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Muße und Kult

Mit einer Einführung von Kardinal Karl Lehmann

AutorJosef Pieper
VerlagKösel
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl144 Seiten
ISBN9783641043704
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis11,99 EUR
Zentrum unserer Kultur muss die Muße sein, nicht die Arbeit

»Ein schmales, aber ein tiefes Buch: eindrucksvoll, ja erschreckend.« (New York Times)

»Hier ist mit psychologischen und philosophischen Kategorien und der Sprachkraft eines großen Schriftstellers endlich die lange fällige Polemik gegen den modernen Götzen der Arbeit geschrieben.« (Joachim Günther)

• Eines der wichtigsten und erfolgreichsten Bücher Josef Piepers
• Vorwort von Kardinal Lehmann
• 10. Todestag des großen Philosophen am 6.11.2007



Josef Pieper, (1904-1997), einer der großen Autoren des Kösel-Verlags, war einer der bekanntesten christlichen Philosophen der Gegenwart. Am 4. Mai 2014 hätte er seinen 110. Geburtstag gefeiert. Piepers Schriften wurden in viele Sprachen übersetzt und erreichten eine Gesamtauflage von weit über einer Million Exemplare.

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Leseprobe
Hintergründe, Entstehen und Fortwirken (S. 7-8)

Berthold Wald, Herausgeber der Gesammelten Werke Josef Piepers, macht in Band 6 in seinem Nachwort darauf aufmerksam, dass diese Schrift, auch in den Augen Piepers, einen grundlegenden Rang hatte und zu den wichtigen Versuchen nach 1945 gehörte, eine Antwort auf die geistige Situation der Zeit zu formulieren.6 Nicht zufällig nennt Wald im gleichen Atemzug die Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno.7 Auch wenn die Positionen sehr verschieden sind, so gibt es doch eine wesentliche Gemeinsamkeit in der Prognose, dass nämlich die instrumentelle Vernunft der Neuzeit den »Lauf zur verwalteten Welt«8 eher noch beschleunigen wird und den Einzelnen in die Gefahr bringt, »ganz und gar Funktionär zu werden«.

Auch bei Pieper wird auf die moderne Arbeitswelt hingewiesen, die vieles verdrängt habe. Ein bloßer Rückgriff auf Traditionspflege allein sei - so Pieper - wirkungslos, weil auf solche Weise »die eigentlichen geschichtlichen Fronten durch restaurative Vorläufigkeiten noch verdeckt und undeutlich bleiben«.10 Gewiss gibt es noch andere Gemeinsamkeiten mit der Zeitdiagnose bald nach dem Zweiten Weltkrieg. Ich denke da auch an die Analysen und Betrachtungen von Romano Guardini, Karl Jaspers, José Ortega y Gasset oder Helmuth Plessner.

Josef Pieper hatte für Band 1 einer von ihm selbst geplanten achtbändigen Gesamtausgabe seiner Werke, die ab Frühjahr 1970 im Kösel-Verlag erscheinen sollte, bereits drei Schriften satzfertig vorbereitet, nämlich Muße und Kult, Glück und Kontemplation und Zustimmung zur Welt. Der Sache nach finden sich die Stichworte dieser Schriften schon in Aufzeichnungen des Jahres 1941.

Berthold Wald zitiert dazu aus einer bisher unveröffentlichten Vorbemerkung Piepers zu dem 1970 geplanten Band 1: »Kennworte (zu diesen Themen) finden sich sämtlich schon 1941 in den Aufzeichnungen, durch die ich mir während des Krieges notdürftig eine gewisse Kontinuität des Denkens zu bewahren suchte: Kult und Feier, Muße, die Freistatt inmitten der Arbeitswelt, Entrückung aus dem Hier und Jetzt, Kontemplation.«

Im Jahr 1942 schreibt Josef Pieper: »Zum Erscheinungsbild der Mußelosigkeit gehört auch, dass der Mensch nicht beten kann. Auch das Gebet schenkt Entrückung aus dem Gefüge des Alltäglichen und öffnet den Zugang zu den Ur-Wirklichkeiten. Die Erquickung dessen, der aus dem Gebet zurückkehrt, gleicht der des Erwachenden. Muße - Schlaf - Gebet - Kontemplation. Von hier aus gewinnt die Regel des täglichen Gebetes neues Gewicht.«

Auf diese Weise erklärt sich auch, dass Josef Pieper sich damals zu diesen Themen intensiv Gedanken machte und im September 1947 in nur drei Wochen Muße und Kult niedergeschrieben hat. So liest sich auch heute noch das Buch wie aus einem Guss. Daran erinnert auch noch die sonst nicht erklärte Widmung »Den Freunden auf der Böhre«.&nbsp
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