Sie sind hier
E-Book

Psychosoziale Beratung älterer Menschen

Psychosoziales Beratungskonzept für ältere Menschen aus Expertenperspektive

AutorAnja Groer
VerlagGRIN Verlag
Erscheinungsjahr2007
Seitenanzahl93 Seiten
ISBN9783638850551
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis31,99 EUR
Diplomarbeit aus dem Jahr 2007 im Fachbereich Psychologie - Beratung, Therapie, Note: 1, Freie Universität Berlin, 28 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der Forschungsgegenstand 'Psychosoziale Beratung bei älteren Menschen' und die daraus entwickelte Fragestellung: 'Wie sieht aus Expertenperspektive ein psycho-soziales Beratungskonzept für ältere Menschen aus?' wurden qualitativ untersucht. Die Datenerhebung erfolgte per Experteninterview. Die Auswertung der gewonnen Daten orientiert sich an der Grounded Theory von Strauss & Corbin und erfolgte mittels des computergestützten Auswertungsprogrammes ATLAS.ti. Des Weiteren wurden Textpassagen von Beratungsprotokollen des Projektes 'Zukunft im Alter' unter der Trägerschaft des K.U.B. e.V. in Berlin zur Illustration der Ergebnisse verwendet. Für ein psychosoziales Beratungskonzept, speziell für ältere Menschen, ergaben sich, aus Expertensicht 15 Kategorien in der Datenauswertung, die sich in vier Themenblöcke einordnen lassen, die miteinander in Beziehung stehen. Der Themenblock Beratungskonzept enthält die Kategorien 'Ressourcen des Beraters', 'Aufweisen von altersspezifischem Wissen', 'Breit gefächertes Angebot inklusive zugehender Arbeitsweise', 'Vernetzung/Kooperation mit gerontopsychiatrischen Versorgungseinrichtungen und dem Altenhilfesystem', 'Altersspezifische Öffentlichkeitsarbeit', 'Passung', 'Alltagsstabilisierung' und 'Präventive Beratungsarbeit zur frühzeitigen Altersgestaltung'. Dieses Beratungskonzept erfordert spezielle Methoden bzw. Strategien. Der Themenblock Methoden/Strategien enthält die Kategorien 'Ressourcenorientierte Intervention', 'Biographische Arbeit zur Aufarbeitung belastender Erfahrungen', 'Wertschätzung der Lebensleistung und Ressourcen' sowie die Kategorie 'Methodenoffenes Vorgehen'. Die Themen Methoden/Strategien und Beratungskonzept werden von der Kategorie 'Belastungen und Schwierigkeiten speziell bei der Arbeit mit älteren Menschen' als intervenierende Bedingung beeinflusst. Das Beratungskonzept und die Methoden/Strategien führen zu bestimmten Konsequenzen. Dieser Themenblock enthält die Kategorien 'Beratungserfolge' und 'Besondere Erfahrungswerte für den Berater speziell durch die Arbeit mit älteren Menschen'.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

4. Methodik und Untersuchungsdesign


 

Der Forschungsgegenstand „Psychosoziale Beratung bei älteren Menschen” und die daraus entwickelte Fragestellung: „Wie sieht aus Expertenperspektive ein psychosoziales Beratungskonzept für ältere Menschen aus?” wurden qualitativ untersucht. Die Datenerhebung erfolgte per Experteninterview. Die Auswertung der gewonnen Daten orientiert sich an der Grounded Theory von Strauss & Corbin und erfolgte mittels des computergestützten Auswertungsprogrammes ATLAS.ti. Des Weiteren wurden Textpassagen von Beratungsprotokollen des Projektes “Zukunft im Alter” unter der Trägerschaft des K.U.B. e.V. in Berlin zur Illustration der Ergebnisse verwendet.

 

4.1 Durchführung der Untersuchung


 

4.1.1 Entwicklung des Interviewleitfadens


 

Bezogen auf meine Fragestellung - Wie sieht aus Expertensicht ein psychosoziales Beratungskonzept für ältere Menschen aus? - entwickelte ich den Interviewleitfaden, der eine Einleitung, drei Themenblöcke und einen abschließenden Teil enthält. Die Einleitung befasst sich mit dem Berufsbild der Experten und der Beschreibung der jeweiligen Einrichtung, in welcher die Experten tätig waren. Der erste Themenblock umfasst die Erfragung von Informationen zu den Klienten der jeweiligen Einrichtung, wie Probleme, Zugang und soziales Milieu. Der zweite Block umfasst die Erfragung von Informationen über ein Beratungskonzept speziell für ältere Menschen. Der dritte Block beschäftigt sich mit Stärken, Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit älterer Menschen. Da sich der Feldzugang als schwierig erwies, erfragte ich im letzten Teil, welche weiteren Einrichtungen, die sich speziell mit der psychosozialen Beratung älterer Menschen befassen, von den Experten benannt werden können.

 

Der erarbeitete Interviewleitfaden entwickelte sich mit den geführten Interviews weiter. Nach dem ersten Interview bemerkte ich zum Beispiel, dass die Reihenfolge der Themenblöcke verbesserungsfähig sei - so hat die Konzentration des Befragten und dessen Engagement beim letzten Themenblock aufgrund der langen Gesprächszeit stark nachgelassen. Da mir der letzte Themenblock, der des Beratungskonzeptes, am wichtigsten erschien, änderte ich die Reihenfolge der Blöcke und ging zukünftig auf diesen Block zu einem früheren Zeitpunkt in meiner Befragung ein. Darüber hinaus fügte ich auch noch einige Fragen hinzu, die mir bedeutsam erschienen.

 

Der Interviewleitfaden beinhaltete in der Endform folgende Fragen:

 

1. Einleitung  

 

Welchen Beruf üben Sie jetzt aus? Welchen Beruf übten Sie früher aus?

 

Wie lange arbeiten Sie schon mit älteren Menschen?

 

Bitte beschreiben Sie kurz Ihre Einrichtung? (bzgl. Aufgaben, Funktion und Konzept)

2. Probleme, Zugang und soziales Milieu der Klienten

 

Wie alt sind die Personen die zu Ihnen kommen?

 

Bitte beschreiben Sie Ihre Klientel? (z. B. Einzugsgebiet, soziales Milieu)

 

Wie kommen die Leute zu Ihnen? (Welche Zugänge?)

 

Mit welchen Anliegen kommen die Personen zu Ihnen?

 

Mit welchen Problemen kommen die Personen zu Ihnen?

 

Welche Probleme oder Themen sind Ihres Erachtens spezifisch für ältere Menschen?

3. Beratungskonzepte

 

Welche Konzepte/Arten von Beratung bieten Sie an?

 

(Einmalberatung, Folgeberatung, Begleitung, Vermittlung, Zeitraum)

 

Mit welchen anderen Einrichtungen sind Sie vernetzt?

 

Welche bestimmte Vorgehensweisen/Strategien haben Sie in der Beratung, für die ver-schiedenen Probleme? Bitte beschreiben Sie diese anhand verschiedener, konkreter Beispielsituationen.

 

Welche speziellen Fragetechniken wenden Sie an?

 

Was halten Sie für wichtig, bzgl. einer guten Beziehung zwischen dem Berater und dem älteren Menschen in der Beratung?

 

Gibt es Möglichkeiten Ihrerseits vorhandene Defizite zu kompensieren? Zum Bei-spiel durch die Konzentration auf erhaltene Fertigkeiten in anderen Bereichen?

 

Wie versuchen Sie eine solche Verlagerung der Sichtweise in der Beratung umzusetzen?

 

Wie würde Ihres Erachtens ein Beratungskonzept speziell für ältere Menschen aussehen? Welche Aspekte / Faktoren wären mit einem solchen Konzept verbunden?

 

Was ist das Besondere an der Beratung älterer Menschen?

 

Was macht Ihnen besonders Freude an der Beratung älterer Menschen?

 

Wo liegen die Belastungen?

 

Welche Kompetenzen bedarf es, um eine psychosoziale Beratung bei älteren Men-schen durchzuführen?

 

Kennen Sie einen Beratungsansatz, der sich Ihres Erachtens besonders für die Beratung älterer Menschen eignet?

4. Stärken/Ressourcen, Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit älterer Menschen

 

Welches Bild haben Sie als Experte von älteren Menschen?

 

Welche Stärken verbinden Sie mit dem Alter? Wie versuchen Sie diese in der Beratung zu fördern oder zu aktivieren?

 

Was macht Ihrer Meinung nach Wohlbefinden im Alter aus und wie versuchen Sie es in der Beratung zu fördern?

 

Was macht Ihrer Meinung nach Lebenszufriedenheit aus und wie versuchen Sie es in der Beratung zu fördern?

5. Teil (Abschluss)

 

Gibt es Ihrerseits noch etwas, was Sie hinzufügen möchten?

 

Kennen Sie noch weitere Einrichtungen, welche psychosoziale Beratung speziell für ältere Menschen anbieten? 

 

4.1.2 Feldzugang


 

Der Zugang zum Feld erwies sich als schwierig, da es sehr wenig Einrichtungen in Berlin sowie im gesamten Bundesgebiet gibt, die sich speziell mit der psychosozialen Beratung älterer Menschen befassen. Es besteht ein ausgebautes Netz an Seniorenberatungsstellen, welche sich mit der Pflege-, Sozial- und Wohnungsberatung im Altenhilfesytem beschäftigen. Darüber hinaus gibt es auch einen ausgebauten gerontopsychiatrischen Versorgungsbereich. Aber leider mangelt es an Einrichtungen die sich speziell mit der psychosozialen Beratung älterer Menschen befassen. Dieser Aspekt machte es für mich einerseits sehr interessant diesen Bereich zu untersuchen, andererseits bemerkte ich den Mangel an Einrichtungen jedoch deutlich bei der Exploration von geeigneten Interviewpartnern.

 

Das Projekt Zukunft im Alter unter der Trägerschaft des K.U.B. e.V. in Berlin lernte ich während meines Praktikums kennen, und ich hatte die Möglichkeit den Berater als Interviewpartner für meine Untersuchung zu gewinnen. Des Weiteren recherchierte ich intensiv im Internet und telefonierte mit verschiedenen Anlaufstellen, wodurch ich die anderen Experten aus den passenden Einrichtungen für meinen Untersuchungs-gegenstand explorierte. Ich stellte bei insgesamt sieben Einrichtungen eine Interview-anfrage, wovon mir drei absagten, da sie keine psychosoziale Beratung mit älteren Menschen durchführen, sondern Betreuungs- und Begleitungsaufgaben übernahmen oder im gerontopsychiatrischen Feld tätig waren.

 

Auch durch das Erfragen der schon explorierten Experten im Abschlussteil des Inter-views, nach weiteren möglichen untersuchungsrelevanten Einrichtungen, konnte ich leider keine weiteren Informationen über geeignete Anlaufstellen als potentielle Interviewpartner erlangen.

 

Insgesamt führte ich vier Interviews durch, welche ich auch transkribierte. Bereits während des Interviews und bei der Transkription musste ich feststellen, das mein zuerst geführtes Interview für meinen Untersuchungsgegenstand nicht relevant war, da sich diese Einrichtung nicht mit psychosozialer Beratung beschäftigt, sondern im Bereich der Seniorenberatung tätig ist und sich hauptsächlich mit Wohn- und Betreuungsfragen befasst. Aus diesem Grund bezog ich diese Daten der Transkription nicht weiter in die Auswertung ein.

 

Die Interviews mit folgenden Einrichtungen bildeten die Grundlage für meine Datenauswertung:

 

- Projekt „Zukunft im Alter“ (unter der Trägerschaft des K.U.B. e.V. in Berlin)

 

- Berliner Seniorentelefon

 

- Beratungsstelle für ältere Menschen und deren Angehörige e.V., Bereich Ehe-, Familien und Lebensberatung (Tübingen)

 

4.1.3 Durchführung der...


Weitere E-Books zum Thema: Nachschlagewerke - Ratgeber

Bau Dir Deine Zukunft

E-Book Bau Dir Deine Zukunft
Ein Anstiftungs- und Umsetzungsbuch für ein großartiges Leben Format: PDF

Dieses Anstiftungs- und Umsetzungsbuch lädt Sie ein, sich ausführlich und sehr fokussiert mit den Themen Vision und Zukunft zu befassen. Es geht um Ihr eigenes 'Warum?' und ein neues Lebenszuhause,…

Angst vor Erfolg?

E-Book Angst vor Erfolg?
Wie Sie aufhören, sich selbst zu sabotieren Format: PDF

Sie wünschen sich Erfolg - aber der will sich einfach nicht einstellen? Wenn Sie gerne erfolgreich wären, es aber Ihrer Meinung nach (noch) nicht sind, könnten Sie sich im Grunde davor fürchten und…

Mehr Schein als Sein?

E-Book Mehr Schein als Sein?
Die vielen Spielarten des Narzissmus Format: PDF

Über das 'Zeitalter des Narzissmus' wird schon lange gesprochen. Narzisstische Phänomene findet man in der Paarbeziehung, der Kultur, der Politik und der Wirtschaft. Dieses Werk nimmt den Leser mit…

Alt - Krank - Blank?

E-Book Alt - Krank - Blank?
Worauf es im Alter wirklich ankommt Format: PDF

Dieses gut verständliche Werk bringt Licht ins Dunkel des komplizierten wirtschaftlichen Themas Rente und Vorsorge und erklärt die wichtigsten Dinge, von denen heutzutage auch ein nicht studierter…

Unternehmen positiv gestalten

E-Book Unternehmen positiv gestalten
Einstellungs- und Verhaltensänderung als Schlüssel zum Unternehmenserfolg Format: PDF

Dieses Buch stellt praktische Ansätze vor, mit denen Sie in Ihrem Unternehmen Motivation, Mitarbeiterzufriedenheit, Werteorientierung und Führungsverhalten verbessern können. Hierbei werden auch die…

Kopf gewinnt!

E-Book Kopf gewinnt!
Der Weg zu mentaler und emotionaler Führungsstärke Format: PDF

Dieses Buch zeigt, wie Sie mit Hilfe verschiedener mentaler Techniken an Motivation, Vertrauen, Klarheit, Zielfokussierung und Konzentration gewinnen, Stress und Versagensängste bewältigen, Emotionen…

Weitere Zeitschriften

FESTIVAL Christmas

FESTIVAL Christmas

Fachzeitschriften für Weihnachtsartikel, Geschenke, Floristik, Papeterie und vieles mehr! FESTIVAL Christmas: Die erste und einzige internationale Weihnachts-Fachzeitschrift seit 1994 auf dem ...

Bibel für heute

Bibel für heute

BIBEL FÜR HEUTE ist die Bibellese für alle, die die tägliche Routine durchbrechen wollen: Um sich intensiver mit einem Bibeltext zu beschäftigen. Um beim Bibel lesen Einblicke in Gottes ...

BONSAI ART

BONSAI ART

Auflagenstärkste deutschsprachige Bonsai-Zeitschrift, basierend auf den renommiertesten Bonsai-Zeitschriften Japans mit vielen Beiträgen europäischer Gestalter. Wertvolle Informationen für ...

CAREkonkret

CAREkonkret

Die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege CAREkonkret ist die Wochenzeitung für Entscheider in der Pflege. Ambulant wie stationär. Sie fasst topaktuelle Informationen und Hintergründe ...

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg)

SPORT in BW (Württemberg) ist das offizielle Verbandsorgan des Württembergischen Landessportbund e.V. (WLSB) und Informationsmagazin für alle im Sport organisierten Mitglieder in Württemberg. ...

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler

rfe-Elektrohändler ist die Fachzeitschrift für die CE- und Hausgeräte-Branche. Wichtige Themen sind: Aktuelle Entwicklungen in beiden Branchen, Waren- und Verkaufskunde, Reportagen über ...

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS

IT-BUSINESS ist seit mehr als 25 Jahren die Fachzeitschrift für den IT-Markt Sie liefert 2-wöchentlich fundiert recherchierte Themen, praxisbezogene Fallstudien, aktuelle Hintergrundberichte aus ...

Euro am Sonntag

Euro am Sonntag

Deutschlands aktuelleste Finanz-Wochenzeitung Jede Woche neu bietet €uro am Sonntag Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Geldanlage und Vermögensaufbau. Auch komplexe Sachverhalte ...