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Prävention

Ausgewählte Beiträge des Nationalen Präventionskongresses Dresden 1. und 2. Dezember 2005

VerlagSpringer-Verlag
Erscheinungsjahr2006
Seitenanzahl618 Seiten
ISBN9783540289548
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis70,00 EUR

Prävention lässt sich am besten mit vorausschauender Problemvermeidung übersetzen. Seit der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation gelten Prävention und Gesundheitsförderung als die geeignetsten Instrumente, dem Kostenanstieg im Gesundheitswesen durch Vermeidung des Sozialversicherungsfalls entgegenzuwirken; mit andern Worten: durch Vermeidung von Bedarf an Behandlung, Rehabilitation und Pflege. Die lange politische Missachtung des Präventionsansatzes und seine kaum mehr nennenswerte öffentliche Förderung haben zu einer völligen Unterentwicklung hierzulande beigetragen. Der 1. Nationale Präventionskongress will einen Neuanfang in Sachen Prävention und Gesundheitsförderung, und er will in diesem Zusammenhang eine zukünftig stärkere Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis anstoßen.

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Leseprobe

Präventionsaspekte in den Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünden (S. 71)

Wolfgang Slesina, Christiane Patzelt
Abstract
Tertiäre Prävention ist ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation. Projekte der acht Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünde prüften u.a. die präventive Wirksamkeit von Patientenschulungen, Empowerment und intensivierter Nachsorge. Andere Studien untersuchten präventionsrelevante Einstellungen von Rehabilitanden, den Verlauf von Gesundheitsverhalten und Risikofaktoren im Reha-Prozess und die Beteiligung an Selbsthilfegruppen.

Schlüsselworte: Rehabilitation – Tertiärprävention – Gesundheitsverhalten – Patientenschulung – Nachsorgeprogramme

1. Ziele und Programmatik des Förderschwerpunkts »Rehabilitationswissenschaften«
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) förderten im Zeitraum von 1998 bis 2005 gemeinsam den Schwerpunkt »Rehabilitationswissenschaften«. Ziel der Förderung war es zum einen, die Rehabilitationsforschung zu stärken und qualitativ zu verbessern (Koch et al. 1998). Zum anderen zielte das Forschungsprogramm auf die Weiterentwicklung und Verbesserung der rehabilitativen Versorgung durch praxisorientierte Forschung (Koch 2000:258, Buschmann-Steinhage et al. 1998). Die Finanzierung des Förderprogramms im Umfang von gut 40 Millionen Euro erfolgte zu gleichen Anteilen seitens des BMBF und der DRV.

Die Ausschreibung des Förderschwerpunkts im Jahr 1996 gab fünf Themenschwerpunkte für die Einreichung von Forschungsanträgen vor (7 Bundesanzeiger Nr. 62/1996):

1. Rehabilitationsrelevante Entstehungszusammenhänge, Verläufe und Prognosen von (chronischen) Krankheiten und ihren Folgen (Impairment, Disability, Handicap einschließlich der Frühberentung, z.B. Studien zu Chronifizierungsprozessen, zu den Zusammenhängen zwischen Impairments und Disabilities, zur Epidemiologie der Disabilities),

2. Rehabilitationsdiagnostische Verfahren (insbesondere Instrumente der Funktions- und Leistungsdiagnostik zur Erfassung von Disabilities und Handicaps, z. B. zur Feststellung der Rehabilitationsbedürftigkeit, zur Rehabilitationsplanung, -steuerung und -kontrolle oder für die sozialmedizinische Beurteilung),

3. Weiterentwicklung und Evaluation von Rehabilitationsmaßnahmen (z.B. Wirksamkeitsstudien im Hinblick auf das Rehabilitationsziel, Interventions- und vergleichende Studien bei neuen Therapiemodellen und Versorgungsformen),

4. Patienten in der Rehabilitation

(Studien zur Krankheitsverarbeitung, zu Erwartungen und Motivation bezüglich Änderung von Risikoverhalten und Lebensstiländerung oder zur sozialen Unterstützung),

5. Rehabilitationssystem

(z.B. Antrags- und Inanspruchnahmeverhalten, Zuweisungs- und Verfahrenssteuerung einschließlich individuellem Fallmanagement, Bedarfsplanung, System ambulanter, teilstationärer und stationärer Rehabilitation, Schnittstellenprobleme, Qualitätsmanagement, Kosten-Nutzen-Analysen). Das Thema »Prävention« wurde in der Ausschreibung nicht eigens erwähnt. Insbesondere der vierte Themenschwerpunkt der Ausschreibung bot aber für Untersuchungen zur Prävention im Kontext der Rehabilitation gute Anknüpfungsmöglichkeiten.

Acht regionale Rehabilitationswissenschaftliche Forschungsverbünde mit insgesamt ca. 160 Einzelprojekten wurden in dem genannten Förderzeitraum finanziert. In der ersten Förderphase (1998–2002) belief sich die Zahl der Projekte auf 78, in der zweiten Förderphase (2001–2005) auf 81 (einschließlich der Querschnittprojekte). Jeder Verbund verfügte über ein eigenes Leitthema, wie in . Tabelle 1 beschrieben.

Die folgende Übersicht soll zeigen, inwieweit in den ca. 160 Forschungsprojekten der acht Reha-wissenschaftlichen Forschungsverbünde Aspekte der Prävention und Gesundheitsförderung berücksichtigt wurden. Hierfür erscheint es sinnvoll, zunächst einige Hinweise über den Auftrag und Stellenwert der Rehabilitation im System der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland, über ihren präventiven Bezug und danach einige begriffliche Klärungen und Zuordnungen voranzustellen.

Inhaltsverzeichnis
Danksagung6
Vorwort8
Inhaltsverzeichnis10
Autorenverzeichnis16
A Konzeptorientierte Aspekte der Prävention21
Erfolgskriterien und Typen moderner Primärprävention --- Rolf Rosenbrock23
Strategie- und Konzeptwechsel in der betrieblichen Gesundheitspolitik --- Bernhard Badura43
Perspektiven der Prävention in Deutschland aus der Sicht der GKV --- Hans-Jürgen Ahrens61
Hausärztliche Prävention --- Heinz-Harald Abholz75
Präventionsaspekte in den Rehabilitationswissenschaftlichen Forschungsverbünden --- Wolfgang Slesina, Christiane Patzelt91
Präventionsprogramme der Europäischen Kommission mit Bezug zu Ernährung und körperlicher Aktivität Eine Auswahl aktueller Projekte --- Dirk Meusel, Andreas Fuchs111
Übertragbarkeit innovativer Evaluationskonzepte in de rmedizinischen Versorgung zur Optimierung der methodischen Ansätze im Rahmen der evidenzbasierten Prävention --- Wolfgang Böcking, Gernot Lenz, Diana Trojanus, Wilhelm Kirch131
Prävention und Eigenverantwortung --- Adem Koyuncu141
B Präventionund Lebenswelten161
Mehr Gesundheit für alle – ein Programm zur Reduzierung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen durch Prävention in Lebenswelten --- Michael Bellwinkel, Alfons Schröer163
Partizipative Qualitätssicherung und Evaluation in der lebensweltorientierten Primärprävention --- Michael T. Wright, Martina Block177
Präventionsstrategien für sozial Benachteiligte: Das Beispiel der schulischen Suchtprävention und Skillförderung --- Uwe H. Bittlingmayer, Klaus Hurrelmann193
Übergewicht bei Migrantenkindern – methodisch-epidemiologische Stolpersteine --- Liane Schenk, Anja Kroke, Anette E. Buyken, Nadina G. Karaolis-Danckert, Anke L.B. Günther, Sally Meerkamm, Oliver Razum213
Prävention durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst --- Bertram Szagun, Klaus Walter239
Gesundheitssport – Kernziele, Programme, Evidenzen --- Walter Brehm263
Gesundheitssport in Turnund Sportvereinen – ein Beitrag zur Förderung der öffentlichen Gesundheit --- Michael Tiemann287
Herausforderungen der Zukunft – Entwicklung des Turn- und Sportvereins als gesunder Lebensort --- Karin Fehres, Pia Pauly311
Struggle over Tobacco Controlin Serbia: Transnational Tobacco Companies vs. Public Health --- Andjelka Dzeletovic, Sanja Matovic Miljanovic, Ulrich Laaser319
C Arbeitswelt und betriebliche Prävention333
Zukunft der Arbeitsmedizinischen Prävention und Gesundheits förderung Position der Vorstände der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V. und des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. (21.10.04) --- Klaus Scheuch , Wolfgang Panter335
Erfolgsfaktor Betriebliches Gesundheitsmanagement – betriebswirtschaftlicher Nutzen aus Unternehmersicht --- Gudrun Eberle345
Prävention in den Gesundheits berufen und in Gesundheitseinrichtungen --- Ulrich Stößel, Holger Pfaff359
Ganzheitliche Prävention (GATE) auf einem internationalem Flughafen (Fraport AG) –Widerspruch zur Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens? --- Walter Gaber379
D Medizinische Versorgung und Prävention395
Hausärztliche Präventivmedizin in kommunaler Kooperation – Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Östringer Modell --- Armin Wiesemann, Erika Weih, Wolfgang Braunecker,Reginald Scheidt397
Hausärztliche Quartiärprävention am Beispiel der Reduzierung unnötiger Antibiotikaverordnungen bei akutem Husten --- Attila Altiner, Silke Brockmann419
Adipositas-Prävention für Kinder und Jugendliche in der Bundesrepublik – eine qualitätsorientierte Bestandsaufnahme --- Thomas Kliche, Christina Krüger, Cornelia Goldapp, Reinhard Mann, Jürgen Töppich, Uwe Koch429
Übergewicht und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen --- P. Bramlage, W. Böcking, W. Kirch449
Die Prävention psychischer Erkrankungen und die Förderung psychischer Gesundheit --- Reinhold Kilian, Thomas Becker463
Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen und Einnahme von Sexualhormonen bei Frauen – Ergebnisse der Study of Health in Pomerania (SHIP) --- Sabine Schwarz, Henry Völzke, Dietrich Alte, Wolfgang Hoffmann, Ulrich John, Martina Dören493
Lebenszufriedenheit bei chronischen Erkrankungen: Zum wechselseitigen Einfluss von Strategien der Krankheitsbewältigung, Depression und Sozialer Unterstützung --- Eike Fittig, Johannes Schweizer, Udo Rudolph515
Prävention mit Arzneimitteln – Möglichkeiten und Grenzen --- Ulf Maywald, Isabel Hach541
Telemedizin in der Tertiärprävention: Wirtschaftlichkeitsanalyse des Telemedizin-Projektes Zertiva® bei Herzinsuffizienz-Patienten der Techniker Krankenkasse --- Tatjana Heinen-Kammerer, Peter Kiencke, Kerstin Motzkat, Sandra Nelles, Bodo Liecker, Frank Petereit, Torsten Hecke, Hardy Müller, Reinhard Rychlik551
E Prävention in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde571
Präventionsorientierte Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde – wichtige Krankheitsbilder und deren oralprophylaktischer Zugang --- Dietmar Oesterreich, Sebastian Ziller573
Zahnverlust und Zahnersatz vor dem Hintergrund des demographischen Wandels Stellenwert der Prävention --- Ursula Schütte, Michael Walter595
Sachverzeichnis615

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