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Post-Merger-Integration bei europäisch-japanischen Unternehmenszusammenschlüssen

Konfliktorientierte Analyse am Beispiel des Lieferantenmanagements

AutorCarsten Herbes
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl464 Seiten
ISBN9783835094246
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis70,00 EUR
Carsten Herbes analysiert die Integration des Einkaufsbereiches, stellt die typischen Integrationsmaßnahmen des Erwerbers, z.B. gemeinsame Beschaffung und Umstellung der japanspezifischen Lieferantenbeziehungen auf marktliche Beziehungen, den Zielen der japanischen Stakeholder gegenüber und ermittelt potenzielle Konflikte. Er veranschaulicht die vorhandenen Konfliktfelder und die Probleme beim Umgang mit Konflikten im Gesamtzusammenhang der Post-Merger-Integration anhand von Fallstudien und erarbeitet Lösungsvorschläge.

Dr. Carsten Herbes promovierte bei Prof. Dr. Wolfgang Dorow am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Unternehmensplanung, Organisation und Personalwesen, der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder). Er ist als Senior Project Manager für Roland Berger Strategy Consultants in München und Tokio tätig.

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Leseprobe
B. Theoretische Grundlagen undanalytischer Bezugsrahmen (S. 50-52)

In diesem Teil der Arbeit wird der Bezugsrahmen fiir die in Teil C. dargestellten maßnahmenspezifischen Konfliktpotenziale aufgespannt. Da die individuellen Ziele der Aktoren als Grundlage für potenzielle Konflikte vom kulturellen und institutionellen Hintergrund abhangen, werden in Kapitel I. zunächst Elemente japanischer Unternehmenskulturen eingeführt. In Kapitel II. wird als analytischer Bezugsrahmen ein vierstufiger Konfliktprozess entwickelt und gezeigt, wie sich Unternehmenskultur auf seine einzelnen Phasen auswirkt. Die Japan Spezifika für jeden einzelnen Teilprozess des Konfliktprozesses werden in Kapitel III. vorgestellt, hier lassen sich insbesondere die integrationsspezifischen Ziele der Aktoren erkennen. Diese bilden dann die Grundlage für die in Teil C. untersuchten konkreten Konfliktpotenziale. Kapitel IV. fasst die Ergebnisse des Teils B. zusammen.

I. Grundlagen der Japan-Management-Forschung

In Abschnitt 1. wird zunächst ein Überblick über die Japan-Management-Forschung gegeben und in Abschnitt 2. einige methodische Fragen diskutiert, die die Japan-Management-Forschung beeinflusst haben. In Abschnitt 3. wird kurz in das Modell von Schein eingeführt, das als Strukturierungshilfe für die in der Literatur oft unverbunden dargestellten Elemente von Unternehmenskultur in Japan dienen soll. Der zentrale Abschnitt 4. erläutert diese Elemente von Unternehmenskulturen in Japan, die in Kapitel RIll. zur Herleitung der Ziele der japanischen Aktoren sowie zur Erläuterung der Machtbasen und Konflikthandhabungsmaßnahmen benutzt werden. In Teil C. werden diese Elemente zum Teil nochmals aufgegriffen, um die Wirkung der Integrationsmaßnahmen auf die Ziele der japanischen Aktoren zu verdeutlichen. Abschnitt 5. schließlich erläutert nochmals kurz die Relevanz für die Untersuchung und reflektiert die Probleme der Japan-Management-Forschung kritisch.

1. Überblick über die Japan-Management-Forschung und ihr Erkenntnisinteresse

Die Kultur vergleichende Managementforschung zu Japan, vor allem mit den USA, setzte Ende der 70er Jahre mit dem zunehmenden Erfolg japanischer Unternehmen auf dem Weltmarkt ein. I Sie war gleichzeitig ein treibender Faktor in der allgemeinen Kultur vergleichenden Managementforschung.` Eine der ersten und gleichzeitig wichtigsten Arbeiten ist "Theory Z" von William Ouchi? Das besondere Interesse der Japan-orientierten Forschung lag zunächst darin, den Erfolg japanischer Unternehmen besser zu verstehen und gegebenenfalls überlegene "Managementtechniken" zu erlernen und selbst einzusetzen.! Diesem Interesse lag eine oft nicht naher begründete Annahme zugrunde, die Stähle auf den Punkt bringt: "Japan-Kenner sind sich darin einig, daf für diesen Erfolg [auf dem Weltmarkt, Anm. d. Verf.] zu einem betrachtlichen Teil die besondere Kultur japanischer Unternehmungen verantwortlich zu machen ist."

2. Methodische Fragen der Kultur vergleichenden Managementforschung

In diesem Abschnitt sollen einige grundsätzliche Fragen der Kultur vergleichenden Managementforschung thematisiert werden, die auch für die Japan-Management-Forschung von Belang sind. Bevor weiter auf Unternehmens- und Landeskulturen und ihre Relevanz für den Untersuchungsgegenstand eingegangen wird, soll der Begriff Kultur kurz eingeführt werden. Reineke definiert Kultur wie folgt: "Als Kultur werden alle von einer sozialen Gruppe gemeinsam akzeptierten Werte, Normen, Verhaltensmuster, -auberungen und -resultate bezeichnet, die von dieser Gruppe verinnerlicht werden und an neue Gruppenrnitglieder weitervermittelt werden."

I Hinsichtlich der Unternehmenskultur gab es in der Vergangenheit zwei sich widersprechende Ansätzer` Der institutionelle oder subjektivistische Ansatz - "Das Unternehmen ist eine Kultur" - begreift die Unternehmenskultur als dynamisch und durch ihre Mitglieder sozial konstruiert und untersucht die "... Prozesse, die zu einer gemeinsamen Interpretation von Situationen und zur Schaffung einer gemeinsamen sozialen Realität fuhren".` Die Möglichkeit einer bewussten Einflussnahme durch die Unternehmensleitung wird verneint. Außerdem wird angezweifelt, dass ein Beobachter objektiv sein kann: Dazu hebt man den Einfluss der kulturellen Pragung des Forschers hervor.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Vorwort8
Inbaltsübersicht10
Inhaltsverzeichnis11
Abbildungsverzeichnis14
Tabellenverzeichnis15
Abkürzungsverzeichnis16
"Nicht das Vorhandensein von Konflikten, sondern die scheinbare Stille sozialer Gebilde gibt uns Grund zur Überraschung ..."189A. Einleitung18
I. Einordnung des Themas in den Gesamtrahmen der Entwicklungen im Bereich Unternehmenszusammenschlüsse18
II. ZieIsetzung und Vorgehen der Arbeit31
III.Begriffliche Grundlagen39
IV. Stand der Forschung56
V. Zwischenfazit65
B. Theoretische Grundiagen undanalytischer Bezugsrahmen67
I. Grundiagen der Japan-Management-Forschung67
II. ZieIsetzung und Vorgehen der Arbeit31
III.Begriffliche Grundlagen39
IV. Stand der Forschung56
V. Zwischenfazit65
B. Theoretische Grundiagen undanalytischer Bezugsrahmen67
I. Grundiagen der Japan-Management-Forschung67
II. Analytischer Bezugsrahmen106
III. Anwendung des analytischen Bezugsrahmens auf den Untersuchungsgegenstand124
IV. Zwischenfazit174
C. Analyse der einzelnen Konfliktfelder176
I. Die Integration des Managements der Lieferantenbeziehungen als Konflikt gegenstand179
II. Der Integrationsprozess als Konfliktgegenstand (Kurzdarstellung)232
III. Zwischenfazit241
D. Ernpirische Erhebung und Irnplikationen242
II. Zusammenfassung der Ergebnisse254
IV. Zusammenfassung und weiterer Forschungsbedarf306
Literaturverzeichnis311
Anhang: Fallstudien362
I. Ausgangssituation364
II. Zeitlicher Verlauf des Zusammenschlusses368
III. Durchgefiihrte Integrationsma6nahmen368
IV. Konflikthandhabung393
Renault-Nissan case: table of contents396
I. Initial situation397
II. Acquisition timeline399
III. Integration activities400
IV. Conflict handling418
Inhaltsverzeichnis Fallstudie Bosch - Zexel Corporation423
I. Ausgangssituation424
II. Zeitlicher Verlauf des Zusammenschlusses427
III. Durchgeffihrte IntegrationsmaBnahmen428
Inhaltsverzeichnis Fallstudie Rexroth - UchidaHydraulics440
I. Ausgangssituation441
II. Zeitlicher Verlauf des Zusammenschlusses444
III. Durchgeffihrte IntegrationsmaBnahmen444
IV. Konflikthandhabung453
Schneider Electric-Digital Electronics case: table of contents458
I. Initialsituation459
II. Acquisition timeline463
III. Integration activities464
IV. Conflict handling475

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