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E-Book

Porträtfotografie 2

Das Shooting

AutorCora Banek, Georg Banek
Verlagdpunkt
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl370 Seiten
ISBN9783864916571
FormatPDF/ePUB
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,90 EUR
Früher oder später interessieren sich die meisten Fotografen für das Genre der Porträtfotografie. Eine andere Person vor die Kamera einzuladen und mit ihr stimmige Bildergebnisse zu entwickeln, ist auf ganz besondere Art und Weise reizvoll und herausfordernd zugleich. Wie wichtig eine vertrauensvolle Shooting-Atmosphäre für das Gelingen guter Porträtaufnahmen ist, zeigen Ihnen die erfahrenen Fotografen, Fototrainer und Autoren Cora und Georg Banek in diesem Buch. Im diesem zweiten Band rund um das spannende Genre der Menschenfotografie dreht sich alles um das Shooting selbst, um die Vorbereitung, die Durchführung - sowohl im Studio, outdoor als auch on Location - und die Nacharbeit zu Hause am Rechner. Die Autoren geben Ihnen eine Menge hilfreicher Tipps und Anregungen für die Praxis und für Ihre ganz persönliche Weiterentwicklung als Porträtfotograf. Sie veranschaulichen deren Umsetzung anhand einer Vielzahl überzeugender Aufnahmen. Zahlreiche Beispiel-Shootings geben Ihnen das Gefühl, selbst vor Ort dabei zu sein. Aus dem Inhalt: • Ein (guter) Porträtfotograf werden • Der Umgang mit dem Modell • Shooting-Organisation und Zeitplanung • Zusammenarbeit mit einer Visagistin • Das Posing dirigieren • Location-Recherche • Outdoor-Shooting • Das (eigene) Studio • Lichtquellen und Lichtformer • Auswahlprozess der Bilder • Veröffentlichung der Bilder • Lernen durch Kritik • Konzeptionelle Fotografie Gemeinsam mit dem ersten Band, Der Mensch als Motiv, bildet der vorliegende zweite Band, Das Shooting, ein umfangreiches Grundlagenwerk zur Porträtfotografie.

Cora und Georg Banek leben und arbeiten im Raum Mainz, wo sie Mitte 2009 ihr Unternehmen um eine Fotoschule (artepictura-akademie.de) erweitert haben. Vorher waren sie hauptsächlich im Bereich der Auftragsfotografie für Unternehmen und Privatpersonen tätig und schreiben seit 2004 für Fotofachzeitschriften und Buchverlage. Insgesamt sind im Laufe der Jahre rund 20 Fachbücher des Autorenpaares zu verschiedenen fotografischen Themen erschienen. Der direkte Kontakt mit ihren Lesern liegt den Autoren sehr am Herzen. Wenn Sie also Nachfragen, Rückmeldungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder Kritik zu diesem Buch haben, freuen sie sich sehr auf Ihre Nachricht - am besten per E-Mail unter: kontakt@artepictura.de Wenn Sie die beiden im Internet besuchen möchten, finden Sie sie unter artepictura-akademie.de.

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Leseprobe

Kapitel 2


Vorbereitung des Shootings

2.1 Ideen entwickeln


Manche Bildideen entstehen spontan durch die Gegebenheiten vor Ort. Die »Insel« inmitten der Pfützen inspirierte sofort zu diesem Bild. Der Ausdruck des Modells und die kontrastreiche Bearbeitung unterstreichen die Bildwirkung.
24 mm, Blende 2, 1/250 s, ISO 100, Tageslicht

Die Idee, die hinter einem Shooting steckt, ist einer der drei Pfeiler eines guten Verhältnisses zwischen Modell und Fotograf (s. Porträtfotografie, Band 1). Sie sollten also durchaus etwas Zeit darauf verwenden, sich Gedanken darüber zu machen, was Sie mit dem Modell im Verlauf des Shootings an Bildideen umsetzen wollen. Dabei haben Sie vier Möglichkeiten, wann und wie Sie die Bildidee mit ins Shooting integrieren.

Es dem Modell überlassen

Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, sich gar nicht selber mit so etwas wie einer Idee zu belasten und diesen Teil der Arbeit am fotografischen Endergebnis komplett dem Modell zu überlassen. Gerade erfahrene Modelle (s. Porträtfotografie, Band 1) bringen jede Menge eigenständige Posen und Mimiken mit, die sie routiniert vor Ihnen abspulen können. Ihr Anteil am Bild beschränkt sich dann jedoch nur noch auf die Belichtung und das Auslösen. Wenn Ihnen das ausreicht, können Sie auf diese Weise sehr schnell zu recht ansehnlichen Ergebnissen gelangen, zu denen Sie auf verschiedenen Fotoplattformen vermutlich ein recht positives Feedback erhalten werden. Auch wenn man das eher weniger in die Kategorie gezielte und bewusste Porträtfotografie einordnen würde.

Je geübter das Modell ist, desto eher wird es Ihnen eine ganze Reihe Posen anbieten können. Hier gilt es dann immer wieder genau hinzusehen, ob alle Details stimmen oder noch etwas an Ihre Bildidee angepasst werden kann.
Links: 85 mm, Blende 1,4, 1/400 s, ISO 1000, Tageslicht
Rechts: 85 mm, Blende 8, 1/125 s, ISO 100, Studioblitz

Spontan während des Shootings

Natürlich können Sie sich darauf verlassen, dass Sie die richtigen Ideen während des Shootings ganz spontan bekommen und dann auch umsetzen können. Allerdings sollten Sie dabei auch die Situation bedenken, in der Sie sich während des Shootings befinden. Sie müssen Ihre Kameraeinstellungen kontrollieren, die Belichtung wählen, auf die Lichtführung achten, Ihr Modell erwartet Anweisungen von Ihnen, Sie müssen das Bild gestalten und dabei genau den Moment erwischen, in dem Ihr Modell richtig guckt. Je weniger Erfahrung Sie in der Porträtfotografie haben, desto stressiger wird dies für Sie sein.

Aber selbst sehr erfahrene Profis haben in der eigentlichen Shootingsituation nicht wirklich die Ruhe und Muße, sich ganz bewusst eine – vielleicht sogar neue und originelle, auf jeden Fall aber – stimmige Idee einfallen zu lassen.

Lassen Sie sich unbedingt von der Location und den Shootinggegebenheiten inspirieren. Im Idealfall besuchen Sie sie vorab in Ruhe und entwickeln Bildideen, um vorbereitet ins Shooting zu gehen.
Oben: 20 mm, Blende 10, 1/125 s, ISO 100, Tageslicht
Mitte: 20 mm, Blende 2,8, 1/160 s, ISO 1000, Tageslicht
Unten: 24 mm, Blende 2, 1/160 s, ISO 1250, Tageslicht

Denn eines müssen Sie bedenken: Stress ist eines der wirksamsten Mittel gegen Kreativität. Unter Anspannung fällt niemandem etwas Besonderes ein. Stattdessen greift jeder zum Erstbesten, das ihm gerade im Kopf herumgeht. Der Profi hat zwar einige Posen oder Mimiken in der Hinterhand, die immer zu ganz guten Ergebnissen führen. Aber für etwas Stimmiges, das alles aus dem Modell herausholt und Sie auch als Fotograf weiterbringt, brauchen Sie schon mehr als nur ein paar wenige Sekunden Ideenfindung unter Stress.

Während des Vorgesprächs

Es kann natürlich sein, dass Sie Ihre Bildideen unbedingt spontan erarbeiten wollen oder müssen, zum Beispiel weil Sie vor einem Shooting einfach keine Zeit haben oder für Ihre Ideen erst einmal das Modell in natura sehen müssen, um sich Ihr eigenes Bild von ihm machen zu können. Dann sollten Sie unbedingt ausreichend Zeit einplanen, um gemeinsam mit dem Modell über die Bildideen zu sprechen und anhand von Bildbeispielen sich auf eine gemeinsame Linie zu einigen. Eine gute halbe Stunde, die Sie zusätzlich zu dem ansonsten eingeplanten Vorgespräch noch hinzurechnen sollten (s. Seite 106), ist dabei ein guter Anhaltswert.

Dafür sollten Sie aber auch entsprechende Beispielbilder zur Verfügung haben, denn anhand von konkreten Bildern lassen sich Ideen viel schneller besprechen und konkretisieren als nur mit Worten. Legen Sie sich im Laufe der Zeit eine Sammlung an Porträts zu, die Sie beeindrucken und Ihnen kreative Anstöße geben – seien es aus dem Internet kopierte Bilder auf Ihrem Rechner, seien es Bildbände. Bitten Sie auch Ihr Modell, Beispielbilder und Bildideen mitzubringen, die es gerne einmal umsetzen möchte. Solange Sie sich nicht nur auf die Kreativität des Modells verlassen, erhalten Sie so vielleicht ganz neue Anregungen, die Sie dann auf Ihre ganz eigene Art umsetzen können.

Vor dem Shooting

Der beste Zeitpunkt für die Vorbereitung liegt jedoch deutlich vor dem eigentlichen Shooting. Reservieren Sie sich eine möglichst lange Zeitspanne, in der Sie sich nichts anderes vornehmen, als Ihre Gedanken auf Wanderschaft zu schicken und sich mit dem bevorstehenden Shooting zu beschäftigen. Denn noch einmal: Stress und Zeitdruck sind die effektivsten Kreativitätskiller überhaupt. Oder anders ausgedrückt: Die besten Ideen werden Ihnen kommen, wenn Sie sich entspannt, mit viel Zeit und ohne Schere im Kopf mit einem Thema auseinandersetzen.

Wenn Sie sich tatsächlich extra die Zeit für eine ausführliche Shootingvorbereitung nehmen, lagern Sie dadurch den kreativen Prozess in eine stressfreie Situation aus. Nicht nur dass die Ergebnisse besser werden, Ihr Unterbewusstsein kann und wird in der Zeit bis zum Shootingtag weiter an den Ideen arbeiten und lässt die Ideen konkreter werden und reifen.

Manche Bilder möchten regelrecht gemacht werden, sie lauern lange in unseren Köpfen und irgendwann ergibt sich die Gelegenheit. Strohballen stehen nur sehr kurz für ein Shooting zur Verfügung und bilden hier die Basis für eine lange Bilderserie. Das ideale Feld finden Sie, wenn Sie immer aufmerksam durch die Gegend fahren.
24 mm, Blende 5, 1/1000 s, ISO 100, Tageslicht

Linke Seite: Manche Shootingidee beginnt auch mit dem Outfit und dann suchen Sie die dazu passenden anderen Shootinggegebenheiten – wie hier die glatte Wandfläche als Kontrapunkt zu der ungewöhnlichen Designer-kleidung.
105 mm, Blende 3,5, 1/125 s, ISO 250, Tageslicht

Der Ausgangspunkt

Jede Idee für ein Shooting startet an einem anderen Punkt. Mal überfällt Sie eine ganz bestimmte Bildidee und Sie suchen dann das passende Modell dazu, mal stolpern Sie über eine passende Location und organisieren alles andere drumherum. Mal sehen Sie ein spannendes Modell und gehen von diesem Menschen aus, mal ist es ein herausstechendes Kleidungsstück oder eine ungewöhnliche Art des Make-ups. Mal wollen Sie eine bestimmte Lichtstimmung oder eine besondere Gestaltung ausprobieren, mal ist eine technische Spielerei oder eine gewisse Form der Bildbearbeitung Ihr Ausgangspunkt. Egal von welchem Punkt Sie ausgehen, bewusst oder unbewusst treffen Sie zu jedem anderen der Punkte jede Menge Entscheidungen, bis am Ende genau das eine Bild herauskommt.

Dabei wechselt jeder Fotograf immer wieder seinen Ausgangspunkt, auch wenn die meisten Fotografen einen oder zwei Startpunkte für ihre Ideen haben, die vermehrt auftauchen. Kein Startpunkt ist dabei besser oder schlechter als ein anderer oder führt zu besseren oder schlechteren Bildergebnissen. Denn letztlich ist es immer die stimmige Kombination aus allen Punkten, welche die Qualität eines Bildes ausmacht.

Kreativität ist ein Prozess

Erwarten Sie jedoch bitte nicht, dass Sie sich nur hinsetzen und Ihre Gedanken schweifen lassen müssen und schon kommt der Geistes-blitz, der Ihnen ein fertiges Bild liefert. Denn gute und tragfähige Ideen brauchen ihre Zeit.

Beschäftigen Sie sich also möglichst ausführlich mit Ihrem gerade aktuellen Startpunkt für das Shooting: Sehen Sie sich aufmerksam möglichst alle Bilder des Modells an, wenn Sie schon wissen, wen Sie fotografieren werden. Gehen Sie mit einer Kamera vor Ort, wenn Sie an einer bestimmten Location fotografieren wollen. Recherchieren Sie Bilder, Wissen und Tipps zum Thema, wenn Sie beispielsweise High-Key- oder Outdoor-Blitzaufnahmen anfertigen wollen. So machen Sie sich sicher in dem jeweiligen Thema, was Ihnen beim Shooting selbst helfen wird, weil Sie vor Ort wissen, wohin Sie wollen und was Sie tun.

Versuchen Sie in den nächsten Schritten weitere Faktoren festzusetzen und einzuengen – soweit das im Vorhinein möglich ist. Überlegen Sie beispielsweise, welche Kleidung in Ihrer Location spannend zur Geltung kommen und welcher Typ Modell dazu passen würde.

Ideen-Checkliste

Um Ihr Shooting vorzubereiten, sollten...

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