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E-Book

Rig Veda

Philosophie des Ostens

VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl1000 Seiten
ISBN9783849600051
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis6,99 EUR
Der Rigveda (Vedisch, [rigveda, veda = Wissen, [ric = Verse) ist der älteste Teil der vier Veden und zählt damit zu den wichtigsten Schriften des Hinduismus. Häufig wird der Begriff für die Rigvedasamhita, den Kern des Rigveda, verwendet, wenngleich dieser eigentlich eine größere Textsammlung umfasst. Bei der Rigvedasamhita handelt es sich um eine Sammlung von 1028 (nach anderen Zählungen 1017) Hymnen, eingeteilt in 10 Bücher, Mandalas (Liederkreise) genannt. Für die Bücher I-IX geht der Indologe Axel Michaels von einer Entstehungszeit zwischen 1750 und 1200 v. Chr. aus, das X. Buch dürfte demnach ab 1200 v. Chr. entstanden sein. (aus wikipedia.de)

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Leseprobe

II, 27. [218.] An die Aditja's.25


 

 Die beiden Sitze in Vers 15 sind der Wohnsitz auf der Erde, den der Streiter unmittelbar erringt, und der Wohnsitz im Himmel, der dem um Recht kämpfenden zutheil wird.

 

1. Stets giess' ich diese butterreichen Lieder

den Herrschern, den Aditja's zu im Löffel;

Es hör' uns Mitra, Arjaman und Bhaga,

der mächt'ge Varuna und Dakscha, Ança.

2. Dies Loblied möge heut die gleichgesinnten

Arjaman, Mitra, Varuna geniessen,

Der Aditi stromhelle, lichte Söhne,

die frei von Tadel, Unrecht sind und Schaden.

3. Der Aditi erhabne, weite Söhne

vieläugig sie, verletzend, unverletzlich,

Die beides, Recht und Unrecht sondernd schauen;

nah ist den Herrschern alles, auch das fernste.

4. Was geht und steht, erhalten die Aditja's,

des ganzen Weltalls himmlische Behüter,

Die weiten Blicks die Geisterwelt bewachen,

gerechten Sinnes jede Schuld bestrafen.

5. Durch eure Huld, Aditja's, mög' ich finden,

o Arjaman, was in der Noth auch Heil bringt;

Durch eure Leitung, Varuna und Mitra,

mög' ich umgehn wie Klüfte die Gefahren.

6. Denn schön zu gehn ist, Arjaman und Mitra,

eur Pfad, und grad', o Varuna, und dornlos;

Auf dem, Aditja's, sprecht uns zu ermunternd,

und reicht uns Schutz, der nimmer ist zu tilgen.

7. Uns führe Aditi, die Königsmutter,

und Arjaman auf sichrer Bahn durch Feinde,

Im grossen Schirm des Varuna und Mitra

lasst unversehrt an Helden reich uns bleiben.

8. Sie halten fest drei Erden und drei Himmel,

in ihrem Reiche gelten drei Gesetze;

In Wahrheit gross ist eure Macht, Aditja's,

und lieb, Arjaman, Varuna und Mitra.

9. Sie tragen die drei lichten Himmelsräume,

sind golden, hell und lauter wie die Ströme,

Sind unverletzlich, schlafend nicht noch schlummernd,

weithin den frommen Sterblichen beschirmend.

10. O Varuna, du bist der König aller,

o himmlischer, der Götter und der Menschen,

O lass uns hundert Herbste noch erschauen,

und uns erreichen hohes sel'ges Alter.

11.26 Zur Rechten nicht, zur Linken nicht erscheinet

Gefahr, Aditja's, vorne nicht noch hinten;

Unwissend, wissend auch, o Gute mög' ich

von euch geleitet Ruh und Glanz erreichen.

12. Wer den gerechten Herrschern Ehr' erweiset,

und wen ihr steter Segen reichlich labet,

Der geht voran begütert mit dem Wagen,

gepriesen in dem Rath und Güter spendend.

13. Der wohnt im Glanz an wiesenreichen Strömen,

an Söhnen reich, gewaltig, ungefährdet,

Nicht nah noch fern verletzen Feinde diesen,

der in der Obhut der Aditja's weilet.

14.27 Aditi, Mitra, Varuna vergebt uns,

was irgend wir an euch für Unrecht übten;

Lass Indra sicher Ruh und Glanz mich finden,

nicht mög' uns lange Finsterniss umhüllen.

15. Ihm strömen beide Welten im Vereine

des Himmels Regen, hochbeglückt gedeiht er;

Er geht zum Kampf, erringt die beiden Sitze,

und Erd' und Himmel sind ihm Segen spendend.

16.28 Die Fallen, die o hehre, dem Verfolger,

die Schlingen, die dem Frevler ihr gestellt habt,

Mög' ich durchfahren, wie ein Wagenlenker;

weithin beschirmet sein wir ungefährdet.

(17 = 219, 11.)

II, 28. [219.] An Varuna.29


 

1. Aditja's ist die Welt des weisen Herrschers,

er überrage, was da ist, an Grösse;

Des Gottes, den am liebsten man verehret,

des Varuna, des reichen, Gunst erfleh' ich.

2. In deinem Dienste lass uns hochbeglückt sein,

die wir voll Andacht, Varuna, dich preisen

Beim Nahn der rinderreichen Morgenröthen,

wie Feuerflammen, welche täglich knistern.

3. Wir sein in deinem Schutz, der reich an Helden

weithin du waltest, Varuna, o Führer;

O Söhne ihr der Aditi seid günstig,

untrügliche, o Götter, unserm Bündniss.

4. Der Ordner liess sie rinnen, der Aditja,

nach Varuna's Geboten gehn die Ströme,

Ermüden nicht, noch lenken sie zur Einkehr;

wie Vögel fliegen eilend über's Land sie.

5. Lös' ab von mir wie einen Strick die Sünde,

wir wollen dir der Andacht Quell ergiessern

Nicht reiss' der Faden, wenn Gebet ich webe,

nicht vor der Zeit brech' ab das Mass des Wirkens.

6. O Varuna, das Schreckniss strahl hinweg mir,

nimm mein dich an, o heiliger Gebieter;

Lös' ab das Unheil wie vom Kalb die Halfter,

denn fern von dir entbehr' ich auch des Schlummers.

7. Nicht strafe uns, Gott Varuna, mit Waffen,

die auf dein Wort den Uebelthäter treffen;

Nicht möchten wir des Tageslichts entbehren,

vernichte drum die Feinde, dass wir leben.

8. Verehrung sprechen wir dir aus von jeher,

so jetzt und künftig, Varuna, du starker;

Auf dir ja ruhen, wie auf festem Felsen,

untrüglicher, die ewigen Gesetze.

9. Nimm meine eignen Missethaten von mir,

lass nicht, o König, fremde Schuld mich büssen;

Es werden viele Morgen noch erstrahlen,

zu denen führ', o Varuna, uns lebend.

10. Wer mir, o König, sei er Freund, Verwandter,

dem bangen drohend, Furcht im Schlaf mir einjagt

Und will ein Dieb, ein Wolf uns Schaden anthun,

o Varuna, vor dem behüte du uns.

11. Nicht lass es mir an mächt'gen Freunden mangeln,

o Varuna, an lieben, gabenreichen;

Noch schwinden mein geordnet Gut, o König,

lass laut im Chore bei dem Fest uns singen.

II, 29 [220.] An die Aditja's und andere Götter.


 

1. Gesetzbeschirmer, kräftige Aditja's,

schafft weg von mir die Schuld, wie Frucht der Schwangern;

Euch, die ihr hört, Varuna, Mitra, Götter,

ruf' ich zu Hülfe kundig eures Segens.

2. Ihr Götter seid Versorger, ihr seid Kraft uns,

o treibt in weite Ferne unsre Feinde;

O Gutvertheiler, uns erzeigt euch freundlich,

und seid uns gnädig heute und zukünftig.

3. Was werden wir, o Gute, euch erweisen

für eure künft'ge, was für alte Freundschaft?

O Aditi, o Varuna und Mitra,

o Indra, schenkt, o Maruts, Wohlergehn uns.

4. Wohlan, ihr Götter, ihr ja seid verwandt uns,

so seid mir gnädig, der ich zu euch flehe;

Nicht fahr' beim Fest eur Wagen uns vorüber,

nicht werden matt bei Freunden wir, wie ihr seid.

5. Ich tilgt' allein viel Schuld, an euch verübte,

als ihr mich Spieler straftet wie ein Vater,

Fern sei'n die Stricke, Götter fern die Sünden,

nicht fangt mich ein wie bei der Brut den Vogel.

6. O seid uns heute nahe, hehre Götter,

an euer Herz will fürchtend ich mich schmiegen;

Errettet uns, dass nicht der Wolf uns fresse,

dass, hehre, nicht wir in die Grube fallen.

(7 = 219, 11.)

Fünfte Gruppe (30-32.)


 

 Lieder die an verschiedene oder an alle Götter gerichtet sind.

 

Die Lieder an alle Götter (viçve devas) sind im zweiten Buche nur sehr unvollkommen vertreten. Auch die Bezeichnung derselben als Gesammtheit der Götter (viçve devas) kommt in dieser Gruppe nicht vor. Ausser den auch sonst erwähnten Göttern treten hier eigenthümlich hervor die beiden gewöhnlich zusammen genannten Genien: der Drachen der Tiefe, der Wetterdrache (ahi budhia) und der einfüssige Treiber, der rasche Kreiselwind (aga, ekapad), von denen jener als in der Tiefe des Wolkenmeeres hausend, geschildert wird, und also wol die tiefherabhängende Gewitter-, Sturm- und Hagelwolke darstellt, der andere wol den damit verbundenen, gleichsam auf einem Fusse sich drehenden Wirbelwind bezeichnet, ferner die weiblichen Genien, welche in der Regel als die Geburt befördernd dargestellt werden, die gabenreiche Raka, die breithüftige, vielgebärende Sinivali, die himmlische Mutter Brihaddiva, die Rodasi die Gattin des heilenden Rudra und die nur einmal erwähnte Gungu. In späterer Zeit werden die beiden ersten als Mondgenien aufgefasst. Ausserdem werden in diesen Liedern die verschiedensten Naturgegenstände: Wasser, Berge, Flüsse, Himmel, Erde, Tages- und Jahreszeiten als Gottheiten angerufen.

 

II, 30. [221.] An Indra und verwandte Götter.


 Indra als Vritratödter (Vers 1-4), als Held der des Frommen Feind schlägt (4-10) und ihn mit Gut beschenkt (7. 11) wird in Verbindung gesetzt mit Gottheiten, die mit ihm in Gemeinschaft oder ihn vertretend gleiches wirken: dem Allbeleber [Savitar] (1), dem Gebetsherrn Brihaspati (4. 9), dem Soma (6. 7), der Stromgöttin Sarasvati (8), den Marut's (8. 11.)

 

1. Der Gutes wirkt, dem Allbeleber Indra,

dem Drachentödter rasten nicht die Fluten;

Der Wasser Glanz ergiesset Tag für Tag sich;

wie...

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