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E-Book

Recht und Emotion I

Verkannte Zusammenhänge

VerlagAlber Verlag
Erscheinungsjahr2017
Seitenanzahl456 Seiten
ISBN9783495818176
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis39,99 EUR
Auf den ersten Blick scheinen die Bereiche von Recht und Emotionen wenig miteinander zu tun zu haben, ist doch die Auffassung weit verbreitet, dass die Sphäre des Rechts von Normen und Werten bestimmt wird, deren Entstehung und Geltung unabhängig von Emotionen sind und auch sein sollten. Das Ziel des vorliegenden Bandes besteht darin, diese etablierte Auffassung in Frage zu stellen und näher zu erkunden, wie der Bedeutung von Rechtsgefühl und für die Sphäre des Rechts einschlägigen Emotionen angemessen Rechnung zu tragen ist. Leitend ist dabei die Frage, welche Emotionen welche Rolle im Bereich des Rechts spielen und gegebenenfalls auch spielen sollten. Der vorliegende Band stellt dazu Antworten und Vorschläge aus Philosophie, Rechts-, Geschichts-, Literatur- und Filmwissenschaft sowie aus der Soziologie vor. Genauer analysiert werden in diesem Zusammenhang u.a. Empathie, Empörung, Rache, Reue, Scham, Schuld, Vergebung, Versöhnung und Zorn in rechtlichen Prozessen. Insgesamt bieten die Beiträge eine Einführung und Grundlegung des neuen interdisziplinären Forschungsbereichs 'Recht und Emotion', der in der angelsächsischen Welt seit ca. 15 Jahren intensiv bearbeitet und mit diesem Band erstmals für den deutschsprachigen Bereich erschlossen wird. Ein weiterer Band 'Recht und Emotion II' ist in Vorbereitung.

Hilge Landweer ist Professorin, Dirk Koppelberg Privatdozent für Philosophie an der Freien Universität Berlin.

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Inhaltsverzeichnis
Inhalt8
I. Einleitung12
Hilge Landweer und Dirk Koppelberg: Der verkannte Zusammenhang von Recht und Emotion14
Zu 1. Rechtsentstehung und Emotionen18
Zu 2. Recht, Emotion und die Geltung von Normen21
Zu 3. Was sind rechtsrelevante Emotionen oder Rechtsgefühle?23
Zu 4. Zum Begriff des Rechtsgefühls25
Zu 5. Fragen der angemessenen Anwendung von Normen28
Zu 6. Rechtliche Institutionen außerhalb des positiven Rechts29
Zu 7. Rechtlich institutionalisierte Emotionen33
Zu 8. Relationalität der rechtsrelevanten Emotionen35
Zu 9. Der Anteil der Künste (Literatur, Theater, Film, Musik etc.) an der Verbindung von Recht und Emotion37
Zu 10. Emotionen und Recht in historischer Perspektive39
Zu 11. Die normative Frage: Welche Rolle sollen (welche) Gefühle in der Rechtsprechung spielen?41
(1) Emotionen in Gerichtsprozessen. Methodische Probleme44
(2) In welchem Verhältnis stehen Rechtsgefühle zu moralischen Gefühlen?45
(3) Zur Rationalität von rechtsrelevanten Emotionen46
Literatur47
II. Rechtsgründung und Rechtsgeltung50
Hermann Schmitz: Befreiung des Rechts aus der Introjektion52
Rainer Schützeichel: Soziologie des Rechtsgefühls66
1. Aspekte und Dimensionen von Rechtsgefühlen71
2. Funktionen von Rechtsgefühlen78
3. Rechtsphänomenologische Positionen81
4. Aristotelische Rechtsgefühle87
5. Zur Funktion von Rechtsgefühlen – soziologische Thesen88
5.1 Rechtsgefühle als Korrelat der Ausdifferenzierung des Rechtssystems?88
5.2 Wandel der Rechtsgefühle?90
5.3 Werte und Emotionen?91
5.4 Werte und Recht?92
6. Rechtsgefühle?95
Literatur96
III. Rechtsgefühle und rechtliche Institutionen102
Hilge Landweer: Ist Sich-gedemütigt-Fühlen ein Rechtsgefühl?104
1. Einleitung104
2. Zu Phänomen und Begriff der Demütigung und des Sich-gedemütigt-Fühlens106
3. Abgrenzung zu Beschämung, Scham und Empörung116
4. Eine relationale Emotion. Zur Struktur von Demütigung122
5. Was ist ein Rechtsgefühl?127
6. Ist Sich-gedemütigt-Fühlen ein Rechtsgefühl?131
Literatur135
Maria Sibylla Lotter: Schuld ohne Vorwerfbarkeit.137
1. Zur Diskrepanz zwischen Schuldgefühlen und moralischer und rechtlicher Schuldzuschreibung137
2. Der Fall Gröning143
3. Schuld ohne Vorwerfbarkeit147
3.1 Kausale Schuld, Vorwerfbarkeit und Bringschuld147
3.2 Seinsschuld, tragische Schuld und Erbsünde148
3.3 Agent-Regret151
3.4 Schuld im Sinne moralischer Haftung152
3.5 Das Gefühl der Korrumpiertheit154
3.6 Schuld im Kontext von Großverbrechen155
Literatur162
Fabian Bernhardt: Was ist Rache? Versuch einer systematischen Bestimmung163
1. Achilles und Marianne163
2. Die Polarität von Handeln und Erleiden168
3. Verletzung und Verletzlichkeit181
Literatur192
Susanne Karstedt: Emotions, Truth and Justice: Shared and Collective Emotions in Transitional Justice195
1. The Emotional Salience of Transitional Justice195
2. Great Expectations and Continuous Disappointment200
3. Transitional Justice: Through the Lens of Emotion Sharing207
3.1 Emotion Sharing: Theoretical Approaches and Empirical Results207
3.2 The Legal Setting: Limiting or Supporting?209
3.3 Disjunctions: Emotion Sharing between Victims and Perpetrators211
3.4 Emotional Relief and Recovery: Can It Be Achieved?216
3.5 Collective Emotions: Moral Outrage, Collective Shaming and Guilt218
4. Lessons for TJ Fora: Complex Processes and Achievable Aims220
Acknowledgments221
Bibliography222
IV. Rechtsprechung und Gefühle226
Julia Hänni: Phänomenologie der juristischen Entscheidung228
1. Einleitung228
2. Phänomenologie des emotionalen Differenzierungsvermögens229
3. Phänomenologie der juristischen Urteilskraft235
4. Methodologische Einordnung241
5. Würdigung244
Literatur247
Lauren Ware: Emotions in the Evaluation of Legal Risk250
Introduction251
1. The Probalistic Account of Risk252
2. The Modal Account of Risk255
3. Anger and Gruesome Evidence257
4. Competing Accounts of Emotion in Risk Evaluation261
5. Emotion and Risk on the Modal Account266
6. Scaffolding for a Creative Courtroom270
Conclusion273
References274
Jeffrie G. Murphy: Remorse, Apology, and Mercy279
I. Introduction280
II. A Preliminary Digression288
A. Two Kinds of Remorse288
B. Religious Conversion, Repentance, and Remorse291
III. Remorse and the Culture of Apology293
IV. Remorse, Repentance, and Punishment296
V. Apology and Mercy312
VI. Conclusion319
Ute Frevert: Vom Schutz religiöser Gefühle: Rechtspraxis und -theorie in der Moderne322
Dieter Birnbacher: Moralische Anstößigkeit als Begründung staatlichen Strafens349
1. Einleitung: ein umstrittenes Urteil349
2. Die besondere Begründungsbedürftigkeit strafrechtlicher Verbote350
3. Rechtsethische Strategien der Rechtfertigung strafrechtlicher Sanktionen353
4. Moralische Anstößigkeit als Strafgrund358
5. Klassisches oder utilitaristisches offence principle?363
Literatur372
V. Rechtsgefühle in Literatur, Gerichtsrede und Film374
Ingrid Kasten: Recht und zorn im Rolandslied376
1. Einleitung376
2. Das Rolandslied383
2.1 Datierung, Entstehung, Quelle, Thema383
2.2 Recht und zorn im Rolandslied385
gotes zorn und Gottes Recht: Karl im Gebet385
Karls Zorn und der Zorn der Fürsten in der Beratungsszene388
Herrscherzorn und Affektkontrolle394
3. Schluss399
Literatur401
Marcel Humar: Die Reue von Richtern in der attischen Gerichtsrede.402
1. Rhetorik und Emotionen402
2. Zur Praxis der attischen Gerichtsrede407
3. Fallbeispiele411
4. Zusammenfassung und Ausblick419
Literatur421
Matthias Grotkopp: Risse in der Landkarte der Moral im Westerngenre. Rechtsgefühle und ambivalente Gewalt in Clint Eastwoods Unforgiven424
1. Einleitung424
2. Die ästhetische Modulation moralischer Gefühle und die Erfahrung von Gemeinschaft427
3. Filmische Expressivität und das Zuschauergefühl als Schuldgefühl430
4. Der Western und die Ambivalenzen der Gemeinschaftsgründung433
5. Ein Bild von einem Mann der Tat: Unforgiven435
5.1 Eine Atmosphäre von bohrender Spannung und drückender Schwere438
5.2 »Deserve’s got nothing to do with it.«445
Literatur449
Zu den Autorinnen und Autoren452
Danksagung457

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