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E-Book

Psychologie des Euro

AutorAnke Müller-Peters
VerlagPabst Science Publishers
Erscheinungsjahr2001
Seitenanzahl261 Seiten
ISBN9783935357227
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis24,99 EUR
Die Einführung des Euro im Rahmen der westeuropäischen Währungsunion ist bislang vorwiegend unter volkswirtschaftlicher bzw. finanzwissenschaftlicher Perspektive untersucht worden, während die Bedeutung psychologischer Gesichtspunkte zwar weitgehend erkannt wurde, gleichwohl aber als nicht analysierbar erschien. Die vorliegende Arbeit entstammt einem europaweitem Forschungsprojekt, in dem vor Einführung des Euro nationenübergreifend die Einstellung der Bevölkerung zur europäischen Währungsunion untersucht wurde. Es geht in der vorliegenden Arbeit um die differenzialanalytische Frage, inwieweit - stellvertretend für beliebige andere europäische Integrationsprozesse - nationale Identitäten einer Akzeptanz europäischer Institutionen im Wege stehen. Dabei konzentriert sich die Autorin in exemplarischer Weise auf eine vergleichende Analyse der Stichproben aus England, Frankreich und Deutschland. Das Anliegen dieser Publikation geht also über die bloß beschreibende Analyse von Einstellungswerten hinaus. Es könnte sich beispielsweise zeigen, dass hinter gleichen Einstellungswerten gegenüber dem Euro ganz unterschiedliche Motivationen und (perzipierte) Problemlagen aufzufinden sind. Auch könnten die Einstellungen unterschiedlich stabil sein und zwischen kognitiven und emotiven Anteilen unterschiedliche Gewichtungen aufweisen. Der Ländervergleich zeigt eine Reihe interessanter Ergebnisse. Die Deutschen sind z.B. außerordentlich stolz auf die DM, ohne daß dieser Stolz unmittelbar ein wesentlicher Grund für ihre distanzierte Haltung zur Einführung des Euro darstellt. Als spezifisch britische Ergebnisse seien erwähnt: der besondere Stolz auf die nationalen Errungenschaften der britischen Geschichte, die geringere Ausprägung der europäischen Identifikation, die perzipierte Wichtigkeit, nationale Eigenheiten und Souveränität zu bewahren. Als spezifisch französische Ergebnisse seien herausgegriffen: der Nationalstolz bezieht sich eher auf die Sprache, weniger auf den Franc. Obgleich den Franzosen kulturelle Offenheit attestiert werden muss, ist das Bedürfnis nach nationaler Distinktheit zu Ländern wie USA und Japan deutlich und zudem durch konkrete nationale Interessen mitdefiniert. Franzosen sehen dennoch keinen Widerspruch zwischen nationaler und europäischer Identifikation; beide korrelieren bei ihnen positiv. Im übrigen ist es ein Vergnügen, diese Arbeit zu lesen, auch für denjenigen, der an der Thematik des Euro kaum Interesse hat, weil sie außerordentlich interessante Aspekte des Kulturvergleichs impliziert, die auch abgelöst vom Gegenstandsbereich genügend Stoff für weitere psychologische, ökonomische und politische Überlegungen bieten.   

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
  2. 1 Einordnung des Forschungsgegenstandes
  3. 2 Ergebnisse der offenen Interviews
  4. 3 Das Identitätskonzept in der Sozialpsychologie
  5. 4 Die nationale Identität
  6. 5 Die Bedeutung des Identitätskonzepts für die Akzeptanz des Euro
  7. 6 Operationalisierung, Datenerhebung, Stichprobenbeschreibung
  8. 7 Statistische Grundlagen der Datenanalyse
  9. 8 Datenanalyse für Europa
  10. 9 Länderspezifische Analyse
  11. 10 Kulturvergleich
  12. 11 Zusammenfassung und Ausblick
  13. Literaturverzeichnis und Anhang
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsübersicht6
Inhaltsverzeichnis7
Vorwort der Herausgeber14
Vorwort der Autorin17
1 Einordnung des Forschungsgegenstandes20
1.1 Zur Europäischen Union20
1.1.1 Europa zwischen Integration und Desintegration20
1.1.2 Die Europäische Währungsunion21
1.2 Erklärung der Einstellung zum Euro24
1.2.1 Der Forschungsprozess24
1.2.2 Nationale Identität als Kernkonzept28
1.3 Die richtige Brille?33
1.3.1 Ökonomische versus psychologische Ansätze33
1.3.2 Kulturpsychologie versus Kulturvergleich37
1.4 Aufbau der Arbeit45
2 Ergebnisse der offenen Interviews47
2.1 Erleben und Bewertung der Währungsunion in Deutschland50
2.1.1 Erleben von Geld und Währung50
2.1.2 Das eigene Land zwischen Vergangenheit und Gegenwart51
2.1.3 Die besondere Situation der D-Mark52
2.1.4 Der Blick auf Europa52
2.1.5 Die Währungsunion53
2.2 Erleben und Bewertung der Währungsunion in Großbritannien55
2.2.1 Erleben von Geld und Währung56
2.2.2 Großbritannien: "The56
and-56
them-syndrome"56
2.2.3 Das britische Pfund56
2.2.4 Europa: "The us-57
and-57
syndrome"57
2.2.5 Die Währungsunion: Ein typisch europäisches Projekt59
2.3 Erleben und Bewertung der Währungsunion in Frankreich60
2.3.1 Erleben von Geld und Währung60
2.3.2 Der Blick auf das eigene Land61
2.3.3 Der französische Franc61
2.3.4 Europa als Familie62
2.3.5 Die Währungsunion63
3 Das Identitätskonzept in der Sozialpsychologie64
3.1 Sozialpsychologische Aspekte der personalen Identität64
3.1.1 Identität und Vergleichsprozesse65
3.1.2 Das Motiv der Selbstwerterhöhung67
3.1.3 Ausgewählte Selbstkonzepttheorien68
3.1.4 Alternative Motive der Selbstwahrnehmung72
3.2 Das Verhältnis zwischen personaler und sozialer Identität74
3.2.1 Die Selbstsystemtheorie von Greenwald75
3.2.2 Die Selbstkategorisierungstheorie von Turner76
3.2.3 Das Selbst-Aspekt-Modell von Simon und Mummendey78
3.3 Die Theorie der sozialen Identität von Tajfel und Turner80
3.3.1 Soziale Kategorisierung81
3.3.2 Soziale Identifikation82
3.3.3 Soziale Vergleichsprozesse83
3.3.4 Das Bedürfnis nach positiver Distinktheit85
4 Die nationale Identität89
4.1 Nationale Identität aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen90
4.1.1 Nation als Staatsnation93
4.1.2 Nation als Kulturnation94
4.1.3 Nation als Bewusstseinsnation97
4.2 „Nationale Identität: Normal oder Neurotisch?“98
4.3 Nationale Identität als soziale Identität101
4.3.1 Nation als saliente Gruppe?101
4.3.2 Dimensionen nationaler Identität103
4.3.3 Nationale Identität und Lebenszufriedenheit113
4.4 Europäische Identität114
4.4.1 National oder postnational?114
4.4.2 Subdimensionen europäischer Identifikation117
4.4.3 Die Beziehung zwischen nationaler und europäischer Identität118
5 Die Bedeutung des Identitätskonzepts für die Akzeptanz des Euro121
5.1 Nationale Identifikation121
5.2 Diskriminierende Identifikation122
5.3 Symbolische Identifikation122
5.4 Instrumentelle Identifikation123
5.5 Europäische Identifikation123
6 Operationalisierung, Datenerhebung, Stichprobenbeschreibung126
6.1 Operationalisierung126
6.1.1 Nationale Identifikation128
6.1.2 Diskriminierende Identifikation129
6.1.3 Symbolische Identifikation129
6.1.4 Instrumentelle Identifikation130
6.1.5 Europäische Identifikation131
6.1.6 Lebenszufriedenheit131
6.1.7 Die abhängige Variable: Einstellung zur Europäischen Währungsunion132
6.1.8 Zusammenfassende Darstellung des Messmodells134
6.1.9 Die Übersetzung135
6.2 Datenerhebung und Stichprobe136
7 Statistische Grundlagen der Datenanalyse140
7.1 Die Pfadanalyse141
7.2 Das Messmodell144
7.3 Das Strukturmodell147
7.4 Die Identifizierbarkeit des Modells148
7.5 Das Schätzverfahren149
7.6 Die Gütekriterien150
7.7 Strukturgleichungsmodelle in der kulturvergleichenden Forschung151
8 Datenanalyse für Europa154
8.1 Die Gewichtung der Länderstichproben154
8.2 Die nationale Identität156
8.2.1 Messung156
8.2.2 Zusammenhänge zwischen den Konstrukten zur nationalen Identität159
8.2.3 Exkurs: Nationale Identität und Lebenszufriedenheit161
8.3 Die europäische Identität162
8.3.1 Messung162
8.3.2 Der Zusammenhang mit den Konstrukten zur nationalen Identität163
8.4 Die Messung der Einstellung zum Euro165
8.5 Die Erklärung der Einstellung zum Euro167
8.5.1 Ein sparsames Modell167
8.5.2 Ein komplexes Modell168
8.6 Fazit174
9 Länderspezifische Analyse175
9.1 Deutschland175
9.1.1 Nationale Besonderheiten175
9.1.2 Explorative Analysen zum Messmodell188
9.1.3 Fazit191
9.2 Großbritannien192
9.2.1 Nationale Besonderheiten192
9.2.2 Explorative Analysen zum Messmodell201
9.2.3 Fazit205
9.3 Frankreich207
9.3.1 Nationale Besonderheiten207
9.3.2 Explorative Analysen zum Messmodell214
9.3.3 Fazit219
10 Kulturvergleich220
10.1 Erkenntnisse aus den Länderanalysen220
10.2 Ein sparsames Modell220
10.2.1 Multipler Gruppenvergleich220
10.2.2 Separate Länderanalyse für Großbritannien221
10.3 Ein komplexes Modell225
10.3.1 Modellspezifikation225
10.3.2 Gütekriterien227
10.3.3 Interpretation der Pfadkoeffizienten230
10.4 Fazit234
11 Zusammenfassung und Ausblick235
11.1 Methodische Resultate235
11.2 Theoretische Resultate236
11.3 Inhaltliche Resultate238
11.4 Übertragbarkeit der Resultate auf weitere Integrationsprozesse240
Literaturverzeichnis242
Anhang254

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