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Qualifikationstrends

Ergebnisse und Transferwege der Früherkennungsfor- schung am Beispiel einfacher Fachtätigkeiten

Verlagwbv Media
Erscheinungsjahr2008
Seitenanzahl164 Seiten
ISBN9783763945832
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,90 EUR

Selbst "einfache" Arbeit wird schwieriger. Damit rücken auch Geringqualifizierte zunehmend in den Focus der Personalentwicklung. Die Beiträge untersuchen die veränderte Arbeitssituation und diskutieren Möglichkeiten der Früherkennung sowie die Folgen für die volkswirtschaftliche und betriebliche Praxis.

Der Autor

Lutz Galiläer und Ralf Wende sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) in Nürnberg.

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Leseprobe
Nutzen und Aufgaben der Früherkennung für die berufliche Qualifizierung und Beschäftigungsförderung (S. 127-128)

Gudrun Korbus

Anbieter von Qualifizierungen und geförderter Beschäftigung für die Arbeitsagenturen (SGB III) und Arbeitsgemeinschaften (SGB II), kurz Bildungs- und Beschäftigungsträger, unterstützen Arbeitsuchende bei der Integration in das Erwerbsleben. Hierfür entwickeln sie permanent innovative Angebote, wobei sie eine Vielzahl von Bedingungen des Arbeitsmarktes und auch die Wahrscheinlichkeit künftiger Szenarien berücksichtigen müssen. Im Folgenden soll aus Sicht der Bildungs- und Beschäftigungsträger die Interessen- und Akteurskonstellation im Bereich der beruflichen Qualifizierung und Beschäftigungsförderung skizziert werden, wobei der zeitliche Aspekt eine besondere Aufmerksamkeit erfährt. Denn grundsätzlich kann die mit den Qualifizierungskonzepten angestrebte Wirkung,

die Integration in den Arbeitsmarkt, erst mit Zeitverzug nach der Konzeption und der anschließenden Realisierung der Angebote eintreten. Verantwortliche bei den Bildungs- und Beschäftigungsträgern wünschen sich daher oft die Möglichkeit, in die Zukunft blicken zu können, sodass sie Angebote konzipieren können, die alle gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen und Erwartungen erfüllen, alle Interessen berücksichtigen und die Ergebnisse der Angebote alle Beteiligten zufriedenstellen.

Insbesondere im Hinblick auf Art und Umfang der zu vermittelnden Qualifikationen, die sowohl aktuell wie mittelfristig verwertbar sind, bedarf es einer prospektiven Ausrichtung der Planungsund Entwicklungsaktivitäten von Bildungs- und Beschäftigungsträgern. Den Abschluss des Beitrags bildet die Darstellung eines Angebotes aus der Beschäftigungsförderung und die diesem Angebot zugrunde liegenden Annahmen über die zukünftige Arbeitswelt sowie Fragestellungen an die Früherkennung, die für die Gestaltung zukunftsbezogener Qualifizierungsangebote zu beantworten sind.

Ziele von Qualifizierungs- und Beschäftigungsangeboten

Das oberste Ziel von Qualifizierungs- und Beschäftigungsangeboten ist die Integration Arbeitsuchender in das Erwerbsleben. Das Hauptziel fächert sich in weitere Unterziele auf, die bei Konzipierung und Durchführung der Angebote ebenfalls zu berücksichtigen sind und zum Teil die Ausgestaltung der Angebote nicht unwesentlich beeinflussen. Dies sind u.a.:

• möglichst rascher Übergang in das Erwerbsleben nach der Teilnahme,
• nachhaltige Integration in das Erwerbsleben,
• geringe Kosten des Angebots für den Auftraggeber,
• exakte Zuschneidung der Qualifizierungen auf Anforderungsprofile von Arbeitgebern,
• Aufbau auf und Anerkennung der vorhandenen Interessen, Qualifikationen und Kompetenzen der Arbeitsuchenden,
• hohe Auslastung der Kapazitäten der Bildungs- und Beschäftigungsträger,
• kostendeckende Preise für Bildungs- und Beschäftigungsträger,
• Sicherung eines qualitativ und quantitativ auf die regionalen Bedürfnisse abgestimmten Arbeitskräfteangebots.

Diese Aufzählung macht bereits deutlich, dass im Bereich der Qualifizierung von Arbeitsuchenden verschiedene Akteursgruppen tätig sind, deren Interessen und Ziele nicht immer deckungsgleich sind. Die Bildungs- und Beschäftigungsträger müssen daher die Interessen und Anforderungen der unterschiedlichen Akteursgruppen kennen und bei der Ausgestaltung der Angebote berücksichtigen.

Die Akteure und ihre Anforderungen

• Die Arbeitsagenturen (SGB III) und Arbeitsgemeinschaften (SGB II) und im Einzelfall Kommunen stellen die Auftraggeber für Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote dar. Sie handeln auf der Basis eines gesetzlichen Auftrags im Rahmen ihres Budgets und nach politischen Vorgaben.

Im Allgemeinen formulieren sie folgende Anforderungen bei der Ausschreibung oder Vergabe von Aufträgen für Qualifizierungs- oder Beschäftigungsangebote:
o hohe Integrationsquote,
o kurze Förderdauer,
o geringe Kosten,
o hohe Verwertbarkeit – keine ausschließlich einzelbetriebliche Orientierung,
o laufender Einstieg oder Beginn,
o für verschiedene Zielgruppen geeignet.
Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
Vorwort6
Einleitung8
I. Qualifikationen Erkennen, Aufbereiten, Transferieren Ergebnisse aus dem Projekt Tool-PE14
Einleitung16
Produktionsarbeit im Wandel. Ergebnisse einer Untersuchung einfacher Fachtätigkeiten in der Metall- und Elektroindustrie24
Qualifikationsentwicklungen im Bereich unternehmensnaher Dienstleistungen. Das Beispiel Kreislauf- und Abfallwirtschaft56
Früherkennung im Betrieb – Instrumente und Methoden zur Erhebung des aktuellen und zukünftigen Qualifikationsbedarfs82
II. Früherkennungsforschung – Formen und Transferwege108
Antizipationsmechanismen in Österreich – das Beispiel AMS-Qualifikationsbarometer110
Nutzen und Aufgaben der Früherkennung für die berufliche Qualifizierung und Beschäftigungsförderung128
Lernformen und betriebliche Kompetenzentwicklung von Werkerinnen und Werkern138
Betriebsnahe modulare Qualifizierung als Antwort auf neue betriebliche Anforderungen unterhalb der Facharbeiterebene150
Autorenverzeichnis164

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