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E-Book

Selbstmanagement in der Erziehung

Ein Training mit Eltern

AutorHans Reinecker, Manfred Wünsche
VerlagHogrefe Verlag Göttingen
Erscheinungsjahr2005
Seitenanzahl111 Seiten
ISBN9783840919084
CD zum Buch1
FormatPDF
KopierschutzWasserzeichen/DRM
GerätePC/MAC/eReader/Tablet
Preis26,99 EUR

Der Band stellt ein sechs Sitzungen umfassendes Elterntraining vor, welches an den Prinzipien der Selbstmanagement-Therapie orientiert ist. Im Zentrum steht dabei die Beeinflussung des Interaktions- und Bedingungsgefüges zwischen Eltern und Kind. Mit dem Training sollen die erzieherischen Kompetenzen der Eltern verbessert werden, so dass sie selbst Veränderungen am eigenen Erziehungsverhalten und am Problemverhalten ihrer Kinder erwirken und in der Folge aufrecht erhalten können. Ziel ist es, Eltern in die Lage zu versetzen, autonom, selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre erzieherischen Ziele zu erreichen. Im Training werden relevante Erziehungssituationen bearbeitet und erzieherisches Handeln geübt. Die Umsetzung des Gelernten im jeweiligen erzieherischen Alltag der Teilnehmer wird durch Rollenspiele, Übungen und Hausaufgaben zwischen den Sitzungen unterstützt. Das Training ist für Eltern konzipiert, denen die bewusste Erziehung ihrer Kinder ein besonderes Anliegen ist. Die Module können von den Trainern auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Besonderheiten von Eltern und deren Kindern angepasst werden. Das Manual enthält eine praxisorientierte Anleitung zur Durchführung des Trainings. Alle Materialien für den Trainer sowie die Arbeitsmaterialien für die Eltern können zum sofortigen Gebrauch von der beiliegenden CD-ROM ausgedruckt werden. (Inhalte auf Anfrage)

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Kapitelübersicht
  1. Inhaltsverzeichnis und Vorwort
  2. Kapitel 1 Theoretische Grundlagen
  3. Kapitel 2 Elterntraining
  4. Kapitel 3 Durchführung des Trainings (= Trainermanual)
  5. Kapitel 4 Arbeitsmaterialien für die Eltern (= Elternmanual)
  6. Literatur
Leseprobe

Kapitel 2 Elterntraining (S.17-19)

2.1 Prinzipien des Elterntrainings

Der Selbstmanagement-Ansatz ist grundlegend für das Elterntraining. Im Zentrum steht dabei die Beeinflussung des Interaktions- und Bedingungsgefüges zwischen Eltern und Kind. Mit dem Training sollen die erzieherischen Kompetenzen der Eltern verbessert werden, so dass sie selbst Veränderungen am eigenen Erziehungsverhalten und am Problemverhalten ihrer Kinder erwirken und in der Folge aufrecht erhalten können (Cotherapeuten- und Mediatorenprinzip).

Es ist nicht davon auszugehen, dass Eltern sich sämtliches erzieherisches Handeln in einem Training aneignen müssen. Ziel des Trainings ist, entsprechende Impulse zu geben, die es den Teilnehmern ermöglichen, ihr Leben mit den Kindern nach den gelehrten lerntheoretischen Prinzipien auszurichten und zu lenken. Dabei ist es oberstes Prinzip, dass Eltern in die Lage versetzt werden autonom, selbstbestimmt und eigenverantwortlich ihre erzieherischen Ziele zu erreichen. Es wird ressourcenorientiert vorgegangen. Stärken, Kompetenzen und Ressourcen von Eltern und Kindern werden herausgearbeitet und bekräftigt („Ressourcenaktivierung" im Sinne von Grawe, 1998, oder „Salutogenes Vorgehen" im Sinne von Antonovsky, 1997) sowie klare Zukunftsorientierungen (statt etwa ausschließlich Vergangenheitsbewältigung) und positive Zielsetzungen (statt reine Symptomund Defizitbeseitigungen) vermittelt.

Jede Elternperson und jedes Kind erlebt eigene individuelle Bedingungen (s. System-Modell). Daher werden im Training jeweils individuelle Erziehungsziel- und Wertklärungen angestellt und entsprechend günstiges oder ungünstiges erzieherisches Handeln abgeleitet. Im Training werden dann relevante Erziehungssituationen bearbeitet und erzieherisches Handeln geübt (Trainingsprinzip). Die Umsetzung des Gelernten im jeweiligen erzieherischen Alltag der Teilnehmer wird durch erfahrungsorientiertes Lernen (z.B. Rollenspiele, Übungen), die Aktivierung vorhandener Ressourcen und eine aktive Beteiligung in und zwischen den Sitzungen unterstützt. Dazu werden zwischen den Sitzungen Hausaufgaben von den Eltern erledigt, die in den darauf folgenden Sitzungen besprochen und reflektiert werden (regelmäßiges Evaluieren der Veränderungsschritte, Korrektiv der Gruppe). Dadurch können Erfolge bestärkt, auf Misserfolge rasch reagiert und entsprechend gegengesteuert werden. Das Training wird in Gruppen abgehalten, wobei an Prinzipien wie sie etwa Fiedler zur Förderung von Selbst- und Mitverantwortung in Gruppenverhaltenstherapien formuliert (1996a, b), festgehalten wird. Es herrscht also die grundsätzliche Auffassung, dass es sich bei dem Gruppentraining um ein Einzeltraining in der Gruppe handelt.

Es geht um individuelle Problemstellungen und Ziele der Teilnehmer. Jeder verantwortet mit, ob und wann er die Gruppenangebote nutzt, jeder entscheidet selbst ob, wann und wie er mitarbeitet. Für den Erfolg des Trainings kommt der Beziehung zwischen dem Trainer und den Eltern entscheidende Bedeutung zu. Die Aufgabe des Trainers besteht unter anderem in der Motivation der Eltern zur Teilnahme und zur Veränderung der als problematisch erlebten Situation. Besonders zu Beginn des Trainings ist die Förderung der Änderungsmotivation und die Ausbildung einer positiven Erwartungshaltung der Teilnehmer für den Erfolg des Trainings zentral (Kanfer et al., 2000). Es ist davon auszugehen, dass die Teilnehmer vor der Teilnahme am Training bereits mehr oder weniger erfolgreiche Änderungsversuche unternommen haben und möglicherweise skeptisch in ihrer Erwartung gegenüber dem Training sind. Es ist daher auch Aufgabe des Trainers den Aufbau einer positiven Erwartungshaltung zu unterstützen – z. B. mit dem Prinzip der kleinen Schritte, wodurch die Teilnehmer kleinere Veränderungen erwirken lernen und dazu ermutigt werden weitere und auch größere Veränderungen selbst herzustellen. Jeder Teilnehmer sollte daher gerade zu Beginn des Trainings kleine, positive Veränderungen selbst erwirken und erleben können.

Weiterhin ist eine vertrauensvolle und unterstützende Haltung des Trainers gegenüber den Eltern wichtig. Manche Teilnehmer haben noch nie an einem Training, Seminar oder Kurs teilgenommen und sind deshalb aufgeregt oder haben sogar Angst. Der Trainer sorgt deshalb dafür, dass sich die Teilnehmer gut aufgehoben fühlen, er versucht Ängste anzusprechen und diese nach Möglichkeit zu nehmen. Er versucht auch, Sicherheit zu vermitteln und achtet darauf, die Eltern nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Da Elterntrainings häufig hohe Abbruchquoten verzeichnen, ist besonders für eine gute Erreichbarkeit des Trainingsortes und insgesamt günstige Trainingsvoraussetzungen (Innerhofer & Warnke, 1978, 1980, 1989; Warnke, 1999) zu sorgen.

2.2 Module des Trainings

Um die Selbstmanagement-Prinzipien integrieren zu können, wurde das Training stark an das 7- Phasen-Modell der Selbstmanagement-Therapie angelehnt und modulartig aufgebaut. Jedes der insgesamt drei Module umfasst zwei Sitzungen zu je zwei Stunden.

Inhaltsverzeichnis
Selbstmanagement in der Erziehung1
Inhaltsverzeichnis7
Vorwort9
Kapitel 1 Theoretische Grundlagen10
1.1 Einleitung und Relevanz10
1.2 Grundlagen: Selbstmanagement-Therapie11
1.2.1 Prinzipien des System- Modells menschlichen Verhaltens13
1.2.2 Selbstregulation und Selbstregulationssystem14
1.2.3 Therapeutische Beziehung und Aspekte der Motivation15
1.2.4 Prinzipien der Verhaltensänderung16
1.3 Das Interaktionsgefüge von Eltern und Kindern17
Lernen17
Günstige Lern- und Erziehungsbedingungen18
Kapitel 2 Elterntraining19
2.1 Prinzipien des Elterntrainings19
2.2 Module des Trainings20
2.2.1 Modul 120
2.2.2 Modul 221
2.2.3 Modul 322
2.3 Anwendung des Trainings22
2.3.1 Zielgruppe22
2.3.2 Durchführung und Trainingsbedingungen23
2.4 Evaluation des Trainings24
2.4.1 Aufbau der Studie24
2.4.2 Ergebnisse der Studie25
2.4.2.1 Erziehungsverhalten der Eltern25
2.4.2.2 Problemverhalten der Kinder29
2.4.2.3 Wissen der Eltern über erzieherische Grundprinzipien35
Kapitel 3 Durchführung des Trainings (= Trainermanual)37
3.1 Erstes Treffen38
3.1.1 Begrüßung und Einführung in das Training38
3.1.2 Elternmanual39
3.1.3 Wichtige Informationen zum Training39
3.1.4 Paargespräch40
3.1.5 Erzieherische Grundprinzipien: Teil 141
3.1.6 Hausaufgabe42
3.2 Zweites Treffen44
3.2.1 Begrüßung und kurze Wiederholung des 1. Treffens 3.2.2 Besprechung der Hausaufgaben44
3.2.3 Erzieherische Grundprinzipien: Teil 245
3.2.4 Das Belohnungs- Bestrafungs- Spiel47
Spielauswertung47
Besprechung des Spiels48
3.2.5 Hausaufgabe48
3.3 Drittes Treffen50
3.3.1 Begrüßung und kurze Wiederholung des 2. Treffens50
3.3.2 Besprechung der Hausaufgaben50
3.3.3 Paarinterview50
3.3.4 Schwierige Kinder51
Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten52
Hyperaktive Kinder53
Trotzige Kinder54
Aggressive Kinder55
Kinder mit schwierigem Temperament56
3.3.5 Zusammenfassung: -Gemeinsamkeiten schwieriger Kinder -56
3.3.6 Hausaufgabe56
3.4 Viertes Treffen58
3.4.1 Begrüßung und kurze Wiederholung des letzten Treffens58
3.4.2 Besprechung der Hausaufgaben58
3.4.3 Positives Erziehungsverhalten auch für "besondere" Kinder58
3.4.4 Hausaufgabe61
3.5 Fünftes Treffen62
3.5.1 Begrüßung und Wiederholung des letzten Treffens62
3.5.2 Besprechung der Hausaufgaben62
3.5.3 Der Punkte- Plan62
3.5.4 Hausaufgabe64
3.6 Sechstes Treffen65
3.6.1 Begrüßung und kurze Wiederholung des letzten Treffens65
3.6.2 Besprechung der Hausaufgaben65
3.6.3 Individuelle Problemlagen65
3.6.4 Prinzipien der Verhaltensänderung66
3.6.5 Selbstverstärkung – „Sich selber immer wieder motivieren und loben“66
3.6.6 Verleihung des Teilnahmezertifikats67
3.7 Materialien68
Weiterführende Literatur für Trainer73
Kapitel 4 Arbeitsmaterialien für die Eltern (= Elternmanual)74
Literatur111
CD-/DVD-Inhalt113

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