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E-Book

Schlüsselfaktor Sozialkompetenz

Was uns allen fehlt und wir noch lernen können

AutorEric Adler
VerlagUllstein
Erscheinungsjahr2012
Seitenanzahl224 Seiten
ISBN9783843701792
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis16,99 EUR
Die Sozialkompetenz in unserer Gesellschaft nimmt drastisch ab. Immer schlechter können wir mit unseren Konflikten umgehen, Auseinandersetzungen werden vermieden oder münden in Gewalt. Diese Entwicklung führt zu schwerwiegenden gesellschaftlichen und persönlichen Problemen. Eric Adler analysiert die Situation und zeigt, wie wir gegensteuern können. Er erklärt, was Sozialkompetenz ist, wie sie uns nützt und wie sie jeder Einzelne lernen und weiterentwickeln kann.


Eric Adler, geboren 1965 in Wien, ist seit über 20 Jahren als Coach, Key-Note-Speaker und Trainer im Bereich Sozialkompetenz tätig. Als führender Experte veröffentlichte er bereits sechs Bücher zum Thema. 2002 entwickelte er eine neue Methode zur individuellen Entwicklung der 'Social Skills', deren messbare Erfolge in einer Studie des Bundesministeriums für Soziales bestätigt wurden. Heute ist seine Adler Social Coaching® Methode international verbreitet. Adler ist dafür bekannt, auch schwierige Sachverhalte auf einfache und humorvolle Weise zu vermitteln. Sein Kabarett-Coaching 'NUTZT eh' NIX' begeisterte bereits mehrere Tausend Menschen.

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Leseprobe

KAPITEL 1


WIE UNSERE GESELLSCHAFT ZERBRICHT


Szenario 1

Amokläufe an Schulen und Universitäten, in Supermärkten, Krankenhäusern und auf Großveranstaltungen sind traurige Realität. Im Internet gibt es eine Plattform, auf der man die grausigen Details in einem Ranking abrufen kann: Wer hat wann und wo wie viele Menschen durch einen Amoklauf getötet oder verletzt? Hat der Amokläufer seine »Mission« überlebt, hat er sich das Leben genommen oder wurde er getötet? Das Portal ist in Wahrheit die geschickte Tarnung eines Anbieters, bei dem man folgende Wetten abschließen kann: Wann findet der nächste Amoklauf statt? In welchem Land wird er passieren? Wie viele Tote, wie viele Verletzte wird es geben? Überlebt der nächste Amokläufer oder wird er getötet? Höhere Quoten gibt es, wenn man die Anzahl der Täter bestimmt: Einer? Zwei? Drei? Oder mehr? Das Portal wird noch als Insider-Tipp gehandelt, erfreut sich aber immer größeren, internationalen Interesses. Aufgrund moralischer Bedenken versuchte die Regierung jenes Landes, in dem der Provider seinen Sitz hat, diese Wetten zu verbieten. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch am Gerichtshof der Europäischen Union: Die Klage wurde mit der Begründung abgelehnt, dass ein Verbot der freien Marktwirtschaft zuwiderliefe.

Szenario 2

Im Rahmen eines Wirtschaftsgipfels werden besonders erfolgreiche Top-Manager geehrt. Dort gibt es Auszeichnungen für »Effizienten Umgang mit Humankapital« und »Konsequentes Erreichen der vorgegebenen Quartalszahlen«. Der Laudator macht sich in seiner Rede über veraltete Parameter wie Moral, Ethik und soziale Verantwortung lustig und lobt im Gegenzug die Eliminierung veralteter gesellschaftlicher Rollenmodelle, die auf solche »Moralvorstellungen« noch Wert legten. Er erntet stehende Ovationen.

Szenario 3

Politiker aller Couleur können immer häufiger nur noch unter Polizeischutz ihrer Tätigkeit nachgehen. Es kommt zusehends zu tätlichen Übergriffen, wenn sie sich in der Öffentlichkeit zeigen. Es gibt vermehrt Anträge, die Politikern nicht nur während ihrer aktiven Amtszeit Polizeischutz zusichern wollen, sondern diesen Anspruch auf Lebenszeit festschreiben möchten. Im Volksmund wird die Amtszeit eines Politikers vermehrt als »Lügenzeit« bezeichnet. Vielen bleibt daher nach dem Abschied aus dem aktiven politischen Leben nur die Emigration in andere Länder.

Szenario 4

Mediziner stehen vor einem Rätsel: Obwohl sich das Bewusstsein für gesunde Ernährung in den letzten Jahren stark verbreitet hat und der medizinische Fortschritt vielen Erkrankungen ihren Schrecken nehmen konnte, wird der gesundheitliche Status des Durchschnittsbürgers kontinuierlich schlechter. Als eine der Hauptursachen gilt mittlerweile das »Frustessen«, welches nicht nur zu Übergewicht führt, sondern auch zu degenerativen Gelenkerkrankungen und psychischen Problemen.

Szenario 5

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in einigen Industrienationen auf über 30 Prozent gestiegen, europaweit liegt der Durchschnitt bei 20,5 Prozent. Viele Jugendliche bezeichnen sich selbst als die »betrogene Generation«, weil sie von vorherigen Generationen einen riesigen Schuldenberg geerbt haben, aber nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, diesen jemals abzubauen. Die Schäden an Natur und Umwelt sind so eklatant, dass in weiten Teilen der Welt eine Regeneration unwahrscheinlich ist. Auch jene Jugendlichen, die Arbeit gefunden haben, leiden unter der Entwicklung, da sie gezwungen sind, so hohe Abgaben zu zahlen, dass ihnen selbst nicht genug zum Leben bleibt. Ein tiefgreifender Generationenkonflikt droht.

Szenario 6

Immer häufiger kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der älteren Generation. In fast allen europäischen Metropolen lassen sich solche Ausschreitungen gewaltbereiter junger Menschen beobachten. Vor diesem Hintergrund finden die »DOG«-Initiativen vieler Städte großen Anklang. DOG steht für »District of the older generation«. In diesen besonders abgesperrten und sowohl mit Zäunen als auch kontrollierten Zufahrten gesicherten »Rentnervierteln« können ältere Menschen besondere Sicherheitsdienstleistungen buchen, beispielsweise einen Begleitschutz beim Verlassen des Hauses. Auf kommunaler Ebene plant man in U-Bahn-Stationen altersgerechte und von Sicherheitspersonal geschützte Zu- und Abgänge sowie eigene Waggons, damit die Generation 50 plus unbehelligt bleibt.

Szenario 7

Alte und/oder pflegebedürftige Familienmitglieder werden aus dem Haus verbannt und in einem »Pflege-Container« im Garten untergebracht. Diese mobilen Pflegestationen in Größe eines Gartenhäuschens für jeweils einen Senioren sind videoüberwachte und mit modernster Technik ausgestattete Wohnzellen, die die Altenpflege im häuslichen Rahmen künftig kostengünstig ersetzen sollen. Krankenkassen und Verbände sprechen von einer kostengünstigen Versorgungsmöglichkeit.

Szenario 8

Immer mehr Ordnungskräfte lassen ihrer Aggressivität freien Lauf und werden selbst zur Bedrohung. So berichtete die Presse über einen Fall, in dem sechs Polizisten auf einen Obdachlosen einprügelten. Dieser wurde fünfmal mit Stromstößen eines Elektroschockers bewegungsunfähig gemacht, dann verprügelt und mit dem Kopf mehrfach gegen die Bordsteinkante geschlagen. Die Umstehenden filmten den Vorfall mit ihren Handy-Kameras und schlossen Wetten ab, ob das Opfer überleben werde oder nicht. Erst als sich der Obdachlose nicht mehr bewegte und die Rettungsteams eintrafen, ließen die Polizisten von ihm ab.

Szenario 9

Zu tumultartigen, schrecklichen Szenen kam es am Flughafen einer kleinen Ferieninsel, weil die Flugpreise erhöht werden sollten. Die Fluggäste gerieten darüber so in Rage, dass der Streit eskalierte und eine Schießerei begann. Die Bilanz des Schreckens: vier tote und 13 zum Teil schwer verletzte Personen.

Szenario 10

Um auch Beamte an der Rückführung der Staatsverschuldung zu beteiligen, werden immer mehr Behörden von Beamten selbst gesäubert, um die Kosten für das Reinigungspersonal einzusparen. In einer Dienststelle kam es zu Beschwerden, da sich trotz intensiver Reinigungsmaßnahmen in einem Großraumbüro seit Tagen ein unerträglicher Gestank verbreitete. Schließlich wurde die Grundreinigung durch ein Unternehmen genehmigt. Die Raumpflegekräfte entdeckten dabei die verwesende Leiche einer Beamtin, die seit mindestens einer Woche tot an ihrem Schreibtisch gesessen hatte. Der Todesfall war niemandem aufgefallen, da unter den Beamten direkte Kontakte nicht üblich sind. Die Kommunikation innerhalb der Behörde findet ausschließlich per E-Mail statt und beschränkt sich nur auf das Notwendigste.

Szenario 11

Das Waffengesetz innerhalb der EU soll an das der USA angepasst werden. Käme es dazu, dürfte künftig jeder Staatsbürger und Ausländer mit unbefristeter Aufenthaltserlaubnis sich innerhalb seines Bundesstaats eine Waffe kaufen und diese auch geladen bei sich tragen. Anlass für diese Gesetzgebungsinitiative in der EU ist eine dringliche Bitte öffentlicher Schulen, die es ihren Lehrern ermöglichen wollen, sich künftig effektiver gegen aggressive Schüler zu verteidigen. Auch in Hinblick auf die zahlreichen Amokläufe in öffentlichen Einrichtungen findet diese Gesetzesinitiative immer mehr Anhänger.

Szenario 12

»Happy Slapping« ist der neueste Unterhaltungstrend bei Jugendlichen. Dabei wählen sie ein meist unbekanntes und ahnungsloses Opfer aus und verprügeln dieses vor laufender Kamera. Das Videomaterial wird dann ins Internet gestellt. Eine Steigerung davon ist das sogenannte »Happy Stabbing«, bei dem Jugendliche mit dem Messer auf einen anderen Jugendlichen oder Erwachsenen einstechen. Dabei wetten sie, der wievielte Stich für das Opfer tödlich sein wird. Sowohl das Video als auch der stolze Gewinner werden im Netz veröffentlicht.

Szenario 13

Ultimate Fighting ist ein Kampfsport, welcher ohne Schutz und fast ohne Regeln ausgetragen wird und bislang als brutalste Sportart überhaupt gilt. Aktuell denkt man darüber nach, diese als olympische Disziplin zuzulassen, um das Interesse der Jugend an Olympia neu zu beleben. Alternativen wie Wrestling oder Boxen scheinen dafür nicht geeignet, denn sie sind den Jugendlichen zu »weich« und »durchgestylt«.

Szenario 14

Ein Streik der Berliner Busfahrer sorgte unlängst für Empörung: Diese weigerten sich, ihrer Arbeit nachzugehen, weil innerhalb des vorherigen Monats mehr als ein Drittel von ihnen von Passagieren ohne erkennbaren Grund zusammengeschlagen worden waren. Es scheint sich dabei um eine Modeerscheinung zu handeln.

Szenario 15

Fans werden zu Fanatikern: Aufgrund der immer schlimmer werdenden Ausschreitungen gewaltbereiter Hooligans bei Fußballspielen beschließt die FIFA die Einrichtung sogenannter TV-Studio-Hallen zur Übertragung von Fußballspielen. Spiele in Stadien mit mehreren Tausend Zuschauern werden damit schon bald der Vergangenheit angehören, da die Betreiber der zunehmend in privater Hand befindlichen Spielstätten die Risiken solcher öffentlichen Veranstaltungen nicht mehr tragen können. Die großen Studio-Hallen fassen künftig nur noch zwei- bis dreitausend sicherheitsüberprüfte Zuschauer, die zudem während des Spiels videoüberwacht werden, um eine eventuelle Gewaltbereitschaft frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden.

Szenario 16

Zunehmende Terrorgefahr sowie die Gefahr...

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