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Multikulturelle Arbeitsgruppen

Erklärungsgrößen und Gestaltungsformen

AutorAnne Susann Rohn
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl553 Seiten
ISBN9783835093102
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis66,99 EUR
Anne Susann Rohn untersucht, welche Mechanismen multikulturelle Arbeitsgruppen häufig dazu zwingen, sich entweder für die kulturelle Vielfalt oder für den Gruppenkonsens zu entscheiden. Im Mittelpunkt stehen Zusammensetzung, Führung, Planung und Organisation solcher Arbeitsgruppen. Durch die Integration der drei relevanten großen Forschungsbereiche Kultur-, Gruppen- und Vielfaltsforschung in die dialektische Perspektive der lose gekoppelten Systeme löst sie den Konflikt zwischen Vielfalt und Konsens hin zur erhofften Synergie auf.



Dr. Anne Susann Rohn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Joachim Wolf am Lehrstuhl für Organisation der Universität zu Kiel.

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Leseprobe
3 Kultur: Begriff, Konzeptualisierungen und Erkenntnisse (S. 21-22)

3.1 Inhaltliche Bestimmung des Kulturbegriffs

Vom Begriff ,Kultur existiert eine Vielzahl an Definitionen. Schon zu Beginn der fünfziger Jahre hot die Anthropologie eine Menge an verschiedenen Begriffsdeutungen an, wobei nach einer Katalogisierung von mehr als 100 verschiedener Kulturdefinitionen Kroeber und Kluckhohn zu einer der umfassendsten und auch heute noch am weitesten akzeptierten Definition gelangten: „ Culture consists of patterns, explicit and implicit, of and for behavior acquired and transmitted by symbols, constituting the distinctive achievement of human groups, including their embodiment in artifacts, the essential core of culture consists of traditional (i.e., historically derived and selected) ideas and especially their attached values, culture systems may, on the one hand, be considered as products of action, on the other, as conditioning elements of future action. (Kroeber &, Kluckhohn, 1952, S. 181)

Ausgehend von dieser Definition lasst sich also festhalten, dass es zwei Schlüsselelemente zum Verständnis von Kultur gibt. Zum einen stellt Kultur ein Bedeutungssystem dar, etwas, das von allen oder fast allen Mitgliedern einer sozialen Gruppe oder Kategorie geteilt wird, die mentale Software.’ Und zum anderen prägen und beeinflussen die kulturellen Werte individuelles und kollektives Verhalten und strukturieren die Wahrnehmung der Welt.

Den Kern der mentalen Software bilden Werte, die für ein Individuum oder eine Gruppe explizit oder implizit erwünschte Zustande darstellen und die Auswahl von verfügbaren Handlungsmodi, -mitteln und -zwecken beeinflussen. Werte können sowohl bewusst oder unbewusst sein und sie reflektieren die relativ allgemeinen Sollvorstellungen bezüglich dessen, was richtig oder falsch ist. Sie spezifizieren also generelle Präferenzen.

Die Werte einer Person als Programm in der individuellen mentalen Software sind zum Teil einzigartig und zum Teil mit denen anderer Personen geteilt. Es werden drei Ebenen mentaler Programmierung unterschieden.

• Erstens existiert die universelle Ebene mentaler Programmierung, die das biologische „operierende System des menschlichen Körpers umfasst. Hierzu gehören Ausdrucks verhalten wie Lachen oder Weinen, bindendes oder aggressives Verhalten. Diese Ebene mentaler Programmierung wird von allen Menschen geteilt.

• Die zweite Ebene ist die kollektive Ebene mentaler Programmierung. Sie wird von einigen, aber nicht von allen Menschen geteilt. Diese Programmierung ist jenen Menschen gemein, die zu einer bestimmten Kategorie oder Gruppe gehören, aber verschieden von denen der Menschen, die zu anderen Kategorien oder Gruppen gehören.

Die kollektive Ebene mentaler Programmierung beschreibt die subjektive menschliche Kultur, wobei das geteilte kulturelle System einer Gruppe, die gemeinsame kulturelle Werteorientierung, mehrere Funktionen erfüllt. Hierzu gehören Identitatsflinktionen, Gruppensolidaritatsfunktionen, Bewertungsfunktionen, Anpassungsfunktionen und Erklärungsfunktionen. Innerhalb der Grenzen der eigenen Kultur leitet ein klares Set von Werteorientierungen den Inhalt der eigenen Identität und moralischen Entwicklung. Die sozialen und persönlichen Identitäten werden durch intensive und häufige Interaktionen mit kulturell ähnlichen Anderen gebildet und verstärkt (Identitätsfunktion).
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
1 Ausgangslage und Problemstellung29
2 Forschungsgegenstand: Multikulturelle Arbeitsgruppen41
3 Kultur: Begriff, Konzeptualisierungen und Erkenntnisse49
4 Gruppenarbeit: Konzeptualisierungen und Erkenntnisse89
5 Vielfalt: Begriff, Konzeptualisierungen und Erkenntnisse121
6 Die Systemtheorie und das Konzept der lose gekoppelten Systeme als theoretische Grundlage der Untersuchung168
7 Konzeptioneller Bezugsrahmen als ordnungsstiftendes Untersuchungsgeriist191
8 Methoden280
9 Ergebnisse der Untersuchung315
10 Diskussion der Ergebnisse und Implikationen der Untersuchung457
Literaturverzeichnis493
Anhang554

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