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E-Book

Raus aus den Lebensfallen

Das Schematherapie-Patientenbuch

AutorEckhard Roediger
VerlagJunfermann
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl136 Seiten
ISBN9783955711597
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis12,99 EUR
Wenn Sie sich fragen: 'Warum passiert mir das immer wieder?!', dann sitzen Sie vermutlich in einer Lebensfalle. Lebensfallen sind Erlebens- und Verhaltensmuster, die sich seit der Kindheit und Jugend in uns einprägen, unser Bild der Welt verzerren und uns unbewusst nach den alten Regeln handeln lassen. Manche machen so lange 'mehr desselben', bis sie Krankheitssymptome entwickeln. Eine Schematherapie macht diese Muster bewusst und löst 'alte Knoten' auf, so dass wir eine neue Sicht auf die Dinge bekommen und uns freier verhalten können. Erst dann können wir die 'Wunden' heilen, die Krankheitssymptome loslassen und das ganze Potenzial nutzen, das in uns steckt. Dieses Buch stellt das aktuelle Modell der Schematherapie und den Ablauf leicht verständlich dar. Sowohl die Schemata als auch das Modusmodell werden ausführlich beschrieben, ebenso die besondere Art der therapeutischen Beziehung und der Ablauf der speziellen erlebnisaktivierenden Techniken bis hin zum Ende der Therapie.

Dr. med. Eckhard Roediger, geb. 1959, Neurologe, Psychiater und Arzt für psychotherapeutische Medizin, Ausbildungen in tiefenpsychologischer und Verhaltenstherapie. Dozent und Supervisor für Verhaltenstherapie und Schematherapie, Leiter des Instituts für Schematherapie Frankfurt, Sekretär der Internationalen Gesellschaft für Schematherapie (ISST).

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Leseprobe
8. Emotionsaktivierende Techniken (S. 93-94)

8.1 Warum ist die Emotionsaktivierung so wichtig?


Unbewusst entwickeln wir alle seit der Kindheit Bewältigungsreaktionen, um unangenehme Emotionen zu verhindern. Unser vordergründig sichtbares Verhalten ist also bestimmt von diesen Bewältigungsreaktionen. Oft verbergen sich bei Menschen hinter den aggressiven oder dominanten Bewältigungsreaktionen bzw. Überkompensations-Modi sehr verletzbare Kindmodi. Diese Kindmodi sind gewissermaßen vom Alltagsleben abgeschnitten bzw. „eingesperrt“.

Der Volksmund hat dafür die passende Formulierung entwickelt: Raue Schale – weicher Kern. In den Volksmärchen fi ndet das seinen Ausdruck darin, dass ein mächtiger, böser Zauberer oder eine Zauberin (die strafenden Elternmodi) eine Prinzessin (die für die Verletzbares-Kind-Modi steht) an einem verborgenen Ort gefangen hält (hinter den Distanzierten Beschützern). Damit die Geschichte zu einem guten Ende kommt, muss der Held (das wäre der Gesunde-Erwachsenen-Modus) zu diesem verwunschenen Ort vordringen, um die Prinzessin zu befreien. Erst danach bekommt er mindestens das halbe Königreich geschenkt. Da Märchen in der Regel Seelenbilder darstellen, bedeutet das auf den Psychotherapieprozess bezogen, dass nur die (Wieder-)Begegnung mit den abgespaltenen Kindmodi die Kräfte für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung freisetzt.

Dazu müssen in einer Psychotherapie gerade die Emotionen aktiviert werden, die sich sonst im Alltag wenig zeigen. Die verbergen sich auf der Modus-Landkarte in Abbildung 5 (Seite 50) in jenen Feldern, in denen zunächst „weiße Flecken“ bleiben (weil Ihnen dazu „nichts einfällt). Genau diese weißen Flecken müssen „zurückerobert“ werden. Bei Menschen mit überwiegend überkompensierender Bewältigung ist das der Verletzbares-Kind-Modus (also Gefühle von Schwäche, Angst, Ohnmacht oder Bedürftigkeit).

Diese Menschen lernen erkennen, dass sie durch ihr Kämpfen zwar die Kontrolle behalten, aber langfristig einsam werden. Wenn sie lernen, ihre verletzbare Seite zu zeigen, ermutigt das die Anderen, wieder auf sie zuzugehen. Bei Menschen dagegen, die zur Unterordnung oder Gefühlsdis tanzierung neigen, ist das der Wütendes-Kind-Modus, der sich in Gefühlen von Enttäuschung, Ärger, Neid oder Gier zeigt, Gefühlen, die wieder zugelassen werden müssen. Natürlich sind solche Gefühle nicht unbedingt angenehm und werden von den inneren (und äußeren) Bewertern abgelehnt.
Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Cover1
Inhalt6
Vorwort10
1. Einleitung14
1.1 Wie ist die Schematherapie entstanden?16
1.2 Was ist das Besondere an der Schematherapie?18
1.3 Was sind die Vorteile des Schematherapie-Ansatzes?19
1.4 Was unterscheidet die Schematherapievon anderen Therapieformen?21
2. Grundlagen der Schematherapie24
2.1 Wie entstehen Schemata?24
2.2 Wie kann ich meine Schemata verändern?27
2.3 Was kann nicht verändert werden?29
3. Das Schemamodell30
3.1 Welche Schemata gibt es?30
3.2 Welche Grundbedu?rfnisse stecken hinter den Schemata?43
3.3 Wie wurden diese Schemata gefunden und gibt es auch andere Schemata?46
3.4 Welche Schema-Bewältigungsreaktionen gibt es?47
4. Das Modusmodell50
4.1 Was ist ein Modus und welche Modi gibt es?50
4.2 Welche Bewältigungsmodi gibt es?54
4.3 Wann wählen wir welchen Bewältigungsmodus?57
4.4 Warum gibt es so viele Modi?60
4.5 Sind die inneren Elternmodi nur „dysfunktional“?61
4.6 Was ist der Vorteil des Modusmodells?62
4.7 Sind die Schemata noch wichtig, wenn man mit den Modi arbeitet?63
4.8 Wie entsteht der Modus des gesunden Erwachsenen?64
4.9 Was ist mit Achtsamkeit gemeint?66
4.10 Wie hängen Schemata, Modi und Krankheitssymptome zusammen?68
5. Die therapeutische Beziehungsgestaltung72
5.1 Was ist „begrenzte elterliche Fu?rsorge“?72
5.2 Was bedeutet dabei „Nachbeelterung“?74
5.3 Was ist mit „empathischer Konfrontation“ gemeint?76
5.4 Wie gehen Therapeuten mit aktivierten Gefu?hlen in der Therapie um?77
5.5 Sind in einer Schematherapiekörperliche Beru?hrungen erlaubt?78
5.6 Warum du?rfen sich Patienten und Therapeutennicht privat treffen?80
6. Die Fallkonzeption82
6.1 Warum ist die Fallkonzeption so wichtig?82
6.2 Warum steht die Fallkonzeption am Anfang?84
6.3 Wie kann eine Fallkonzeption aussehen?85
6.4 Die grundbedu?rfnisorientierte Fallkonzeption86
6.5 Das individuelle Modusmodell88
6.6 Die dimensionale und dynamische Moduslandkarte90
7. Der Ablauf einer Schematherapie94
7.1 Was sind Phasen einer Schematherapie?94
7.2 Was sind die Inhalte der einzelnen Schematherapie-Phasen?97
7.3 Was kann ich selbst tun, damit die Therapie gut läuft?102
7.4 Wie lange dauert eine Schematherapie?105
8. Emotionsaktivierende Techniken106
8.1 Warum ist die Emotionsaktivierung so wichtig?106
8.2 Wie können Emotionen aktiviert werden?108
8.3 Imaginationsu?bungen109
9. Klärungsorientierte Techniken114
9.1 Das Schema-Memo114
9.2 Dialoge auf mehreren Stu?hlen116
10. Veränderungsorientierte Techniken122
10.1 Übende Dialoge auf zwei Stu?hlen122
10.2 Positive Selbstinstruktion: Die BEATE-Schritte123
10.3 Rollenspiele auf Stu?hlen125
10.4 Briefe schreiben126
11. Die Beibehaltung des neuen Verhaltens128
11.1 Warum sind Verhaltensu?bungen so wichtig?128
11.2 Tagebu?cher130
11.3 Tagesru?ckblicke135
11.4 Wann ist die Therapie zu Ende?136
12. Wie finde ich einen Schematherapeuten oder eine Schematherapeutin?138
Anhang140
1. Schema-Memo140
2. Schematherapeutische Fallkonzeption (kurz)142
3. Meine Modusliste144
4. Moduslandkarte145
5. Tagesplan146
6. Weiterfu?hrende Literatur147
Index148

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