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Psychosomatik und Biochemie nach Dr. Schüßler

Grundlagen - Praxis - Materia medica

AutorThomas Feichtinger
VerlagHaug
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl440 Seiten
ISBN9783830478485
FormatPDF/ePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis37,99 EUR
Die Psyche unterstützen - Mineralstoffmängel ausgleichen Innere Zwänge, frühe Prägungen aus der Kindheit oder Fehleinstellungen spiegeln sich auch im Mineralstoffhaushalt des Körpers wider. Seelische Leiden können auf der körperlichen Ebene Mangelzustände im Mineralstoffhaushalt auslösen. Helfen Sie Ihren Patienten diese Auswirkungen mit Schüßler-Salzen zu lindern und erweitern Sie Ihr therapeutisches Spektrum. Neben den 'stofflichen Aspekten', die in diesem Buch verständlich erläutert werden, finden Sie umfassende Informationen zum Wechselspiel zwischen Psyche und Körper. Den Menschen ganzheitlich wahrnehmen und behandeln

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Leseprobe

1 Der Mensch in seiner Ganzheitlichkeit


Der Mensch setzt sich schon immer mit sich und seinem Leben auseinander. Sehr verschieden sind die Ergebnisse dieser Auseinandersetzungen, je nach Ausgangsbasis. Es ist tatsächlich ein großer Unterschied, ob sich ein Mensch auf der rein naturwissenschaftlichen, der geisteswissenschaftlichen oder rein spirituellen Basis mit seinem Leben beschäftigt.

Was aber manchen solcher Entdeckungsreisen vom menschlichen Leben anhaftet, das ist die Aufteilung des Menschen in unterschiedliche Bereiche. Das beginnt in der griechischen Philosophie, in der die Aufteilung in Körper und Seele ihren Ursprung nahm und von der sie dann auf das Christentum überging. Rudolf Steiner hat den Menschen schließlich, da ihm zwei Bereiche zu wenig erschienen, gleich in vier Körper aufgeteilt. Wahrscheinlich hat ihn da Helena Blavatsky, die Begründerin der theosophischen Richtung, beeinflusst. Steiner wirkt sich bis in die heutige Zeit aus, was z. B. an den Büchern von Gerta Butler und vielen anderen beobachtet werden kann, die ebenfalls den Menschen in vier Bereiche aufteilen. Die Betonung liegt auf Aufteilung, da immer von unterschiedlichen voneinander weitestgehend unabhängigen Körpern geschrieben wird.

Wenn aber die Grundaussage betont werden soll, dass der Mensch ein Individuum ist, ein unteilbares Wesen, dann sind solche Überlegungen mit großer Vorsicht und Klugheit anzustellen. Eine Beschäftigung mit den verschiedenen Ebenen im Menschen muss zuletzt immer wieder die Synthese, die Zusammenschau all der verschiedenen Ebenen zum Inhalt haben.

Gerade heute im Zeitalter der Spezialisten, in dem sich allein schon die Spezialgebiete zu unübersehbaren Wissensgebieten ausdehnen, ist es notwendig, das Ganze, den ganzen Menschen, nicht aus dem Auge zu verlieren. Diese Forderung trifft natürlich ganz besonders auf einen Bereich zu, in dem versucht wird, den gegenseitigen Einfluss der verschiedenen Ebenen im Menschen zu betrachten, nämlich die Psychosomatik.

Holistik und Ganzheitlichkeit sind hier die „neuen“ Schlagwörter, die – wie der Zulauf zu Therapien wie TCM, Ayurveda usw. zeigt – eine eindeutige Gegenbewegung markieren, jedoch nicht dazu verleiten dürfen, diese Ganzheitlichkeit ohne genaues „Hinsehen“ und ohne Konzept umsetzen zu wollen. Ein mögliches soll in diesem Buch vorgestellt werden, wobei stets im Hintergrund mit bedacht werden muss, dass es um eine Schau geht, die das Leiden des Menschen an der Wurzel packen will, so dass er ganz gesunde, bis in tiefe und tiefste Schichten.

1.1 Gesundheit


Die Gesundheit als das wertvollste Gut des Menschen wird oft erst dann in seinem Wert wahrgenommen, wenn Gefahr besteht, dass es verloren wird. Doch an diesem Punkt stellt sich meistens die Frage, ob es dann noch um Gesundheit geht, oder ob sie schon lange verloren wurde und die Folgen erst zu diesem Zeitpunkt sichtbar wurden.

Wie sehr der Verlust des Zustandes, den wir Gesundheit nennen, den Menschen beeinflusst, erkennen wir an dem geflügelten Wort: „Der Gesunde hat tausend Wünsche, der Kranke nur einen.“

Doch worin besteht die Sehnsucht des kranken Menschen? Sehnsucht als das Wort, das vom tiefsten Inhalt des Wortes von „siechen“ kommt, im Sinne von: „Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide… “(Goethe).

Eigentlich wird das Wesen der Krankheit häufig so erlebt, dass sie eine Einschränkung im bisherigen Verlauf des Lebens nach sich zieht. Was immer in der so genannten Krankheit erlebt wird, Fieber, Schmerzen, Entzündungen, Schweißausbrüche, Hautausschläge, Einschränkungen der Beweglichkeit bei Gicht oder anderen Gelenksproblemen, die Folge ist der Verlust des gewohnten Lebens. Allerdings bleibt die Frage offen, ob denn das gewohnte Leben auch wirklich ein gesundes Leben war?

Der Mensch wird ja in den meisten Bereichen seines täglichen Lebens, aber auch in vielen Themen seiner langfristigen Planungen, von der Gewohnheit bestimmt. Diese hat er von seiner Umgebung übernommen, die ja auch noch oft in den Traditionen festgeschrieben ist. Aber auch in der heutigen so scheinbar modernen Zeit gibt es viele festgefügte Modelle und eingefahrene Strukturen, vor allem insgesamte Lebenseinstellungen, durch die Geleise entstehen, auf denen die Menschen dann ihr Leben „herunterfahren“. Was aber in all diesen Prozessen nicht betrachtet wird, ist, ob bei diesem üblichen „way of life“ die körperliche Grundlage in ihrer Notwendigkeit gesehen wird.

So kommt es, dass Menschen durch internalisierte Vorstellungen von einem erfolgreichen Leben ihre körperlichen Notwendigkeiten sträflich vernachlässigen oder gar schädigen, ohne es überhaupt wahrzunehmen. Was ihnen leider in einer solchen Vernachlässigung der physischen Grundlagen entgegenkommt, ist die überaus elastische Fähigkeit des Körpers, einseitige Belastungen längere Zeit kompensieren zu können. Da die Bewusstheit des Menschen aber eingeschränkt ist bzw. sein Bewusstseinsfeld, ist er meistens nicht in der Lage, die mit den auftauchenden Störungen zu verbindenden belastenden Einstellungen zu verknüpfen.

Leider wurde die Medizin zu einem großen Teil dahingehend programmiert, Störungen, die das gewohnte Leben in Gefahr bringen könnten, zu beseitigen. Dazu gehören viele Bemühungen, Meldungen des Organismus zu unterdrücken, zu verhindern, ob es nun Schmerzen sind oder Ausscheidungen über die Haut. Dann drückt das Leben von innen nach außen und die Behinderung der Veränderungen von außen dagegen. Wenn sich die Unterdrückung der Impulse von innen nicht mehr länger aufrecht halten lässt, wird der Mensch „krank“.

Sein intensivstes Bestreben ist dann meist, in das alte gewohnte Leben zurückzukehren, was er mit Gesundwerden verwechselt, meist um den Preis einer Narbe, die zurückbleibt. Unter Narbe ist allerdings hier nicht etwas zu verstehen, was nur erinnert, sondern auch eine Narbe, die eine Einschränkung bedeutet. Eine Einschränkung, die dann auch bleibt, obwohl sich der Mensch wieder gesund fühlt und wieder „voll“ im Erwerbsleben steht bzw. funktioniert.

Betrachten wir aber die Verwendung des Wortes „gesund“ in der Alltagssprache, stoßen wir auf ganz interessante Formulierungen wie den so genannten „gesunden“ Menschenverstand oder eine „gesunde“ Einstellung, sie wollen unbedingt „gesund“ leben oder im Wirtschaftsleben sich gar „gesund“ stoßen. In der Erziehung hat man allzu lange auch von der Notwendigkeit einer „gesunden“ Ohrfeige leider nicht nur gesprochen.

Das Wort „gesund“ hat hier auf der einen Seite etwas mit vernünftig zu tun, mit der Erfüllung von bestimmten Forderungen (oft unvernünftigen) im Leben, auf der anderen Seite, was das Wirtschaftsleben betrifft, mit einem Auffüllen der pekuniären Verhältnisse auf ein Maß, das dem Betrieb gut tut.

Wenn die WHO (Weltgesundheitsorganisation) Gesundheit so definiert, dass sie mehr ist, als die Abwesenheit von Krankheit, dann nähern wir uns in unseren Überlegungen dieser Formulierung.

Allerdings ist davon auszugehen, dass das, was wir als Krankheit definieren, in Wirklichkeit oft ein Prozess ist, der einen Korrekturversuch des Organismus darstellt. Er versucht, dass die Belastungen, die durch eine problematische Lebenshaltung im Körper Probleme erzeugt haben, ausgeglichen werden.

In Anlehnung an die WHO müsste dann formuliertwerden, dass Gesundheit ganz selbstverständlich ein Leben ohne diese Korrekturbestrebungen ist, sondern auch eine Haltung zum Leben zum Inhalt hat, die die Notwendigkeiten des Körpers berücksichtigt. Dazu kommt noch die Forderung des Organismus, dass auch alle Deponien des Körpers ausgeräumt werden müssen. Das bringt schließlich ein Gefühl der Leichtigkeit, das wir anstreben sollten.

Wer sich aus der Zwanghaftigkeit befreit, ein bestimmtes Modell in seinem Leben verwirklichen zu müssen, gelangt in einen lebendigen Fluss. Dieser hat eine verstärkte Wachsamkeit und Achtsamkeit dem Körper gegenüber zur Folge, die einer Schädigung weitestgehend vorbeugt.

So gesehen gibt es die Gesundheit nicht als die Erfüllung eines bestimmten Bildes von einem richtigen oder gar „gesunden“ Leben. Gesundheit ist letztlich ein sehr sensibler lebendiger Prozess, in dem sich der Mensch mit den jeweiligen Erfordernissen des Körpers auseinander setzt und sie auch angemessen erfüllt. Gesundheit ist dann immer eine Annäherung an optimale Möglichkeiten des Körpers, so weit sie die Biographie und die Lebensumstände, geographische wie soziale, zulassen. So können wir zum Schluss der Überlegungen zur Gesundheit resümieren: Gesundheit kann man nicht haben als einen quantitativen Bestand, sondern sie ist das, was eine lebendige intensive Auseinandersetzung mit dem Leben und seinen Erfordernissen, vor allem auch den körperlichen, begleitet.

1.2 Krankheit – ein komplexes Geschehen


Das Wort Krankheit ist zwar in aller Munde. Soll man es jedoch definieren, fällt dies nicht so leicht, wie man zuerst vermuten könnte, denn Krankheitsgeschehen ist ein komplexes Geschehen, genauso wie der Weg aus ihr heraus.

Grundsätzlich hat der Mensch ein unglaubliches Vermögen, sich zu organisieren. Erübernimmt eine Unzahl von Handlungsmodellen bereits in der Kindheit, von denen später nicht mehr alle „astrein“ sind und so manche belastende Struktur wird verinnerlicht. Er hält vielen Belastungen stand, trotzt den Widrigkeiten, mit denen er zu kämpfen hat und setzt sich mit vielen Widerständen auseinander, die ihm in seinem Leben begegnen.

Wer den Wurzeln einer Erkrankung nachgehen will, wird als erstes feststellen, dass es kein ursächliches Geschehen ist. Erst nach einer Vielzahl von Belastungen, von Verletzungen, von kleineren Störungen...

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