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E-Book

Opa hätte ein Superlike gekriegt

Die Podcast-Oma über die Liebe, Tattoos und Haselnusslikör

AutorInge Ziehm, Kim Hoss
Verlagmvg Verlag
Erscheinungsjahr2019
Seitenanzahl256 Seiten
ISBN9783961214761
FormatePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis11,99 EUR
Enkelin Kim und ihre Oma Inge trennen 61 Jahre. Inge hat einen Krieg erlebt und den Fall der Berliner Mauer, während Kim der Jugendsprache mächtig ist und sich mit Body Positivity und veganer Ernährung auseinandersetzt. In ihrem beliebten Podcast Die Podcast-Oma unterhalten sich die beiden über Gott und die Welt: Oma Inge weiß auf alles eine Antwort und plaudert offen und hochunterhaltsam über die erste Liebe, Friseurbesuche um 1950, die Jugend von heute und was sie von Tinder, Instagram und Co. Hält. Die lustigen und gleichermaßen berührenden Gespräche zeigen, wie nah man sich trotz großer Unterschiede sein kann und dass alt nicht gleich alt bedeutet. Jung bleibt, wer nie aufhört, sich für Neues zu interessieren!

Kim Hoss wurde 1987, und Inge Ziehm 1926 geboren. Oma und Enkelin treffen sich einmal die Woche, um gemeinsam über verschiedene Themen und Ansichten zu sprechen. Kim Hoss, die selber aktiv einen Instagram-Account betreibt und über Akzeptanz, Mode und Lifestyle spricht, kam eines Tages auf die Idee, diese Gespräche aufzunehmen. So entstand im August 2018 das Format 'Die Podcast-Oma' und wurde zum Hit auf iTunes und Spotify. Inzwischen folgen ihnen über eine halbe Million Abonnenten und hören begeistert jede neue Folge. Beide leben in Stuttgart.

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Leseprobe

VORWORT


Dieses Buch ist für Enkel, Kinder, Großeltern, Eltern, Nichten, Neffen, Tanten, Onkel, Cousinen und Cousins, Freunde und Bekannte. Für Menschen, die eine Oma haben, hatten oder nie hatten. Für Menschen, die gerne mehr mit ihren Verwandten gesprochen hätten, sich vielleicht nicht so richtig trauen oder denen die richtigen Fragen fehlen. Falls du »Die Podcast-Oma« noch nicht kennst, ist dieses Buch genau für dich geschrieben. Du kannst es lesen, auch wenn du unseren Podcast schon kennst, du kannst ihn auch danach oder währenddessen erst kennenlernen, musst du aber nicht.

Ich bin Kim, bin 1987 geboren und meine Oma Inge 61 Jahre vorher, also 1926. Wir wollen unsere Gespräche, Anekdoten und Omas Lebensweisheiten gerne auch auf Papier festhalten, nicht nur im Internet zum Anhören, deshalb gibt es dieses Buch! Seit nun genau einem Jahr besuche ich meine Oma fast jede Woche und wir quatschen. Nicht nur übers Wetter oder über Omas Gebrechen, nein – wir reden über Alltägliches, über die Liebe, Sex, Aufklärung, Döner, Sport, den Tod und alles, was uns eben beschäftigt.

Oma, hättest du gedacht, dass wir beide mal zusammen ein Buch schreiben würden?

Niemals.

Verrückt, oder?

Ja, das ist verrückt. Aber es ist auch schön, dass ich das mit 93 noch erleben kann!

Wie alles begann


Für mich war meine Oma immer eine Oma: eine alte Frau, die hervorragenden Schokoladenkuchen backen kann, manchmal über schlechtes Wetter meckert und gerne Puzzle macht. Wir haben uns seit ich auf der Welt bin zwar immer regelmäßig gesehen – sie wohnt nur 20 Kilometer entfernt – und auch viel miteinander gelacht, aber so intensiv wie seit der ersten Podcast-Aufzeichnung im Sommer 2018 hatten wir uns vorher noch nie unterhalten.

Mittlerweile sehe ich meine Oma anders; ich weiß durch ihre Erzählungen viel über ihre Kindheit, wie sie ihre erste Liebe erlebt hat, den Krieg, wie sie zwei Mal geflohen ist. Wie sie trotz all dieser unglaublich schweren Zeiten nie ihr Lachen verloren hat, wieso sie manche Dinge anders betrachtet als ich. Ich sehe jetzt einen Menschen hinter der alten Haut, ihre strahlenden Augen, ihr großes, liebendes Herz und ihren Mut, immer noch so viel zu erleben, wie eine 70-Jährige. Meine Oma zeigt mir, dass alt sein nicht gleich alt sein bedeutet, und dass man jung bleibt, wenn man nicht aufhört, sich für Neues zu interessieren. Eines verbindet uns besonders: Der Humor! Wir scherzen viel gemeinsam, wir können beide über uns selbst lachen, und wir lachen vor allem auch gerne laut. Lachen hält jung, und wenn das Gesicht eines Menschen vor Lachfalten nur so übersät ist, weil er sein Leben lang viel gelacht hat, ist das etwas Wunderschönes.

Wir saßen also eines Tages zusammen auf dem Sofa und lachten. Ich fragte meine Oma, ob wir nicht mal zusammen einen Familienstammbaum erstellen wollen.

Wieso das denn, Kimi?

Na, mich interessiert, woher meine Vorfahren kommen!

Aber das ist doch gar nicht interessant für eine junge Frau wie dich?!

Doch! Los, erzähl mal, ich schreibe mit. Hast du noch alte Dokumente?

Ja, natürlich! Oben im Schrank, holste die mal runter?

Ich notierte zuerst alle Geburtsdaten ihrer engen Verwandten: Eltern, Großeltern und die ihrer Geschwister. Als sie anfing zu erzählen, dass ihre Schwester drei uneheliche Kinder zur Welt brachte, fragte ich nach Details, denn die Geschichte war mir neu. Nach ein paar Minuten merkte ich, dass Oma plötzlich ganz tief versunken war in ihrer Vergangenheit, und ich zückte mein Handy, um ihre Erzählungen aufzunehmen. Ihre Stimme war tief und beruhigend, wie eine wunderschöne Erzählerstimme. Ich hatte Omas Stimme auch als Kind schon geliebt, wenn sie meiner Schwester und mir Märchen vorlas, wenn wir bei ihr übernachteten. Als ich die Aufnahme am Abend zuhause nochmal anhörte, wurde die Idee zum Podcast geboren. Diese Geschichte, diese Stimme, diese Ehrlichkeit wollte ich gerne festhalten und auch andere Menschen daran teilhaben lassen.

Ich rief meine Oma sofort an und sagte:

Oma, wir machen jetzt zusammen einen Podcast!

Einen was?

Einen Podcast, das ist eine Art Hörspiel. Wir quatschen zusammen, und andere können das dann anhören!

Welche anderen?

Na, Leute auf der ganzen Welt!

Wen soll das denn interessieren, Kimi?

Ganz viele, Oma. Da bin ich mir sicher!

Na, wenn du meinst. Was muss ich dafür tun????

In den nächsten Wochen besuchte ich Oma Inge jeden Mittwoch, und wir nahmen die ersten drei Folgen auf. Ich befragte sie zu ihren Englisch-Kenntnissen, zu Mode und zum Thema Sex. Ich war erstaunt, wie offen sie über alles mit mir sprach, wir nahmen kein Blatt vor den Mund, denn uns hörte ja auch niemand zu, während wir bei ihr am Esstisch saßen. Die Zuhörer sollten erst später kommen. Dazu teilte ich meinen Instagram-Followern, die Oma schon aus meinen Stories und von Fotos kannten, mit, dass bald die ersten beiden Folgen der »Podcast-Oma« zu hören sein würden. Folge 1 und Folge 2 wurden am 25. August 2018 veröffentlicht, und wir waren beide überwältigt von der Resonanz der Zuhörer. In den ersten Tagen schrieben uns unglaublich viele Menschen, dass sie die Idee sehr schön fänden und ihre eigene Oma vermissten, wenn sie meiner zuhörten. Dass viele noch nie auf die Idee gekommen waren, mit ihren Großeltern über so intime Dinge zu sprechen. Aber: Wieso eigentlich nicht?

Mit alten Menschen sprechen


Wie schon gesagt, war meine Oma für mich bis dahin auch immer nur »die Oma« gewesen: ein Familienmitglied, dessen Geschichte mich in den ersten 30 Jahren meines Lebens nie wirklich interessierte. Ich wusste, dass sie den Zweiten Weltkrieg erlebt und nicht immer in Stuttgart gelebt hat, sondern mit meinem Opa aus der DDR geflohen ist. Aber ich hatte sie nie gefragt, was sie dabei gefühlt hat. Ich war nie auf die Idee gekommen, sie zu fragen, ob sie früher auch Liebeskummer hatte, als ich mit 16 darunter litt. Wann immer wir uns in den letzten zehn Jahren sahen, hatte Oma stets ihren Notizblock bereitliegen, um mir all die Fragen zu stellen, die ihr seit meinem letzten Besuch eingefallen waren. »Was macht die Arbeit?«, »Wie läuft es mit der Liebe?«, »Hast du mal wieder was von XY gehört?«, »Wusstest du, dass Helene Fischer jetzt dies und das gemacht hat?«, »Was ist ein Laptop und wer ist eigentlich dieser Alfons, von dem alle immer sprechen?« (Diese Frage wird gegen Ende des Buches beantwortet).

Meine Oma war ja nicht immer eine Oma gewesen, sondern auch mal Kind, Jugendliche, Teenager, Twen und Mama. Wieso aber habe ich sie vorher nie gefragt, wie es früher bei ihr war? Wie war es denn, als Oma und ihre Freundinnen zum ersten Mal ihre Periode bekamen? Wie hat man früher Männer kennengelernt? Was hat Oma damals bei Liebeskummer gemacht? Wie wurde Weihnachten 1945 gefeiert? Ging man früher eigentlich regelmäßig zum Friseur? Was kostete ein Friseurbesuch in den ersten Jahren der ehemaligen DDR? Wie war das für meine Oma, als der Krieg losging? Was macht Oma eigentlich glücklich?

Wieso musste ich erst 32 Jahre alt werden, um meiner Oma all diese Fragen zu stellen? Wieso sprechen wir mit alten Menschen generell oft nur übers Wetter oder Krankheiten? Wieso fragen wir sie nicht nach ihrer Meinung zu Themen, die auch uns selbst beschäftigen? Würden wir dabei nicht sogar etwas lernen? Mit älteren Menschen sprechen ist für alle wichtig, das war mir lange nicht wirklich bewusst. Jeder Mensch hat seine Meinung, die sich über die Jahre hinweg prägt. Aber wodurch lassen wir sie prägen? Durch Medien, Social Media, Funk und Fernsehen? Oder erlauben wir auch eine Prägung durch ältere, jüngere, behinderte, kranke Menschen? Oft haben wir in unseren Köpfen ein sehr starres Bild von älteren Menschen (wann genau ist man eigentlich »alt«?), die nur zuhause sitzen, grummelig in den Fernseher starren, mit dem Ellenbogenkissen am Fenster hocken und Nachbarn beobachten, sich nur beschweren, dass »früher ja alles besser« gewesen sei. Vielleicht gibt es solche Menschen, aber vielleicht würde ihnen ab und an ein Gespräch mit einem jungen Menschen ganz gut tun? Ich erinnere mich an eine Dame von Mitte 80, die mir von ihren Urenkeln und Enkeln erzählte. Sie beklagte sich, dass ihre Enkel und ihre Kinder sich nie bei ihr melden würden, da alle immer so viel um die Ohren hätten. Ich fragte sie: »Wieso rufen Sie nicht einfach mal Ihre Enkel an?« Sie überlegte eine Weile und meinte dann: »Ja, stimmt eigentlich.«

Oft liegt das Glück viel näher als wir glauben, wir müssen einfach nur aus unserer Komfortzone ausbrechen und den ersten Schritt...

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