Sie sind hier
E-Book

Recht für Webshop-Betreiber

Das umfassende Handbuch

AutorMichael Rohrlich
VerlagRheinwerk Computing
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl560 Seiten
ISBN9783836242660
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis44,90 EUR

Der Rechtsbegleiter für Ihren Online-Shop

  • Rechtssichere Gestaltung Ihrer Shop-Seiten bis zum Check-out
  • Fallstricke und Stolpersteine im E-Commerce-Recht
  • Mustertexte, Checklisten und Expertentipps aus der Praxis
Das Verkaufen im Internet ist ein wahres Tretminenfeld geworden. Bei jeder Handlung lauert quasi schon die Abmahnung eines Mitbewerbers, und das Risiko ist nur schwer überschaubar. Zudem benötigen Sie als Shop-Betreiber rechtliche Unterstützung, wenn Sie AGB prüfen oder (neu) aufsetzen oder Fragen zu Haftung, Urheberrecht, Datenschutz etc. klären müssen. An dieser Stelle bietet dieses Handbuch kompetente Hilfestellung bei allen juristischen Fragen, die beim Betreiben Ihres Webshops auftreten können.

Aus dem Inhalt:

  • Grundlagen der gewerblichen Tätigkeit
  • Domainrecht und Domainnamen
  • Urheberrecht (Texte, Grafiken, Videos, Musik)
  • Korrektes Impressum und AGB
  • Datenschutzrecht und Datenschutzerklärung
  • Gewährleistung, Garantie, Widerrufsbelehrung
  • Korrekte Angebotsbeschreibung und Werbeaussagen
  • Preisangaben
  • Checkliste Suchmaschinen
  • Rechnung, Mahnung, Klage
  • Wer haftet wem wann wofür?



Michael Rohrlich ist Rechtsanwalt, Fachautor und Dozent. Seine beruflichen Schwerpunkte liegen unter anderem auf den Gebieten IT-, Online- und Datenschutzrecht sowie gewerblicher Rechtsschutz. Als Angehöriger der 'Generation C64' gilt sein berufliches wie privates Interesse der Technik. Seit vielen Jahren veröffentlicht er regelmäßig Beiträge für verschiedene Print- und Online-Publikationen und ist Autor zahlreicher Bücher. Als Dozent hält er auch immer wieder Vorträge, gibt Schulungen und leitet Seminare.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

1    Vor dem Start: die wichtigsten Grundlagen


»Die Grundlagen bilden die Basis des Fundaments« – ein launiger Spruch mit ernstem Hintergrund. Denn zum Betrieb eines Webshops gehört mehr als ein wenig Webspace, ein Shopsystem und Kunden. In diesem Kapitel erfahren Sie mehr über Unternehmensformen, über die Grundlagen des Vertragsschlusses und auch über das Markenrecht.

Bevor Sie sich im Internet weltweit rund um die Uhr potenziellen Kunden präsentieren, sollten Sie die Voraussetzungen für gewerbliches Handeln erfüllen. Es gilt, ein Gewerbe anzumelden oder gar ein Unternehmen zu gründen, eventuell Mitarbeiter zu finden, Lieferanten auszusuchen, Kooperationen zu schließen, Werbemaßnahmen zu planen und so weiter und so fort. Zuallererst sollten Sie jedoch eine Strategie entwickeln: In welcher Branche werde ich tätig? Wie sieht meine Kundenzielgruppe aus? Muss ich bestimmte behördliche Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, und wenn ja, welche? Auch dann, wenn Sie keinen umfassenden Businessplan entwickelt haben, müssen doch die wichtigsten Fragen gestellt und beantwortet werden.

Ehe Sie die erste Ware bestellen oder das Design für Ihren Webshop skizzieren, sollten Sie zunächst einmal noch einige andere Dinge klären. Dazu ist es ideal, wenn Sie zumindest das Basiswissen hinsichtlich typischer Unternehmerrisiken oder bestehender Gesellschaftsformen haben. Auch sind Grundkenntnisse im Markenrecht nicht verkehrt, jedenfalls dann nicht, wenn Sie mittel- bis langfristig eigene Marken etablieren möchten. Gleichzeitig hilft es Ihnen dabei, Verstöße gegen Rechte Dritter zu vermeiden. Erst dann, wenn Sie Ihr »Rüstzeug« als Unternehmer beisammenhaben, sollten Sie den nächsten Schritt in Richtung eines eigenen Onlineshops gehen.

1.1    Praxisbeispiel – ein Horrorszenario?!


Ganz zu Anfang möchte ich Ihnen jedoch vor Augen führen, wie es nicht funktioniert. Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Student A hat eines Tages mitten in seiner Informatikvorlesung plötzlich eine »zündende« Geschäftsidee – ein eigener Webshop muss her. Aus Erfahrung weiß A, dass viele Programmierer die gleichen Probleme bzw. Bedürfnisse haben. Während sie stundenlang vor dem Rechner sitzen und an Software feilen, brauchen sie Schokolade und andere »Nervennahrung«, wollen zwischendurch Ablenkung durch typische Nerd-Gadgets, trinken nach Feierabend gerne mal ein paar Wodka-Energy und rauchen eine E-Zigarette mit Freunden, kleiden sich mit stilechten Sprüche- oder Comic-Helden-Shirts (siehe Abbildung 1.1) und freuen sich natürlich immer über die neueste Computertechnik.

Abbildung 1.1    Nicht nur große Anbieter wie Spreadshirt haben eine eigene Nerd-Kategorie.

Abgerundet wird das Warenangebot durch diverse Dienstleistungen, schließlich soll sich das Studium schon jetzt lohnen, und oftmals können gerade freiberuflich Tätige ein wenig fachmännische Hilfe gebrauchen. Das denkt sich zumindest Student A und will einen »Nerd-Gemischtwarenladen« im World Wide Web anbieten. Ein Name ist schnell gefunden (»nerd-amazon.de«), die Domainregistrierung ist eine Frage von Sekunden. Wegen der technischen Fertigkeiten von A dauert auch die Installation der Webshop-Software auf seinem eigenen Webserver nicht lange, etwas mehr Zeit nimmt da schon das Layout in Anspruch. Zum Glück findet A im befreundeten Designstudenten B einen Partner, der ihm gegen eine versprochene Gewinnbeteiligung gerne unter die Arme greift. Mit Hilfe von Material eines Stock-Foto-Anbieters nimmt das »Gesicht« des geplanten Webshops schnell Gestalt an.

Dann werden noch die Warenkategorien angelegt und mit Produkten befüllt. Die einzelnen Beschreibungen und Fotos werden der Einfachheit halber von den jeweiligen Hersteller-Websites übernommen, schließlich bietet A ja auch deren Produkte an. Nun noch schnell ein Facebook-Profil und einen YouTube-Kanal angelegt, auch hier können ja die günstigen Stock-Fotos und -Grafiken eingesetzt werden – das Corporate Design ist gerettet. Ach ja, so ein Impressum und Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) müssen auch noch her, das liest man schließlich immer wieder. Das Impressum wird ganz einfach über einen der zahlreichen gratis nutzbaren Impressum-Generatoren zusammengeklickt, die AGB werden von der Konkurrenz »entliehen« und zügig mit den eigenen Daten versehen. Online-Werbung soll am Anfang erst einmal noch nicht geschaltet werden, dazu fehlt noch das Eigenkapital. Aber zum Glück lassen sich Websites auch ohne großes Budget für Suchmaschinen optimieren, indem ein paar bekannte Markenbegriffe in die Metatags und auch noch auf andere Weise geschickt in die eigene Site eingebunden werden. Zur Analyse der Besucherstruktur wird Google Analytics eingebunden, damit man den eigenen Shop immer an die Besuchererwartungen anpassen kann.

Um einen guten Start zu haben, müssen natürlich bald möglichst viele Kunden her. Zum Glück kann man heute Namen und dazugehörige E-Mail-Adressen zu günstigen Preisen bekommen. Damit ausgestattet, wartet der erste Shop-Newsletter schon auf seinen Start. Wer ihn nicht mehr haben will, soll sich halt wieder abmelden. Ein Kontaktformular wirkt kundenfreundlich, und Social Plug-ins sind sowieso ein absolutes Muss – also beides schleunigst eingebunden, technisch absolut kein großes Problem.

Zwar lässt das finanzielle Polster von A und B anfangs nur den Kauf weniger Produkte zu, aber auch dafür gibt es bereits eine simple Lösung. Das Zauberwort heißt hier: Zahlung per Vorkasse. Die Kunden müssen einfach alle vorab bezahlen, mit dem so eingenommenen Geld kann man dann weitere Waren kaufen usw. Wünscht ein Kunde doch eine andere Zahlungsart, dann werden dafür einfach »Bearbeitungsgebühren« erhoben – fast schon eine Win-win-Situation für A und B.

Der Webshop läuft ganz gut an, die Kundenzahlen steigen langsam, aber stetig. Die Social-Media-Profile werden regelmäßig mit Content gefüttert und tragen dazu bei, dass das Geschäft Fahrt aufnimmt. Aber dann kommt es, wie es kommen muss … Innerhalb kürzester Zeit trudeln Abmahnungen, offizielle Behördenschreiben und auch wütende Protestbriefe verärgerter Kunden ein. A und B verstehen die Welt nicht mehr – was ist nur schiefgegangen?

Abbildung 1.2    Google wirft allein zum Stichwort »abmahnung« über 2,5 Millionen Treffer aus.

In der Hoffnung, dass Sie es spätestens nach der Lektüre dieses Ratgebers besser wissen als A und B, folgt nun die Auflösung. Wo liegen die Fehler? Am besten der Reihe nach:

  • Kooperation von A und B: Ohne es zu wissen, haben A und B schon durch ihre bloße Zusammenarbeit ein gemeinsames Unternehmen gegründet, nämlich eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Das funktioniert generell auch ohne schriftlichen Vertrag und hat diverse Auswirkungen, nämlich unter anderem in steuerrechtlicher Hinsicht.
  • Domainauswahl: Die gewählte Domain www.nerd-amazon.de ist gleichermaßen simpel und aussagekräftig, aber leider auch nicht ganz unproblematisch. Hier ist ein Verstoß gegen die entsprechenden Namensrechte und Markenrechte des Branchenprimus zu befürchten.
  • Nutzung von Fremd-Content: Auch wenn die Verwendung von Fotos und Texten der Hersteller der Waren, die A und B vertreiben wollen, naheliegt, so kann dies jedoch nicht ohne Zustimmung für die konkrete Nutzungsart erfolgen. Auch durch das Zitaterecht ist die ungefragte 1:1-Übernahme fremder Werke nicht ohne Weiteres gerechtfertigt.
  • Material von Stock-Archiven: Zwar kann bei Getty Images, Pixelio, Fotolia & Co. erworbenes Material in aller Regel auf Websites eingesetzt werden, es sind aber stets die jeweiligen Lizenzbestimmungen zu beachten. Verbieten diese die Nutzung im Bereich E-Commerce oder – was nicht selten der Fall ist – in den sozialen Medien, liegt trotz eigentlich korrekten Erwerbs ein Verstoß gegen das Urheberrecht vor.
  • Impressum-Generatoren: Mit der Bereitstellung eines Impressums und auch mit der Nutzung eines Generators für die Pflichtinhalte hat A grundsätzlich richtig gehandelt. In Unkenntnis der entstandenen GbR mit B hat er den Generator jedoch fehlerhaft bedient, also bei der Frage nach dem für die Website Verantwortlichen die falsche Antwort gegeben. Es ist klar, dass dabei am Ende nicht die passenden Pflichtinformationen herauskommen. Daher stellt das Impressum trotz der Nutzung des Generators einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht dar.
  • Pflichtinformationen von Dienstleistern: Das Angebot von Dienstleistungen rundet die vertriebenen Waren zwar in der Tat ab, zieht aber leider auch zusätzliche Informationspflichten nach sich. Ob diese im Rahmen des Impressums oder auf andere Weise erfüllt werden, ist nicht so entscheidend –...
Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Internet - Intranet - Webdesign - Security

Geldmaschine Digitalkamera

E-Book Geldmaschine Digitalkamera

Sind Sie (Hobby-) Fotograf? In diesem Buch finden Sie viele interessante Anregungen und konkrete Beispiele, wie sie aus Ihren Fotos bares Geld machen können. Mit der Digitalkamera können Sie ...

Unternehmensportale

E-Book Unternehmensportale

Das Buch Unternehmensportale - Grundlagen, Architekturen, Technologien ist das erste deutschsprachige Grundlagenwerk über modernes Informations- und Geschäftsprozessmanagement mit Hilfe von ...

WordPress für Dummies

E-Book WordPress für Dummies

Gestalten Sie mit WordPress Ihre Website - auch wenn Sie keinerlei Vorkenntnisse haben! Profitieren Sie von Tausenden meist kostenlosen Design-Vorlagen, den WordPress-Themes. WordPress begann als ...

Senioren im Internet

E-Book Senioren im Internet

Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland ist, wie in anderen europäischen Ländern auch, durch eine zunehmende Alterung gekennzeichnet. Gleichzeitig ist die wachsende Bevölkerungsgruppe der ...

Amazon-Marketing

E-Book Amazon-Marketing

Strategisches Wissen für alle Vendoren und Seller Grundlagen, Content, Optimierung, Strategien, Tipps und Tricks Auffindbarkeit und Sichtbarkeit der eigenen Produkte optimieren Amazon SEO, SEM, ...

Weitere Zeitschriften

Atalanta

Atalanta

Atalanta ist die Zeitschrift der Deutschen Forschungszentrale für Schmetterlingswanderung. Im Atalanta-Magazin werden Themen behandelt wie Wanderfalterforschung, Systematik, Taxonomie und Ökologie. ...

BONSAI ART

BONSAI ART

Auflagenstärkste deutschsprachige Bonsai-Zeitschrift, basierend auf den renommiertesten Bonsai-Zeitschriften Japans mit vielen Beiträgen europäischer Gestalter. Wertvolle Informationen für ...

Card Forum International

Card Forum International

Card Forum International, Magazine for Card Technologies and Applications, is a leading source for information in the field of card-based payment systems, related technologies, and required reading ...

Deutsche Tennis Zeitung

Deutsche Tennis Zeitung

Die DTZ – Deutsche Tennis Zeitung bietet Informationen aus allen Bereichen der deutschen Tennisszene –sie präsentiert sportliche Highlights, analysiert Entwicklungen und erläutert ...

Die Versicherungspraxis

Die Versicherungspraxis

Behandlung versicherungsrelevanter Themen. Erfahren Sie mehr über den DVS. Der DVS Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V, Bonn, ist der Interessenvertreter der versicherungsnehmenden Wirtschaft. ...

Euro am Sonntag

Euro am Sonntag

Deutschlands aktuelleste Finanz-Wochenzeitung Jede Woche neu bietet €uro am Sonntag Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Geldanlage und Vermögensaufbau. Auch komplexe Sachverhalte ...