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Rache - Zorn - Neid

Zur Faszination negativer Emotionen in der Literatur und Kultur des Mittelalters

VerlagV&R Unipress
Erscheinungsjahr2014
Seitenanzahl237 Seiten
ISBN9783847001249
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis37,99 EUR

Im Fokus des Bandes stehen mit Rache, Zorn und Neid negative Emotionen, die in der Literatur und Kultur des Mittelalters einen zentralen Stellenwert einnehmen. Es sind soziale Gefühle, die in den damaligen Gesellschaften destruktive wie konstruktive Potenzen entwickeln konnten, d.h. sie wirkten gemeinschaftsbildend und -absichernd wie gemeinschaftsauflösend. In den Untersuchungen des Bandes, die sich dem höfischen Roman wie dem Minnesang und auch der Novellistik widmen, werden die spezifischen Konturen dieser Emotionen und ihre vielfältigen poetischen Funktionen analysiert.

Vengeance, anger and envy are negative emotions crucial to medieval literature and culture. They are social emotions with destructive as well as constructive potential, that is to say, they created and stabilized but also destroyed communities at that time. The contributors to this volume analyse the specific shape of these emotions and the multiple poetic functions they fulfill in courtly romances, comic tales and lyric poetry of the Middle Ages.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Title Page3
Copyright4
Table of Contents5
Negative Emotionen und Erzählen7
Body7
Martin Baisch, Evamaria Freienhofer, Eva Lieberich: Einleitung9
I. Negative Emotionen9
II. Soziale Dynamiken: Rache, Zorn und Neid im sozialen Gefüge11
III. Rache, Zorn und Neid als Emotionen14
IV. Die Faszination negativer Emotionen16
V. Narrative und poetologische Dimension der negativen Emotionen18
VI. Die Beiträge19
Klaus Ridder: Religiöse Tabus und negative Emotionen in der „Suche nach dem Gral”27
1. Tabubegriff27
2. Negative Emotionen29
3. Gral-Tabu31
4. Reinheitsgebot35
5. Blutopfer-Tabu39
6. Schluss44
Rache erzählen47
Fabian Bernhardt: Was ist Rache? Versuch einer systematischen Bestimmung49
I. Achilles und Marianne49
II. Die Polarität von Handeln und Erleiden53
III. Verletzung und Verletzlichkeit62
Nina Nowakowski: Alternativen der Vergeltung. Rache, Revanche und die Logik des Wiedererzählens in schwankhaften mittelhochdeutschen Kurzerzählungen73
1. Revanche, Rache und Vergeltung77
2. Vergeltungsmechanik: Hans Folz' „Wiedervergeltung”79
3. Gewaltsame Vergeltung: Heinrich Kaufringers „Rache des Ehemannes”82
4. Vergeltung als buoze: Strickers „Der arme und der reiche König”87
5. Sprachliche Vergeltung: Strickers „Ehescheidungsgespräch”91
6. Vergeltung als Tauschgeschäft: „Der Sperber”94
7. Fazit98
Sebastian Möckel: Metamorphosen des Zorns. Ovids Racheerzählungen in Mittelalter und früher Neuzeit101
1. Einleitung101
2. Gegenstand: Rache und Erzählung103
3. Ovids Rache-Erzählungen107
3.1. Acteon108
3.2. Philomela114
3.3. Myrrha119
4. Lesarten121
5. Schluss130
Zorn erzählen133
Beatrice Trînca: Der Zorn der Ohnmächtigen. Zum „Laüstic”, „Tristan” von Thomas und zum „Herzmaere”135
Evamaria Freienhofer: Ir traget zwêne zornbrâten. Die Funktion von Stolz und Zorn für die Geschlechterkonstruktion in den Kurzerzählungen „La dame escoillée” und „Frauenzucht”153
Hendrikje Lehmann: liep âne zorn mac niht sîn? – Vom Liebeszorn und Racheglück im Minnesang171
I. Zorn und Rache im Minnesang – eine Bestandsaufnahme174
II. Minne, Zorn und Rache177
III. Liebeszorn, Gewalt und Macht179
IV. Fazit184
Neid erzählen185
Claudia Lauer: Die Emotionalität der Intrige. Variationen im höfischen Roman187
I. Die Intrige im Mittelalter. Ein Problementwurf187
II. Das Muster der Intrige189
III. Der Held als Intrigenopfer192
IV. Der Held als Intrigenopfer und Intrigant195
V. Der Held als Intrigant198
VI. Resümee und poetologische Perspektiven201
1. Die Emotionalität der Intrige in der Erzählwelt201
2. Die Intrige und ihre ästhetische Faszinationskraft202
3. Die Intrige und ihre poetologische Attraktivität203
Eva Lieberich: ‚Â Tristan, waere ich alse duo!` – Tristan und die neidische Hofgesellschaft209
I. Einleitung: It is hard to think of a more social emotion209
II. Theoretische Grundlegung: Zum Begriff der sozialen Emotion211
Neid als soziale Situation212
Neid als variabler Emotionskomplex214
Neid als Referenz auf krisenhafte Situationen des sozialen Miteinanders215
III. Konsequenzen des Konzepts für die Analyse mittelalterlicher Texte217
IV. Die neidische Hofgesellschaft – Die Struktur des neidischen Dreiecks218
Der Neid aus Perspektive der Neider220
Der Neid in seinen Auswirkungen auf den Beneideten221
Die soziale Struktur des Neids: Der Vergleich als Basis des Neids im „Tristan”222
V. Neid als Kehrseite der Bewunderung223
Der neidische Hass der Barone223
Bewunderung als trianguläre Emotion224
Neid als Kehrseite der Bewunderung227
VI. Neid als Katalysator gesellschaftlicher Umstrukturierungen228
Gestörte Hierarchien – Neid als Krisenphänomen228
Neidbewältigung als Aushandeln von Hierarchien232
VII. Fazit und Ausblick: ‚Â Tristan, waere ich alse duo!`235

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