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E-Book

Rhetorik

TaschenGuide

AutorWolfgang Mentzel
VerlagHaufe Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783648027639
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis3,99 EUR
Dieser TaschenGuide zeigt Ihnen, wie Sie sich auf eine Rede vorbereiten und sie erfolgreich meistern. Gleichzeitig hilft er Ihnen, Ihre rhetorischen Fähigkeiten zu verbessern und auszubauen. Inhalte - wie Sie sich auf eine Rede vorbereiten, - wie Sie Ihre Zuhörer überzeugen, - wie Sie sicher auftreten, - wie Sie bei Schwierigkeiten richtig reagieren, - wie Sie sich selbst trainieren können.

Prof. Dr. Wolfgang Mentzel ist emeritierter Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Koblenz und Experte für Personal- und Kommunikationsthemen. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen.

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Leseprobe

Hilfsmittel einsetzen


Für die Vorbereitung und für den Vortrag selbst stehen Ihnen einige Hilfsmittel zur Verfügung.

In diesem Kapitel lesen Sie,

  • wie Sie Ihre Rede mit Hilfe eines Stichwortmanuskripts perfekt vorbereiten und halten,

  • wie Sie mit Weißwandtafel, Pinnwand und Flipchart arbeiten,

  • wie Sie Folien vorbereiten und den Beamer bei der Präsentation einsetzen.

Sicherheit durch ein Stichwortmanuskript


Wer kennt nicht den Redner, der nur auf sein Manuskript blickt? Vielleicht fährt er auch noch mit dem Finger die Zeilen entlang, um diese auf keinen Fall aus den Augen zu verlieren. Dieser Redner kommt nicht an bei seinem Publikum. Er hat keinen Blickkontakt und kann demnach auch die Reaktionen seiner Zuhörer nicht wahrnehmen und darauf reagieren.

Wer überzeugen möchte, muss frei sprechen


Frei sprechen meinen wir im doppelten Sinne. Zum einen frei vor den Zuhörern sprechen, also ohne sich hinter einem trennenden Tisch oder Pult zu verstecken. Ein Redner, der frei vor seinen Zuhörern steht, vermittelt dem Zuhörer den Eindruck, dass er sich seiner Sache sicher ist. Wenn ein Pult oder Tisch nicht zu vermeiden sind, dann achten Sie zumindest darauf, dass Ihr Oberkörper darüber hinausragt. Wer sich völlig hinter dem Pult versteckt, verschenkt die gesamten körpersprachlichen Wirkungsmöglichkeiten. Zum Zweiten bedeutet frei sprechen, dass Sie Ihre Gedanken frei und spontan formulieren. Damit ist nicht auswendig sprechen gemeint. Frei sprechen im hier verstandenen Sinne bedeutet vielmehr, nach wohl überlegten und gegliederten Stichworten zu sprechen.

Wichtig

Das, was Sie sagen möchten, haben Sie sich vorher genau überlegt und festgehalten, aber grundsätzlich nur in Form von Stichworten und nicht als voll ausgearbeitetes Manuskript.

Vorteile des Stichwortredens
  • Sie vergessen nichts, denn alles, was Sie vortragen wollen, steht kurz und richtig gegliedert auf dem Stichwortzettel.

  • Die endgültige Formulierung erfolgt spontan und wirkt damit wesentlich überzeugender als ein voll ausgearbeitetes Manuskript, das vorgelesen wird.

  • Die Formulierungen können leichter an die aktuelle Situation angepasst werden (z. B. können Sie die Schwerpunkte aufgrund der Reaktionen der Zuhörer anders setzen).

  • Fragen oder Zwischenbemerkungen der Zuhörer können beantwortet werden, ohne aus dem Konzept zu kommen.

  • Die Redezeit kann bei Bedarf problemlos verkürzt werden (z. B. können Sie etwas weglassen, wenn Sie merken, dass dies schon bekannt ist, oder wenn wegen eines verspäteten Beginns die Redezeit verkürzt wird).

Der perfekte Stichwortzettel


Die folgenden Empfehlungen haben sich in der Praxis bewährt. Sie stellen sicher, dass Sie alle genannten Vorteile des Stichwortredens nützen können und lassen dennoch genügend Spielraum für eigene Gestaltungsvarianten.

Größe

In der Praxis treffen Sie alle denkbaren Varianten an: Vom verschämt in der Handmulde verborgenen „Spickzettelchen“ in der Größe einer Visitenkarte bis zum großformatigen Bogen. Bewährt hat sich das DIN-A6-Format (Postkartengröße); manche Rhetoriktrainer empfehlen auch DIN-A5-Format. Ist der Zettel kleiner, passt zu wenig darauf oder die Stichworte werden teilweise von der Hand verdeckt. Zu große Stichwortzettel wirken zu plakativ und bergen die Gefahr, dass zuviel aufgeschrieben wird oder sogar ein voll ausgearbeitetes Manuskript daraus wird.

Stichwortzettel in Postkartengröße oder ähnlichem Format (z. B. Pinnwandkarten) können in die Jackentasche oder eine Handtasche gesteckt werden, ohne dass sie gefaltet werden müssen. Das Beispiel Pinnwandkärtchen gibt schon einen Hinweis, dass mit Stichwortzettel nicht zwangsläufig dünnes Papier gemeint ist. Ein einigermaßen festes Papier oder ein dünner Karton sollten es schon sein. Außerdem sollte das Papier blendfrei sein (z. B. kein Faxpapier).

Je Zettel nur ein oder zwei Hauptgedanken

Viele Redner schreiben ihre Stichwortzettel viel zu voll. Das erschwert das Ablesen der Stichworte und macht es unmöglich, nach Fertigstellung des Manuskripts noch etwas hinzuzufügen. Wenn Sie nur ein oder zwei Hauptgedanken und zusätzlich die entsprechenden Untergedanken aufnehmen, dann bleibt genügend Raum für spätere Ergänzungen.

Groß und deutlich schreiben

Zu voll geschriebene Zettel sowie eine schlechte und zu kleine Schrift sind nach den Erfahrungen des Autors zwei besonders häufig vorkommende Fehler. Die Bedeutung eines gut vorbereiteten Stichwortmanuskripts wird vielfach unterschätzt. Das haben in den Rhetorikseminaren viele Teilnehmer bestätigt, nachdem sie in den Übungen Probleme mit ihrem Manuskript hatten. Beim Vortrag kommt es darauf an, durch einen kurzen Blick auf den Zettel das nächste Stichwort zu erfassen und danach wieder den Blickkontakt zu den Zuhörern herzustellen. Das wird nur bei ausreichend großer und deutlicher Schrift möglich sein. Außerdem darf nicht zu viel auf den Zetteln stehen. Machen Sie sich die Mühe und schreiben Sie bei der Vorbereitung die missglückten Zettel ein zweites Mal; Sie werden im Vortrag dafür dankbar sein.

Nur einseitig beschriften

Ein Stichwortmanuskript besteht in der Regel nicht nur aus einem Zettel. Einseitig beschriebene Stichwortzettel brauchen Sie nicht umzudrehen, das erleichtert die Handhabung. Bei einem Stapel von Stichwortzetteln legen Sie den jeweils abgehandelten Zettel am Stapel hinten an, sodass auch die Reihenfolge immer erhalten bleibt. Falls erforderlich (z. B. wegen einer Zwischenfrage) können Sie leichter auf frühere Zettel zurückgreifen.

Fortlaufend nummerieren

Diese Empfehlung spricht für sich selbst. Die Nummerierung ist im Sinne der Ordnung erforderlich. Wenn Sie alle Zettel durchnummeriert haben und nachträglich noch weitere Zettel einfügen wollen, dann ist dies mit a,b-Seiten ohne weiteres möglich.

Regieanweisungen aufnehmen

Sie sind der Regisseur Ihres Vortrags. Durch Regieanweisungen stellen Sie sicher, dass Sie nichts von dem vergessen, woran Sie neben dem Vortragen Ihrer Gedanken denken müssen. Der Begriff ist in diesem Zusammenhang im doppelten Sinne zu verstehen. Regieanweisungen können sich aus dem Inhalt Ihres Vortrags ergeben oder sie richten sich an die eigene Person. Beispiele für inhaltlich bedingte Regieanweisungen sind:

  • „Teilnehmer fragen“: Durch diesen Hinweis werden Sie daran erinnert, dass Sie an dieser Stelle den Monolog unterbrechen wollen, um die Zuhörer nach deren eigenen Erfahrungen oder Meinungen zu fragen.

  • „Tabelle verteilen“: Es wäre schade, wenn Sie mit viel Mühe eine Tabelle vorbereitet haben und im Eifer des Vortrags vergessen würden, diese zum richtigen Zeitpunkt zu verteilen. Die Vorbereitung wäre umsonst, und den Zuhörern würde eine wichtige Information vorenthalten.

  • „Folie auflegen“: Folien oder andere vorbereitete Hilfsmittel werden durch einen entsprechenden Hinweis im Manuskript nicht vergessen.

Regieanweisungen an die eigene Person können helfen, eigene Schwächen (Fehler) zu vermeiden und die rhetorischen Mittel richtig einzusetzen.

  • Durch Farbmarkierungen kennzeichnen Sie wichtige Gedanken, die sie sprachlich hervorheben möchten (lauter, langsamer, Pause).

  • Wer weiß, dass er unruhig steht, schreibt sich auf jeden Stichwortzettel (mit anderer Farbe als die übrigen Stichworte) einen entsprechenden Hinweis.

  • Durch ein gemaltes Auge oder das Wort „Blick“ erinnern Sie sich daran, den Blickkontakt nicht zu vergessen.

  • Der Schnellsprecher wird sich durch den Hinweis „langsam“ an dieses Problem erinnern.

  • Engen Sie sich nicht zu sehr ein, indem Sie einzelne Reaktionen notieren (z. B. Faust ballen, lachen, Dr. Huber anschauen), die Sie an einer ganz bestimmten Stelle Ihres Vortrags einbringen wollen. Das könnte gekünstelt wirken.

Wichtig

Durch Regieanweisungen sind Schwierigkeiten beim Reden nicht sofort behoben, aber sie werden mit jedem weiteren Redeauftritt geringer.

Im Rhetorikseminar hat die konsequente Anwendung dieser Methode bei...

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