Sie sind hier
E-Book

SchmerzLust

Mein geheimes Leben als Domina

AutorAstrid della Giustina, Lady Ariana
VerlagPiper Verlag
Erscheinungsjahr2011
Seitenanzahl280 Seiten
ISBN9783492952132
FormatePUB
KopierschutzWasserzeichen
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis5,99 EUR
Lack und Leder, verführerische Strenge. Ihre Leidenschaft zu dominanter Erotik entdeckt Lady Ariana bereits als junge Frau, sadistische Spielarten werden zum Mittelpunkt ihrer Fantasien. Schließlich folgt sie ihrer geheimen Leidenschaft und verleiht der privaten Liebesbeziehung eine neue Dimension. Doch irgendwann braucht sie einfach mehr davon. Als Frau hat sie heute die Kontrolle übernommen, in jeder Hinsicht. Sie beendet das Versteckspiel, kündigt ihren Job in der Medienbranche und lebt ihre Passion in einem edlen Studio bei Düsseldorf aus. Erbarmungslos offen und brutal ehrlich berichtet sie in diesem Buch aus ihrem geheimnisvollen Leben als Domina.

Kaufen Sie hier:

Horizontale Tabs

Leseprobe

DAS ERWACHEN
DER SCHMERZLUST


 

 

 

Mein Sternzeichen ist der Zwilling.

Bis zu meinem dreißigsten Lebensjahr habe ich von einer Zwiespältigkeit nichts gemerkt. Ich war zur Gefährtin geboren, so dachte ich, und das Vorhandensein einer alternativen Persönlichkeit spürte ich nicht. Da war nichts.

Nur ... die Gefährtin.

Und dann lernte ich die Sadistin kennen.

Es sind manchmal Kleinigkeiten, die unser Leben grundlegend verändern. Bei mir war es der Satz: »Du kannst alles mit mir machen.«

Und so fing es an:

Der Beginn des neuen Millenniums brachte für meine Familie und mich einige Katastrophen mit sich, ebnete damit aber auch meiner bis dato schlummernden Berufung den Weg.

Doch ich muss der Reihe nach erzählen.

Meine Ehe mit Daniel plätscherte seit mehreren Jahren nur noch so dahin. Nein, das ist nicht richtig formuliert. Eigentlich war sie längst tot, aber keiner von uns beiden wollte es wahrhaben. Im Juni 2000 entschloss ich mich, ihn auf eine Trennung anzusprechen. Ich hatte mich auch schon nach einer bezahlbaren Wohnung umgeschaut. Trotz unserer offensichtlichen Probleme fiel er aus allen Wolken und flehte mich an, uns noch eine Chance zu geben, einen neuen Anfang zu versuchen. Da ich ein beständiger Mensch bin, Daniel immer noch liebte und darüber hinaus mein Ehegelöbnis sehr ernst genommen hatte, willigte ich ein und hoffte auf Besserung. Im Grunde hoffte ich auf ein Wunder, denn Daniel war nun mal so, wie er war. Aber wie heißt es immer so schön: Die Hoffnung – oder vielleicht auch die Dummheit – stirbt zuletzt.

Während wir also noch intensiv mit uns beschäftigt waren, bahnte sich nur eine Tür weiter der nächste Schicksalsschlag an. Die zweite Ehefrau meines Vaters, Marlene, erkrankte an Krebs, und es bestand nur eine geringe Aussicht auf Heilung. Zeitgleich standen meine Familie und ich noch vor dem Problem, dass meine weit entfernt lebenden Großeltern mütterlicherseits sich nicht mehr selbst versorgen konnten. Meine Mutter und ich mussten ganz schnell zu ihnen fliegen, um eine befriedigende und finanzierbare Lösung zu finden. Drei Tage später brachen wir auf. Nach knapp einer Woche bei meinen Großeltern erfuhren wir, dass Marlene gestorben war. Wir waren fassungslos, dass es nun so schnell passiert war. Leider hatten wir auch die Großeltern in schlechterem Zustand als angenommen vorgefunden und waren noch zu keinem akzeptablen Ergebnis gekommen. Fieberhaft arbeiteten wir an einer Notlösung und flogen so bald wir nur irgend konnten wieder zurück nach Hause, um uns auf Marlenes Beerdigung von ihr zu verabschieden. Ich habe meinen Vater noch nie so leiden sehen. Er hatte seine Frau sehr geliebt. Sein einziger Trost waren Marlenes Tochter Helen, die, seit sie sieben Jahre alt war, für ihn mit zur Familie gehörte. Und ich natürlich, sein einziges leibliches Kind. Mir war klar, dass ich mich die nächste Zeit intensiv um meinen Vater kümmern müsste, gemeinsam mit Helen. Ich wappnete mich innerlich und hoffte auf Stärke.

Ich ahnte noch nicht einmal im Ansatz, wie sehr ich sie brauchen würde, denn am Tag nach der Beerdigung teilte mein Mann mir mit, dass er via Internet eine andere Frau kennengelernt hatte und mich nun verlassen würde. Derselbe Daniel, der mich vor nur drei Monaten angefleht hatte, es bitte, bitte, bitte noch einmal mit ihm zu versuchen. Der gebrochene Vater, die pflegebedürftigen Großeltern und nun auch noch der Scherbenhaufen meiner Ehe – ich fühlte keinen Boden mehr unter den Füßen.

Gerne hätte ich Daniel sofort aus unserer Wohnung verbannt, aber das ging leider nicht. Zum einen wollte er nicht sofort zu seiner neuen Freundin nach Baden-Württemberg ziehen, bevor er dort nicht einen Job gefunden hatte, und musste nun erst mal eine Wohnung in der Nähe für sich finden. Zum anderen hätte ich meinem Vater eine weitere Katastrophe zu diesem Zeitpunkt nicht zumuten können. Er brauchte die Sicherheit einer stabilen Familie, und einer der wenigen Lichtblicke in seinem Leben war es damals, sich vorzustellen, dass Daniel und ich bald für Nachwuchs sorgen würden. Das alles war eine absolute Farce, aber so lebten wir noch fast ein halbes Jahr unter dem gleichen Dach, bis Daniel endlich auszog.

In dieser schweren Zeit war Helen eine große Hilfe. Bis zu diesem Moment hatten wir nicht wirklich viel miteinander zu tun gehabt. Wir sahen uns auf Familienfesten und übten uns in Smalltalk. Das war’s. Doch die schwere Zeit schweißte uns zusammen, und obwohl wir nicht blutsverwandt sind, ist unsere Bindung heute sehr stark.

Wir gewöhnten es uns an, oft gemeinsam spazieren zu gehen, und unterhielten uns dabei über alles, was uns bewegte. Aufgrund ihrer großen Offenheit redete Helen auch viel über Sex mit mir. Und schockierte mich damit grenzenlos. Sie erzählte mir Dinge, die ich ihr gar nicht zugetraut hatte. So hatte sie zum Beispiel irgendwann einmal zur Kirmeszeit mit zwei Jungen gleichzeitig im Gebüsch herumgeknutscht und gefummelt. So etwas betrachtete ich damals als absolut spektakulär. Wie niedlich! Ganz allmählich erweiterte sie so mein Bewusstsein und meinen Horizont. Parallel dazu verlief meine äußerliche Entwicklung: Ich hatte bereits in meiner Ehe damit begonnen, meine Haare rötlich zu tönen, aber nun probierte ich neue Frisuren aus und stylte meine Haare. Ich wurde auch mit meiner Kleidung mutiger und stellte bald irritiert fest, dass ich allgemein als attraktiv angesehen wurde. Nanu? Ich hatte mich nie als hässliches Entlein empfunden, aber eben doch als unauffällig und bieder.

Mit dieser inneren und äußeren Verwandlung ging ein neues Selbstbewusstsein einher, und zwar im herkömmlichen Sinne des Wortes: Ich wurde mir meiner selbst viel mehr bewusst. Ich horchte tief in mich hinein und begann, meine innersten Wünsche aufzuspüren. Nach meinen Erfahrungen mit Daniel wusste ich genau, was ich nicht mehr, nie wieder wollte: Ich wollte keine Gefährtin mehr sein, die ihr gesamtes Herz investiert hatte und nun litt wie ein Hund. Ich wollte nicht mehr brav sein und nur funktionieren. Ich wollte leben! Das Bild meiner Zukunft jedoch war gänzlich unscharf.

Dann geschah etwas Erstaunliches. Ein attraktiver Kollege aus einer anderen Abteilung, Marcel, begann mit mir zu flirten. Zuerst bemerkte ich es nicht, und dann ignorierte ich es. Doch natürlich erzählte ich Helen von ihm, und sie wollte mich unbedingt davon überzeugen, dass es nicht schaden könne, mich unverbindlich mit ihm zu verabreden. Meinen Marktwert testen, nannte sie es. Ich verstand, was sie meinte. Außerdem langweilte ich mich in der noch ungewohnten Leere, die mich pünktlich zum Feierabend umfing, auch wenn ich viel Zeit mit meinem Vater verbrachte. Also fing ich an, Marcels Lächeln zu erwidern. Es war so, als startete ich eine Testreihe, bei der ich mich und ihn beobachtete: Was passierte, wenn ich dieses und jenes machte? Wie reagierte Marcel auf bestimmte Signale meinerseits? Ich konnte das tun, weil ich emotional völlig unbeteiligt und ganz bei mir war. Die verwundete Gefährtin wollte lernen, Zeichen zu erkennen und sie so zu deuten, dass sie nicht wieder verletzt und ausgenutzt werden würde. Das war süß – zunächst –, denn dank meiner mickrigen Erfahrung mit Männern im Allgemeinen und der Sexualität im Besonderen erkannte ich überhaupt nichts! Das merkte ich an dem Freitagabend, an dem ich nachgegeben und mich mit Marcel privat verabredet hatte.

Nach Feierabend fuhr jeder in seinem Auto zu dem Restaurant, das wir für unser erstes Treffen ausgewählt hatten. Wir wollten ja nicht, dass unsere Kollegen gleich hellhörig wurden. Bei einem Italiener in der nächstgrößeren Stadt aßen wir Pizza bei Kerzenlicht. Anfangs redeten wir über das, was uns seit Wochen verband: unsere Arbeit. Ich war Mediengestalterin, er Projektleiter. Je später es wurde, umso intimer wurden die Gespräche. Es war klar, dass wir beide Feuer gefangen hatten und gern ein bisschen damit spielen wollten. Dabei war es mir auch völlig egal, dass Marcel kein Single war. Es war wie ein Dammbruch: Mich überrollte das Bedürfnis, Neues auszuprobieren. Ich sollte alles bekommen – und noch mehr.

Nach dem Essen saßen wir noch eine Weile in meinem Auto und begannen uns zu küssen. Ich hätte Marcel spontan sehr gerne mit zu mir genommen, aber da war ja noch Daniel. Außerdem gab die empörte Gefährtin zu bedenken, dass es für Sex ja wohl noch viel zu früh sei. Doch ich ignorierte sie. Zu ihm konnten wir wegen seiner Freundin auch nicht, also fuhren wir zu einem abgelegenen Parkplatz.

Bald begann eine wilde Fummelei im dunklen Auto. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten damit, dass es nicht Daniels Hände waren, die mich so fordernd berührten, aber ich genoss auch, dass ich diesen Kollegen so geil machen konnte. Ein herrliches Gefühl! Fast hätte ich deshalb die alles entscheidenden Worte von Marcel gar nicht gehört:

»Du – ich bin devot …«, stöhnte er in mein Ohr.

»Aha … und was willst du mir damit sagen?«, fragte ich verwirrt.

»Du kannst mit mir machen, was du willst.«

»Okay … und was genau?«

»Na, alles, was du willst.«

›Er ist was?‹, dachte ich irritiert. ›Und was soll ich mit ihm machen?‹

Ein wenig später bat er mich sehr erregt, seine Hoden fest zu drücken.

»Noch fester!«

Ich drückte sehr fest, und er stöhnte vor Lust. Ab da arbeiteten meine Hände eher mechanisch weiter, während meine Gedanken um diese Eröffnung kreisten, mit der ich nichts, aber auch gar nichts anzufangen...

Blick ins Buch

Weitere E-Books zum Thema: Pädagogik - Erziehungswissenschaft

Praxisbuch Energiewirtschaft

E-Book Praxisbuch Energiewirtschaft
Energieumwandlung, -transport und -beschaffung im liberalisierten Markt Format: PDF

Dieses Buch stellt technisches und wirtschaftliches Wissen über die Energiewirtschaft zur Verfügung - vor allem für die Entwicklungsphase von Energieprojekten. Es behandelt folgende Themen: Die…

Arbeitsort Schule

E-Book Arbeitsort Schule
Organisations- und arbeitspsychologische Perspektiven Format: PDF

Die Autorinnen und Autoren untersuchen systematisch die Arbeitsbedingungen von Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland und der Schweiz und geben Handlungsempfehlungen. Im Besonderen wird aufgezeigt,…

Lernstile und interaktive Lernprogramme

E-Book Lernstile und interaktive Lernprogramme
Kognitive Komponenten des Lernerfolges in virtuellen Lernumgebungen Format: PDF

Daniel Staemmler untersucht, inwieweit sich unterschiedliche Lernstile bei verschiedenen Formen der Interaktion mit Lernprogrammen positiv auf den Lernerfolg der Nutzer von Hypermediasystemen…

Black-Box Beratung?

E-Book Black-Box Beratung?
Empirische Studien zu Coaching und Supervision Format: PDF

Was findet in Coaching- und Supervisionssitzungen statt? Was sind die gewollten und ungewollten Erklärungsmuster, die sich in Beratungsgesprächen durchsetzen? Welche Rolle spielt die nur begrenzt…

Technischer Vertrieb

E-Book Technischer Vertrieb
Eine praxisorientierte Einführung in das Business-to-Business-Marketing Format: PDF

Das Buch liefert eine praxisorientierte Einführung in das Gebiet des technischen Vertriebs bzw. Business-to-Business-Marketings. Die Autoren behandeln alle relevanten Themen des Fachs und stellen die…

Schlanker Materialfluss

E-Book Schlanker Materialfluss
mit Lean Production, Kanban und Innovationen Format: PDF

Das Buch beschreibt die Organisation des Materialflusses in einer schlanken Produktionsstruktur. Der Autor erläutert, wie die Hürden bei der Realisierung von KANBAN und Lean Production überwunden…

Warehouse Management

E-Book Warehouse Management
Organisation und Steuerung von Lager- und Kommissioniersystemen Format: PDF

Warehouse Management Systeme sind State of the Art in der innerbetrieblichen Materialflusskontrolle. Neben den elementaren Funktionen einer Lagerverwaltung wie Mengen- und Lagerplatzverwaltung,…

Weitere Zeitschriften

Card Forum International

Card Forum International

Card Forum International, Magazine for Card Technologies and Applications, is a leading source for information in the field of card-based payment systems, related technologies, and required reading ...

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum

Das Grundeigentum - Zeitschrift für die gesamte Grundstücks-, Haus- und Wohnungswirtschaft. Für jeden, der sich gründlich und aktuell informieren will. Zu allen Fragen rund um die Immobilie. Mit ...

dental:spiegel

dental:spiegel

dental:spiegel - Das Magazin für das erfolgreiche Praxisteam. Der dental:spiegel gehört zu den Top 5 der reichweitenstärksten Fachzeitschriften für Zahnärzte in Deutschland (laut LA-DENT 2011 ...

Gastronomie Report

Gastronomie Report

News & Infos für die Gastronomie: Tipps, Trends und Ideen, Produkte aus aller Welt, Innovative Konzepte, Küchentechnik der Zukunft, Service mit Zusatznutzen und vieles mehr. Frech, offensiv, ...

Deutsche Hockey Zeitung

Deutsche Hockey Zeitung

Informiert über das internationale, nationale und internationale Hockey. Die Deutsche Hockeyzeitung ist Ihr kompetenter Partner für Ihr Wirken im Hockeymarkt. Sie ist die einzige ...

dima

dima

Bau und Einsatz von Werkzeugmaschinen für spangebende und spanlose sowie abtragende und umformende Fertigungsverfahren. dima - die maschine - bietet als Fachzeitschrift die Kommunikationsplattform ...

ea evangelische aspekte

ea evangelische aspekte

evangelische Beiträge zum Leben in Kirche und Gesellschaft Die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland ist Herausgeberin der Zeitschrift evangelische aspekte Sie erscheint viermal im Jahr. In ...