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Queer Dating

Eine kontrastive Untersuchung von Kontaktanzeigen in Online-Magazinen für Schwule und Lesben

AutorFlorian Hoffarth
VerlagUVRR Universitätsverlag Rhein-Ruhr
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl105 Seiten
ISBN9783940251527
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR

„Liebliches Herz sucht passende Herzkammer“ – Für Millionen von Menschen ist das Internet als Kontaktbörse inzwischen unentbehrlich geworden. Zur Gruppe derer, die über das „World Wide Web“ ihren Traumpartner zu finden hoffen, gehören – neben heterosexuellen Nutzern – in zunehmendem Maße auch Schwule und Lesben.

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist ein sprachwissenschaftlicher Vergleich von Kontaktanzeigen, die in Online-Magazinen für Schwule und Lesben erschienen sind.

Die Analyse eines aus 100 Anzeigen bestehenden Korpus liefert interessante Aufschlüsse über die Vertextungsstrategien schwuler und lesbischer Kontaktsuchender. Es wird gezeigt, dass es deutliche Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten in der Formulierungsweise beider Gruppen und in der Artikulation ihres „Begehrens“ gibt.

Und es wird der Frage nachgegangen, ob und auf welche Weise Schwule und Lesben durch ihre Sprachverwendung in Kontaktanzeigen spezifische Geschlechts- bzw. „Gender“-Identitäten konstruieren.

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Leseprobe

2 Stand der Forschung (S. 13-14)

2.1 Deutschsprachige Forschung

In der Einleitung ist bereits angeklungen, dass das Phänomen der gezielten medialen Partner- und Kontaktsuche keineswegs neuartig ist. Seit ihrem ersten Auftreten im Jahre 1695 in England zählen Kontaktanzeigen zu den Zeitungs- und Zeitschrifteninhalten, die – neben Todesanzeigen – am häufigsten vom Lesepublikum rezipiert werden.17 Die Kontaktanzeige hat sich als Möglichkeit des Kennenlernens sowohl in den Printmedien als auch im Internet, ungeachtet der dort wachsenden Anzahl von Chat- und Dating-Portalen, fest etabliert. Kontaktanzeigen fungieren neben ihrer Hauptfunktion als ,Partner vermittelnde‘ Instanz zugleich auch immer als „ein Spiegelbild gesellschaftlicher Wertvorstellungen“, da die „jeweilig formulierten Erwartungen an den gesuchten Partner […] Aufschluss über die vorherrschenden Ideale und Weltbilder“18 geben. Es überrascht daher nicht, dass sich insbesondere die soziologische Forschungsdisziplin bereits relativ früh mit der Untersuchung von Kontaktanzeigen befasst hat.

Im Jahre 1874 veröffentlichte Henry SAMPSON in England die erste Studie über Heiratsannoncen19 im Zusammenhang eines umfangreicheren Werkes mit dem Titel ‚History of Advertising from the Earliest Times‘. Darin werden in einem Zeitraum von rund fünf Jahren erschienene Heiratsannoncen einer kritischen und ironischen Überprüfung unterzogen. So gelangt SAMPSON am Schluss seiner Untersuchung zu der Feststellung,

„die Inserenten müßten in ihrer Selbstbeschreibung übertreiben oder lügen, ansonsten hätten sie seiner Einschätzung nach keinerlei Schwierigkeiten, auf anderem Wege einen Ehepartner zu finden, so reich, schön und umgänglich, wie im Zuge der fortschreitenden Emanzipation, einer zunehmenden gesellschaftlichen Konsolidierung sowie einer stärkeren Eingliederung in das Berufsleben heute wesentlich mehr Frauen als früher einen Status wirtschaftlicher Unabhängigkeit erreicht haben, der ihnen die von männlicher Seite gebotene Sicherheit bei weitem nicht mehr als so attraktiv erscheinen läßt wie früher.“

Inhaltsverzeichnis
Inhalt4
1 Einleitung6
2 Stand der Forschung14
2.1 Deutschsprachige Forschung14
2.2 Angloamerikanische Forschung19
3 Geschichte und Entwicklung der Kontaktanzeige24
3.1 Von den Anfängen bis zum 20. Jahrhundert24
3.2 Vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart26
4 Theoretische Grundlagen der Untersuchung32
4.1 Vorüberlegungen32
4.2 Die Kontaktanzeige als Textsorte41
4.3 ‚Doing gender‘ – Besonderheiten der Stilanalyse49
5 Korpus und Untersuchungsverfahren56
5.1 Begründung der Wahl des Korpus56
5.2 Textmaterial57
5.3 Vorstellung der Untersuchungskriterien59
6 Untersuchung der Kontaktanzeigen62
6.1 Textexterne Faktoren62
6.2 Textinterne Faktoren71
7 Partnersuche übers Internet – Zusammenschau der Untersuchungsergebnisse94
Literaturverzeichnis98
Internetquellen98
Gedruckte Publikationen und PDF-Dokumente98

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