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Offene Wirklichkeit

Ansatz eines phänomenologischen Realismus nach Merleau-Ponty

AutorFrank Vogelsang
VerlagAlber Verlag
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl440 Seiten
ISBN9783495860236
FormatPDF
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis34,99 EUR
Die Untersuchung zeigt die grundsätzliche Offenheit der Wirklichkeit, die man zwar erfolgreich naturwissenschaftlich erforschen, die man aber nicht in einer geschlossenen und vollständigen Darstellung abbilden kann. Sie knüpft an die phänomenologischen Arbeiten von Merleau-Ponty an, der eine Beschreibung der Wirklichkeit jenseits eines Subjekt-Objekt-Dualismus anstrebte. Aufgrund ihrer leiblichen Existenz können Menschen sich von der Wirklichkeit distanzieren, aber nicht vollständig aus ihr lösen. Weder monistische noch dualistische Ansätze können deshalb überzeugen. Einerseits werden die objektivierend arbeitenden Naturwissenschaften bestätigt, andererseits werden zugleich jene irreduziblen Erscheinungsweisen der Wirklichkeit freigelegt, die etwa in bestimmten Sinnerfahrungen, Emotionen und Intuitionen einen Ausdruck finden. Ein Schema, das sich aus der Metapher des Chiasmus ableitet, ist Grundlage für die Entwicklung eines phänomenologischen Realismus. Aus dieser Analyse der Wirklichkeit folgt die Forderung nach einer Kultur, die die lebensweltlichen und die wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine fruchtbare Beziehung setzt. Dem gemäß ist eine offene Erkenntnishaltung, die die Anstrengungen des Verstehens mit einer Achtsamkeit auf die unverstandenen und unverstehbaren Anteile der Wirklichkeit verbindet.

Dr. Frank Vogelsang, Diplom-Ingenieur und ev. Theologe, ist Direktor der Evangelischen Akademie im Rheinland. Er hat sich in Veröffentlichungen mit unterschiedlichen Aspekten des Verhältnisses von Philosophie und Naturwissenschaften beschäftigt. 2011 erschien Offene Wirklichkeit. Ansatz eines phänomenologischen Realismus nach Merleau-Ponty im Verlag Karl Alber.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt7
Vorwort13
1. Einleitung17
1. Die geschlossene Welt, der eingekapselte Mensch, der ortlose Blick18
2. Der Leib als Ausgangspunkt zur Erschließung einer offenen Wirklichkeit23
3. Zum Gang der Argumentation27
I. Hinführung35
2. Der Aufbruch in das naturwissenschaftliche Zeitalter: der dualistische Ansatz von René Descartes35
1. Galilei Galileo und Francis Bacon37
2. René Descartes: Philosophie als Methode42
3. Der Weg des Zweifels45
4. Der Substanzdualismus49
5. Die Radikalität des Ansatzes52
6. Die innovativen Aspekte des dualistischen Ansatzes bei Descartes54
7. Bleibende Probleme des Dualismus57
3. Unsere Wirklichkeit als Leonardo-Welt: der methodenmonistische Ansatz von Daniel Dennett61
1. Unsere Welt als Leonardo-Welt62
2. Formen »wissenschaftlicher« Weltanschauung67
3. Die aktuelle Auseinandersetzung um das Bewusstsein70
4. Grundannahmen von Daniel Dennett72
5. Die heterophänomenologische Methode75
6. Ein funktionalistisches Modell des Bewusstseins80
7. Intuitionen und Gegenintuitionen83
8. Beurteilung der Position von Dennett im Ganzen89
A. Zum Status von Sprache und Intentionalität91
B. Die Wirklichkeit als geschlossene Welt94
C. Der Mensch als eingekapseltes Wesen97
D. Dennett als Denker der Leonardo-Welt100
II. Die Bedingungen des phänomenologischen Realismus103
4. Der leibphilosophische Ansatz von Maurice Merleau-Ponty103
1. Rückblick auf Descartes und Dennett: Ortloses Erkennen103
2. Charakteristika der phänomenologischen Methode107
3. Die Dimension zwischen Subjekt und Objekt112
A. Die Struktur – Was ist Handeln?113
B. Die Gestalt – Was ist Wahrnehmen?116
C. Was zeigt sich, wenn sich beide Hände berühren?120
D. Gibt es einen Weg zwischen Rationalismus und Empirismus?121
E. Die Zeichen – Was ist Sprechen?124
F. Späte Begriffe zur Bestimmung der Wirklichkeit: Wahrnehmungsglaube, Fleisch, wildes Sein127
4. Was ist der Leib?134
5. Resümee: Der Leib als Schüssel zum Verständnis der Wirklichkeit142
6. Das Verhältnis zu Descartes146
5. Der Leib und seine Erscheinungsweisen148
1. Vorbemerkung zu dem Ansatz eines »phänomenologischen Realismus«151
2. Die Phänomene des Leibes155
3. Die Erscheinungsweisen des Leibes164
4. Der Chiasmus als regulatives Schema170
A. Rückblick auf den dualistischen Ansatz von Descartes173
B. Das Verhältnis zwischen dem Chiasmus zu den Erscheinungsweisen175
C. Der Chiasmus als Ordnungsschema der Erscheinungsweisen180
D. Interpretation der wichtigsten Eigenschaften des Chiasmus182
I. Die Größen Bewusstsein* und Körper*182
II. Eigenschaften der Erscheinungsweisen im Chiasmus188
III. Subjekt und Objekt im Verhältnis zum Chiasmus191
IV. Zur Interpretation des Chiasmus im Ganzen196
5. Die Erscheinungsweisen an den Rändern des Chiasmus199
6. Der Leib als Einheit205
7. Die Erscheinungsweise X in der Mitte des Chiasmus (das Gefühl)210
A. Zum Ertrag des Chiasmus als Schema212
B. Zur Philosophie der Gefühle214
C. Der Ansatz von Hermann Schmitz220
D. Der Dualismus als ein Reduktionismus224
8. Zur Klarheit des Erkennens – erneut das Verhältnis zu Descartes226
6. Die unterschiedlichen Erscheinungsweisen der Wirklichkeit230
1. Drei Bestimmungen des Verhältnisses von Leib und Wirklichkeit231
A. Die Suche nach einem archimedischen Punkt232
B. Der Leib als partikulares Problem – Emergenztheorien234
C. Schopenhauers Schluss vom Leib auf die Wirklichkeit240
2. Der Leib als Ausgangspunkt zur Bestimmung der Wirklichkeit242
A. Die Erscheinungsweisen in der Wirklichkeit244
I. Wirklichkeit ist unanschaulich244
II. Der Umfang der Erscheinungsweisen245
III. Gibt es weitere, neue Erscheinungsweisen der Wirklichkeit?245
IV. Begegnungen in der Wirklichkeit: der Andere, Gott246
B. Der Leib in der Erscheinungsweise als Körper und seine Umgebung250
C. Die Wirklichkeit im Schema des Chiasmus dargestellt252
D. Ist der phänomenologische Realismus ein verdeckter Anthropozentrismus?254
3. Die Erscheinungsweisen an den Rändern des Chiasmus257
A. 1.-Person-Perspektive und 3.-Person-Perspektive259
B. Zur sprachlichen Form der Erscheinungsweisen263
4. Die Wirklichkeit als Einheit267
5. Die Erscheinungsweise X in der Mitte des Chiasmus (die Atmosphäre)269
A. Der Schatten eines Baumes270
B. Atmosphäre und Raumkonzept271
C. Atmosphäre und Gefühl273
D. Anmerkungen zur Qualia Diskussion274
6. Bemerkungen zu Raum und Zeit276
7. Die soziale Dimension der Wirklichkeit. Die sozialphilosophische Theorie von George Herbert Mead280
1. Der sozialphilosophische Ansatz von George Herbert Mead285
A. Mead deutet die soziale Welt von »innen« her285
I. Akzeptanz der parallelistischen Erfahrungen286
II. Der Ausgangspunkt beim Behaviorismus287
III. Der neue Ansatz: Sozialbehaviorismus289
B. Die Erscheinungsweisen der Wirklichkeit als Gedanke und als Ding292
2. Die Medien Wahrnehmen Sprechen und Handeln301
A. Wahrnehmen, Sprechen und Handeln bei Mead und Merleau-Ponty301
B. Verortung der Medien im Chiasmus305
I. Die Medien sind nicht nur Teil der Erscheinungsweisen305
II. Die Medien als Vermittlung von Bewusstsein* und Ding*306
III. Unterschiedliche Grade der Vermittlung in den Erscheinungsweisen308
C. Genauere Charakterisierung der Medien309
I. Einheit der Medien310
II. Unterschiede zwischen den Medien310
III. Intentionalität313
3. Erfahrungen von Sinn316
4. Die biographische und kulturelle Entwicklung der Erscheinungsweisen320
A. Die biographische Entwicklung324
B. Die kulturelle Entwicklung327
5. Die Sonderrolle der Erscheinungsweise X in der Mitte des Chiasmus328
III. Vertiefungen335
8. Die Frage nach der Wahrheit: die Theorie des Internal Realism von Hilary Putnam338
1. Das Konzept des Internal Realism340
2. Charakteristika der Wirklichkeit im Internal Realism345
3. Zur Wahrheitsfrage347
A. Gegen einen Relativismus348
B. Das Wahrheitskriterium der Bewährung350
C. Das Wahrheitskriterium der Kohärenz351
D. Wahrheit als Wahrhaftigkeit354
E. Die Suche nach der einen Wahrheit358
9. Die Erscheinungsweise X in der Mitte des Chiasmus und die Lebenswelt361
1. Lebenswelt in der Leondardo-Welt365
2. Charakteristika der Lebenswelt372
3. Einige bekannte, alltägliche Begriffe374
10. Die wissenschaftliche Erforschung der Wirklichkeit377
1. Wissenschaftliches Erkennen führt zur Abstraktion378
2. Der wissenschaftliche Fortschritt381
3. Das Verhältnis von Theorie und Empirie385
4. Transdiziplinarität388
5. Wissenschaften unter den Bedingungen der Leonoardo-Welt393
11. Wissenschaft und Kultur395
1. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Lebenswelt395
A. Die Bedeutung der Lebenswelt für die Wissenschaft395
B. Lebenswelt als Apriori400
2. Zum Verhältnis von Wissenschaft und Kultur403
3. »Ordnung der Wirklichkeit«. Der Ansatz von Werner Heisenberg411
A. Grundannahmen Heisenbergs411
B. Die Kopenhagener Deutung414
C. Die Wirklichkeit zwischen Subjekt und Objekt416
D. Anmerkungen zu einzelnen Wissenschaften418
E. Wissenschaft und Kultur421
12. Zur prinzipiellen Offenheit der Wirklichkeit – Plädoyer für eine Kultur der Achtsamkeit422
Literatur427
Personenregister437

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