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Reportage Persischer Golf

Sand zu Gold, Wüste zu Geld

AutorHelge Sobik
VerlagPicus
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl144 Seiten
ISBN9783711750662
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Sie haben Sand zu Gold und Wüste zu Geld gemacht, so etwas wie die Alchimisten-Formel des 21. Jahrhunderts gefunden. Mit Öl-Milliarden und mehr noch mit cleveren Schachzügen und Marketing-Geschick ist es den Scheichs in den Fürstentümern am Golf gelungen, einen ungeahnten Boom zu entfachen. Sie machten binnen eines Jahrzehnts Ortschaften zu Metropolen, schufen aus Beton, Glas und Teflon Skylines mit Wiedererkennungswert. Sie katapultierten ihre Städte binnen kürzester Zeit auf die Weltkarten - ganz ohne dafür Kriege zu führen. Sie entfachten einen Sog, zogen Menschen wie magisch an, erfanden fast täglich neue Attraktionen, lockten Investoren auf künstliche Palmeninseln und in die Wüste, Urlauber in Ski-Paradiese im Sand und Sieben-Sterne-Hotels am Meer. Kein Weg führt mehr an ihnen vorbei - und allen Unkenrufen zum Trotz werden sie stärker aus der Weltwirtschaftskrise hervorgehen als jeder andere. Wenn Geld wirklich die Welt regiert, werden sie die neuen Herrscher sein: Ortstermin in den Emiraten - Helge Sobik berichtet Erstaunliches aus Dubai, Abu Dhabi, Umm al-Qaiwain und Ras al-Khaimah, außerdem aus Qatar und Oman und von der iranischen Überraschungs-Insel Kish.

Helge Sobik, 1967 in Lübeck geboren, schreibt Reportagen aus aller Welt und publiziert in zahlreichen Medien. Im Picus Verlag erschienen seine Reportage Persischer Golf sowie die Lesereisen Kanada, Kanadas Norden, Kanadas Westen, Finnland, Mallorca, Côte d'Azur, Dubai, Portugal und, gemeinsam mit Fabian von Poser, Abu Dhabi. Helge Sobik ist 'Reisejournalist des Jahres' 2019.

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Leseprobe
Der Delfinflüsterer von Musandam (S. 98-99)

Oman: unterwegs auf den Fjorden Arabiens


Sie haben es gerade abgebaut, die breiten weißen Bahnen eingerollt, das Gestänge wieder verstaut, die wertvollen Teppiche weggeschafft, die Möbel verladen: Fast einen Monat lang hat der Bruder des Herrschers von Abu Dhabi am Khor Najd Fjord in seinem Zelt auf dem breiten Felsplateau gecampt – in allem Luxus zwar und mit einer Heerschar Helfer, aber in der Wildnis, am Ende einer schmalen, für omanische Verhältnisse seltsam schlecht befestigten Straße.

Der Mann kommt jedes Jahr hierher ins Nachbarland. Er könnte sich die größte Suite in jedem Hotel der Welt leisten, aber er zeltet lieber: Weil er von hier aus den wahrscheinlich schönsten Ausblick genießen kann, den die arabische Halbinsel zu bieten hat – hinab auf die tief eingeschnittenen Fjorde von Musandam, die von über tausend Meter hohen rotbraunen Bergen gesäumt sind. Hinab auf tanzende Delfine, einsame Fischerboote.

An klaren Tagen kann er sogar die gegenüberliegende iranische Küste in gut sechzig Kilometern Entfernung erahnen. Und unten in den Wellen tanzen Delfine, in der Luft segeln Greifvögel auf den Böen und hinter dem Kamm im Rücken grasen ein paar Ziegen. Nichts lässt eine Festlegung auf Jahre oder gar Jahrhunderte zu, alles sieht aus wie seit Ewigkeiten: als ob die Musandam-Halbinsel an der Straße von Hormuz außerhalb der Zeiten existierte – es sei denn, am Horizont strebt gerade die Silhouette eines Tankers durch den Dunst dem Indischen Ozean entgegen.

Die Wolkenkratzer von Abu Dhabi und Dubai sind fern, die vielspurigen Stadtautobahnen, blinkenden Leuchtreklamen, die Mega-Einkaufscenter und Erdöl-Verlade-Terminals, die Containerhäfen und Riesenairports – obwohl die omanische Exklave Musandam nur etwa zweihundertfünfzig Kilometer von Abu Dhabi und gut hundertfünfzig von Dubai entfernt ist. Ein Falke reitet diesen Nachmittag auf den Böen, ohne mit den Flügeln schlagen zu müssen – und irgendwo achtzig bis hundert Meter tiefer schwimmen die Delfine, plätschern die sanften Wellen des Wassers ans Ufer.

Größter Frieden scheint über diesem Landstrich zu liegen, und hat man sich dort einmal auf einen Felsblock gesetzt, mag man nie mehr aufstehen. Es ist, als ob ein seltsamer Magnetismus einen am Fortgehen hinderte, weil der Blick bis in die Ewigkeit reicht.
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