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Rauschhafte Vergemeinschaftungen

Eine Studie zum rheinischen Straßenkarneval

AutorYvonne Niekrenz
VerlagVS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl290 Seiten
ISBN9783531930862
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis33,26 EUR
Rauschhafte Vergemeinschaftungen sind momenthafte, exzessorientierte Formen von Geselligkeit. Dass sie eine Grundfigur des sozialen Zusammenlebens bilden und als sozialer Kitt wirksam sein können, zeigt dieses Buch am Beispiel des rheinischen Karnevals. Die ethnographisch-explorative Studie beschreibt den Karneval als eine Gelegenheit, Alltagsregeln außer Kraft zu setzen und Außeralltägliches zu erleben. Raum-zeitlich und rituell gerahmt lässt die fünfte Jahreszeit eine alternative Wirklichkeit und intensive Zusammengehörigkeitsgefühle entstehen. Der vorübergehende Ausnahmezustand am Rhein gefährdet jedoch nicht die gesellschaftliche Ordnung, sondern bestätigt deren Notwendigkeit. Wimmelndes Durcheinander auf den Straßen, Tanz und Gesang in überfüllten Kneipen, bützende und schunkelnde Jecken - diese ausschweifende Lebensfreude weiß, dass Aschermittwoch alles vorbei ist! Wenn also nicht jetzt, wann dann?

Dr. Yvonne Niekrenz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie und Demographie der Universität Rostock.

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Blick ins Buch
Inhaltsverzeichnis
Inhalt6
Vorwort10
1 Einleitung11
1.1 Forschungsanlass und Ziele11
1.2 Zwei Vermutungen13
1.3 Forschungsstand und Ansatzpunkte16
1.4 Gliederung der Arbeit19
2 Vergemeinschaftung22
2.1 ‚Gemeinschaft‘ und ‚Vergemeinschaftung‘: Begriffsgeschichte und Begriffsbestimmung22
2.2 Bedeutung der Dimensionen Raum, Zeit und Körper32
2.2.1 Raum32
2.2.2 Zeit35
2.2.3 Körper38
3 Rausch42
3.1 Rausch – De nitionen, Auslöser und Dimensionen42
3.1.1 De nitionen – Rausch als veränderter Bewusstseinszustand42
3.1.2 Auslöser – pharmakologische und psychologische Techniken49
3.1.3 Bedeutung der Dimensionen Raum, Zeit und Körper für Rauscherleben52
3.1.3.1 Rausch und Raum52
3.1.3.2 Rausch und Zeit56
3.1.3.3 Rausch und Körper58
3.2 Der kollektive Rausch62
3.2.1 Rauschregeln und Rauschkonstruktionen62
3.2.2 Sozialintegrative Kraft des kollektiven Rausches66
3.2.3 Ambivalenter Umgang mit Rausch68
4 Rauschhafte Vergemeinschaftung73
4.1 Rauschhafte Vergemeinschaftung – Begriffsbestimmung73
4.2 Rauschhafte Vergemeinschaftung – Dimensionen74
4.2.1 Rauschhafte Vergemeinschaftung und Raum74
4.2.2 Rauschhafte Vergemeinschaftung und Zeit76
4.2.3 Rauschhafte Vergemeinschaftung und Körper79
4.2.3.1 Gestaltung der Körper: Kostüme, Kleidercodes und Kinkerlitzchen82
4.2.3.2 Gestaltung durch Körper: Stammesrituale, Schaugesten und Showtänze86
4.2.3.3 Die Stimme: Musik, Gesänge und Sprechweisen90
4.2.3.4 Emotionen: Ekstase, Leidenschaft und Efferveszenz92
4.3 Umgang mit Medien, Symbolen und psychoaktiven Substanzen in rauschhaften Vergemeinschaftungen99
4.3.1 Medien und Symbole in rauschhaften Vergemeinschaftungen99
4.3.2 Gesten des Genießens – rituelle Anwendung psychoaktiver Substanzen102
4.3.3 Die Ambivalenz rauschhafter Vergemeinschaftungen: zwischen sozialem Kitt und Missbrauch durch totalitäre Regimes105
4.4 Zusammenfassung: Rauschhafte Vergemeinschaftung als Gesellungsform der Gegenwart108
5 Die Geschichte des rheinischen Karnevals110
5.1 Rauschhafte Vergemeinschaftungen in traditionalen bis modernen Gesellschaften – ein historischer Abriss des Karnevals im Rhe110
5.1.1 Karneval als heidnisch-christliches Fest110
5.1.2 Der Karneval vom Hochmittelalter bis zur französischen Besatzung112
5.1.3 Exkurs: Der Narr als Symbol des Karnevals113
5.1.4 Der Karneval unter preußischer Besatzung114
5.1.5 Der Karneval im 20. Jahrhundert116
5.2 Rauschhafte Vergemeinschaftungen in der Gegenwart – der Kölner Karneval heute46117
6 Vorgehensweise der Feldstudie – Methodologie und Methoden123
6.1 Forschungsziele, -fragen und Vermutungen123
6.2 Methodologische Grundlegungen124
6.3 Methoden der Datenerhebung126
6.3.1 Die teilnehmende Beobachtung – Methode und Basisstrategie130
6.3.2 Die narrativen und die Ad-hoc-Interviews – Methode und Praxis131
6.3.3 Die Dokumentensammlung – Nicht-reaktives Materialzur Kontrastierung133
6.4 Bearbeitung und Auswertung der Daten134
6.4.1 Rekonstruktive Hermeneutik136
6.4.2 Ethnogra sche Semantikanalyse137
6.4.3 Datentriangulation139
7 Straßenkarneval als soziale Lebenswelt – empirische Ergebnisse140
7.1 Kategorie Raum140
7.1.1 Karneval und seine räumlichen Bezugspunkte140
7.1.2 „Köln ist die Nummer 1" – Verehrung der Karnevalshochburg141
7.1.3 Die Straße wird zur Bühne – Außeralltägliche Raumordnungen151
7.1.4 Sakrale Räume und profane Freuden – Die Verbindung von Heiligem und Weltlichem im Karneval160
7.1.5 Mit dem Zug zum Zug – Manchmal ist der Weg das Ziel166
7.2 Kategorie Zeit171
7.2.1 Karneval und seine zeitlichen Bezugspunkte171
7.2.2 Die Programmstruktur des Außeralltäglichen179
7.2.3 „Das kommt immer wieder und hört nie auf“ – Unendliche zyklische Wiederkehr und Endlichkeit des Seins184
7.2.4 „Karneval liegt bei uns in der Familie“ – Karneval als Konstante der Biografie187
7.3 Kategorie Körper194
7.3.1 Das Kostüm als unerlässliches Element des Karnevalesken194
7.3.1.1 Karneval als „Fest der Verkleidung“195
7.3.1.2 Das Kostüm als Zeichen von Zugehörigkeit und Abgrenzung196
7.3.1.3 Das Kostüm als Zeichen des Rollenwechsels199
7.3.1.4 Das Kostüm als Mittel zur Kontakterleichterung202
7.3.1.5 Das Kostüm als Teil eines Spiels und als Zeichen der Sehnsuchtnach dem Kindsein204
7.3.1.6 Kostüm contra Uniform212
7.3.2 „Karneval is’n Gefühl" – emotionale Erlebnisdimensionen im Straßenkarneval218
7.3.3 Tanzen, hüpfen, rummachen – außeralltägliche Körperordnungen223
7.3.4 „Drink doch ene met, du Jeck!" – Alkoholrausch im Karneval74227
7.4 Raum, Zeit und Körper: Rauschhafte Vergemeinschaftungen im Straßenkarneval233
7.4.1 Karneval und Kollektiv: „Dieses Familiending irgendwie"235
7.4.2 Karneval und Individualität: Narziss im Clownskostüm ?240
8 Zusammenfassung – Rauschhafte Vergemeinschaftungen im Straßenkarneval245
8.1 Rauschhafte Vergemeinschaftungen als Kitt für das soziale Gefüge249
8.2 Rauschhafte Vergemeinschaftungen als Bewältigungsstrategie254
8.3 Ohne Chaos keine Ordnung – Zwei Kon iktfelder des Straßenkarnevals in der Diskussion259
8.4 Abschluss – Et is wie et is. Et kütt wie et kütt. Et hätt noch immer jot jejange.261
9 Ausblick – Geschlechterdifferenz, Mediatisierung, Transn ationalisierung264
Quellen267
Literatur267
Liedgut282

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