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Palliative Pflege von Menschen mit Demenz

AutorStephan Kostrzewa
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2010
Seitenanzahl246 Seiten
ISBN9783456947730
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR
Praxisorientiertes Handbuch zur palliativen Pflege, das einfühlsam das «Leben in einem permanenten Augenblick» von Menschen mit einer Demenz beschreibt und zeigt, wie Pflegende sterbende demenzkranke Menschen pflegen, unterstützen und begleiten können. «Die Lektüre dieses Buches ist absolut empfehlenswert. Es ist abwechslungsreich, übersichtlich, lehrreich und gut strukturiert.» (Altenpflege)

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Vorwort zur zweiten Auflage
  3. Vorwort zur ersten Auflage
  4. Einleitung
  5. 1. Demenz
  6. 2. Sterben und Sterbebegleitung
  7. 3. Probleme in der symptomorientierten Versorgung Demenzkranker im Sterbeprozess
  8. 4. Konzepte und Ansätze für eine Versorgung Demenzkranker im Sterbeprozess
  9. 5. Typische Konflikte
  10. 6. Ausbildung – Fortbildungen – Befähigungen
  11. 7. Vernetzung und Ehrenamt
  12. 8. Schluss, Diskussion und Perspektive
  13. Anhang
  14. Literaturverzeichnis
  15. Glossar
  16. Angaben zum Autor
  17. Sachwortverzeichnis
Leseprobe
4 Konzepte und Ansätze für eine Versorgung Demenzkranker im Sterbeprozess (S. 109-110)

Es macht nur wenig Sinn, einzelne Elemente aus dem Ansatz des Palliative Care zusammenzutragen, um eine entsprechende Versorgung von Menschen mit Demenz im Sterbeprozess gewährleisten zu können. Dieses wäre rezeptartiges Vorgehen. Die einzelnen Tätigkeiten würden losgelöst nebeneinander stehen und wären dadurch beliebig. Damit dies nicht geschieht, muss ein sie verbindendes Bewusstsein innerhalb der Einrichtung geschaffen werden.

Dieses Bewusstsein spiegelt sich dann in der Gestaltung der Sterbesituation, in der Kommunikation über das Sterben, aber auch in der Zusammenarbeit der einzelnen Berufs- und Personengruppen wider. Ein Weg, dieses zu erlangen, ist von Wild und Kerschbaum in dem «Instrument des organisationalen Lernens» (2002) beschrieben worden.

Nur so kann das Lernen von und in Einrichtungen nachhaltige Wirkung zeigen. Und weiter: «Eine ‹Kultur des Sterbens› in den komplexen Organisationen unseres Sozial- und Gesundheitswesens ist immer eine ‹Organisationskultur des Sterbens›. Es braucht eine doppelte Aufmerksamkeit, um menschenwürdigeres Sterben zu ermöglichen, für die Betroffenen, die Helfenden und für die Rahmenbedingungen und Umstände: Keine Sterbebegleitung, ohne Bedingungen des Sterbens zu gestalten» (Heller, 2000: 14).

Für Organisationen und Einrichtungen, die Sterbende versorgen, gibt es mehrere Möglichkeiten, den Aufgabenbereich zu «be- oder verarbeiten». Exemplarisch soll dieses am stationären Altenpflegebereich veranschaulicht werden: Das Thema «Sterben und Tod» wird negiert Alle beteiligten Personen negieren das Thema Sterben und Tod.

Der Tod und das Sterben kommen quasi als Aufgabengebiet nicht vor. Die Fassade aus Rehabilitation, Mobilisierung und Aktivierung überdeckt das gelegentlich auftauchende Problem «Sterbebegleitung und Versorgung der Leiche». Ein bis zur Perfektion ausgeklügeltes System an Regeln, Kommunikationsstrukturen und Verhaltsweisen regeln die Entsorgung der Leiche. Die eigentliche Sterbebegleitungssituation unterliegt einer hochgradig improvisierten Absprache.

Der Tod tritt als Symbol nur kurzfristig in Erscheinung, da er effektiv und schnell aus dem Wohnbereich entsorgt wird. Neugierige Nachfragen anderer Bewohner werden ausweichend beantwortet. Angehörige lernen in diesem System schnell, dass ihre Aufgabe darin besteht, den Nachlass technisch rational in angemessener Zeit zu verwalten. Der neue Pflegeheimbewohner ersetzt schnell die entstandene Lücke, der Tagesablauf wird nicht unterbrochen, denn es ist ja eigentlich nichts Gravierendes geschehen. Keine öffentliche Mitteilung, keine Bekanntmachung, kein Ritual zur Verabschiedung.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis6
Vorwort zur zweiten Auflage10
Vorwort zur ersten Auflage12
Einleitung16
1. Demenz20
1.1 Demenz – medizinisch betrachtet21
1.2 Demenz – phänomenologisch betrachtet43
1.3 Kommunikation51
1.4 Exkurs in die «totale Institution» (nach E. Goffman)57
1.5 Person-zentrierter Ansatz nach Kitwood60
2. Sterben und Sterbebegleitung64
2.1 Tod, Modernität und Gesellschaft65
2.2 Sterben und Sterbender sein80
2.3 Kernbedürfnisse Sterbender89
2.4 Sterben und Demenz, ein Problem für wen?91
2.5 Grenzen gängiger Sterbebegleitungsempfehlungenbei Menschen mit Demenz95
3. Probleme in der symptomorientierten Versorgung Demenzkranker im Sterbeprozess98
3.1 Problem der Kommunizierbarkeit von Symptomen99
4. Konzepte und Ansätze für eine Versorgung Demenzkranker im Sterbeprozess110
4.1 Hospizidee – Palliative Care113
4.2 Palliative Versorgung118
4.3 Schmerztherapie und Alter120
4.4 Hospizkonzept und Palliative Care bei Demenz?121
4.5 Gemeinsames Verständnis für die Erlebenswelt sterbenderMenschen mit Demenz122
4.6 Mögliche palliative und schmerztherapeutische Interventionen122
4.7 Basale Stimulation und Validation in der Sterbebegleitungbei Menschen mit Demenz153
4.8 Angehörige und Biografiearbeit157
4.9 Gestaltung der Sterbebegleitungssituation – Eine Zusammenfassung163
5. Typische Konflikte166
5.1 Einsatz von Morphinpräparaten167
5.2 Flüssigkeits- und Nahrungsverweigerung168
5.3 Hilfe durch Ethikberatung169
6. Ausbildung – Fortbildungen – Befähigungen176
6.1 Demenz in bestehenden Curricula des Palliative Care178
6.2 Entwurf eines Curriculums für eine zirka 84-stündige Inhouse-Fortbildung zum Thema: Sterbebegleitung bei Menschen mit Demenz178
6.3Ergänzung zur bundeseinheitlichen Altenpflegeausbildung179
7. Vernetzung und Ehrenamt182
7.1 Ehrenamtliche Mitarbeiter und deren Befähigung184
7.2 Überleitung biografischer Informationen185
8. Schluss, Diskussion und Perspektive188
Anhang192
Literaturverzeichnis228
Glossar236
Angaben zum Autor238
Sachwortverzeichnis240

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