen und Mitarbeiter sowie in die Mitarbeitermotivation und -bindung. In weiterer Folge werden Ansatzpunkte für die Gestaltung der Anreizsysteme von Unternehmen identifiziert. Auf Basis einer Fallstudie werden in einem internationalen Markenartikelunternehmen der Konsumgüterbranche sowohl Mitarbeitermotivation als auch -bindung analysiert und empirisch überprüft.

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Leseprobe

3. THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: ANREIZ-BEITRAGSMODELLIERUNG VON MOTIVATION- UND BINDUNGSSTRATEGIEN FÜR MITARBEITER IN EINER DARWIPORTUNISTISCHEN ARBEITSWELT (S. 60-61)

Internationale Unternehmen werden von den unterschiedlichsten Einflussfaktoren der Branche geprägt und mit den damit einhergehenden Wettbewerbsparametern konfrontiert. Das Umfeld ist dabei durch einen hohen Darwinismusgrad gekennzeichnet, wodurch darwinistische Züge ebenso im Verhalten des Unternehmens festzustellen sind. Das Unternehmen strebt ein externes Gleichgewicht an, ein Gleichgewicht von Anreizen und Beiträgen in ihrer Organisation, um im Markt überleben zu können.

Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Arbeitnehmer dazu motiviert werden, ihren Beitrag an das Unternehmen zu leisten. Die Mitarbeiter selbst weisen ein relativ hohes Maß an opportunistischen Verhalten auf und haben genaue Vorstellungen von ihrer beruflichen Position sowie von ihren Zielen. Das Unternehmen spricht durch die angebotenen Anreize die Bedürfnisse der Mitarbeiter an und versucht diese zu befriedigen. Die Mitarbeiter leisten ihre Beiträge, erreichen ihre eigenen Ziele und arbeiten an den Unternehmenszielen.

Das Unternehmen profitiert von den Beiträgen der Mitarbeiter und kann neue Anreize schaffen. Ein Gleichgewicht der Organisation ist erreicht. Voraussetzung für die Balance des Unternehmens ist das interne Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht der Mitarbeiter und deren Motivation. Basierend auf den theoretischen Grundlagen, die im vorangegangenen Abschnitt erläutert wurden, wird nun das Anreiz- Beitrags-Modell mit dem Konzept des Darwiportunismus zusammengeführt, um in weiterer Folge Motivations- und Bindungsstrategien in einem darwiportunistischen Umfeld formulieren zu können. Dazu werden Hypothesen definiert sowie Forschungsfragen erarbeitet. Diese werden dann im empirischen Teil dieser Dissertation am Beispiel von Sara Lee geprüft.

3. 1. Motivation im Darwiportunismus

Aus den vorangegangenen Ausführungen im theoretischen Teil dieser Doktorarbeit geht deutlich hervor, dass die Motivation als Antriebserlebnis eine wichtige Komponente des menschlichen Verhaltens darstellt. Sie kann als ein bewusstes Anstreben von Zielen, als erlebte Zielorientierung oder als Wille, etwas zu tun, umschrieben werden und ist somit auch im Arbeitsverhalten von grundlegender Bedeutung. Die Anreiz-Beitrags- Theorie wurde zur Erklärung herangezogen, wie Motivation bei den Arbeitnehmern entsteht und inwieweit Ansatzpunkte für das Unternehmen existieren, auf dieses Konstrukt Einfluss nehmen zu können.

Motivation basiert auf dem vom Mitarbeiter wahrgenommenen Anreiz-Beitrags- Gleichgewicht. Anknüpfungsmöglichkeiten für das Unternehmen bestehen in der Gestaltung des Anreizsystems. Verschiedene Anreize, die auf den Bedürfnissen und Werten der Arbeitnehmer basieren, aktivieren unterschiedliche Motive bei den einzelnen Mitarbeitern. Die Generation Y verfügt über einen individuellen Lebensentwurf mit spezifischen Verhaltensmustern, die vom persönlichen Wertesystem abhängen. Dieser klar strukturierte Lebensplan beinhaltet einige charakteristische Merkmale.

Vertreter der Generation Y teilen ihr Leben in klare Abschnitte ein, für die sie Gewohnheiten und Ziele definieren. An den Übergängen können diese durchaus geändert werden, aber nicht als Ziel, sondern ausschließlich als Mittel zum Zweck. Sie sind hochinformiert, verfügen über fundierte Kenntnisse und Fähigkeiten und sind sich ihrer Kompetenz bewusst. Als so genannte High Potentials suchen sie konstant nach neuen Herausforderungen, Wachstum und Weiterentwicklung. Die Berufslaufbahn wird immer mehr ein Weg zur Selbstverwirklichung als eine Überlebensnotwendigkeit. Arbeit wird als Möglichkeit angesehen, Fähigkeiten und Talente zu entfalten und sich selbst besser kennen zu lernen. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass Arbeit dem Leben Sinn gibt.

Neben einem ausgeprägten Leistungswillen und dem Wunsch nach permanenter Weiterentwicklung wollen die Mitarbeiter Generation Y auch Spaß und Unterhaltung haben und streben nach finanzieller Freiheit, um das Leben genießen zu können. Dabei wird auf eine interessante Mischung aus Leistungs- und Genussorientierung geachtet, wobei beides ein hohes Niveau aufweist, jedoch individuell definiert und an den eigenen Zielen ausgerichtet wird.

Inhaltsverzeichnis
DANKSAGUNG6
GLIEDERUNG8
INHALTSVERZEICHNIS10
ABBILDUNGSVERZEICHNIS13
TABELLENVERZEICHNIS15
1.PROBLEMSTELLUNG UND ZIEL DER ARBEIT18
1.1. Ausgangssituation18
1.2. Problem23
1.3. Ziel28
1.4. Methodik30
1.5. Ablauf30
2.GRUNDLAGEN33
2.1. Internationale Unternehmen im globalen Wettbewerbsumfeld33
2.1.1. Konsumgüterbranche33
2.1.2. Markenartikelindustrie34
2.2. Darwiportunismus35
2.2.1. Darwinismus35
2.2.2. Opportunismus38
2.2.3. Darwiportunismus42
2.3. Motivation47
2.3.1. Anreize53
2.3.1.1. Materielle Anreize54
2.3.1.2. Immaterielle Anreize55
2.3.2. Beiträge65
2.3.3. Das interne Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht67
2.4. Bindung71
3.THEORETISCHER BEZUGSRAHMEN: ANREIZ-BEITRAGSMODELLIERUNG VON MOTIVATION- UND BINDUNGSSTRATEGIEN FÜR MITARBEITER IN EINER DARWIPORTUNISTISCHEN ARBEITSWELT77
3.1. Motivation im Darwiportunismus77
3.2. Bindung im Darwiportunismus85
3.3. Modell & Hypothesen89
4.EMPIRIE96
4.1. Untersuchungsobjekt Sara Lee96
4.2. Aufbau der empirischen Untersuchung101
4.2.1. Operationalisierung und Forschungsdesign102
4.2.1.1. Indikatoren für die Ausprägungen von Darwiportunismus104
4.2.1.2. Indikatoren für die vom Mitarbeiter wahrgenommenen Anreize105
4.2.1.3. Indikatoren für die vom Mitarbeiter geleisteten Beiträge107
4.2.1.4. Indikatoren für ein internes Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht108
4.2.1.5. Indikatoren für Motivation109
4.2.1.6. Indikatoren für Bindung110
4.2.1.7. Indikatoren für Erfolg110
4.2.2. Fragebogen111
4.2.3. Auswahl der Untersuchungsgruppe121
4.2.4. Rücklaufquote der Untersuchung122
4.2.5. Art der Datenaufbereitung122
4.2.5.1. Univariate Auswertungsmethoden122
4.2.5.2. Multivariate Auswertungsmethoden123
5.ERGEBNISSE DER EMPIRISCHEN ANALYSE125
5.1. Deskriptive Analyse der Untersuchungsergebnisse125
5.1.1. Stichprobenbeschreibung125
5.1.2. Deskriptive Analyse der Modellvariablen127
5.1.2.1. Darwinismus127
5.1.2.2. Opportunismus129
5.1.2.3. Anreize133
5.1.2.4. Beiträge138
5.1.2.5. Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht142
5.1.2.6. Motivation144
5.1.2.7. Bindung147
5.1.2.8. Erfolg150
5.2. Explikative und explorative Analyse der Untersuchungsergebnisse152
5.2.1. Darwinismus152
5.2.2. Opportunismus157
5.2.3. Anreize161
5.2.4. Beiträge167
5.2.5. Anreiz-Beitrags-Gleichgewicht170
5.2.6. Motivation172
5.2.7. Bindung182
5.2.8. Erfolg190
6.RESUMEE194
6.1. Zusammenfassung und Bewertung der Ergebnisse194
6.2. Motivation und Bindung der Mitarbeiter196
6.2.1. Gesamtbetrachtung Unternehmen Sara Lee Household & Bodycare197
6.2.2. Zelle 1 „Gute, alte Zeit“203
6.2.3. Zelle 2 „Kindergarten“207
6.2.4. Zelle 3 „Feudalismus“211
6.2.5. Zelle 4 „Darwiportunismus pur“216
6.3. Praxis- und forschungsbezogene Implikationen220
6.3.1. Implikationen für die Managementpraxis in Markenartikelunternehmen220
6.3.2. Implikationen für die Forschung228
6.4. Fazit229
NACHWORT232
ANHANG235
LITERATURVERZEICHNIS248

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