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Schi-king - Das kanonische Liederbuch der Chinesen

Philosophie des Ostens

VerlagJazzybee Verlag
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl500 Seiten
ISBN9783849600174
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis4,99 EUR
Das Buch der Lieder ist einer der Fünf Klassiker. Es ist die älteste und größte Sammlung von Gedichten aus vorchristlicher Zeit in China. Konfuzius soll, der Tradition nach, die Lieder aus einem Fundus von 3000 Gedichten ausgewählt und in ihren jetzigen Zustand gebracht haben, dies ist jedoch eher eine Legende als eine Tatsache. Entstanden ist das Shijing zwischen dem 10. und dem 7. Jahrhundert v. Chr. (aus wikipedia.de) Inhalt: Landesübliches. Kleine Festlieder. Große Festlieder. Feiergesänge.

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Leseprobe

 


Die Elster ist in ihrem Nest,

Das Täublein soll versüßen es.

Zur Hochzeit kommt das edle Kind,

Und hundert Wagen grüßen es.

 

Die Elster ist in ihrem Nest,

Das Täublein soll erringen es.

Zur Hochzeit kommt das edle Kind,

Und hundert Wagen bringen es.

 

Die Elster ist in ihrem Nest,

Das Täublein soll bewohnen es.

Zur Hochzeit kommt das edle Kind,

Und hundert Wagen lohnen es.

 

 

Fußnoten

1 Das Fürstenthum Scháo war der westliche Theil des alten Gebietes von Tscheu, und gränzte, gleichfalls in Súden (Nân) gelegen, an das Tscheu-nân des vorigen Buches.

 

 

Wie die Fürstin das Frühopfer des Fürsten sorgsam vorbereitet und ihm würdiglich beiwohnt.


 


Wermuth abzupflücken geht sie

An die Inseln, an die Weiher;

Gehet um ihn zu verwenden

Bei des Fürsten Opferfeier.

 

Wermuth abzupflücken geht sie

An den Bächen in dem Thale;

Gehet um ihn zu verwenden

In des Fürsten Ahnensaale.

 

Hebt ihr Haupt im Schmuckgefunkel

Bei dem Fürsten früh im Dunkel,

Senkt's im Schmuckgefunkel nieder,

Und gelassen geht sie wieder.

 

Sehnsucht nach dem entfernten Gemahl


 


 

Es zirpet laut die Grill' im Gras,

Es hüpft die Heuschreck' übers Feld.

Noch seh' ich nicht den hohen Mann,

Mein banges Herz ist gramgeschwellt.

Könnt' ich ihn doch erst sehen, oh,

Ihm erst entgegengehen, oh,

Dann wär' mein Herz in Ruh gestellt.

 

Ich stieg das Südgebirg hinan,

Da hab' ich Strahlensprehn gepflückt.1

Noch seh' ich nicht den hohen Mann,

Mein banges Herz ist leidgedrückt.

Könnt' ich ihn doch erst sehen, oh,

Ihm erst entgegengehen, oh,

Dann wär' mein Herz mit Trost beglückt.

 

Ich stieg das Südgebirg hinan,

Da pflückt' ich Gabelfain am Grund.2

Noch seh' ich nicht den hohen Mann,

Mein banges Herz ist kummerwund.

Könnt' ich ihn doch erst sehen, oh,

Ihm erst entgegengehen, oh,

Dann wär' mein Herz still und gesund.

 

Fußnoten

1 Da kiue und wêï eßbare Farnkräuter sind, so wurden dafür die Namen zweier ähnlicher Farne gesetzt.

 

2 Da kiue und wêï eßbare Farnkräuter sind, so wurden dafür die Namen zweier ähnlicher Farne gesetzt.

 

 

Sorge der jungen Gemahlin eines hohen Beamten für die häuslichen Opfer.


 


Wasserampfer geht sie brechen

Südwärts an des Thales Bächen;

Doldennarfen geht sie pflücken

An beschwemmten Bodenstücken.

 

Gehet, sie hineinzulegen

In die Körbe, in die Wannen;

Gehet, um sie abzusieden

In den Töpfen und den Pfannen.

 

Geht, und unterm Mittagsfenster

Stellt sie auf im Ahnensaal.1

Und wer ist es, der da opfert?

Würdiglich ein zart Gemahl.2

 

 

Fußnoten

1 Sie stellt die zubereiteten Speiseopfer da auf, wo die Bilder oder Namentafeln der Ahnen sich befinden.

 

2 Dieselbe junge Frau, von der alles Vorige gesagt war. Der Gemahl ist als abwesend zu denken.

 

 

Liebevolles Andenken des Volks an einen guten Fürsten.


 


Den schattenreichen Sorbenbaum, –

Nicht hauet ihn, nicht ihn zerkeilt!

Scháo's Vater hat an ihm geweilt.1

 

Den schattenreichen Sorbenbaum, –

Nicht hauet ihn, kein Leid ihm thut!

Scháo's Vater hat an ihm geruht.

 

Den schattenreichen Sorbenbaum, –

Nicht hauet ihn, beugt keinen Ast!

Scháo's Vater war bei ihm zu Rast.

 

 

Fußnoten

1 Pe ward durch »Vater« wiedergegeben, da es hier nicht den Rang, sondern die väterliche Verwaltung des guten Fürsten andeuten soll.

 

 

Vor Gericht.1


 


Durchnässet war der Weg von Thau.

Nicht schon beim ersten Morgengrau?

Ich sprach: der Weg hat zuviel Thau.2

 

Wer sagt, es fehle Horn dem Vögelein?

Womit denn drang's in meine Wohnung ein?

Wer sagt, du dachtest nie um mich zu frein?

Worauf denn klagtest du es von mir ein?

Doch klagst du es auch von mir ein,

Das reicht nicht hin, mein Mann zu sein.

 

Wer sagt die Maus sollt' ohne Zähne sein?

Wie konnt' sie denn durch meine Wände dringen?

Wer sagt, du dachtest nie um mich zu frein?

Wie wolltest du denn zum Prozeß mich zwingen?

Doch magst du zum Prozeß mich zwingen,

Mich wirst du doch nicht zu dir bringen.

 

 

Fußnoten

1 Zurückweisung eines Freiers, der auf Erfüllung der Ehe klagt, oder klagen will, allein bei der Werbung die vorschriftsmäßigen Gebräuche nicht erfüllt hat.

 

2 Schon frühzeitig hat sie den Freier wissen lassen, daß der Weg zu ihr nicht gangbar erscheine. Ich sage nicht, fährt sie dann fort, daß du nicht Mittel gefunden, um mich zu werben, auch hast du dieß gethan, doch dabei dem Brauche nicht genügt, und kein von dir erhobener Prozeß wird dahin führen, daß ich dir folgen müßte.

 

 

Rückkehr hoher Beamten vom Hofe zu ihrem Mittagsmahl.


 


Im Lammpelz und im Schafpelzkleide,

Fünffach bestickt mit weißer Seide,

Gehn sie vom Fürsten her zum Mahl

In stiller Freud', in stiller Freude.

 

Mit Lamms- und Schaffell wol versehn,

Drauf fünffach weiße Seiden stehn,

In stiller Freud', in stiller Freude

Sie her zum Mahl vom Fürsten gehn.

 

Ihr Lamms- und Schafvließ um sich her,

Fünffach von weißer Seide schwer,

In stiller Freud', in stiller Freude

Gehn sie zum Mahl vom Fürsten her.

 

Sehnsucht nach des diensteifrigen Gemahls Heimkehr.


 


 

Des Donners laut Gedröhn

Ist an des Südgebirges Mittagseite.

Warum ist Er entfernt von hier,

Wagt' nie, daß er sich Ruh bereite?

Mein hoher Herr, mein holdes Glück,

O komm zurück! o komm zurück!

 

Des Donners laut Gedröhn

Ist an des Südgebirges mittlerm Hange.

Warum ist Er entfernt von hier,

Wagt' nie, daß er nach Rast verlange?

Mein hoher Herr, mein holdes Glück,

O komm zurück! o komm zurück!

 

Des Donners laut Gedröhn

Ist drunten an des Südgebirges Fuße.

Warum ist Er entfernt von hier,

Wagt' niemals, auszuruhn in Muße?

Mein hoher Herr, mein holdes Glück,

O komm zurück! o komm zurück!

Furcht eine alte Jungfer zu werden.


 


 

Geschüttelt sind die Pflaumen,

Und übrig sind noch sieben, oh.

Die ihr mich wollt, ihr jungen Herrn,

Jetzt ist die Zeit zum Lieben, oh.

 

Geschüttelt sind die Pflaumen,

Und übrig sind noch dreie, oh.

Die ihr mich wollt, ihr jungen Herrn,

Jetzt ist es an der Reihe, oh.

 

Geschüttelt sind die Pflaumen,

Und all' in vollen Körben da.

Die ihr mich wollt, ihr jungen Herrn,

Jetzt ist die Zeit zum Werben da.

 

Zufriedenheit dienender Palastfrauen.


 


 

Verbleichen dort die Sternelein,

Sind drei, sind fünf noch östlich wach,

Gehn eifrig wir schon Nachts hinein,

Bei Dämmrung in des Herrn Gemach.

Das Loos der Pflicht ist mannigfach.1

 

Verbleichen dort die Sternelein,

Orions, der Plejaden Licht,

Gehn eifrig wir schon Nachts hinein,

Und Deck' und Pfühl wird hergericht't.

Verschieden ist das Loos der Pflicht.2

 

 

Fußnoten

1 Sie vergleichen ohne Unmuth ihr Loos mit dem der Fürstin, welche Nachts das Lager des Gemahls theilt.

...
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