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Richtig essen bei Laktoseintoleranz

Abwechslungsreiche Rezeptideen für jeden Tag - Die besten Alternativen zu Milch und Käse

AutorDagmar Kihm-Schreiber
VerlagSüdwest
Erscheinungsjahr2009
Seitenanzahl128 Seiten
ISBN9783641036010
FormatePUB
KopierschutzDRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis9,99 EUR
Genießen ohne Milch und Käse

Laktose ist Milchzucker und muss zur Aufnahme im Körper in Glukose und Galaktose gespalten werden, was durch das Enzym Laktase geschieht. In Deutschland leiden ca. 15 - 20 Prozent unter einer mehr oder weniger ausgeprägten Laktose-Intoleranz - sie können die Laktose nicht mehr vollständig verwerten. Da diese Intoleranz nicht heilbar ist, müssen die Betroffenen selbst herausfinden, wie viel Laktose sie noch vertragen können und ihre Ernährungsgewohnheiten diese Menge anpassen. Dieser Ratgeber enthält aktuelle Informationen zur Erkrankung und einen großen Rezeptteil für täglich neue abwechslungsreiche und vor allem leckere Gerichte ohne Milch- und Milchprodukte.



Dagmar Kihm-Schreiber ist selbst indirekt betroffen, da ihr Sohn von Geburt an sowohl an einer Laktose-Intoleranz als auch einer Kuhmilcheiweißallergie leidet. Vor vielen Jahren hat sie eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen, die bundesweit allen Betroffenen Rat und Hilfe sowie ein Forum zum Austausch bietet.

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Leseprobe
Wer mit Bauchschmerzen auf den Verzehr von Milch reagiert, leidet meist an einer Milchunverträglichkeit, die im medizinischen Sprachgebrauch auch Laktoseintoleranz genannt wird. Da ist der Bedarf nach fachgerechten Informationen groß. Auf den folgenden Seiten werden Ursache, Bedeutung, Ausmaß, aber auch Grenzen der Milchunverträglichkeit aufgezeigt, Wissenswertes zu den Symptomen und den Diagnostikmöglichkeiten vermittelt sowie Therapien und Strategien zum Umgang mit den Beschwerden aufgeführt.

Wenn der Mensch keine Milch verträgt

Der Mensch und das Milchvieh haben in unseren Breiten eine gemeinsame Vergangenheit. Für die Milchwirtschaft hat der Mensch seine Landschaft verändert, Wälder gerodet, um Wiesen anzulegen und Flüsse umgeleitet, um diese zu bewässern. Bis auf 3000 Meter Höhe werden in den Alpen die Ziegen und Kühe geschickt, wo sie Terrassen getreten und das Wachstum der Pflanzen verändert haben. Milch, Butter, Sahne und Käse sind über Jahrhunderte wichtigster Lieferant von tierischem Eiweiß und Fett gewesen. Zweifelsfrei hat dieses Zusammenleben dem Menschen genutzt.

Des Säuglings Nahrung
Doch dass wir uns auch nach der frühkindlichen Phase mit Milch ernähren, ist eigentlich von der Natur nicht vorgesehen. Als Folge des natürlichen Verschwindens von Milch im Speiseplan des nicht mehr gestillten jungen Menschen können etwa 4 Milliarden Erwachsene auf unserer Erde den Milchzucker - das Hauptkohlenhydrat der Milch, auch Laktose genannt -, nicht mehr normal verdauen. In vielen Ländern, hauptsächlich in Asien und Afrika, spielte die Milch traditionell früher keine Rolle und hat erst mit der Kolonialzeit, wie z. B. in Indien, Einzug gefunden. In Europa vertragen die meisten Menschen die Milch sehr gut. Dennoch haben etwa 10 bis 20 Prozent der Europäer mit der Milch und manchen Milchprodukten Probleme und verzichten auf sie aufgrund einer erlernten Vermeidungsstrategie. Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Unwohlsein sind die Haupterscheinungen dieses Phänomens, das durch das Fehlen eines Enzyms im Dünndarm zustande kommt. Die normale Kuhmilch enthält immerhin 45 bis 50 Gramm Milchzucker pro Liter Milch.
Informationen für den Alltag
Wer an einer Milchunverträglichkeit leidet, sollte auf seine Ernährung achten. Einerseits, um keine Bauchbeschwerden zu haben, andererseits um sich vor allem in Bezug auf die Versorgung mit Kalzium und Eiweiß (Protein) richtig zu ernähren. Meistens genügt es, auf den Milchzuckergehalt
einer Speise zu achten und Milchprodukte zu wählen, die keine oder nur noch minimale Milchzuckeranteile haben. Und wer dennoch trotz Milchzuckerunverträglichkeit auf manche Milchprodukte nicht verzichten möchte, kann sich durch die Einnahme des Enzyms Laktase helfen, das es in Drogerien rezeptfrei gibt.

Nicht zu verwechseln

Die Beschwerden nach dem Verzehr von Milch können verschiedene Ursachen haben. Zwei Komponenten der Milch sind dabei unabhängig voneinander zu betrachten: das Eiweiß (Protein) und die Kohlenhydrate (umgangssprachlich oft nur Zucker genannt).

Seltene Ursachen sind hier kein Thema
Auf seltene Ursachen der Milchunverträglichkeit wie den angeborenen Laktasemangel, der extrem selten ist, sowie die Allergie gegen das Eiweiß der Kuhmilch wird in diesem Ratgeber nicht eingegangen. Die Kuhmilchallergie ist schlecht nachweisbar, da es keine wirklich verlässlichen Messmethoden gibt, obwohl einige Ärzte mit den so genannten Allergietests eine Sicherheit suggerieren wollen, die aber einer medizinisch-wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Die Unverträglichkeit von Kuhmilcheiweiß ist äußerst selten und tritt meist nur bei Säuglingen auf.

Hilfe in der Not
Dass Milch einer der besten Grundlagen zur Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit darstellt, davon zeugen Ernährungsprogramme der WHO und der UNICEF in Hungergebieten. So hilft z. B. die Milch - oft in Form von Trockenpulver - auch in vielen Entwicklungsländern, die Säuglingssterblichkeit zu verringern.
Dass man aber als Erwachsener auf Milch verzichten kann, wenn man sich anderweitig ausgewogen ernährt, beweisen drei Viertel der Erdbevölkerung.
i Reagiert der Körper allergisch auf ein Eiweiß in der Milch (z. B. Lactalbumin, Lactoglobulin oder Kasein), liegt eine Kuhmilchallergie vor. Sie tritt meist bei Kindern im ersten Jahr nach der Zufütterung von Kuhmilchprodukten auf. Eine Kuhmilcheiweißallergie kommt bei Erwachsenen sehr selten vor.
Reagiert der Körper auf den Zucker (Laktose) der Milch, liegt eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) vor. Die Unverträglichkeit beruht darauf, dass das Enzym Laktase, welches den Milchzucker im Dünndarm während der Verdauung spaltet, fehlt oder nur in ungenügender Menge gebildet wird. Unverdauter Milchzucker gelangt in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien abgebaut. Dabei entstehen Gase, die zu unangenehmen Blähungen und Durchfällen führen können.

Rezepte, die geeignet sind
Schließlich gibt es allerorts wunderbare Gerichte ohne Milch, wie viele Rezepte unserer Nachbarn in Italien, Griechenland und Spanien zeigen. Dieses Buch zeigt zudem, wie selbst bekannte, ursprünglich milchenthaltende Gerichte ohne Laktose zubereitet werden können.

Die Rolle der Genetik

Warum vertragen die Skandinavier die Milchprodukte besser als die Chinesen? Können unsere Gene vorhersagen, ob wir Milch vertragen? Diesen Fragen ging eine finnische Forschergruppe Anfang dieses Jahrzehnts nach, als sie nach der genetischen Ursache für die Milchzuckerunverträglichkeit suchte.

Verschlüsselte Informationen
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass eine minimale Veränderung auf unserem zweiten Chromosomenpaar dafür verantwortlich ist, dass einige von uns den Zucker
der Milch nicht vertragen. Andere, nämlich die Mehrheit der Mitteleuropäer, dagegen vertragen Laktose doch. Die Forscher fanden diese genetische Veränderung ganz in der Nähe derjenigen Stelle, die für die Bildung des Enzyms Laktase verantwortlich ist, das den Milchzucker spaltet.

Träger der Erbsubstanz
Die DNA-Ketten unserer 23 Chromosomenpaare haben unser Erbgut allein über die millionenfachen Kombinationsmöglichkeiten von vier informativen Bausteinen gespeichert. Diese heißen Adenin, Thymin,

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Chromosomen
Sie befinden sich im Zellkern einer jeden Zelle. Sie sind die Träger der Erbinformation und bestehen aus sehr langen Strängen, der DNA.
DNA
Desoxyribonukleinsäure. Sie besteht aus Nukleotiden. Ein Nukleotid besteht aus einer Base, einem Phosphorsäuremolekül und einem Zuckermolekül (Desoxyribose). Es gibt vier verschiedene Basen, die »Buchstaben« Adenin (A), Guanin (G), Cytosin (C) und Thymin (G). Diese vier »Buchstaben« liegen im DNA-Strang aneinandergereiht und bilden darauf so genannte »Wörter«, die Gene. Jeweils zwei DNA-Stränge liegen sich gegenüber (Doppelhelix), und zwar gegenläufig. Dabei paaren sich immer die Basen A und T sowie G und C.
Gen
-Abschnitt auf der DNA. Ein einzelnes Gen speichert die Information, die der Körper benötigt, um ein Protein herzustellen. Dieses führt dann zur Ausbildung eines bestimmten Merkmals des Körpers. Gene bestimmen also, wie ein Lebewesen aussehen soll.
Genom
Alle Gene eines Organismus und damit sein genetischer Bauplan. Das menschliche Genom besteht aus 3 Milliarden Basenpaaren.


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