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E-Book

Raufen für Erwachsene

Spielerisches Balgen als Selbsterfahrung

AutorGerhard Schrabal
VerlagJ. Kamphausen
Erscheinungsjahr2016
Seitenanzahl144 Seiten
ISBN9783958831315
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Raufen macht Spaß, und kann noch viel mehr! Es bietet jedem Menschen die Chance, zum eigenen kindlichen Ursprung zurückzukehren und dabei sich selbst und die Welt neu zu entdecken. Wer sich darauf einlässt, kann sich, seinen Körper und seine Mitmenschen auf eine völlig neue, unbekannte Weise kennenlernen. Lebendigkeit, die eigene Kraft zu spüren, die eigenen Möglichkeiten, aber auch die eigenen Grenzen, all das macht das Raufen unmittelbar erlebbar. Im Kontakt mit einem Gegenüber werden unsere zwischenmenschlichen Beziehungen neu belebt. Mit Spaß und ohne großen Aufwand können wir unser Leben positiv verändern.

Gerhard Schrabal studierte Elektrotechnik (Dipl.-Ing.) an der Universität Kaiserslautern und Business Administration (MBA) an der Katholischen Universität Leuven in Belgien. Er war in führenden internationalen Unternehmen tätig, bevor er sich 1995 selbstständig machte. Heute ist er u.a. spiritueller Lehrer, Trainer und Coach. Seit fast 30 Jahren widmet er sich der Erforschung des menschlichen Bewusstseins. Auf der Basis seiner Erfahrungen entwickelt er innovative Ansätze in den Bereichen der individuellen Persönlichkeitsentwicklung, zwischenmenschlichen Kommunikation und 'bewegenden' Gruppen-Erfahrung. Er gehört zu Deutschlands renommiertesten Kuscheltrainern und ist Autor des Buches 'Kuschel dich glücklich! - Die heilende Energie von Kuschelpartys'. Neben zahlreichen Workshops leitet er regelmäßig die von ihm im Jahre 2005 mit initiierten Rauf- und Kuschelabende in München.

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Leseprobe

Grundlegendes


Es ist einfach herrlich, seinen Körper zu spüren, seine Kraft, und herumzutollen, ohne dass es einen Gewinner oder Verlierer gibt. Wobei, ab und zu habe ich schon den einen oder anderen Mann „flachgelegt“ – das hat Spaß gemacht!

(Sabinja)

Herumtoben, Balgen, Ringen, Kräfte messen – einfach so zum Spaß! Und dabei können wir auch noch eine ganze Menge über uns selbst erfahren: über unseren Körper, unsere Gefühle, unser alltägliches Verhalten, unser Selbstverständnis, unsere Beziehungen und die Art und Weise, wie wir Konflikte austragen. Wir nehmen Kontakt auf mit unserer inneren Energie und lassen sie einfach fließen. Wir vertrauen unserem Körper und lassen uns auf das Geschehen ein, ohne Angst vor dem Ergebnis zu haben. Wir gehen respektvoll und fair miteinander um, genießen die körperliche Nähe und erproben spielerisch unsere kämpferischen Fähigkeiten. Dabei knüpfen wir an die positiven Erfahrungen an, die einige von uns vielleicht in ihrer Kindheit gemacht haben. Natürlich soll sich keine und keiner dabei wehtun; schließlich geht es ja nicht darum, um jeden Preis zu gewinnen. Wir wollen einfach etwas Neues ausprobieren und uns dabei auf ganz neue Art kennenlernen. Dass wir anschließend auch ein neues Selbstbewusstsein ausstrahlen, ergibt sich sogar ganz von selbst.

Sinngemäß lautete so die Ankündigung des Rauf-Workshops vom 13.03.2004 an der VHS Freising – sie stellt die Quintessenz dessen dar, was Raufen zu vermitteln und zu schenken hat.

Es war unglaublich aufregend, eine Frau zu spüren, ihren Körper, ihre Kraft. Das war eine wirklich intensive Erfahrung für mich.

(Teilnehmerin, Gaudi-Raufen)

Berührung schafft Verbindung

Raufen bietet Dir die Möglichkeit, einem anderen Menschen nahezukommen, ihn körperlich zu berühren und selbst von ihm berührt zu werden. Du kannst ihn sinnlich spüren und verschiedene Facetten seines körperlichen Wesens wahrnehmen. Du kannst zusammen mit ihm oder ihr ausgelassen sein, ohne Dich auf sexuelle Handlungen einlassen zu müssen oder Verbindlichkeiten einzugehen, die über das Hier und Jetzt hinausgehen. Wie findest Du das? Sind das nicht reizvolle Aussichten? Lebensfreude pur zu erleben und ganz im Augenblick zu sein – das liegt beim Raufen in greifbarer Reichweite!

Das Tabu

Leider berührt das Raufen gerade damit ein gesellschaftliches Tabu. In Deutschland gibt man sich entweder förmlich die Hand, oder man geht miteinander ins Bett. Dazwischen existieren nicht viele Spielarten des Körperkontakts. Dies hatte ich bereits in meinem ersten Buch „Kuschel dich glücklich!“2 thematisiert. Da Berührung aber für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden unschätzbar wichtig ist, möchte ich es hier noch einmal kurz erläutern: Der Mensch ist ein felltragendes Herdentier. Körperkontakt ist für ihn ein Zeichen sozialer Zugehörigkeit und vermittelt ihm ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Dies gilt insbesondere für Säuglinge und Kleinkinder, aber auch für Erwachsene. Eine bewusste Berührung ist Ausdruck einer bestehenden oder gewünschten Verbindung. Gleichzeitig stellt sie diese aber auch her, sie ermöglicht, beschreibt, fördert und bestärkt sie.

Wenn wir berührt werden, dann schüttet unser Körper sogenannte „Glückshormone“3 aus. Gleichzeitig werden „Stresshormone“4 abgebaut. Dies führt zu einer spürbar angenehmen Entspannung und gleichzeitig zu einer Stärkung des Immunsystems. Der Körper regeneriert und gesundet. In emotionaler Hinsicht ist dies mit einem allgemeinen Wohlgefühl und manchmal sogar mit heftigen Glücksgefühlen verbunden – wer wünscht sich das nicht? Darüber hinaus fördert der respektvolle und wohlgesonnene Körperkontakt ganz allgemein die Beziehungsfähigkeit, und der sonst meist angespannte Geist kann sich endlich einmal beruhigen.

Berührungsarmut

Die neuere medizinische Forschung weist dem zwischenmenschlichen Körperkontakt die Bedeutung eines essenziellen Lebensmittels zu. Daraus folgt leider, dass viele Menschen – häufig unbewusst – in einem Mangel leben. Der Grund dafür ist, dass sie ihr natürliches Bedürfnis nach körperlicher Nähe nicht oder nur unzureichend befriedigen können. Sie leiden – ebenfalls häufig unbewusst und ohne zu wissen, wo die wirkliche Ursache liegt. Psychosomatische Störungen, Stress-Symptome, Übergewicht sowie der übermäßige Konsum von Alkohol, Nikotin und anderen Drogen können vermutlich, zumindest teilweise, auf einen Mangel an körperlicher Nähe und Berührung zurückgeführt werden. Zum Ausgleich dieser „Unterversorgung“ gehen auch viele Menschen beispielsweise zum Friseur, zum Therapeuten, zur Masseurin oder zu einer Wellness-Behandlung. Manche halten einen Hund oder eine Katze, oder sie haben zumindest ein Kuscheltier. Doch die wenigsten sind sich ihrer tiefen inneren Sehnsucht nach Berührung wirklich bewusst – und selbst wenn, würden sie es schon gar nicht öffentlich zugeben.

Das oben Gesagte gilt naturgemäß vor allem für Singles und insbesondere für ältere alleinstehende Menschen. Aber auch bei Personen, die in einer Beziehung leben, kommen die Bedürfnisse nach Nähe und Berührung häufig zu kurz. Selbst wenn sie über ein reichhaltiges Sex-Leben verfügen, sind sie nicht unbedingt gegen ein Mangelgefühl gefeit, weil es an nährender Berührungsqualität fehlt. Sexualität ist nicht automatisch ein vollwertiger Ersatz für die Art des Körperkontaktes, von der wir hier gerade sprechen, ebenso wie Essen kein Ersatz für Trinken ist. Ich höre häufig Menschen davon berichten, dass sie sich auf sexuelle Abenteuer einlassen, weil sie sich eigentlich nach Berührungen sehnen. Sie sagen meistens auch, dass sie von Sex allein nicht wirklich „satt“ werden.

Nicht gleich Sex!

Wie ist das bei Dir? Was passiert, wenn Du ganz bewusst berührt wirst? Vielleicht geht es Dir ja so wie vielen anderen auch: Wenn Du endlich einmal angenehm berührt wirst, wenn Du Dich von einem anderen Menschen angenommen und mit ihm verbunden fühlst, dann erwacht plötzlich ein innerer Hunger. Du willst „es“ körperlich spüren. Da ein gesundes Maß an „Zwischenkörperlichkeit“ und Herzlichkeit in unserer Kultur nicht gepflegt wird, wird dieser Drang häufig fehlinterpretiert und mit sexuellem Verlangen verwechselt. Das hat wiederum meistens zur Folge, dass dieses natürlicherweise tief in uns angelegte Bedürfnis entweder unterdrückt oder auf die „falsche“ Art ausgelebt wird. Letzteres führt nicht selten zu emotionalen Verwirrungen, zwischenmenschlichen Dramen und manchmal sogar zu sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung. Bereits 1999 hat der Autor Günter Griebl in einem Artikel in der Zeitschrift BIO5 darauf hingewiesen, dass, „ausgelöst durch ein großes Berührungsdefizit in unserer unterkühlten Gesellschaft, (…) eine liebevolle Berührung oft als Aufforderung zum Sex missverstanden“ wird und „statt einem Wohlgefühl innere Unruhe oder manchmal sogar Panik“ auslöst. Raufen ist dagegen in meiner Erfahrung eine weitaus weniger verfängliche Möglichkeit der Berührung. Das liegt vermutlich daran, dass der innere Widerstand dagegen bereits auf ganz natürliche Weise integriert ist. Raufen kann daher ein guter Einstieg sein, um unverbindlich miteinander in (Körper-)Kontakt zu kommen.

Berührung hat sehr viel mehr Aspekte als nur den erotischen. Für besonders wichtig halte ich das in meinem ersten Buch zentral behandelte „absichtslose Kuscheln“, wobei hier explizit die nichtsexuelle Zärtlichkeit im Fokus steht. Daneben gibt es weitere Berührungsformen, beispielsweise beim Paar-Tanzen, bei bestimmten Sportarten, beim Massieren oder in körperorientierten Therapien … und beim Raufen! In seinem Buch „Wie Berührung hilft“6 beschreibt Dr. med. Werner Bartens unter anderem ausführlich die positiven Wirkungen „kräftigen Drucks“ auf den menschlichen Körper, wobei er ausdrücklich auf das Raufen und unsere Münchner Rauf-Veranstaltungen eingeht.

Berührungsangst

Bestimmt kennst Du aber auch Menschen, und vermutlich nicht wenige, die sich einer Berührung eher verweigern. Häufig behaupten sie, es nicht nötig zu haben oder schon allein die Vorstellung für ganz furchtbar zu halten. Was steckt hinter einer solchen Haltung? Prof. Dr. Gerti Senger, die bekannte Wiener Therapeutin und Autorin etlicher Bücher, meint hierzu, dass es sich ursächlich um „zu...

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