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Organisatorische Gestaltung der Leistungsbeziehungen in Kommunalverwaltungen

Der Beitrag des New Public Management

AutorBernd Rubel
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl295 Seiten
ISBN9783835095205
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Bernd Rubel entwickelt differenzierte Strategien und Gestaltungsempfehlungen für verschiedene Aufgabenbereiche der Verwaltungen, vor allem die Eingliederung kommunaler Serviceaufgaben in die Organisationsstruktur der Kommunalverwaltung und die Steuerung des internen Leistungsaustauschs. Seine Ergebnisse weichen zum Teil erheblich von den Empfehlungen der Reformkonzepte des New Public Management ab.

Dr. Bernd Rubel promovierte bei Professor Dr. Erich Frese am Seminar für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisationslehre der Universität zu Köln. Er ist heute als Unternehmensberater tätig.

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Leseprobe
B. Untersuchung der Koordinationsdimension (S. 230-231)

Auch für die Leistungsbeziehung zwischen Exklusivaufgaben und Serviceaufgaben sind alternative Kompetenzsysteme hinsichtlich ihrer Koordinationseffizienz zu bewerten. Erneut stellen die zentrale Verankerung von Serviceaufgaben und die dezentrale Verankerung von Serviceaufgaben die beiden relevanten Gestaltungsalternativen dar. Obschon Teile der Beurteilung hinsichtlich der Leistungsbeziehung zwischen Standardaufgaben und Serviceaufgaben auch für die nun betrachtete Leistungsbeziehung Relevanz behalten, stellt sich die Gestaltungsentscheidung aufgrund der hohen Komplexität und Ungewissheit und der unterschiedlichen Geschäftsfeldstrategien verändert dar. Die Untersuchung der Koordinationsdimension orientiert sich am modularen Aufbau des verwendeten organisatorischen Gestaltungskonzepts. Aufbauend auf den Ergebnissen der Analyse des Kompetenzsystems, folgt die Beurteilung alternativer Steuerungssysteme hinsichtlich ihres Beitrags zur Steigerung der Koordinationseffizienz.

I. Kompetenzsystem

Die Koordinationseffizienz eines Kompetenzsystems bemisst sich danach, inwieweit es gelingt, die Entstehung von Autonomiekosten, die aus Entscheidungsinterdependenzen, Potenzialtrennungen sowie aus der hierarchischen Aufspaltung von Entscheidungen resultieren, zu vermeiden oder zumindest möglichst gering zu halten. Der Erfüllungsgrad dieser Anforderungen an ein Kompetenzsystem wird durch die bereits eingeführten Effizienzkriterien gemessen.

1. Koordinationseffizienz bei zentraler Verankerung von Serviceaufgaben

Durch die zentrale Verankerung von Serviceaufgaben in Kommunalverwaltungen werden jeweils homogene Leistungen für Facheinheiten mit Exklusivaufgaben organisatorisch in einer Serviceeinheit zusammengefasst und konzentriert. Eine solche Serviceeinheit gleicht einem Zentralbereich, dessen Kompetenzverteilung dem Servicemodell entspricht.14 Die Facheinheiten haben die Entscheidungskompetenz hinsichtlich der Art der Serviceleistung („Ob und „Was) und die Serviceeinheiten entscheiden über das „Wie einer Auftragserfüllung. Sie treten den Facheinheiten als interne Dienstleister gegenüber.

Interdependenzeffizienz Wird durch Regelungen des Kompetenzsystems die Entstehung von Prozess-, Ressourcen- und Marktinterdependenzen vermieden und sind demzufolge die Autonomiekosten gering, ist die Interdependenzeffizienz der Gestaltungslösung hoch. Die Ausprägung der Interdependenzeffizienz entspricht den Ergebnissen der Untersuchung der Leistungsbeziehung zwischen Standardaufgaben und Serviceaufgaben. Insgesamt muss die Interdependenzeffizienz dieser Gestaltungslösung als gering angesehen werden. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf die stark ausgeprägten Prozess- und Ressourceninterdependenzen.

Allein Beschaffungsmarktinterdependenzen16 werden durch ein Kompetenzsystem mit zentral verankerten Serviceaufgaben vermieden. Die schlechte Ausprägung der Interdependenzeffizienz wird aber im Gegensatz zu der zuvor betrachteten Leistungsbeziehung zusätzlich beeinträchtigt, da in diesem Fall mehrere kommunale Facheinheiten an der Erbringung einer Leistung beteiligt sein können. Insbesondere bestehende Leistungsverflechtungen zwischen Facheinheiten können zu Prozessinterdependenzen führen, die zu einer weiteren Verschlechterung der Interdependenzeffizienz beitragen. Regelungen des Steuerungssystems, die auf einem derartigen Kompetenzsystem aufbauen, müssten einen Beitrag zur Steigerung der Interdependenzeffizienz leisten.

Gelingt dies nicht, könnte im Rahmen eines iterativen Gestaltungsprozesses eine Anpassung des Kompetenzsystems vorgenommen werden, die zur Verbesserung der Interdependenzeffizienz beiträgt. Potenzialeffizienz Ist durch die Regelungen des Kompetenzsystems sichergestellt, dass Ressourcen- und Marktpotenziale über Bereichsgrenzen hinweg genutzt werden, drückt sich dies in einer hohen Potenzialeffizienz aus. Auch in diesem Fall entspricht die Ausprägung der Potenzialeffizienz dem Ergebnis der Analyse der Leistungsbeziehung zwischen Standardaufgaben und Serviceaufgaben. Die Potenzialeffizienz dieser Gestaltungslösung kann durchweg als hoch eingestuft werden. Sowohl die Ressourcenpotenziale als auch die Beschaffungsmarktpotenziale17 werden in den Serviceeinheiten gepoolt und erlauben eine bereichsübergreifende Ausschöpfung.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Abbildungsverzeichnis14
Abkürzungsverzeichnis16
Erster Teil: Kommunale Modernisierungsansätze als organisatorische Herausforderung17
Zweiter Teil: Organisatorisches Konzept29
A. Entscheidungsorientiertes Konzept der Organisationsgestaltung als Fundament der Arbeit30
I. Koordination31
1. Entscheidung und Information31
2. Erklärung des Aufgabenverhaltens36
II. Motivation35
III. Kompetenz- und Steuerungssystem43
B. Koordinationsdimension44
I. Kompetenzsystem44
1. Strukturierung44
2. Segmentierung45
3. Entscheidungsinterdependenzen48
II. Steuerungssystem50
1. Zentrale Elemente des Steuerungssystems51
2. Planung56
3. Interne Märkte59
4. Bereichsinterne Steuerung: Ausschöpfung von Potenzialen62
5. Bereichsübergreifende Steuerung64
5.1 Voraussteuerung65
5.2 Schnittstellenmanagement70
5.3 Abstimmungskosten76
C. Motivationsdimension77
I. Kompetenzsystem77
II. Steuerungssystem79
D. Effizienzkonzept85
I. Zielproblematik der organisatorischen Gestaltung86
II. Kriterien der Koordinationseffizienz88
1. Kompetenzsystem88
2. Steuerungssystem93
III. Kriterien der Motivationseffizienz96
1. Kompetenzsystem96
2. Steuerungssystem98
IV. Stellenwert von Gestaltungsphilosophien102
E. Strategiebestimmte Organisationsgestaltung103
F. Zentralbereichs- und Centerkonzepte107
I. Zentralbereiche als Gestaltungsobjekt des Kompetenzsystems108
II. Center als Gestaltungsobjekt des Steuerungssystems110
Dritter Teil: Kommunalverwaltung als empirischer Bezugsbereich113
A. Öffentliche Verwaltungen und ihre Aufgaben114
I. Stellung der öffentlichen Verwaltung in der Bundesrepublik Deutschland114
II. Öffentliche Aufgaben115
III. Rechtliche Abgrenzung der Kommunalverwaltung121
1. Verfassungsrechtliche Stellung der Kommunalverwaltung122
2. Abgrenzung des politischen und administrativen Systems der Kommune123
3. Rechtliche Abgrenzung kommunaler Aufgaben127
B. Typologie der Aufgaben der Kommunalverwaltung128
I. Grundlegende Unterscheidung kommunaler Aufgaben129
II. Primäre Aufgaben130
III. Serviceaufgaben133
C. Zielsystem der Kommunalverwaltung135
I. Unterschiedliche Zielsysteme von Organisationen135
II. Formal- und Sachziele in privaten und öffentlichen Organisationen138
III. Konkretisierung der Formalzielfigur der Kommunalverwaltung142
IV. Ableitung genereller Geschäftsfeldstrategien aus den Sachzielen der Kommunalverwaltung147
D. Modernisierung der Kommunalverwaltung153
I. Ausgangslage154
II. Reformbewegung der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts154
III. New Public Management156
IV. Untersuchungsrelevante Kernelemente des Neuen Steuerungsmodells161
V. Gegenwärtiges Kompetenzsystem von Kommunalverwaltungen164
1. Strukturierung der Entscheidungskompetenzen in Kommunalverwaltungen166
2. Segmentierung der Entscheidungskompetenzen in Kommunalverwaltungen168
Vierter Teil: Gestaltung der Leistungsbeziehung zwischen Einheiten mit Standard- und Serviceaufgaben173
A. Konkretisierende Erläuterungen zu den relevanten Aufgabentypen175
I. Standardaufgaben175
II. Serviceaufgaben177
B. Untersuchung der Koordinationsdimension179
I. Kompetenzsystem180
1. Koordinationseffizienz bei zentraler Verankerung von Serviceaufgaben180
2. Koordinationseffizienz bei dezentraler Verankerung von Serviceaufgaben187
3. Zielorientierte Bewertung191
II. Steuerungssystem193
1. Kommunale Haushaltsplanung193
1.1 Entwicklung des kommunalen Haushaltsrechts194
1.2 Stellung und Funktion des Haushalts196
1.3 Aufbau des kommunalen Haushaltsplans199
C. Untersuchung der Motivationsdimension221
I. Kompetenzsystem221
1. Motivationseffizienz bei zentraler Verankerung von Serviceaufgaben222
2. Motivationseffizienz bei dezentraler Verankerung von Serviceaufgaben225
3. Zielorientierte Bewertung226
II. Steuerungssystem227
1. Motivationseffizienz des planorientierten Steuerungssystems228
2. Motivationseffizienz des benchmarkingorientierten Steuerungssystems230
3. Motivationseffizienz des fiktiven internen Markts233
4. Zielorientierte Bewertung236
D. Gestaltungsempfehlung238
Fünfter Teil: Gestaltung der Leistungsbeziehung zwischen Einheiten mit Exklusiv- und Serviceaufgaben241
A. Organisatorische Anforderungen durch die Berücksichtigung von Exklusivaufgaben242
I. Konkretisierung von Exklusivaufgaben242
II. Organisatorische Implikationen244
B. Untersuchung der Koordinationsdimension246
I. Kompetenzsystem246
1. Koordinationseffizienz bei zentraler Verankerung von Serviceaufgaben246
2. Koordinationseffizienz bei dezentraler Verankerung von Serviceaufgaben249
3. Zielorientierte Bewertung252
II. Steuerungssystem255
1. Operative Planungsebene255
2. Prozessbezogene Planungsebene259
III. Zwischenfazit: Koordinationsdimension263
C. Untersuchung der Motivationsdimension264
I. Kompetenzsystem265
II. Steuerungssystem266
1. Motivationseffizienz des planorientierten Steuerungssystems266
2. Motivationseffizienz des benchmarkingorientierten Steuerungssystems269
3. Motivationseffizienz des fiktiven internen Markts271
4. Zielorientierte Bewertung272
D. Gestaltungsempfehlung274
Sechster Teil: Schlussbetrachtung277
Literaturverzeichnis Rechtsquellenverzeichnis285
Literaturverzeichnis286
Rechtsquellenverzeichnis311

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