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Öffnung des Englischunterrichts in der Grundschule. Studien zur Wahlfreiheit und Lernerautonomie

AutorKatja Waschk
VerlagUVRR Universitätsverlag Rhein-Ruhr
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl413 Seiten
ISBN9783940251336
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR

Das Konzept des Englischunterrichts in der Grundschule ist im Gegensatz zu modernen Ansätzen der allgemeinen Grundschulpädagogik sehr lehrerzentriert, unter anderem durch die exponierte Rolle der Lehrkraft als Sprachexpertin. Die hier vorliegende Studie geht der Frage nach, inwieweit Schülerinnen und Schülern auch im Englischunterricht der Grundschule mehr Eigenverantwortung und Freiheit eingeräumt werden kann. 

Zu diesem Zweck wurden Langzeitstudien durchgeführt, in denen unterschiedlich offene Unterrichtsszenarien beobachtet und entwickelt, Einzelaspekte beleuchtet und Beteiligte auf verschiedene Weisen befragt wurden. Erhebungen zu Einstellungen gegenüber offenen Lernszenarien zeigen deutlich, wie stark der Wunsch nach eigenverantwortlichem Lernen bei vielen der an den Studien teilnehmenden Schülerinnen und Schülern bereits verankert ist.

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Leseprobe

2. Herleitung der Fragestellung (S. 19-20)

Das Interesse an dieser Studie entwickelt sich aus meiner Examensarbeit, die sich mit der Rolle von Motivation in fremdsprachlichen Lernprozessen beschäftigt. Hierbei liegt der Fokus auf einem Fremdsprachenlernen in der Sekundarstufe – zur Zeit meiner Examensarbeit findet noch kein Englischunterricht in der Grundschule statt. Die Motivation zum Fremdsprachenlernen ist am höchsten, so urteilt diese Arbeit, wenn SuS’ intrinsisch motiviert (Deci &, Ryan 1985) sind. Intrinsische Motivation wiederum entwickelt sich am besten, wenn SuS’ selbstbestimmt und in möglichst authentischen Situationen lernen können (Rüschoff &, Wolff 1999). Lernende müssen nicht von vornherein intrinsisch motiviert sein. Sie können auch durch die Freude am Lernen eben diese intrinsische Motivation entwickeln (Dam 2003, Thomson 2003), was im Anfangsunterricht häufig der Fall ist. Als ein Grund, warum SuS’ den Fremdsprachenunterricht nach einigen Jahren des Lernens jedoch nicht mehr interessant finden, wird angenommen, dass sie durch die starke sprachliche Einschränkung nicht oder nur sehr schwer über altersgemäße Themen sprechen können, was gerade in der sehr sensiblen Phase der Pubertät als nachteilig erscheint. Während SuS’ vor der Pubertät meist noch durch spielerische Elemente motiviert erscheinen und so auch vergessen können, dass ihre sprachliche Flexibilität noch nicht sehr groß ist (vgl. u. a. Schmid-Schönbein 2001), sind Jugendliche in der Pubertät schon eher beschämt, wenn sie sich in der fremden Sprache nicht eloquent ausdrücken können. Als Konsequenz aus dieser Annahme wird in der Examensarbeit gefordert, den Beginn des Englischunterrichts vorzuverlegen, so dass die SuS‘ in der Pubertät bereits über einen größeren Sprachschatz verfügen als bei einem Beginn in Klasse 5.

Der Erlass aus dem Ministerium für Schule, Jugend und Kinder NRW im Jahr 2000, dass der Beginn des Englischunterrichts ab dem Jahr 2003 ins dritte Schuljahr vorverlegt würde, mit der Vorstellung, dass in diesem Unterricht bereits erste sprachliche Ziele erreicht werden sollen, kam einige Monate nach Abgabe meiner Examensarbeit. Diese Meldung nahm ich zum Anlass, Nachforschungen zu diesem Thema zu betreiben und bald nach Aufnahme meiner theoretischen Recherchen auch Schulen zu suchen, die den Englischunterricht in der vom Ministerium angedachten ergebnisorientierten Form bereits vor dem Jahr 2003 umsetzen. Diese Schule fand ich in einer mittelgroßen Stadt im Ruhrgebiet. Die hier unterrichtende Englischlehrerin gehört zu denjenigen, die beratend am Konzept des Lehrplans für die Grundschule mitgewirkt haben und in der Folge in der Fortbildung weiterer Lehrkräfte tätig waren. Durch diese enge Verknüpfung mit dem Landesinstitut in Soest konnte ich bereits zu dem Zeitpunkt, zu dem ich meine Studien beginnen wollte, sicher sein, dass der Unterricht bereits in der hier beschriebenen Phase nach den im Ministerium beschlossenen Richtlinien (Ministerium für Schule, Jugend und Kinder 2003) ablaufen würde. Zusätzlich fand ich in dieser Schule eine sehr große Bereitschaft zur Zusammenarbeit, verbunden mit einer sehr großen Offenheit etwaigen Studien gegenüber.

Nach einer kurzen Beobachtungsphase im Englischunterricht, der einmal wöchentlich für alle Drittklässler stattfindet, stellte ich fest, dass der Englischunterricht zwar sehr effektiv hinsichtlich der Vermittlung von einfachen sprachlichen Mitteln und sehr spielerisch, jedoch auch sehr lehrerzentriert und nicht stark auf die Bedürfnisse einzelner SuS’ ausgerichtet zu sein schien. Ausgehend von meiner oben dargestellten Auffassung, dass Lernen dann langfristig besonders effektiv ist, wenn es selbstbestimmt abläuft und der gleichzeitigen Auffassung, dass der Englischunterricht in der Grundschule bereits greifbare Ergebnisse erzielen sollte, stellte sich mir die Frage, inwieweit eine Öffnung des Unterrichts mit einem weitgehend mündlichen und spielerischen, jedoch auch ergebnisorientierten Konzept zu vereinbaren wäre.

Meine Zielsetzung, eine Verbindung des Ideals der Selbstbestimmung und der bildungspolitisch geforderten Ergebnisorientierung zu erreichen, erforderte eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Theorien und Konzepten, die in Kapitel 3 und 4 dargestellt werden. Vor diesem Hintergrund führte ich verschiedene Studien durch, deren Verlauf ich in Kapitel 5 bis 10 analysiere und in Kapitel 11 zusammenführend diskutiere.

Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Danksagung4
Inhalt6
1. Einleitung14
2. Herleitung der Fragestellung20
3. Definition und Diskussion relevanter Konzepte22
4. Grundschuldidaktik Englisch: Vorschläge zur Öffnung des lehrergeleiteten Unterrichts64
5. Die Studien108
6. Die Vorstudien118
7. Hauptstudien: Einfinden in das Untersuchungsfeld150
8. Wahl von Codierungen und Modi184
9. Einstellungen zu Ambiguität in Lernumgebungen222
10. Selbstständiges Lernen in offenen Lernszenarien – vom254
11. Zusammenführung der Teilergebnisse der Hauptstudien338
12. Ausblick366
13. Bibliographie372
Abbildungsverzeichnis392
Tabellenverzeichnis394
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