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E-Book

Schwanger

Mein Kind & ich

AutorKirsten Khaschei
VerlagStiftung Warentest
Erscheinungsjahr2015
Seitenanzahl336 Seiten
ISBN9783868517385
FormatPDF/ePUB
Kopierschutzkein Kopierschutz/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis19,99 EUR
Schwanger, glücklich - und gut informiert! Der Ratgeber der Stiftung Warentest enthält kompetente Antworten auf alle Fragen zu Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach: Erfahren Sie, wie die Entwicklung ihres Kindes Monat für Monat vorangeht und alles was Sie über Gesundheit, Vorsorge, Ernährung und Fitness während der Schwangerschaft wissen müssen. Geburtsvorbereitung und Entbindung werden ausführlich geschildert; mit aktuellen Hinweisen zum Thema Kaiserschnitt. Dazu gibt es umfangreiche Tipps für werdende Väter, die Partnerschaft und die Berufsplanung sowie test-geprüfte Anschaffungs-, Finanz- und Rechtstipps. Ein kompaktes Rundum-sorglos-Paket für alle werdenden Mütter und Väter.

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Leseprobe

Vorsorge: Hebammen und Ärzte im Team


Im Rahmen der Schwangerenvorsorge kann jede Frau selbstentscheiden, wer die im Mutterpass vorgesehenen Untersuchungen durchführen soll: die Hebamme, ein Arzt – oder beide.

Mit der Feststellung der Schwangerschaft bekommen Sie von Ihrem behandelnden Arzt oder der betreuenden Hebamme einen Mutterpass. Darin werden alle Vorsorge- und Untersuchungsbefunde zur Schwangerschaft oder zu möglichen Besonderheiten und Risiken eingetragen. Der Pass enthält detaillierte Angaben zur Gesundheit der Mutter sowie zur Entwicklung des Babys. So können Ärzte und Hebammen den Verlauf der Schwangerschaft sowie mögliche Risiken schnell erfassen.

Die medizinischen Angaben, die im Pass eingetragen werden, richten sich also nicht in erster Linie an die werdende Mutter, sondern vor allem an das medizinische Fachpersonal. In der Schwangerschaft sollten Sie Ihren Mutterpass möglichst immer dabeihaben. Bei der Geburt liefert er wichtige Informationen. Und nach der Geburt sollten Sie ihn aufheben, weil alle Angaben im Mutterpass für weitere Schwangerschaften eine wichtige Rolle spielen.

Die im Mutterpass vorgesehenen Untersuchungen dienen der Gesundheit von Mutter und Kind und die meisten entsprechen jahrzehntelanger geburtshilflicher Erfahrung sowie modernen medizinischen Erkenntnissen. Allerdings soll an dieser Stelle auch gesagt sein, dass nicht alle laut Mutterpass vorgesehenen Untersuchungen nach heutigen streng wissenschaftlichen Kriterien geprüft wurden. Einige sind deshalb auch nicht ganz so sinnvoll und nützlich wie andere. Unter anderem deshalb wird der Mutterpass – in den 1950er Jahren entstanden – auch regelmäßig aktualisiert. Zuletzt wurden u. a. Fragen der Ernährungsberatung oder der Zahngesundheit neu aufgenommen, ebenso der Zuckertest zur Feststellung eines Schwangerschaftsdiabetes. Weitere Informationen dazu finden Sie unter „Eine gesunde Ernährung“ (siehe S. 95).

Eine ausführliche Beschreibung aller 16 Seiten des Mutterpasses findet man unter www.familienplanung.de, einem Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) – einfach den Suchbegriff Mutterpass eingeben, dann kommt man zu einer Übersicht mit Links und ausführlichen Erklärungen.

Der Mutterpass ist ein persönliches Dokument, in dem alle während der Schwangerschaft erhobenen wichtigen Befunde stehen. Die Schwangere allein entscheidet darüber, wem er zugänglich gemacht wird. Behörden, Arbeitgeber oder andere Personen oder Organisationen dürfen weder die Einsicht­nahme verlangen noch diese erzwingen.

Alle Untersuchungen laut Mutterpass, die im nächsten Abschnitt genauer beschrieben werden, wie zum Beispiel Unter­suchungen des Blutes oder Urins, können sowohl von Hebammen als auch von Ärzten durchgeführt und im Mutterpass eingetragen werden. Einzi­ge Ausnahme dieser Regelung sind die Ultraschall-Untersuchungen, die insgesamt drei Mal auf dem Vorsorgeprogramm stehen:

  • in der 9. bis 12. SSW (Schwangerschaftswoche),
  • in der 19. bis 22. SSW und
  • in der 29. bis 32. SSW.

Diese Untersuchungen (siehe „Die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen“, S. 64) können nur in einer gynäkologischen Praxis durchgeführt werden.

Im Mutterpass sind übrigens auch die Kriterien und Befunde vermerkt, anhand derer eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft eingestuft wird oder nicht. Abgefragt werden mögliche Risiken gemäß einem standardisierten Katalog von über 50 Fragen: 26 davon beziehen sich auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Schwangeren, 26 klären Komplikationen ab, die im Verlauf der Schwangerschaft auftreten können. Im Vergleich mit anderen Ländern ist der deutsche Risikokatalog sehr umfangreich und teilweise streng – ist man zum Beispiel während der Schwangerschaft jünger als 18 Jahre oder älter als 35 Jahre, so wird das bereits als ein Risiko gewertet. Auf dieses Thema wird im Laufe des Kapitels noch genau eingegangen.

Grundsätzlich hat jede Schwangere einen gesetzlichen Anspruch auf zehn Vorsorgeuntersuchungen. Diese Untersuchungen sind eine Art monatlicher Routinecheck, der zu Beginn der Schwangerschaft einmal im Monat und ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen durchgeführt wird. Die Kosten dafür trägt die Krankenversicherung, egal, ob man gesetzlich oder privat versichert ist. Bedürftige, nicht erwerbsfähige Schwangere, die weder privat noch gesetzlich krankenversichert oder mitversichert sind, erhalten die Mutterschaftsleistungen über die Sozialhilfe.

  • Ihre Ansprüche auf Mutterschaftsleistungen

Jede Schwangere hat Anspruch auf ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe. Die Kosten der Vorsorgeuntersuchungen übernimmt die Krankenkasse. Zusätzliche Untersuchungen, die nicht Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien sind, müssen als IGe-Leistungen selbst bezahlt werden. Berufstätige Schwangere müssen für sämtliche Vorsorgeuntersuchungen von der Arbeit freigestellt werden, ohne dass ein Verdienst­ausfall entsteht.

Medizinische Betreuung, ganzheitliche Beratung


Während sich Gynäkologen und Gynäko­loginnen in ihrem Praxisalltag vor allem auf die medizinische Betreuung schwangerer Frauen konzentrieren, nehmen sich Hebammen häufig einer eher ganzheitlichen Be­ratung an. In den ersten Schwangerschafts­wochen wissen sie Antworten auf alle Fragen zur Umstellung des Körpers. Sie geben Ratschläge zur Lebensweise sowie Ernährung und können als erfahrene Gesprächspartnerinnen zur Seite stehen, wenn es um die Frage geht, ob und inwieweit man selbst pränatale diagnostische Methoden in Anspruch nehmen möchte. Auch Fragen zur Sexualität kann man oft gut mit der Hebamme besprechen und bei allen Schwangerschaftsbeschwerden kennt sie bewährte praktische Tipps. Natürlich können Sie alle diese Fragen auch mit einer Ärztin oder einem Arzt Ihres Vertrauens besprechen.

Risikoschwangerschaften sollten möglichst von einer Ärztin oder einem Arzt und einer Hebamme gemeinsam betreut werden. Falls im Verlauf einer Schwangerschaft nicht nur Risiken, sondern auch patholo­gische, also abweichende, Vorgänge fest­gestellt werden, müssen Hebammen die Schwangere in eine ärztliche Behandlung überweisen. Ganz gleich, ob Sie sich für die Vorsorge einer Hebamme oder einer Ärztin anvertrauen: Wichtig ist, dass Sie sich dort gut behandelt und begleitet fühlen. Viele Schwangere lassen sich im Rahmen der Schwangerenvorsorge sowohl von einer Hebamme als auch einer Ärztin betreuen. In fast allen Städten gibt es mittlerweile auch Gemeinschaftspraxen, in denen sich Ärztinnen und Hebammen gemeinsam um die Schwangerenvorsorge kümmern.

Die verschiedenen Vorsorge­untersuchungen


Bei den monatlichen Vorsorgeterminen sind folgende Untersuchungen vorgesehen:

  • Kindliche Herztöne werden gehört.
  • Der mütterliche Blutdruck wird gemessen. Denn ein möglicher Bluthochdruck könnte die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind gefährden.
  • Das Gewicht wird festgestellt, um die Zunahme während der Schwangerschaft zu dokumentieren.
  • Der Urin wird untersucht, um eine Zucker­krankheit oder Nierenprobleme auszuschließen.
  • Es wird Blut abgenommen, um einen möglichen Eisenmangel frühzeitig zu erkennen.
  • Der Unterleib wird abgetastet, um die Größe und Höhe der Gebärmutter festzustellen sowie die aktuelle Lage des Kindes zu ermitteln.
  • Es wird überprüft, ob die Schwangere möglicherweise Wassereinlagerungen oder Krampfadern hat. Alle Ergebnisse werden im Mutterpass festgehalten.

In den letzten Schwangerschaftswochen werden häufig mit einem Herzton-Wehen-Schreiber – in der Fachsprache Cardiotokograph (CTG) – die kindlichen Herztöne aufgezeichnet. Die Messung und Aufzeichnung übernehmen ein kleiner Ultraschallkopf und ein Wehendruckmesser. Beide werden am Bauch der Schwangeren befestigt und können so die Herztöne des Kindes und eine mögliche Wehenbereitschaft der Gebärmutter überwachen. Die Befunde werden im Mutterpass vermerkt.

Das medizinische Labor spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit weiteren Abstrichen, Bluttests und Laboruntersuchungen werden außerdem zu Beginn der Schwangerschaft verschiedene Infektionskrankheiten abgeklärt. Einige dieser Untersuchungen sind im Rahmen der Schwangerenvorsorge vorgesehen und kostenlos. Andere sind Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL), die medizinisch nicht unbedingt nötig sind und deshalb aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Kostenlos untersucht werden Schwangere auf Rötelnimmunität, auf Chlamydien, Hepatitis B und Lues (Syphilis), denn diese Krankheiten bleiben manchmal unbemerkt und könnten auf das Kind übertragen werden. Auch einen HIV-Test kann man kostenlos durchführen lassen.

Gut zu wissen: Beim Lues-Test wird nur die Durchführung im Mutterpass vermerkt, nicht das Ergebnis. Zum HIV-Test findet nur eine mündliche Beratung und kein schriftlicher Eintrag mehr statt.

Ultraschalluntersuchungen – drei sind vorgesehen


Im Verlauf einer Schwangerschaft bezahlen die Krankenkassen Ultraschalluntersuchungen. Viele Ärzte machen gern mehr als die drei vorgesehenen Untersuchungen. Falls Sie das als unnötig oder störend empfinden, sprechen Sie es an, denn notwendig ist es nicht. Genau genommen, bringen sechs Ultraschalluntersuchungen gegenüber den drei vorgesehenen keinen medizinischen Vorteil, sondern kosten nur unnötig Geld.

Psychosomatisch denkende Ärztinnen und Ärzte weisen zudem darauf hin, dass das gehäufte Baby-Fernsehen auch Nebenwirkungen hat. So tritt dabei die medizinisch...

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