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Reziproke Effekte durch Sportberichterstattung

Eine empirische Untersuchung von Spitzensportlern

AutorSilke Bernhart
VerlagDUV Deutscher Universitäts-Verlag
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl193 Seiten
ISBN9783835055469
FormatPDF
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis44,99 EUR
Die empirische Studie untersucht den Einfluss der Medienberichterstattung auf Privatleben und sportliche Leistung von Athleten und deren Möglichkeiten, selbst Medieninhalte zu beeinflussen. Sie entwirft ein differenziertes Bild dieser reziproken Wirkungen, die sich von denen in anderen Bereichen, z.B. der Politik unterscheiden.

Silke Bernhart, M.A., studierte Publizistik, Sport- und Politikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz. Sie ist heute als Search Marketing Redakteurin tätig.

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Leseprobe
"2 Reziproke Effekte (S. 23)

Zu Anfang der vorliegenden Arbeit werden bisherige Erkenntnisse zu wechselseitigen Wirkungen zwischen Medien und Akteuren der Medienberichterstattung im Mittelpunkt stehen. So soll das theoretische Hintergrundwissen vermittelt werden, auf dem die durchgeführte Studie basiert und das im Auswertungsteil um neu gewonnene Erkenntnisse ergänzt wird.

2.1 Reziproke Effekte in der Medienwirkungsforschung

Der Begriff reziproke Effekte wurde erstmals verwendet im Rahmen einer Studie von LANG &, LANG im Jahre 1952 (K. und G.E. Lang 1960: 544-560). Die Autoren nahmen eine Parade zu Ehren des Generals Douglas MacArthur in Chicago zum Anlass, Unterschiede zwischen der Wahrnehmung des Ereignisses durch die Zuschauer vor Ort und die Fernsehzuschauer zu untersuchen. Eher als Randnotiz hielten sie fest, dass die Präsenz von Fernsehkameras an bestimmten Punkten der Parade Reaktionen der Schaulustigen auslöste:

""The camera selected shots of the noisy and waving audience, but in this case, the television camera itself created the incident. The cheering, waving, and shouting was often largely a response to the aiming of the camera. The crowd was thrilled to be on television, and many attempted to make themselves apparent to acquaintances who might be watching."" (K. und G.E. Lang 1960: 557)

Dieses Phänomen bezeichneten LANG&,LANG als „reciprocal effects"", ins Deutsche auch übersetzbar als „wechselseitige Effekte"": Medienpräsenz beeinflusst diejenigen, über die berichtet wird, und deren Reaktion wiederum löst erneut Medieninteresse aus.

Obwohl die Studie zum MacArthur Day bereits mehr als 50 Jahre zurück liegt, muss man feststellen, dass die Forschung zu reziproken Effekten seitdem keine großen Fortschritte gemacht hat. „Reciprocal effects"" blieben eine Nebenerkenntnis, die, mit Ausnahme von vereinzelten Fallstudien, in anschließenden Untersuchungen kaum wieder aufgegriffen wurde.

Im Zentrum der Wirkungsforschung standen bisher mehr oder weniger unbeteiligte Rezipienten der Medienbotschaften und nicht diejenigen, die Thema von Medienbotschaften sind. Ein Grund dafür ist eine scheinbare Irrelevanz: Nur eine verschwindend kleine Minderheit ist selbst von Medienberichterstattung betroffen.

Doch zu dieser Minderheit gehören eben jene Personen, die in der Gesellschaft wichtige Positionen innehaben: Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Justiz, Prominente aus Sport und Unterhaltung. Bisher war die vorherrschende Auffassung, der Medieneinfluss auf politische Entscheidungsträger bestehe nur indirekt und werde vor allem durch die wahlberechtigten Bürger vermittelt (H.M. Kepplinger und E. Noelle-Neumann 2002: 625).

Direkte Einflüsse der Medien und ihrer Berichterstattung wurden dagegen vernachlässigt, Handlungen der Entscheidungsträger wurden auf die Personen selbst und nicht auf ihren Medienkontakt zurückgeführt. Dies lässt sich besonders gut am Beispiel der Agenda-Setting-Forschung verdeutlichen: Lange Zeit stand im Zentrum der Forschung die Frage, welchen Einfluss Medienberichterstattung auf die Themenagenda der Bevölkerung hat.

Impliziert wurde erst als zweiter Schritt eine Wirkung der Bevölkerungsagenda auf die Politik. Der direkte Einfluss der Medienagenda auf Entscheidungsträger wird erst seit Anfang der 90er Jahre thematisiert (H.-M Kepplinger und E. Noelle- Neumann 2002: 615-616).

Weitere Gründe für das Forschungsdefizit sind praktischer Natur. Zunächst ist es aufgrund der geringen Anzahl von Betroffenen allgemein schwierig, aussagekräftige quantitative Studien durchzuführen. Unbekannte Akteure von Medienberichten sind nicht leicht ausfindig zu machen, zu prominenten Akteuren erhält man nur schwer Zugang."
Inhaltsverzeichnis
Geleitwort6
Danke9
Inhalt10
Tabellen und Abbildungen13
Tabellen13
Abbildungen13
1 Einleitung14
2 Reziproke Effekte19
2.1 Reziproke Effekte in der Medienwirkungsforschung19
2.2 Definition und Wirkungsmodell21
2.3 Erklärungsansätze29
2.4 Forschungsstand33
3 Sportberichterstattung42
3.1 Zum Verhältnis von Sport, Medien und Wirtschaft42
3.2 Sport in den Medien – Die Mediensportrealität46
3.3 Akteure53
4 Zum Forschungsprojekt61
4.1 Forschungsziel und Forschungsfragen61
Reaktive Phase62
Interaktive Phase63
Pro-aktive Phase63
4.2 Forschungsansatz64
4.3 Durchführung70
4.4 Auswertungsstrategie74
Vorbereitung74
Analyse75
5 Ergebnisse78
5.1 Befragte78
5.2 Mediennutzung82
Antwort sehr stark stark mittelmäßig wenig85
Befragte85
5.3 Reaktive Phase88
Antwort Sehr häufig Häufig Ab und zu Selten110
Befragte110
Antwort Nein, nie In Ausnahmefällen Ja, häufiger122
Befragte122
5.4 Interaktive Phase128
5.5 Pro-aktive Phase143
Antwort genau mal so, mal so wenig überhaupt nicht152
Befragte152
6 Fazit159
7 Literaturverzeichnis166
8 Zeitungsartikel und Homepages176
Zeitungsartikel176
Homepages178
Anhang179
Inhalt179
A Allgemeine Version der Interviewanfragen180
B Angeschriebene Sportler, Trainer, Pressesprecher181
C Interviewleitfaden182
Überblick182
Einstiegsfragen182
1. Reaktive Effekte182
2. Interaktive Effekte185
3. Pro-aktive Effekte186
4. Langzeiteffekte, Vergleich mit Kollegen, allgemeines187
D Portraits der Sportler188
Udo Bölts, Radsport188
Frank Busemann, Leichtathletik189
Michael Groß, Schwimmen190
Jürgen Klopp, Fußball191
Nia Künzer, Fußball192
Ulrike Nasse, geb. Meyfarth, Leichtathletik193
Gunda Niemann-Stirnemann, Eisschnelllauf194
Pascal Roller, Basketball195
Marco Rose, Fußball196
Carl-Uwe Steeb, Tennis197
Daniel Stephan, Handball198

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