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E-Book

Praxishandbuch Pruritus

Hautjucken einschätzen, erkennen und behandeln

AutorBing Thio, Eric van der Snoek (Hrsg.), Esther Ronner, Harmieke van Os-Medendorp
VerlagHogrefe AG
Erscheinungsjahr2013
Seitenanzahl186 Seiten
ISBN9783456948119
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR
Hautjucken stellt für den Patienten und oftmals auch für den behandelnden Arzt und die begleitenden Pflegenden eine erhebliche Belastung dar. Während die Nachtruhe des Patienten gestört wird, bereitet es dem Mediziner und Pflegenden Kopfzerbrechen, die Beschwerden an Hand der weiteren Symptome, der Einnahme von Medikamenten, der Vorgeschichte sowie eventuell vorhandener Hautkrankheiten oder aber auf der Grundlage abweichender Laboruntersuchungen herauszufinden. Der Patient ist seinerseits daran interessiert, dass das Hautjucken zurückgeht.
Das Praxishandbuch Pruritus beschreibt die häufigsten Ursachen dieser Erscheinung an Hand von Fotos. Dieses Buch enthält zudem eine kurzgefasste Darlegung mit praktischen Informationen zu Anamnese, Diagnostik, Begleitung und Behandlung des Hautjuckens und es werden sowohl die ursächliche als auch die symptomatische Behandlung des Hautjuckens übersichtlich und praxisgerecht erläutert.
Für die Redaktion des Fachbuchs Hautjucken zeichnen sich die Dermatologen Bing Thio und Eric van der Snoek, die Hausärztin Esther Ronner sowie die Gesundheitsforscherin Harmieke van Os-Medendorp verantwortlich. Spezialisten auf dem Gebiet des Hautjuckens bei dermatologischen und inneren Krankheiten sowie bei Kindern und während der Schwangerschaft sowie Experten für Tropenkrankheiten haben ebenfalls zum Inhalt dieses Buches beigetragen. Selbstverständlich werden auch oftmals auftretende Formen des anogenitalen und psychogenen Hautjuckens sowie das Hautjucken bei älteren Menschen und Kindern eingehend behandelt.
Hautjucken ist somit als Handbuch für Hausarztpraxen sowie für alle weiteren Interessenten geeignet.
Ergänzt wird es durch aktuelle Leitlinien zum chronischen Pruritus sowie ein ausführliches Kapitel über Pflegeassessment, -diagnosen und -interventionen bei Pruritus aus pflegerischer Sicht.

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
  2. 1 Pathophysiologie
  3. 2 Anamnese
  4. 3 Pruritus bei Hauterkrankungen
  5. 4 Pruritus bei inneren Erkrankungen
  6. 5 Psychogener Pruritus
  7. 6 Tropenkrankheiten mit Pruritus
  8. 7 Pruritus bei Kindern
  9. 8 Pruritus in der Schwangerschaft
  10. 9 Pruritus bei alten Menschen
  11. 10 Anogenitaler Pruritus
  12. 11 Behandlung und Begleitung
  13. Anhang
  14. Autorenverzeichnis
  15. Literatur
  16. Sachwortverzeichnis, Medikamente und Substanzen
Leseprobe
2 Anamnese
Zbigniew Zylicz, Harmieke van Os-Medendorp

2.1 Anamnese und zusätzliche Untersuchung

Pruritus kann durch eine Hautkrankheit verursacht werden oder aber ‹von innen› entstehen. Besteht der Verdacht auf eine innere Ursache, wird der Patient in der Anamnese eingehend körperlich untersucht. Labortests werden in die Wege geleitet (vgl. Tab. 2.1). Auf der Basis der so erhaltenen Informationen und Daten lässt sich eine Diagnose stellen. Daraufhin kann der Patient an einen Facharzt überwiesen werden, der diese Diagnose bestätigen, weiter verfeinern oder aber widerlegen kann. Anhand der Anamneseergebnisse und der zusätzlichen Untersuchung kann man zu der Vermutung gelangen, dass sich das Jucken auf eine organische Ursache zurückführen lässt, etwa eine Leberoder Niereninsuffizienz. Das Jucken kann aber auch die Folge einer Immunschwäche sein, z. B. der Graft-versus-host-Krankheit nach einer Knochenmarktransplantation. Zudem kann das Jucken im Zusammenhang mit Arzneimitteln stehen. Schmerzstillende Medikamente wie Morphin oder andere Opioide können unter bestimmten Umständen Juckempfinden verursachen.

?? Periodisch am Tag und/oder in der Nacht? Intermittierender Charakter? Kontinuierlich?
?? Art der Beschwerden: brennendes, reizendes Gefühl von Insekten auf der Haut?
?? Lokalisierung?
?? Provozierende Faktoren: Wasser, Aktivität, Schwitzen, Sonnenlicht?
?? Anwendung von Medikamenten, jetzt und in der Vergangenheit: Opioide, Antidepressiva ?
?? Atopische Konstitution, Ekzem jetzt und in der Vergangenheit? Auch im Kindesalter?
?? Aufenthalt in den Tropen? Parasitäre Infektionen?
?? Gewichtsverlust
?? Psychische Kondition: Depression, Nervosität? Anamnese
Körperliche Untersuchung
?? Haut: trocken, Ausschlag, primär oder sekundär?
?? Dermatomale Verteilung des Juckens?
?? Augen: Anzeichen eines Ikterus, Anämie?
?? Lymphknoten palpabel?
?? Leber groß oder klein, fest?
?? Milz?
?? Becken: gynäkologische Krankheit?
?? Psychische Kondition: Depression, Nervosität? Labortests
?? Blutbild, Leukozyten mit Differenzierung, Erythrozyten, Thrombozyten
?? Ablagerung
?? Plasmakreatinin und Elektrolyte inklusive Kalzium
?? Plasma-Eiweiße: Albumin
?? Leberfunktionen inklusive Bilirubin
?? Schilddrüsenfunktion
?? Untersuchung des Stuhlgangs auf okkultes Blut und Wurmeier sowie Parasiten
?? Blutglukose, eventuell HbA1c
?? Antikörper gegen HIV

Bildformende Techniken
?? X-Thorax, eventuell CT-Scan oder MRI
?? Echo des Abdomens

Histopathologie
?? Hautbiopsie

Eine wichtige, jedoch schwierig zu diagnostizierende Ursache ist das Wachstum von bösartigem Gewebe. Das Jucken kann die Reaktion eines gesunden Körpers auf das Vorhandensein eines Tumors sein. Möglich ist auch, dass ein wachsender Tumor Druck auf das Nervenoder Hirnzentrum ausübt, wodurch ein neuropathisches Jucken entsteht.

2.2 Umgang mit Pruritus und seinen Folgen

Die Anamnese des Pruritus dient auch der Erkenntnis, wie Menschen mit dem Jucken umgehen und welche Folgen es für ihr tägliches Leben hat. Die Pruritus-Anamnese setzt sich aus folgenden vier Themen zusammen:
?? Fragen zur Hautkrankheit
?? Fragen zum Jucken und Kratzverhalten
?? Fragen zum Umgang mit dem Jucken
?? Fragen zum Erleben des Juckens.

Auf der Grundlage dieser Informationen können zu folgenden Aspekten Empfeh lungen abgegeben und eine Betreuung angeboten werden:
?? zum Umgang mit der Hautkrankheit und zur Ausführung der vorgeschriebenen Behandlung
?? zum Umgang mit den Faktoren, die das Jucken verschlimmern
?? zur täglichen Hautpflege
?? zur Begleitung bei psychosozialen Folgen des Juckens. Bei der Anamnese des Pruritus treten Fragen auf, die in Tabelle 2.2 dargestellt sind.
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis und Vorwort6
1 Pathophysiologie14
1.1 Pruritus im Überblick14
1.2 Der Leidensdruck der Pruritus-Patienten15
1.3 Neurophysiologie des Pruritus16
1.4 Pruritus verursachende Mediatoren17
1.5 Angriffspunkte für eine pruritusstillende Therapie17
2 Anamnese20
2.1 Anamnese und zusätzliche Untersuchung20
2.2 Umgang mit Pruritus und seinen Folgen22
3 Pruritus bei Hauterkrankungen24
3.1 Pruritus als Folge von Dermatosen24
3.2 Ekzem24
3.3 Psoriasis26
3.4 Urtikaria27
3.5 Prurigo nodularis28
3.6 Lichen simplex und Lichen planus29
3.7 Polymorphe Lichteruption30
3.8 Mastozytose31
3.9 Dermatitis herpetiformis32
3.10 Bullöses Pemphigoid32
3.11 Eosinophile pustulöse Follikulitis33
3.12 Dermatomykosen34
3.13 Follikulitis36
3.14 Varicella37
3.15 Pruritus bei malignen Hauterkrankungen38
3.16 Morbus Darier39
3.17 Morbus Hailey-Hailey39
3.18 Kutane Amyloidose40
3.19 Verbrennungen41
3.20 Jucken von Narbenhaut41
3.21 Notalgia paraesthetica41
4 Pruritus bei inneren Erkrankungen44
4.1 Pruritus bei inneren Erkrankungen44
4.2 Sondierung des Pruritus: Ursächlich oder symptomatisch?44
4.3 Lebererkrankungen46
4.4 Nierenerkrankungen49
4.5 Hämatologische Erkrankungen50
4.6 HIV / Aids51
4.7 Solide Tumore51
4.8 Opioide52
4.9 Arzneimittel53
4.10 Allgemeines zur Behandlung53
5 Psychogener Pruritus56
5.1 Psychodermatologie56
5.2 Psychiatrische Syndrome mit dermatologischen Merkmalen58
5.3 Kutane Artefakte / nachgebildete Störungen60
5.4 Dermatosen durch eine Störung der Impulskontrolle/durch Zwangshandlungen62
5.5 Psychiatrische Komorbidität bei chronischen Hauterkrankungen, die mit Pruritus einhergehen66
5.6 Psychogener Pruritus (Pruritus psychogenica)67
6 Tropenkrankheiten mit Pruritus70
6.1 Mit Pruritus einhergehende Importdermatosen70
6.2 Persistierende Insektenstiche70
6.3 Myiasis74
6.4 Tungiasis76
6.5 Larva migrans oder Creeping eruption77
6.6 Larva currens oder Creeping eruption78
6.7 Scabies und Pediculosis79
6.8 Schistosomiasis79
6.9 Onchozerkose80
7 Pruritus bei Kindern82
7.1 Erscheinungsformen des Pruritus bei Kindern82
7.2 Anamnese bei Kindern82
7.3 Körperliche und eventuell zusätzliche Untersuchungen bei Kindern83
7.4 Erleben des Pruritus83
7.5 Kinder mit Pruritus behandeln84
8 Pruritus in der Schwangerschaft92
8.1 Schwangerschaftsdermatosen92
8.2 Pruritus gravidarum93
8.3 Pruritische urtikarielle Papeln und Plaques (PUPP)93
8.4 Prurigo gestationis94
8.5 Pruritische Schwangerschaftsfolliculitis94
8.6 Pemphigoid gestationis95
8.7 Impetigo herpetiformis96
9 Pruritus bei alten Menschen98
9.1 Multifaktorielle Ursachen98
9.2 Xerosis cutis99
9.3 Idiopathischer Pruritus99
10 Anogenitaler Pruritus102
10.1 Perianaler Pruritus102
10.2 Fissura ani105
10.3 Lichen sclerosus106
10.4 Vaginale Candida-Infektion107
10.5 Scabies108
10.6 Pediculosis pubis109
11 Behandlung und Begleitung110
11.1 Behandlung des Pruritus110
11.2 Die Therapie begleiten115
11.3 Die tägliche Hautpflege115
11.4 Kognitive Verhaltensinterventionen118
11.5 Pflegespezifische und psychosoziale Hilfe119
11.6 Tägliche Hautpflege bei einem Kind, das über Jucken klagt119
Anhang122
Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)zum chronischem Pruritus122
1 Zielsetzung122
2 Diagnostik von Pruritus132
3 Therapie von Pruritus137
Literaturverzeichnis158
Autorenverzeichnis174
Literatur176
Sachwortverzeichnis, Medikamente und Substanzen180

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