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E-Book

Prozesskostenorientierte Gestaltung von Wertschöpfungsketten

AutorManuel Schulze
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl251 Seiten
ISBN9783835054776
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis54,99 EUR
Manuel Schulze legt dar, wie das Prozesskostenmanagement für die Gestaltung und Steuerung von Wertschöpfungsketten verwendet werden kann. Schulze entwickelt ein Prozesskosten Supply Chain Management Modell, das er in einer Einzelfallstudie zur strategischen Neuausrichtung des SchücoNetwork® empirisch überprüft und validiert.

Dr. Manuel Schulze promovierte am Lehrstuhl für Produktion und Umwelt, Fakultät für Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er ist als Projektmanager bei der MAN Nutzfahrzeuge AG, München tätig.

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Leseprobe
1 Einführung und Zielsetzung (S. 1)

Die vorliegende Arbeit behandelt die Thematik des Prozesskostenmanagements in Wertschöpfungsketten. Zielsetzung des ersten Kapitels soll es daher sein den Leser in diese Thematik einzuführen. So wird im Kontext der immer weiter fortschreitenden Globalisierung die Bedeutung der Kooperation von Unternehmen in so genannten Wertschöpfungsketten hervorgehoben und die Relevanz von Kosteninformationen im Allgemeinen und des Prozesskostenmanagements im Besonderen dargestellt (Abschnitt 1.1).

Vor diesem Hintergrund wird das Supply Chain Costing als theoretischer Bezugsrahmen für das Forschungsvorhaben eingeführt. Auf der Basis der Klassifizierung des Forschungsvorhabens als pragmatische Wissenschaft können forschungsleitende Fragestellungen definiert und in den Bezugsrahmen eingeordnet werden (Abschnitt 1.2). Im weiteren Verlauf des Kapitels werden schließlich die Forschungsmethodik und das -design zur Beantwortung der Fragestellungen näher definiert. Hierfür werden der Forschungsansatz klassifiziert und die Strategie sowie der Zeitrahmen präsentiert.

Die getroffenen Entscheidungen fließen hinterher in dem dieser Arbeit zugrunde liegenden Forschungsmodell zusammen (Abschnitt 1.3). Dieses Kapitel endet mit einer detaillierten Übersicht über den Gang der Untersuchung (Abschnitt 1.4). Es wird festgestellt, dass die praktischen Einsatzmöglichkeiten des Prozesskostenmanagements bzgl. einer effektiven Netzwerkbildung sowie einer effizienten Lenkung der Supply Chain überprüft werden müssen.

Im Sinne der angewandten Wissenschaft bedarf es hierfür einer Falsifizierung, einer Verifizierung oder einer Modifizierung theoretischer Forschung auf der Basis praktischer Erkenntnisse. Herausgestellt wird die induktive Prägung der diesem Forschungsvorhaben zugrunde liegenden Fragestellungen, deren Beantwortung daher vornehmlich der Fallstudienforschung obliegt.

1.1 Einleitung und Motivation

Die Globalisierung und insbesondere die Liberalisierung und Erweiterung des Europäischen Binnenmarktes zwingt global agierende Hersteller ihre Lieferketten neu auszurichten. Im Zuge der „Lean-Production-Bewegung" seit Beginn der neunziger Jahre wurden Optimierungen vorangetrieben, deren Motivation hauptsächlich auf die kosteneffiziente Gestaltung der unternehmensinternen Prozesse gerichtet war.

Einhergehend mit der Konzentration auf die Kernkompetenzen ist einer der Hauptansatzpunkte dabei nach wie vor die Leistungstiefe zu reduzieren. Während Make-or-buy Entscheidungen früher vor allem Teile mit einem geringen Wertschöpfungsanteil am Gesamterzeugnis betrafen, werden heute aus Zeit- und Komplexitätsaspekten Komponenten bzw. ganze Module mit einem wesentlich höheren Wertschöpfungsanteil (durchschnittlich 70%) an Zulieferbetriebe fremdvergeben. Dieser Trend hat bei manchen Unternehmen dazu geführt, dass nur noch die Produktentwicklung und die für die Auftragsabwicklung notwendigen administrativen Prozesse in Eigenregie ausgeführt werden.

Die eigentliche Produktion wird durch Zulieferer ausgeführt. In diesem Zusammenhang wird daher von Wertschöpfungsketten (engl. Supply Chains) gesprochen, deren Koordination durch das Supply Chain Management wahrgenommen wird. Aus den vorhergehenden Argumenten werden zwei zentrale Aspekte deutlich: Durch einen erhöhten Anteil der Zulieferer an der Wertschöpfung hat sich deren Auswahl von einer vornehmlich operativ geprägten Tätigkeit zu einer strategischen Aufgabe gewandelt.

Zweitens bedeutet dies im Umkehrschluss, dass die Anforderungen und somit die Bedeutung an eine rationelle Steuerung einer aufgestellten Supply Chain zugenommen und ebenfalls einen strategisch geprägten „Charakter" erhalten haben. Wie bei den Make-or-buy Entscheidungen für einzelne Teile stehen auch bei der Gestaltung und Steuerung von Supply Chains Kostenaspekte im Vordergrund. Angestrebt werden eine effektive und effiziente Gestaltung sowie Steuerung der Supply Chain.

Auf der Ebene der Einzelunternehmung steht ein breites Spektrum an Instrumenten zur Kostenmessung bzw. -berechnung und interpretativen Aufbereitung zur Verfügung. Vor allem die Prozesskostenrechnung, welche aufgrund ihrer prozessorientierten Vorgehensweise auch als Prozesskostenmanagement bezeichnet wird, hat in Theorie und Praxis einen enormen Bedeutungsgewinn – nicht zuletzt aufgrund einer kontroversen Diskussion bzgl. ihrer konzeptionellen Gestaltung und Anwendbarkeit – erfahren.
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort8
Vorwort10
Inhaltsübersicht12
Inhaltsverzeichnis14
Abbildungsverzeichnis22
Tabellenverzeichnis26
Abkürzungsverzeichnis28
1 Einführung und Zielsetzung30
1.1 Einleitung und Motivation31
1.2 Bezugsrahmen, Zielsetzung und forschungsleitende Fragestellungen32
1.2.1 Bezugsrahmen32
1.2.2 Zielsetzung34
1.2.3 Forschungsleitende Fragestellungen35
1.3 Forschungsmethodik und -design36
1.3.1 Forschungsansatz37
1.3.2 Forschungsstrategie und Zeitrahmen38
1.3.3 Forschungsmodell39
1.4 Übersicht über den Gang der Untersuchung40
2 Begrifflichkeit und Wesen des Supply Chain Managements44
2.1 Begrifflichkeit, Gegenstand und Grundprinzipien45
2.1.1 Definitionsvielfalt45
2.1.2 Der Gegenstandsbereich des SCM54
2.1.3 Grundprinzipien und Zielgrößen58
2.1.4 Konditionierung des Begriffsverständnisses60
2.2 Supply Chain Management als Wettbewerbsstrategie64
2.3 Ansatzpunkte zur strategischen Ausrichtung der Supply Chain82
2.3.1 Produkt: Die Produkt-Funktionalitätsmatrix nach Fisher (1997)83
2.3.2 Markt: Der Order winner/Order Qualifier Ansatz nach Hill (1993)86
2.3.3 Produktion: Buyer-Focused Supply Chain Management87
2.3.4 Differenzierte Betrachtung der Ansatzpunkte zur strategischen Ausrichtung des Supply Chain Designs in der Vorlaufphase88
2.4 Produktionsstrategien und Optimierungsansätze zur Umsetzung und Implementierung der wettbewerbsstrategischen Zielsetzungen89
2.4.1 Produktionsstrategien90
2.4.2 Optimierungsansätze91
2.4.3 Build-to-Order als integrative Produktionsstrategie für das Supply Chain Management96
2.5 BTO-Supply Chain Management97
2.5.1 Anwendungsbedingungen98
2.5.2 Referenzmodelle zur Beschreibung von Prozessen100
2.5.3 Anforderungen an ein Kostenrechnungsinstrument für den Gegenstandsbereich des Supply Chain Managements107
3 Kostenmanagement im Supply Chain Management112
3.1 Konzeptionelle Grundlagen des Kostenmanagements113
3.1.2 Grundlegendes zum Kostencontrolling in Wertschöpfungsketten117
3.1.3 Objekte im Supply Chain Kostenmanagement118
3.2 Ansätze zum Kostenmanagement in Wertschöpfungsketten121
3.2.1 Open-book accounting122
3.2.2 Target costing124
3.2.3 Das Total Cost of Ownership Prinzip (TCO)129
3.2.4 Prozesskostenmanagement in Supply Chains133
3.2.5 Balanced Scorecard140
3.2.6 Auswahl eines instrumentellen Ansatzes für das Kostenmanagement im (BTO-) Supply Chain Management145
3.3 Status Quo des Prozesskostenmanagements150
3.3.1 Empirische Verbreitung150
3.3.2 Neuere Entwicklungen152
3.4 Status Quo des Prozesskostenmanagements in Wertschöpfungsketten153
3.4.1 Die ergebnisorientierte Kalkulation der Kooperationskosten nach Pampel (1993)154
3.4.2 Die Prozesskostenrechnung für das virtuelle Unternehmen nach Scholz (1995)157
3.4.3 Das sechsstufige Verfahren zum Prozesskostenmanagement in Supply Chains nach LaLonde/Pohlen (1996)158
3.4.4 Die Prozesskostenrechnung unternehmensübergreifender Geschäftsprozesse nach Hirschmann (1998)159
3.4.5 Das Prozesskostenmanagement als spezifisches Anwendungsbeispiel in der niederländischen Pharmaindustrie nach Dekker/Van Goor (2000)161
3.4.6 Das Prozesskostenmanagement als Kooperationsaktivitätenkostenrechnung nach Drews (2001)163
3.4.7 Die Koordinationskostenanalyse in Unternehmensnetzwerken nach Veil (2001)164
3.4.8 Das Prozesskostenmanagement als prozessorientiertes Modell zum Supply Chain Costing nach Seuring (2001)167
3.4.9 Das Prozesskostenmanagement als Grundlage eines Methodenpakets zum konstruktionsbegleitenden Supply Chain Controlling nach Möller/Möller (2002)169
3.4.10 Das Prozesskostenmanagement als konzeptionelles Stufenmodell für das Supply Chain Controlling nach Bacher (2004)170
3.4.11 Die prozesskostenbasierte Bewertung der Supply Chain Performance nach Pohlen/Coleman (2005)172
3.4.12 Kritische Würdigung der vorgestellten Ansätze173
3.5 Konzeptionelle Entwicklung eines Modells für das Prozesskostenmanagement in Wertschöpfungsketten177
3.5.1 Konzeptionelle Vorüberlegungen177
3.5.2 Vorlaufphase: Prozesskostenbasiertes Produktdesign in der Wertschöpfungskette179
3.5.3 Marktphase: Prozesskostenbasierte Produktion in der Wertschöpfungskette181
4 Prozesskostenmanagement am Beispiel des SchücoNetwork184
4.1 Methodik der Fallstudienforschung (Vorgehen)185
4.2 Auswahl des Forschungsinstrumentariums186
4.2.1 Einordnung des Forschungszwecks zur Bestimmung des Forschungsfokus186
4.2.2 Datenerhebungstechniken190
4.2.3 Gütekriterien zur Sicherstellung der Qualität der Fallstudienforschung190
4.3 Auswahl der Fallstudie, Durchführung und Datenerhebung193
4.3.1 Vorstellung der Fallstudie193
4.3.2 Begründung der Auswahl der Fallstudie195
4.3.3 Fallstudiendurchführung und Datenerhebung196
4.4 Datenauswertung200
4.4.1 Die Supply Chain der Schüco International KG200
4.4.2 Schritt 1: Prozesskostenbasiertes Supply Chain Produktdesign206
4.4.3 Schritt 2: Prozesskostenbasierte Supply Chain Produktion222
4.5 Diskussion der Ergebnisse und Transfer234
4.5.1 Ergebnisaufbereitung235
4.5.2 Generalisierbarkeit240
4.5.3 Bewertung243
5 Schlussbetrachtung und Ausblick248
5.1 Zusammenfassung249
5.2 Forschungsbeitrag der Arbeit250
5.2.1 Konzeptioneller Forschungsbeitrag250
5.2.2 Empirischer Forschungsbeitrag252
5.2.3 Modulation253
5.3 Weiterer Forschungsbedarf254
Literaturverzeichnis256

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