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E-Book

Porträtfotografie 1

Der Mensch als Motiv

AutorCora Banek, Georg Banek
Verlagdpunkt
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl400 Seiten
ISBN9783864916168
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Kaum ein fotografisches Thema ist so vielfältig und gleichzeitig so anspruchsvoll wie die Porträtfotografie. Cora und Georg Banek, erfahrene Fotografen, Fototrainer und Autoren vermitteln Ihnen in diesem Buch das umfassende Grundlagenwissen dieses wichtigen Fotogenres und verraten Ihnen dabei das Geheimnis gelungener Porträtfotos. Anhand zahlreicher spannender Beispiel-Shootings aus den verschiedensten Sparten der Peoplefotografie - von Babys bis Business, von Hochzeit bis Sport, von Mode bis Erotik - erlauben Sie Ihnen den Blick über die Schulter und geben Ihnen zahlreiche Tipps und Tricks an die Hand. In diesem Buch steht der Mensch vor der Kamera im Mittelpunkt. Die Autoren zeigen Ihnen, wie Sie Modelle finden und unter Vertrag nehmen, ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen aufbauen und verantwortungsbewusst damit umgehen. Sie behandeln die unterschiedlichen Typen von Porträtfotos von der Detail- über die Gesichts- bis hin zur Ganzkörperaufnahme, wie auch Paarbilder und Gruppenaufnahmen und zeigen anschaulich die Besonderheiten beim Porträtieren von Babys, Kindern oder reiferen Menschen sowohl im Studio als auch on Location, im Alltag wie auch auf der Straße. Aus dem Inhalt: • Einen maßgeschneiderten Modellvertrag aufsetzen • Kopfporträts und Detailaufnahmen, Oberkörper- und Ganzkörperporträts fotografieren • Kleidung, Schmuck und Accessoires einbeziehen • Hintergrund und Umgebung als Bildinhalt nutzen • Emotionen darstellen • Erotik und Akt • Lifestyle, Beauty und Fashion • Sport und Bewegung • Bildformat, Ausschnitt und Anschnitt • Bildaufbau, Linienführung und Tiefenwirkung • Perspektive und Verzeichnung • Schärfe und Unschärfe • Bewegung visualisieren oder einfrieren • Lichtführung • Farbe und Schwarzweiß Gemeinsam mit dem zweiten Band, Das Shooting, bildet der vorliegende erste Band, Der Mensch als Motiv, eine integrierte, aufeinander aufbauende Schule der Porträtfotografie.

Cora und Georg Banek betreiben in Mainz das Artepictura-Atelier und die Artepictura-Akademie. Beide sind als Fotografen und Lehrer tätig und haben bereits mehrere Fachbücher und zahlreiche Artikel in Fotofachzeitschriften verfasst. Sie sind Autoren der beim dpunkt.verlag erschienenen, dreibändigen Fotoschule 'Fotografieren lernen' sowie weitere Fachbücher zu verschiedenen fotografischen Themen wie 'Gesichter fotografieren' oder 'Blumen kreativ fotografieren'. Der direkte Kontakt mit ihren Lesern liegt den Autoren sehr am Herzen. Wenn Sie also Nachfragen, Rückmeldungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder Kritik zu diesem Buch haben, freuen sie sich sehr auf Ihre Nachricht - am besten per E-Mail unter: kontakt@artepictura.de Wenn Sie die beiden im Internet besuchen möchten, finden Sie sie unter artepictura-akademie.de.

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Leseprobe

Kapitel 2
Das Modell


2.1 Unterschiedlich erfahrene Modelle


Jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig und als Fotograf müssen Sie sich grundsätzlich jedes Mal neu auf den Menschen vor Ihrer Kamera einstellen. Doch je nachdem, was für ein Modell Sie fotografieren, wie erfahren es ist, und auch je nachdem, wie erfahren Sie selbst in der Menschenfotografie sind, läuft dies ein bisschen anders ab.

Laienmodelle

Bei einem Modell, das zum ersten Mal vor einer Kamera steht, sollten Sie noch einmal stärker und ganz besonders auf eine vertrauensvolle Atmosphäre achten. Diese Modelle sind oft unsicher, vielleicht sogar ängstlich, die Situation ist für sie ungewohnt und Sie haben als Fotograf die Aufgabe, ihnen diese Ängste zu nehmen. Das erfordert eine ruhige und offene Herangehensweise: Investieren Sie genügend Zeit in ausführliche Gespräche mit dem Modell, konzentrieren Sie sich auf den Menschen anstatt auf ausgefeilte Posen. Erzählen Sie von sich, seien Sie locker und vielleicht sogar komisch. Zum einen taut das Modell in einer solchen Atmosphäre schneller auf und zum anderen bekommt es Ihre eigenen – vielleicht vorhandenen – Unsicherheiten gar nicht mit. Der Umgang mit einem Laienmodell ist nicht ganz einfach, lohnt sich aber sehr: Sie haben genügend Zeit und Ruhe, in Ihrem eigenen Tempo zu arbeiten, weil das Modell keinerlei Erwartungshaltung hat. In keinem anderen Shooting lernen Sie so viel, als wenn Sie sich gemeinsam mit einem Laienmodell die einzelnen Bilder erarbeiten.

Mit ungeübten Modellen zu arbeiten, ist nicht immer einfach, da sie oft sehr unsicher vor der Kamera sind oder sich nicht so gern fotografieren lassen. Im Freundes- und Bekanntenkreis finden Sie jedoch sicher Menschen, die Ihnen vertrauen, mit Ihnen üben und Ihnen auch ein paar weniger gute Ergebnisse nicht übel nehmen.

105 mm, Blende 4, 1/160 s, ISO 160, Tageslicht

Amateurmodelle

Je nachdem, wie oft ein Amateurmodell bereits vor der Kamera stand und wie diese Shootings abliefen, haben Sie es einfacher oder schwerer: Manchmal erinnern diese Modelle an echte Profis, die Ihre Anweisungen schnell und konzentriert umsetzen und eine großartige Körperbeherrschung besitzen. Doch genauso oft sind sie immer noch sehr unsicher, können Ihre Ideen kaum umsetzen und wirken auch auf den Bildern entsprechend angespannt.

Die Menge der vorhergehenden Shootings sagt nichts über die Ausdruckskraft, die Erfahrung, das Talent und die Professionalität eines Modells aus. Seien Sie also in jedem Fall rücksichtsvoll und verunsichern Sie niemanden durch ein (Möchtegern-)professionelles Gehabe. Das haben Sie gar nicht nötig.

Seien Sie selbstbewusst und formulieren Sie Ihre Bildideen klar und verständlich. Wiederholen Sie Ihre Anweisungen – wenn nötig – mehrfach, bis das Bild so ist, wie Sie es möchten. Auch wenn das Modell bisher bei anderen Fotografen eine andere Vorgehensweise kennengelernt und sich diese angewöhnt hat, müssen Sie sich hier nicht anpassen. Überzeugen Sie durch Ihre Art zu fotografieren.

Modelle mit viel Erfahrung posen meist eigenständig und wissen, wie sie gut rüberkommen. So ist es leichter, von ihnen tolle Bilder zu machen – viel kreative Leistung wird vom Modell übernommen.

105 mm, Blende 4,5, 1/200 s, ISO 200, Tageslicht

Professionelle Modelle

Der Vorteil eines professionellen Modells ist, dass Sie sich allein auf Bildgestaltung und Technik konzentrieren können und sich um Ihr Motiv so gut wie gar nicht kümmern müssen. Ein Profimodell posiert allein, hat seine unterschiedlichen Mimiken im Griff, weiß, wie es am fotogensten wirkt, und verändert sogar nach jedem Auslösen selbstständig die Körperhaltung, die Blickrichtung beziehungsweise den Ausdruck. Einem ebenso professionellen Fotografen erleichtert das beispielsweise bei einem Auftragsshooting die Arbeit enorm, insbesondere wenn die Bildidee vorher besprochen wurde und das Modell die Anweisungen des Fotografen umsetzt.

Profimodelle sind im Grunde genommen gute Schauspieler, die auf Knopfdruck bestimmte Emotionen glaubwürdig in Mimik und Gestik umsetzen können. Meist sind sie darum auch weniger eitel und haben keine Probleme mit »hässlichen« Emotionen.

105 mm, Blende 3,5, 1/250 s, ISO 200, Tageslicht

Ein Modell, das häufig vor der Kamera steht und überwiegend mit Fotografen arbeitet, die ihm das Posing überlassen, hat meist ein festes Repertoire an Gesichtsausdrücken und Körperhaltungen, das es automatisch abspult. Möchten Sie gezielt etwas anderes, ist es zum einen oft nicht einfach, diesen Automatismus zu durchbrechen; und zum anderen löst es beim Modell nicht selten Irritation aus, da »doch alle immer dieses selbstständige Posing wollen«.

105 mm, Blende 9, 1/90 s, ISO 100, Tageslicht

Für einen ungeübten Fotografen, der noch keine oder nur wenige Anweisungen gibt, ist die Arbeit mit einem Profimodell natürlich sehr einfach. Der Fotograf muss weder seine eigenen Bildideen einbringen, noch mit gezielten Anweisungen das Modell dirigieren – seine Arbeit beschränkt sich auf das regelmäßige Auslösen, während das Modell allein die kreative Arbeit des Posierens und des Ausdrucks übernimmt. Was eigentlich ganz angenehm klingt, hat jedoch gleich zwei gravierende Nachteile.

Zum einen lernen Sie dabei nichts über das Dirigieren und Anleiten Ihres Modells. Eine der schwierigsten Aufgaben in der Porträtfotografie ist es, das Modell dazu zu bringen, die eigene Bildidee umzusetzen. Auch nach noch so vielen Shootings mit einem Profimodell kommen Sie diesbezüglich keinen Schritt weiter. Der andere Nachteil ist, dass ein solches Modell auch einem ungeübten Fotografen viel zu schnell zu gute Ergebnisse bringt, ohne dass der Fotograf etwas dafür tut. Denn mehr oder minder die gesamte kreative Arbeit wird durch das Modell erledigt. Oftmals wiegt er sich dadurch in falscher Sicherheit und überschätzt seine eigenen fotografischen Fähigkeiten. Wenn bei einem Shooting mit einem anderen Modell dann nicht ähnlich gute Ergebnisse herauskommen, schieben viele Fotografen leider die Schuld schnell auf das Modell und suchen diese eben nicht bei sich selbst.

2.2 Wie kommen Sie an Modelle?


Eine Frage stellt sich gleich zu Anfang: Wie kommen Sie überhaupt an jemanden, der sich von Ihnen fotografieren lässt? Je nachdem, wie weit Sie in Ihrer fotografischen Entwicklung sind und wie viel Erfahrung Sie schon mit dem Thema Porträt gesammelt haben, bieten sich unterschiedliche Vorgehensweisen an, um an ein Modell zu kommen. Ein Tipp gilt jedoch unabhängig von allem anderen: Wenn Sie mit einem Modell einmal erfolgreich zusammengearbeitet haben, sollten Sie es unbedingt häufiger fotografieren. Denn mit der Zeit wächst das Vertrauen, Sie gewöhnen sich in der Arbeitsweise aneinander und die Bilder werden immer besser, intensiver und ausdrucksstärker.

Wenn Sie mit der Porträtfotografie beginnen, liegt es nahe, erstmal im Freundes- und Bekanntenkreis nach spannenden Modellen Ausschau zu halten. Das hat viele Vorteile: Vorschussvertrauen, Toleranz gegenüber Mängeln im Bildergebnis und – ganz wichtig – die Tatsache, dass Laien in der Regel schon allein durch die Frage, ob sie Modell stehen möchten, sofort geschmeichelt, beeindruckt und sehr positiv ins Shooting gehen.

100 mm, Blende 3,5, 1/500 s, ISO 100, Tageslicht

Der Freundeskreis

Gerade bei den ersten Schritten in die Porträtfotografie konzentrieren Sie sich am besten auf Ihren Familien- und Freundeskreis. Nicht nur, dass dort ganz sicher die eine oder andere fotogene Person zu finden ist, meist sind Freunde auch sehr geduldig und nehmen es Ihnen nicht übel, wenn die Bildergebnisse noch nicht einwandfrei sind. Wichtig ist dabei aber, dass Sie gleich von Anfang an sagen, dass es erst mal ein Übungsshooting werden soll. So schüren Sie nicht unnötig große Erwartungen und können gleichzeitig versprechen, irgendwann bessere Bilder von der Person zu machen. Sind diese Randbedingungen geklärt, reicht es dann oft, dem Modell die wenigen akzeptablen Bilder des Shootings als Abzüge zu schenken.

Gelingt Ihnen bei einem Shooting noch kaum gutes Bildmaterial, dann sehen Sie das als Herausforderung und probieren es erneut.

Auf der Straße

Der Weg, völlig fremde Menschen auf der Straße anzusprechen, ist eher etwas für den geübten Porträtfotografen. Nicht nur, dass es Mut und genügend Selbstbewusstsein erfordert, Sie müssen die Person auch innerhalb weniger Minuten von Ihrer Kompetenz überzeugen, was Sie am einfachsten mit entsprechenden Beispielbildern erreichen. Laden Sie deswegen auf Ihr Smartphone, Tablet oder Laptop einen Ordner mit Ihren besten Bildern, so dass Sie immer etwas zum Zeigen dabeihaben. Alternativ können Sie auch eine kleine Mappe mit ausgedruckten Bildern einstecken.

Diese beiden Frauen haben wir auf der Straße angesprochen, ob sie sich fotografieren lassen möchten. Erst...

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