Sie sind hier
E-Book

Nischenstrategien und ihre Bedeutung für den Unternehmenserfolg

AutorMicha Trachsel
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl307 Seiten
ISBN9783835095755
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Anhand einer branchenunabhängigen empirischen Studie identifiziert Micha Trachsel praktisch relevante Arten von Nischenstrategien und untersucht den Zusammenhang zwischen ihnen und dem Unternehmenserfolg. Er entwickelt eine Taxonomie mit sechs Nischenstrategiearten, die unter anderem zeigt, dass die bisher proklamierte nischenbezogene Kostenführerschaft als realer Nischenstrategietyp nicht existiert.

Dr. Micha Trachsel promovierte bei Prof. Dr. Richard Kühn am Lehrstuhl für Marketing und Unternehmensführung der Universität Bern. Er ist Berater bei Input, Unternehmens- und Marketingberatung.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe
9 Analyse der Datenqualität (S. 165-166)

Die Analyse der Datenqualität erfolgt anhand der drei Gütekriterien „Objektivität", „Reliabilität" und „Validität". Diese Kriterien stehen in einem hierarchischen Verhältnis zueinander, wobei die Objektivität eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung der Reliabilität darstellt und die Reliabilität ihrerseits einer notwendigen aber nicht hinreichenden Bedingung der Validität entspricht.675

9.1 Objektivität

Eine Untersuchung gilt dann als objektiv, wenn ihre Ergebnisse unabhängig von der Untersuchungsleitung sind. Grundsätzlich können drei Arten von Messobjektivität unterschieden werden. Zum einen die Durchführungsobjektivität, welche voraussetzt, dass keine soziale Interaktion zwischen den Auskunftspersonen und dem Untersuchungsleiter existiert. Zum anderen die Auswertungsobjektivität, welche misst, inwieweit dem Untersuchungsleiter bei der Auswertung Freiheitsgrade offen stehen. Schliesslich kann noch die Interpretationsobjektivität geprüft werden, welche dem Spielraum der Untersuchungsleitung bei der Interpretation der Ergebnisse entspricht.

Es ist offensichtlich und Bedarf keinen detaillierten Ausführungen, dass bei quantitativen schriftlichen Erhebungen die Objektivität grundsätzlich als erfüllt erachtet werden kann. Eine standardisierte Befragung mittels Fragebogen mit geschlossenen Fragen stellt weitestgehend die Einhaltung der drei genannten Objektivitätsaspekte sicher (vgl. dazu den Fragebogen im Anhang 2).

9.2 Reliabilität

Mit der Reliabilität (Zuverlässigkeit) wird der Grad der Messgenauigkeit eines Instrumentes gemessen.Die Reliabilität ist hoch, wenn eine Messung frei von Zufallsfehlern680 ist und ein wesentlicher Anteil der Varianz der Indikatoren durch die Asso ziationen mit dem entsprechenden Faktor erklärt werden kann. Damit einher geht die Forderung, dass die Messwerte präzise und bei wiederholter Messung stabil sind. Unterschiedliche Ursachen können jedoch dazu führen, dass Messfehler auftreten.

Diese basieren auf äußeren Einflüssen (fehlende Bedingungskonstanz), nicht eindeutigen Merkmalen (fehlende Merkmalskonstanz) oder mangelnder Präzision des Messinstrumentes (fehlende instrumentale Konstanz). Zur Messung der Reliabilität sind mehrere Methoden entwickelt worden. So zum Beispiel die Test-Retest-Methode, bei welcher ein und derselbe Test den Untersuchungspersonen zweimal vorgelegt wird.

Diese Methode ist jedoch aufgrund des grossen Aufwands aus forschungspraktischen Gründen im Rahmen der vorliegenden Studie nicht durchführbar. Gleiches gilt für die Paralleltest-Methode, welche die Messung des Untersuchungsgegenstandes anhand von zwei unterschiedlichen Tests beinhaltet. Bei beiden Methoden wird aus der Übereinstimmung der beiden Testergebnisse auf die Reliabilität des Testverfahrens geschlossen. Mit weniger Aufwand verbunden ist die Split-Half-Methode (Testhalbierungs-Methode) zur Messung der internen Konsistenz von Multi-Item-Skalen. Hier – wie in den meisten Studien – wird zur Messung der Zuverlässigkeit der Skalen die Reliabilitätsanalyse nach Cronbach eingesetzt. Dabei werden die Items von Multi- Item-Skalen in zwei Hälften aufgeteilt und die Ergebnisse der jeweiligen Skalen einander gegenübergestellt. Während die Test-Retest-Methode und die Paralleltest- Methode auch dann anwendbar sind, wenn die Messung jeweils nur durch einen Indikatoren erfolgt, setzt die Split-Half-Methode eine Messung mit multiplen Indikatoren voraus.

Cronbachs Alpha686, bei dem alle möglichen Skalenhalbierungen berücksichtigt werden, ist dabei der am häufigsten verwendete Koeffizient zur Messung der internen Konsistenz. Die interne Konsistenz ist dann gegeben, wenn die Items einer Skala hohe Inter- Item-Korrelationen aufweisen. Liegt eine hohe Inter-Item-Korrelation vor, bedeutet dies, dass die Items die gleiche latente Variable messen.688 In der Literatur finden sich Grenzwerte (Mindestanforderungen) des Koeffizienten Alpha von 0.6689 und 0.7690, abhängig davon, in welcher Form die gewonnenen Daten verwendet werden sollen.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis15
Tabellenverzeichnis18
Abkürzungsverzeichnis19
Teil I: Einleitung23
1 Ausgangslage und Problemstellung23
1.1 Bedeutung der Thematik23
1.2 Konzeptionelle Unklarheiten28
1.2.1 Nische28
1.2.2 Arten von Nischenstrategien31
1.3 Erfolgsbedeutung von Nischenstrategien35
1.3.1 Studien zum Erfolg von Wettbewerbsstrategien36
1.3.2 Studien zum Erfolg von New-Venture-Strategien37
1.3.3 Spezifische Studien zum Erfolg von Nischenstrategien38
1.4 Fazit39
2 Zielsetzung und forschungsleitende Fragen41
3 Konkretisierung des Forschungsansatzes und Aufbau der Arbeit45
3.1 Typologien versus Taxonomien zur Klassifikation von Nischenstrategien45
3.2 Forschungsansatz und Konzeptualisierung50
3.2.1 Forschungsansätze51
3.2.2 Konzeptualisierungsvarianten55
3.3 Konzeptioneller Rahmen und Forschungshypothesen59
3.4 Aufbau der Arbeit61
Teil II: Theoretische Grundlagen63
4 Begriffliche Grundlagen63
4.1 Zum Begriff „Marktnische“64
4.1.1 Definitionen des Nischenbegriffes65
4.1.2 Merkmale von Marktnischen69
4.1.3 Voraussetzungen von Marktnischen73
4.1.4 Arbeitsdefinition des Begriffes „Marktnische“75
4.2 Zum Begriff „Nischenstrategie“79
4.2.1 Nischenstrategien als Wettbewerbsstrategien80
4.2.2 Nischenstrategien als Marktbearbeitungsstrategien88
4.2.3 Arbeitsdefinition des Begriffes „Nischenstrategie“92
4.3 Fazit92
5 Systematisierungen und Erfolgsbedeutungen von Nischenstrategie- Arten95
5.1 Nischenstrategien als Bestandteil von Systematisierungen von Wettbewerbsstrategien96
5.1.1 Systematisierung nach Porter96
5.1.2 Systematisierung nach Aaker97
5.2 Spezifische Systematisierungen von Nischenstrategien100
5.2.1 Systematisierung nach Hünerberg100
5.2.2 Systematisierung nach Rosenbaum101
5.3 Empirisch identifizierte Arten von Nischenstrategien und ihre Erfolgsbedeutung104
5.3.1 Exkurs: Einführung in die Erfolgsfaktorenforschung105
5.3.2 Nischenstrategien in Studien zu Wettbewerbsstrategien115
5.3.3 Nischenstrategien in Studien zu New-Venture-Strategien125
5.3.4 Spezifische Studien zu Nischenstrategien133
5.4 Fazit141
Teil III: Planung der empirischen Untersuchung145
6 Konzeptualisierung und Operationalisierung der Untersuchungsvariablen147
6.1 Identifikation und Konzeptualisierung der Untersuchungsvariablen147
6.1.1 Gestaltungsvariablen148
6.1.2 Kontextvariablen153
6.1.3 Erfolgsvariablen157
6.2 Operationalisierung der Untersuchungsvariablen159
6.2.1 Operationalisierung der Gestaltungsvariablen160
6.2.2 Operationalisierung der Kontextvariablen166
6.2.3 Operationalisierung der Erfolgsvariablen167
7 Detailplanung und Durchführung der empirischen Untersuchung169
7.1 Forschungsdesign169
7.1.1 Zielsetzung der Untersuchung169
7.1.2 Methode der Datenerhebung173
7.1.4 Bestimmung der Stichprobe175
7.2 Durchführung der Datenerhebung177
Teil IV: Forschungsergebnisse179
8 Einleitende Bemerkungen zur Datenqualität179
8.1 Rücklaufquote179
8.2 Externe Validität des Datensatzes181
8.3 Funktion der antwortenden Personen185
9 Analyse der Datenqualität187
9.1 Objektivität187
9.2 Reliabilität187
9.3 Validität192
9.4 Validierung der formativen Konstrukte195
10 Entwicklung einer Taxonomie von Nischenstrategien199
10.1 Planung und Durchführung des Clusterverfahrens199
10.1.1 Überprüfung der Gewichtung der Clustervariablen200
10.1.2 Analyse von Ausreissern202
10.1.3 Bestimmung der Ähnlichkeiten und des Fusionierungsalgorithmus204
10.1.4 Durchführung der Clusterung und Bestimmung der Clusteranzahl205
10.1.5 Beurteilung der Clusterlösung hinsichtlich ihrer Validität210
10.1.6 Beschreibung und Interpretation der Cluster213
10.2 Diskussion der Taxonomie220
11 Analyse der Kontextfaktoren von Nischenstrategien227
11.1 Analyse von Zusammenhängen zwischen Kontextausprägungen und Nischenstrategie-Typen227
11.1.1 Ermittlung von Nischenstrategie-Unterschieden bzgl. der intervallskalierten Kontextfaktoren227
11.1.2 Ermittlung von Nischenstrategie-Unterschieden bzgl. der ordinalskalierten Kontextfaktoren229
11.1.3 Analyse der Bedeutung der kontextbezogenen Nischenstrategien- Unterschiede230
11.2 Ermittlung von Zusammenhängen zwischen der Kontextausprägung und der Ausprägung der einzelnen Nischenstrategie- Merkmale233
11.3 Beurteilung des Erklärungspotenzials der Kontextausprägung hinsichtlich der Wahl von Nischenstrategie-Typen235
11.4 Abschliessende Betrachtung der Kontextfaktoren von Nischenstrategien238
12 Ermittlung des Erfolges der Nischenstrategie-Typen241
12.1 Analysen zur Ermittlung des Erfolges der Nischenstrategie- Typen241
12.1.1 Indexierung der Erfolgsindikatoren241
12.1.2 Situationsunabhängige Erfolgsunterschiede der einzelnen Nischenstrategie- Typen243
12.1.3 Situationsabhängige Erfolgsunterschiede der einzelnen Nischenstrategie- Typen245
12.2 Diskussion der Ergebnisse der Analyse zum Erfolg von Nischenstrategie- Typen248
12.2.1 Nischenstrategie-Typen übergreifende Betrachtung der moderierenden Kontextfaktoren249
12.2.2 Notwendigkeit situativer Adaption an Kontextbedingungen251
13 Schlussbetrachtungen255
13.1 Zusammenfassung der einzelnen Nischenstrategie-Typen255
13.2 Schlussbetrachtungen zum Erfolg von Nischenstrategien und der situativen Adaption an Kontextbedingungen263
13.3 Diskussion der Forschungsfragen und –thesen263
13.4 Implikationen für Unternehmenspraxis und Wissenschaft266
13.5 Kritische Würdigung der Forschungsergebnisse268
13.6 Konklusion271
Anhänge273
Literaturverzeichnis305

Weitere E-Books zum Thema: Management - Wirtschaft - Coaching

Versicherungen im Umbruch

E-Book Versicherungen im Umbruch
Werte schaffen, Risiken managen, Kunden gewinnen Format: PDF

Die Bedeutung von Versicherungen und Einrichtungen kapitalgebundener Altersvorsorge für unsere Gesellschaft ist immens und nimmt weiter zu. Es ist deshalb äußerst wichtig, dass die Institutionen ,…

Managed Care

E-Book Managed Care
Neue Wege im Gesundheitsmanagement Format: PDF

Das deutsche Gesundheitswesen befindet sich in einem radikalen Umbruch. Ansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen finden sich in den vielfältigen Managementinstrumenten und Organisationsformen…

888 Weisheiten und Zitate für Finanzprofis

E-Book 888 Weisheiten und Zitate für Finanzprofis
Die passenden Worte für jede Situation im Beratungsgespräch Format: PDF

'888 Weisheiten und Zitate für Finanzprofis' bietet allen Finanzprofis, die noch besser verkaufen wollen, die 'schlagenden Argumente' für Präsentationen, Verhandlungen und Beratungsgespräche. Dieses…

bAV erfolgreich verkaufen

E-Book bAV erfolgreich verkaufen
So überwinden Sie alle Hürden der Entgeltumwandlung Format: PDF

Die Situation der gesetzlichen Rentenversicherung ist bekanntlich katastrophal. Daher ist es unbedingt erforderlich, für das Alter vorzusorgen. Versicherungsvermittler haben das Know-how und die…

Wertorientiertes Risikomanagement in Banken

E-Book Wertorientiertes Risikomanagement in Banken
Analyse der Wertrelevanz und Implikationen für Theorie und Praxis Format: PDF

Michael Strauß untersucht die Wertrelevanz des Risikomanagements von Banken aus einer Kapitalmarktperspektive. Er entwickelt eine neue Steuerungslogik und stellt konzeptionell dar, wie sich Insolvenz…

Weitere Zeitschriften

AUTOCAD & Inventor Magazin

AUTOCAD & Inventor Magazin

FÜHREND - Das AUTOCAD & Inventor Magazin berichtet seinen Lesern seit 30 Jahren ausführlich über die Lösungsvielfalt der SoftwareLösungen des Herstellers Autodesk. Die Produkte gehören zu ...

BONSAI ART

BONSAI ART

Auflagenstärkste deutschsprachige Bonsai-Zeitschrift, basierend auf den renommiertesten Bonsai-Zeitschriften Japans mit vielen Beiträgen europäischer Gestalter. Wertvolle Informationen für ...

CAREkonkret

CAREkonkret

Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege CAREkonkret ist die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege. Ambulant wie stationär. Sie fasst topaktuelle Informationen und Hintergründe ...

DSD Der Sicherheitsdienst

DSD Der Sicherheitsdienst

Der "DSD – Der Sicherheitsdienst" ist das Magazin der Sicherheitswirtschaft. Es erscheint viermal jährlich und mit einer Auflage von 11.000 Exemplaren. Der DSD informiert über aktuelle Themen ...

ea evangelische aspekte

ea evangelische aspekte

evangelische Beiträge zum Leben in Kirche und Gesellschaft Die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland ist Herausgeberin der Zeitschrift evangelische aspekte Sie erscheint viermal im Jahr. In ...

e-commerce magazin

e-commerce magazin

PFLICHTLEKTÜRE – Seit zwei Jahrzehnten begleitet das e-commerce magazin das sich ständig ändernde Geschäftsfeld des Online- handels. Um den Durchblick zu behalten, teilen hier renommierte ...

EineWelt

EineWelt

Weltweit und ökumenisch – Lesen Sie, was Mensch in Mission und Kirche bewegt. Man kann die Welt von heute nicht verstehen, wenn man die Rolle der Religionen außer Acht lässt. Viele Konflikte ...