Sie sind hier
E-Book

Musikpsychologie. Musikalische Sozialisation im Kindes- und Jugendalter (Reihe: Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie, Bd. 19)

AutorClaudia Bullerjahn, Holger Höge, Wolfgang Auhagen
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl228 Seiten
ISBN9783840920684
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR

Themen des Bandes: Die Theorie musikalischer Selbstsozialisation: Elf Jahre ... und ein bisschen weiser?, «Musikalische Selbstsozialisation». Strukturwandel musikalischer Identitätsbildung oder modischer Diskurs?, Selbstinitiierte musikbezogene Aktivitäten von Kindern im Grundschulalter, Die Offenohrigkeit und ihr Verschwinden bei Kindern im Grundschulalter, Über den Einfluss musikalischer Aktivitäten auf den erfolgreichen Abschluss der Schullaufbahn.

Eine Ex-post-Studie an der freien Waldorf-Schule in Rendsburg, Motivation und autodidaktisches Lernen auf dem Prüfstand. Zur biographischen Bedeutung des Engagements in Schülerbands.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Kapitelübersicht
  1. Inhalt
  2. Vorwort
  3. Themenschwerpunkt: Musikalische Sozialisation im Kindes- und Jugendalter
  4. Freie Forschungsberichte
  5. Nahaufnahme
  6. Spot
  7. Rezensionen
  8. Berichte
  9. Mitarbeiter an diesem Band
  10. Hinweise für Autoren
Leseprobe

„Musikalische Selbstsozialisation". Strukturwandel musikalischer Identitätsbildung oder modischer Diskurs? ( S. 31)

Hans Neuhoff und Anne Weber-Krüger
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag unterzieht die Theorie musikalischer und medialer Selbstsozialisation von Müller, Rhein und Glogner einer kritischen Betrachtung. In einem ersten Schritt wird am Beispiel des Geltungsbereichs und des Autonomiebegriffs gezeigt, dass die Theorie in wesentlichen Punkten diffus oder widersprüchlich formuliert ist und dass die Bedingungen und Merkmale von Selbstsozialisation von den AutorInnen überhaupt nicht operabel und Erkenntnis bildend benannt werden (können).

Es folgt eine Kritik bestimmter tragender Annahmen, Theoreme und positiver Aussagen der Theorie (selbstgewählte Mitgliedschaften, populärkulturelles Kapital, „Aneignung"). Dabei wird auch die Beachtung struktureller und habitueller Bedingungen für vermeintlich selbstsozialisatorisches Handeln angemahnt, die Behauptung einer soziologischen und pädagogischen Marginalisierung popkultureller Themen relativiert und die Verwendung empirischer Forschungsergebnisse zur Erklärung von Selbstsozialisation als interpretatorisch enttarnt.

In einem dritten Schritt weisen wir auf einige gravierende Defizite der Theorie hin, nämlich die Nicht-Beachtung relevanter Theorien und Befunde der Medienwirkungsforschung, der Lerntheorie und der Sozialpsychologie. Abschließend werden mit der These, dass sich der Bedingungsrahmen musikalischer Sozialisation von einem soziologischen in einen sozialpsychologischen Raum verlagert hat, sowie mit dem Konzept der Parallelsozialisation alternative Rahmenkonzepte zur Erforschung musikalischer und medialer Sozialisation heute vorgeschlagen.

Abstract
The present contribution offers a critical assessment of the theory on musical and medial self-socialization as formulated by Müller, Rhein and Glogner. Firstly, using scope of the theory and notions of autonomy as examples, it will be highlighted that the theory is diffuse and contradictory in critical points. Moreover, the authors fail to present empirically usable and intelligence enhancing attributes of self-socialization.

This will be followed by a critique of specific basic assumptions, theorems and positive statements of the theory (self-elected memberships, popular cultural capital, „active reading"). We emphasize the need to respect structural and habitual conditions for seemingly self-socializing actions, and question the assumption that issues of popular culture are sociologically and pedagogically marginalized.

Furthermore, the use of empirical research results for „explaining" self-socialization will be disclosed as interpretational. As a third step, significant deficits of the theory are noted, especially the failure to include relevant conclusions of media effects research, learning theory and social psychology.

Finally, alternative conceptual frameworks for the investigation of contemporary musical and medial socialization are suggested using the thesis of parallel socialization and arguing that the conditional frame of musical socialization has shifted from a sociological to a socio-psychological space.

1 Einleitung
In der allgemeinen Sozialisationsforschung ist seit einigen Jahren ein neuer Begriff in Umlauf, dessen Urheber den Anspruch erheben, er leiste eine adäquate Konzeptualisierung heutiger, veränderter Sozialisationsbedingungen: der Begriff der Selbstsozialisation. Er ist ohne Verzögerung von AutorInnen der musikalischen Sozialisationsforschung übernommen und zu einem Leitbegriff erklärt worden.

Insbesondere Renate Müller, Stefanie Rhein und Patrick Glogner haben mit einer Reihe von Publikationen versucht, dem Konzept der Selbstsozialisation im musiksoziologischen Diskurs Raum und Geltung zu verschaffen. Gegenüber einem entwicklungspsychologischen Ansatz, der die Ausprägung performativer musikalischer Kompetenzen akzentuieren mag, sind im Rahmen von Soziologie dabei auch und gerade die responsiven und rezeptiven musikalischen Kompetenzen von Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort10
Themenschwerpunkt: Musikalische Sozialisation im Kindes- und Jugendalter12
Die Theorie musikalischer Selbstsozialisation: Elf Jahre … und ein bisschen weiser?12
„Musikalische Selbstsozialisation“. Strukturwandel musikalischer Identitätsbildung oder modischer Diskurs?32
Die Offenohrigkeit und ihr Verschwinden bei Kindern im Grundschulalter72
Über den Einfluss musikalischer Aktivitäten auf den erfolgreichen Abschluss der Schullaufbahn an einer Waldorf-Schule94
Motivation und autodidaktisches Lernen auf dem Prüfstand. Zur biografischen Bedeutung des Engagements in Schülerbands106
Freie Forschungsberichte129
Aspekte des Musikerlebens erwachsener Laienmusiker. Eine empirische Untersuchung129
Nahaufnahme151
Julio Estrada151
Spot155
EMuJoy – Software zur kontinuierlichen Erfassung emotionaler Selbstauskunft in Reaktion auf multimodale Stimuli155
Rezensionen162
Berichte208
Mitarbeiter an diesem Band220
Hinweise für Autoren223
Mehr eBooks bei www.ciando.com0

Weitere E-Books zum Thema: Pädagogik - Erziehungswissenschaft

Neue Trends im E-Learning

E-Book Neue Trends im E-Learning
Aspekte der Betriebswirtschaftslehre und Informatik Format: PDF

E(lectronic)- und M(obile)-Learning: das Lernen und Lehren mittels Informations- und Kommunikationstechnologien - wird bereits in vielen Bereichen erfolgreich eingesetzt. In (Hoch)schulen sowie in…

Neue Trends im E-Learning

E-Book Neue Trends im E-Learning
Aspekte der Betriebswirtschaftslehre und Informatik Format: PDF

E(lectronic)- und M(obile)-Learning: das Lernen und Lehren mittels Informations- und Kommunikationstechnologien - wird bereits in vielen Bereichen erfolgreich eingesetzt. In (Hoch)schulen sowie in…

Neue Trends im E-Learning

E-Book Neue Trends im E-Learning
Aspekte der Betriebswirtschaftslehre und Informatik Format: PDF

E(lectronic)- und M(obile)-Learning: das Lernen und Lehren mittels Informations- und Kommunikationstechnologien - wird bereits in vielen Bereichen erfolgreich eingesetzt. In (Hoch)schulen sowie in…

Lernstile und interaktive Lernprogramme

E-Book Lernstile und interaktive Lernprogramme
Kognitive Komponenten des Lernerfolges in virtuellen Lernumgebungen Format: PDF

Daniel Staemmler untersucht, inwieweit sich unterschiedliche Lernstile bei verschiedenen Formen der Interaktion mit Lernprogrammen positiv auf den Lernerfolg der Nutzer von Hypermediasystemen…

Positiv lernen

E-Book Positiv lernen
Format: PDF

Lern- und Leistungsstörungen sind eine enorme Belastung für Betroffene sowie ihre Bezugspersonen. Die Autoren zeigen, was man dagegen tun kann: Mit ihrem IntraActPlus-Konzept nutzen sie die…

Positiv lernen

E-Book Positiv lernen
Format: PDF

Lern- und Leistungsstörungen sind eine enorme Belastung für Betroffene sowie ihre Bezugspersonen. Die Autoren zeigen, was man dagegen tun kann: Mit ihrem IntraActPlus-Konzept nutzen sie die…

Besser lernen

E-Book Besser lernen
Format: PDF

Ein Lernratgeber für alle. Verständlich und leicht nachvollziehbar erläutern die Autoren ihre wissenschaftlich fundierten Lerntechniken anhand von Beispielen. Neben den Techniken behandeln sie…

Lernstile und interaktive Lernprogramme

E-Book Lernstile und interaktive Lernprogramme
Kognitive Komponenten des Lernerfolges in virtuellen Lernumgebungen Format: PDF

Daniel Staemmler untersucht, inwieweit sich unterschiedliche Lernstile bei verschiedenen Formen der Interaktion mit Lernprogrammen positiv auf den Lernerfolg der Nutzer von Hypermediasystemen…

Weitere Zeitschriften

Arzneimittel Zeitung

Arzneimittel Zeitung

Die Arneimittel Zeitung ist die Zeitung für Entscheider und Mitarbeiter in der Pharmabranche. Sie informiert branchenspezifisch über Gesundheits- und Arzneimittelpolitik, über Unternehmen und ...

Atalanta

Atalanta

Atalanta ist die Zeitschrift der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderung. Im Atalanta-Magazin werden Themen behandelt wie Wanderfalterforschung, Systematik, Taxonomie und Ökologie. ...

BMW Magazin

BMW Magazin

Unter dem Motto „DRIVEN" steht das BMW Magazin für Antrieb, Leidenschaft und Energie − und die Haltung, im Leben niemals stehen zu bleiben.Das Kundenmagazin der BMW AG inszeniert die neuesten ...

cards Karten cartes

cards Karten cartes

Die führende Zeitschrift für Zahlungsverkehr und Payments – international und branchenübergreifend, erscheint seit 1990 monatlich (viermal als Fachmagazin, achtmal als ...

Computerwoche

Computerwoche

Die COMPUTERWOCHE berichtet schnell und detailliert über alle Belange der Informations- und Kommunikationstechnik in Unternehmen – über Trends, neue Technologien, Produkte und Märkte. IT-Manager ...

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum - Zeitschrift für die gesamte Grundstücks-, Haus- und Wohnungswirtschaft. Für jeden, der sich gründlich und aktuell informieren will. Zu allen Fragen rund um die Immobilie. Mit ...

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum

Das Hauseigentum. Organ des Landesverbandes Haus & Grund Brandenburg. Speziell für die neuen Bundesländer, mit regionalem Schwerpunkt Brandenburg. Systematische Grundlagenvermittlung, viele ...

Demeter-Gartenrundbrief

Demeter-Gartenrundbrief

Einzige Gartenzeitung mit Erfahrungsberichten zum biologisch-dynamischen Anbau im Hausgarten (Demeter-Anbau). Mit regelmäßigem Arbeitskalender, Aussaat-/Pflanzzeiten, Neuigkeiten rund um den ...

DER PRAKTIKER

DER PRAKTIKER

Technische Fachzeitschrift aus der Praxis für die Praxis in allen Bereichen des Handwerks und der Industrie. “der praktiker“ ist die Fachzeitschrift für alle Bereiche der fügetechnischen ...

Deutsche Hockey Zeitung

Deutsche Hockey Zeitung

Informiert über das internationale, nationale und internationale Hockey. Die Deutsche Hockeyzeitung ist Ihr kompetenter Partner für Ihr Wirken im Hockeymarkt. Sie ist die einzige ...