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Praxisbuch Lebensmittelallergie

Der sichere Weg zur richtigen Diagnose und optimalen Therapie bei Allergien und Unverträglichkeiten

AutorAnja Constien, Christiane Schäfer, Imke Reese
VerlagSüdwest
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl160 Seiten
ISBN9783641036546
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis13,99 EUR
Von der Diagnose zur Therapie

Die Zahl der Lebensmittelallergien nimmt stetig zu. Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist eine differenzierte Diagnose und dass Betroffene umfassen informiert werden. Dieser Ratgeber wendet sich an alle, die vielfältige Beschwerden haben und als Ursache eine Allergie vermuten. Hier werden verschiedene Diagnosemöglichkeiten vorgestellt und auf ihre Relevanz hin bewertet. Die häufigsten Lebensmittelallergene mit ihren Merkmalen werden ausführlich beschrieben. Dabei werden Einflüsse von Verarbeitungsprozessen ebenso berücksichtigt wie die aktuellen Empfehlungen der Allergiepräventionshilfe - dies unterscheidet diesen Ratgeber zu bisher auf dem Markt vorliegenden Titeln. Den drei Autorinnen - alle Ernährungswissenschaftlerinnen - ist es aufgrund ihrer täglichen Beratungsarbeit gelungen, einen wertvollen und hilfreichen Ratgeber aus der Praxis heraus für Allergiker zu schreiben.



Christiane Schäfer, Ernährungswissenschaftlerin, ist als selbständige Ernährungstherapeutin in einer allergologischen Schwerpunktpraxis tätig. Sie ist Fachreferentin für Ärzte und Ernährungsfachkräfte tätig.

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Leseprobe
In den letzten Jahrzehnten ist die Häufigkeit von Allergien stark angestiegen, wobei die Ursachen nach wie vor nicht geklärt sind. Der Trend hält an, auch wenn einige Krankheitsbilder derzeit auf ihrem Höhepunkt angelangt zu sein scheinen.

Nicht alles, was nach einer Allergie aussieht, ist auch eine! Allergien gehören zu den wichtigsten Erkrankungen und »großen gesundheitlichen Herausforderungen« dieses Jahrhunderts, gemäß der Aussage des Weißbuchs Allergie in Deutschland 2004. Nahrungsmittelallergien als Auslöser allergischer Reaktionen gewinnen auch dadurch zunehmend an Bedeutung, dass etwa 60 Prozent aller Pollenallergiker allergische Reaktionen gegenüber kreuzreaktiven Nahrungsmitteln aufweisen. Allergien, insbesondere Nahrungsmittelallergien, sind daher in aller Munde und schnell werden Beschwerden mit diesem Begriff betitelt. So erstaunt es nicht, dass etwa 10-mal mehr Menschen glauben, eine Nahrungsmittelallergie zu haben, als tatsächlich nachweisbar ist. Heißt das, dass sich neun von zehn Menschen ihre Beschwerden nur einbilden? Oder gibt es allergie-ähnliche Erkrankungen? Versteckt sich hinter einer vorgegebenen Allergie eine Essstörung oder eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel? Wahrscheinlich ist eine ganze Bandbreite von Gründen dafür verantwortlich, dass es ein so starkes Missverhältnis zwischen subjektiv empfundener und objektiv festgestellter Allergie gibt. Vor allem ist es aber wohl auf eine häufig unsachgemäße Nutzung des Begriffs der »Allergie« zurückzuführen.

Den Weg aufzeigen
Obwohl viele Menschen eine Nahrungsmittelallergie als Ursache ihrer Beschwerden vermuten, beschreiten nur wenige den Weg einer fundierten allergologischen Diagnostik. Noch weniger Menschen mit (bestätigtem) Verdacht auf Nahrungsmittelallergie sind in ernährungstherapeutischer Betreuung. Laut Schätzungen sind nur etwa 10 Prozent der Allergiker in Deutschland adäquat versorgt. Um dieses Missverhältnis anzugehen, soll das vorliegende Buch Personen mit nahrungsmittelbedingten Beschwerden einen Einblick geben,
? um was für ein Krankheitsbild es sich handeln könnte,
? welche Diagnostik geeignet ist, dies herauszufinden, bzw.
? welche unwissenschaftlich und damit Geldverschwendung ist,
? welche therapeutischen Möglichkeiten man nutzen soll und
? wie/ob sich Allergien durch Prävention verhindern lassen.

Dieses Buch soll helfen
Dieser Ratgeber möchte Ihnen Mut machen, sich mit diesem komplexen Thema auseinanderzusetzen. Denn beim Thema Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind individuelle Lösungen gefragt. Allgemeine Pauschalempfehlungen helfen nicht weiter. Solche auf einzelne Personen zugeschnittene Lösungen sind aber aufgrund des großen Wissenszuwachses in den allergologischen und lebensmitteltechnologischen Bereichen nur möglich, wenn Sie mit einem erfahrenen Allergologen und einer allergologisch versierten Ernährungsfachkraft zusammenarbeiten. Sämtliche Pauschal-Lebensmittellisten mit Empfehlungen »verboten« oder »geeignet« müssen auf Ihren Einzelfall übertragen werden.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen das aktuelle allergologische Wissen bezüglich Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Überblick vorstellen. Nutzen Sie dieses Wissen, und kommen Sie so bei der Suche nach Ihren individuellen Auslösern weiter.

Was ist eine Allergie?
Unter einer Allergie wird eine »spezifische Änderung der Immunitätslage im Sinne einer krank machenden Überempfindlichkeit« verstanden. Dabei kommt es zu einer Abwehrreaktion auf harmlose Substanzen der Umwelt. Das bedeutet, dass das Immunsystem des Allergikers sehr leistungsfähig ist. Es ist immunstark und nicht, wie häufig gedacht wird, immunschwach. Es reagiert überschießend auf eigentlich ganz harmlose Stoffe aus der Umwelt. Kennzeichnend für allergische Reaktionen ist ihre Reproduzierbarkeit. Sie sind also wiederholbar und auf einen definierten Auslöser zurückzuführen. Betroffen sind vor allem Haut, Atemwege und Verdauungstrakt.

Persönliche Empfindsamkeit ist maßgeblich
Die Bereitschaft, eine allergische Reaktion auszubilden, ist vererbbar. So treten Allergien besonders häufig bei Kindern von allergischen Eltern(teilen) auf. Allerdings sind genetische Anlagen nicht allein für die Entstehung einer Allergie verantwortlich. Auch Umweltfaktoren spielen eine maßgebliche Rolle. Ein Großteil der Forschungsaktivität der letzten Jahre beschäftigt sich mit dem Thema Allergieprävention. Fragestellungen wie »Wie beuge ich vor?«, aber auch Möglichkeiten der Toleranzinduktion, d. h., »Wie fördere ich die Ausbildung von Toleranz statt Überempfindlichkeit?«, sind die Themen in der allergologischen Forschung, für die es zum Teil schon Antworten gibt.

IgE-Antikörper und Atopie
Während unser Körper normalerweise durch Auseinandersetzung mit der Umwelt erkennt, dass diese harmlos ist, und sich deshalb für eine Toleranz entscheidet, hält der Allergikerkörper vieles Harmlose für gefährlich. Bei Nahrungsmittelallergien wird es sich dabei meist um eine Soforttypreaktion handeln. Eine solche Reaktion des Immunsystems wird über IgE-Antikörper vermittelt. Diese richten sich in der Regel gegen spezielle Eiweißstoffe, die auch Allergene genannt werden. Die Fähigkeit zur IgE-Antikörper-Bildung im Zusammenhang mit typischen Symptomen wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis, nennt man Atopie. Ist ein Körper entsprechend disponiert, d. h., hat er die grundsätzliche Bereitschaft, allergische Mechanismen in Gang zu setzen, dann sind folgende zwei Phasen wesentlich für das allergische Verständnis.

Zwei Phasen
In einer ersten Phase der Reaktion, der so genannten Sensibilisierung, bildet der Körper erst einmal nur Antikörper, die ihm als Gedächtnis dafür dienen, welche Stoffe er als »gefahrbringend« einstuft. Bei diesen Antikörpern handelt es sich meist um IgE-Antikörper. Erst bei einem erneuten Allergenkontakt kann es dann zu einer Erkennung des Allergens durch diese IgE-Antikörper kommen. Erst wenn ein Allergen und IgE-Antikörper zusammentreffen, eine so genannte Allergen-IgE-Antikörper-Vernetzung entsteht, kann es zu einer allergischen Reaktion kommen. Der alleinige Nachweis von IgE-Antikörpern im Blut führt aber nicht zwangsläufig bei einem erneuten Kontakt mit dem Allergen zu einer allergischen Reaktion! IgE-Antikörper lassen sich im Rahmen einer allergologischen Diagnostik im Blut oder an der Haut nachweisen und dienen als Hinweis, nicht als Nachweis für eine bestehende Empfindsamkeit. Neben Antikörpern vom Typ IgE gibt es auch eine Reihe anderer, wie z. B. IgG-Antikörper, die sich ebenfalls im Blut nachweisen lassen, aber im Regelfall keine Aussagekraft im Hinblick auf eine Allergie besitzen.

Diagnostik, um dem Übel auf die Spur zu kommen
Wenn mit jedem neuen Allergenkontakt immer und immer wieder eine Reaktion auftritt, spricht man von einer so genannten klinischen Relevanz der vorhandenen Sensibilisierungen. Die allergischen Reaktionen aufgrund einer Allergen-IgE-Antikörper-Vernetzung sind also stetig wiederholbar. Diese Eigenschaft bietet die Grundlage für Diagnostik und Therapie. Es ist also möglich, eine allergische Reaktion bewusst auszulösen und damit den Nachweis zu liefern, dass das Vorhandensein von bestimmten IgE-Antikörpern für die betroffene Person auch tatsächlich klinisch relevant ist, also eine Reaktion auslöst. Bei einer allergischen Reaktion können nahezu alle Organsysteme - beteiligt sein. Am häufigsten sind die Grenzflächen zur Umwelt, also Haut, Atemwege und Verdauungstrakt betroffen. Der Schweregrad kann von einem leichten Hautjucken, Niesen, laufender Nase, Husten oder Halskratzen bis zu schwerwiegenden Ganzkörperreaktionen im Sinne eines anaphylaktischen Schocks verlaufen.
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